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Full text of "Mohammedanische traditionen über das jüngste gericht [microform] eine vergleichende studie zur jüdisch-christlichen und mohammedanischen eschatologie"

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Mohaminedanische Traditionen 
ttber das jungste Gericht. 



Eine vergleichende Studie zur judisch-christliehen nnd 
mohammedanisclien Eschatologie. 



Inaugural -Dissertation 

zur 

Brlangung der Doktorwtirde 

der 

hohen philosophischen Fakultat der Universitat Heidelberg 

vorgelegt von 

Rudolf Leszynsky. 



Druck von Max Schmersow, Kirchhain N.-L. 
1909. 



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Meinen Eltern in Dankbarkeit 

gewidinet. 



Literatur. 



Zur Yergleichnng mit der nichtarabischeu EscliatoJogie : 

Apokryphenund Pseudoepigraphen des Alten Testaments, ed. Kautzsch, 

2 Bde. Tubingen 1900. 
si. Henoch, ed. N. Bonwetsch, Berlin 1896, Abh. d. Kgl. Ges. d. Wiss. 

zu Gottingen, phil.-hist. Klasse, N. F. 1, 3. 

Die sibyllinischen Weissagungen, ed. Friedlieb, Leipzig 1852. ^ 

Die Apokalypse Abrahams, ed. Bonwetsch in Stud. z. Gesch. z. Theol. 

u. Kirche I, 1, Leipzig 1897. 
Die Apokalypee des Elias, ed. Steindorff, Leipzig 1899, in Texte und 

Unters. z. Gesch. d. altchristl. Lit. herausgegeb. yon Gebhard u. 

Harnack, n. F., II 3a (zit. nach d. achmimischen Handschr.). 
Die hebraische Eliasapokalypse. ed. Buttenwieser, Leipzig 1897. 
Neutestamentliche Apokryphen, ed. Hennecke, Tubingen-Leipzig 1904. 
Kebra Nagast ed. Bezold in Abhandl. d. philos. philol. Kl. d. bayr. 

Akademie XXIII 1. Miinchen 1905. 
Midrasch rabba, zit. nach d. Ausg. Wilna 1887. 
Jellinek, Beth Hamidrasch, Leipzig 1853 ff. 
Schatzhohle, ed. Bezold, Leipzig 1883/8. 
Volz, Judische Eschatologie von Daniel bis Akiba. Tubingen -Leipzig 

1903. 
Guthe, Kurzes Bibehvorterbuch, Tiib.-Leipz.'] 1903. Artikel: Holle 

von Beer. 
Schurer, Geschichte des jiidischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi, 

Bd. 2, 4. Aufl., Bd. 3., 3. Aufl. 
Bacher, Agada der Tannaiten, 2 Bde.> StraBburg 1884. 

,, babylonischen Amoraer, StraBburg 1878. 

,, palastin. Amoraer, 2 Bde., StraBburg 1892. 

Spiegel, Avesta, 3 Bde., Leipzig 1852 ff. 

Soederbloem, La vie future d'apres le Mazdeisme, Paris 1901. 
Boklen, Verwandtschaft der judisch-christlichen mit der parsischeri 

Literatur, Gottingen 1902. 

Schwally, Leben nach dem Tode, Giefien 1892. 
Schrader, Keiiinschriften und altes Testament, 3. Aufl. 



Znr Yergleichnng mit arabischen Traditionen: 

Bucbari, ed. Krehl, Bd. 13, Leyden 1862 68, Bd. 4, ed. de Goeje, 

,, Orient. Ausg., 8 Bde., Kairo 1290. 
Muslim, Orient. Ausg., Kalkutta. 
Kanz el 'Dmnial, 8 Bde., Heiderabad 1322. 
Ad dourra al fakbira, La perle ; pre"cieuse de Gbazali par L. Gautier, 

Geneve 1878. 
Mubarnrnedaniscbe Escbatologie, berausgegeben von M. Wolff, Leipzig 

' 1872. 
El Kascbscbaf. Kommentar zum Koran von Zamahscbari, 2 Bde., 

Bulak 1281. 
Beidbawi, Kommentar zuua Koran ed. Fleischer, Leipzig 1878. 

Zur Feststellnug- der IVamen der Traditionarier: 

Dababi Tabakat, ed. Wiistenfeld, Gottingen 183334. 

Fibrist, ed. Fltigel, Leipzig 187172. 

Tubfa dawi 1'arabe v. Ibn Hatib, ed. Traugott Mann. 

Jacuts geograpbiscbes Worterbucb, ed. Wiistenfeld, Leipzig 1866 73. 

Glossar zu den Annalen des Tabari. Leyden 1898. 



Emleitimg. 

Die Eschatologie des Islam hat noch keine wissenschaft- 
liche Bearbeitung in groBem Stile gefunden. Eine Geschichte 
dieses Gebietes, das im mohammedanischen Glauben nicht etwa 
wie fiir unser Gefuhl abseits liegt, sondern im Gegenteil erne 
ganz hervorragende Stellung einniinmtj 1st nicht nur inter 
essant, sondern auch historisch wichtig. Die Quellen, aus 
denen diese Vorstellungen geflossen, die auBeren Emtiiisse, 
denen sie unterlegen, waren zu untersuchen und dazu eine 
genaue Kenntnis sowohl der jiidischen wie der christlichen 
und persischen Eschatologie, vor allem aber eine Sammlung 
und Sichtung des gesamten Materials notwendig, soweit es 
uns in der mohammedanischen Literatur entgegentritt 1 ). Im 
Verlaufe meiner Studien auf diesem Gebiete sah ich ein, daB 
das eine Arbeit vieler Jahre bedeutet, die auch gleichzeitig 
tiber den Rahmen, den ich mir gesteckt, allzu weit hinaus- 
geht. Ich will daher im folgenden nur das geben, wovon 
ich seinerzeit ausgegangen bin, und das ist eine kleine alte 
Schrift mit Traditionen fiber das jiingste Gericht, auf die mich 
mem hochverehrter Lehrer, Herr Prof. Barth, aufmerksam 
gemacht hat. Zur Rechtfertigung einer solchen Edition mochte 
ich aber noch einige Worte zur Literatur iiber die mohamme- 
danische Eschatologie, sowie iiber die Methode derselben sagen. 

AuBer dern Koran, der jedem auch der arabischen Sprache 
Unkundigen zuganglich ist, sind in europaischen Sprachen 
noch zwei Quellenwerke fiir unser Thema erschienen, das 



a ) Vgl. Grautier, Ad dourra al fakhira, Einleitimg. Die Auffassung 
dort, die Eschatologie sei eine Konsequenz der Pradestinationslehre, ist 
xinbewiesen und unverstandlich. 

1 



eine von Gautier herausgegebene Ad dourra al fakhira von 
Gazzali 1878, das andere von Wolff herausgegebene kitab 
ahwal al qijama. Der Unterschied zwischen beiden Werken,. 
das eine von dem hochberiihmten Philosophen, das andere 
von einem unbekannteu Autor spaterer Zeit, 1st nicht eben sa 
groB, als man anzunehmen geneigt sein konnte. Von den 
beiden Editionen ist die Wolffsche insofern die wertvollere 
fur den Historiker, als der Herausgeber die Quellen fur die 
mohammedanischen Anschauungen zitiert, soweit er sie aus 
dem Talmud kennt. Darin aber liegt der springende Punkt 
fur die Behandlung der Sache. Denn wenn es auch zunachst 
eine unbedingt notwendige Vorarbeit ist festzustellen, dafi 
einmal eine Religion diese oder jene Vorstellungen von dem 
Tode und dem Jenseits gehabt hat, so besteht doch die- 
eigentlich wissenschaftliche Tatigkeit darin, das nunmehr 
Gegebene zu verarbeiten, in diesem Falle jene Vorstellungen 
mit den Anschauungen anderer Volker zu vergleichen und 
dadurch fremde Beeinflussung oder eigene Entwicklung zu 
erkennen. Deshalb vermag icn auch nicht in den ,,Beitragen 
zur Eschatologie des Islam" von I. B. Ruling, einer Leipziger 
Dissertation 1895, einen Fortschritt in der Behandlung der 
mohammedanischen Eschatologie zu erblicken. Es ist weder 
in ihr eine auch nur annahernd vollstandige Sammlung des 
mohammedanischen Materials gegeben, noch, was beabsichtigt 
war, eine Entwicklung der Eschatologie, die doch aus ge- 
schichtlichen Griinden und Ursachen heraus erklart werden 
miiBte. Das ist aber noch nicht einmal versucht. Auf die^ 
nichtarabischen Quellen ist iiberhaupt kaum eingegangen, 
aufier an einigen Stellen, wo nicht so sehr eine Erklarung 
mohammedaniseher Anschauungen notwendig war, als vielmehr 
beim Autor sich eine ,,unwillkurliche" Reminiszenz aus der 
Lektiire der Bibel einstellte 1 ). 



] ) Natiirlich racht es sich bisweilen schwer, daB der Autor die 
Quellen nicht gekannt hat. Dafiir em Beispiel: Nach Kor. 32, 4 dauert 
der Gerichtstag 1000, nach 70,4 50000 Jahre. Dazu wird folgende Be- 
merkung hinzugef u'gt : ,,Wenn also manche Ausleger von Gen. Kap. 1 
annehmen, dafi die einzelnen Tage in dem Schopfungsbericht ganze- 



Wenn ich nun hier das Kitab ez zuhd herausgebe, so 
glaube ich nicht, daB dadurch fur den Kenner der einsehla- 
gigen Literatur der Ideenkreis der mohammedanischen Escha- 
tologie sich irgendwie erheblich erweitert, da sich die in 
diesem Schriftchen vorkommenden Anschauungen zumeist in 
den von mir zitierten Werken finden. Der Zweck der Edi- 
tion ist vielmehr folgender : Einerseits nimmt das Kitab ez- 
zuhd die Mitte natiirlich nicht mathematisch zwischen 
dem Koran einerseits und dem Werke Gazzalis und der 
Wolffschen Eschatologie anderseits ein, und ohne viele 
Worte wird auch die literarische Entwicklung einem jeden 
auf den ersten Blick deutlich, der die Biicher nur nebenein- 
ander halt. Zudem ist das Werkchen eine der altesten 
Sammlungen der Ausspriiche Mohammeds (vgl. Brockelmann 
Gesch. d. arab. Lit. I, S. 66). Anderseits aber habe ich 
mich bestrebt, die einzelnen Traditionen nach ihren Quellen 
und ihrer Entwicklung festzulegen. Es kommt mir darauf 
an, die durchgangige Parallelitat der christlich-jiidischen und 
mohammedanischen Eschatologie an der Hand der vorliegenden 
Traditionen zu zeigen, und ich habe deshalb den einzelnen 
Kapiteln derselben Parallelen aus der jiidisch-christlichen 
Literatur und dem Koran vorangeschickt, und die Verfasser 
der Apokalypsen und Evangelieu und Mohammed selbst zu 
Worte kommen lassen 1 ). GewiB muB man in unserer Zeit 
doppelt vorsichtig sein, wenn man von Entlehnungen spricht, 
gerade deshalb, weil es fast zu einer . Sucht geworden ist, 



Perioden bezeichnen, so haben sie an diesen Koranstellen einen Anhalt." 
Allerdings Ia6t sich ein solch schwerer Fenler bei einigem Verstandnis 
fur historische Tatsaehen yermeiden. Zur Sache selbst verweise ich auf 
Kap. 1. 

l ) Wenn gelegentlich die Beispiele fiir eine Anschauung geh'auft 
sind, so soil damit bewiesen werden, da6 dieselbe nicht etwa vereinzelt 
dastand, sondern verbreitet war. Man wird es verzeihen, wenn auch 
solche Vorstellungen, die in dem Kitab nnr fluchtig beruhrt sind, ein- 
gehender behandelt sind, zumal wenn sie sich in der anderen moham- 
medanischen eschatologischen Literatur, insbesondere im Koran wieder- 
finden. Die grofien Gebiete, die sich iiberhaupt nicht in vorliegender 
Schrift finden, z. B. dieMahdiidee, sind selbstverstandlich nie behandelt. 



allenthalben nachzuspiiren, ob ein Gedanke, der sich in irgend- 
einer Literatur oder einem Werke findet, schon anderwarts 
hervorgetreten ist. Jedoch liegt in unserm Falle die Sache 
so, daB alle Gelehrten, die sich mit der Frage beschaftigt 
haben, die Entlehnung als zweifellos angenominen haben, der 
Beweis ini einzelnen ist jedoch noch nicht angetreten worden. 
Ich weise hier nur auf Goldziher, Die Religion des Islam 
(in Kultur der Gegenwart, 1. Abt. 3, 1 1906) *) hin, der dort 
S. 98 sagt: Die grellmaterialistischen Ziige dieser Vorstel- 
luugen finden sich vielfach in der jiidisch-christlichen Literatur 
wieder und weisen dadurch auf die Kreise hin, die Mohammed 
die Grundfarben zu den phantastischen Ausschmiickungen 
geboten haben. Auch aus dem Parsismus ist mancher Zug 
entlehnt (S. 108). Die Glaubensvorstellungen, die mit dem 
Mahdismus zusammenhangen, sind in ihrer Entstehung durch 
jiidisch-christlichen EinnuB zu erklaren. 

Es ist mir wahrscheinlich, daB man berechtigt ist, noch 
weiterzugehen. Das Wort von der gliihenden iiberschaum en- 
den Phantasie Mohammeds ist zwar fast zum Dogma geworden, 
aber in dem weitaus groBten Teile des Korans wird der 
Leser vergeblich nach ihr suchen. Es ware toricht zu leugnen, 
daB die altesten Suren diesen Eindruck niachen. Aber hat sich 
diese Phantasie so schnell und so vollstandig erschopft? Ich 
glaube nicht an eine schopferische selbsttatige Phantasie 
Mohammeds. Nicht nur die Grundfarben, auch die Einzel- 
heiten der eschatologischen Gemalde, scheint mir, sind ihm 
von anderen gegeben. Es ist die Gewalt, die in dem Thema 
selbst liegt, die uns zu falschen Schliissen auf Mohammeds 
Persoulichkeit verfiihrt. Und man muB auch zugestehen, 
einen Vergleich mit den Schilderungen der jiidisch-christlichen 
Apokalypsen, wie sie uns z. B. in IV. Esr. 7, 39 42, Hen. 
1, 5 ff. Sib. 3, 672 ff. u. a. vorliegen, die Volz mit Recht 
als klassisch bezeichnet, einen Vergleich mit den grausigen 
Schilderungen der Holle, wie sie in den neutestamentlichen 



M Vgl. auch Kremer, Gesch. d. herrsch. Ideen d. Islam, Leipzig 
1868. Noldeke Orientaliselie Skizzen, Berlin 1892, S. 68 f. 



Apokryphen, z. B. Ap. Petr. 21 ff. Thomasakten 55 57 zu 
finden sind, halten selbst Mohammeds feurigste Suren kaum 
aus. Dort ist wirklich ein Werk uberschaumender Phantasie, 
Mohammed war auch in seiner ersten besten Zeit kein echter 
Dichter. Gelingt es, die Anschauungen in Mohammeds escha- 
tologischen Schilderungenin weiterem Umfange in der friiheren 
Literatur nachzuweisen, so ist damit das Bild, das wir uns 
von Mohammeds Personlichkeit machen, einheitlicher geworden. 
Die GroBe des Mannes bleibt dadurch unberiihrt, sie beruht 
ohnehin mehr auf seiner geschichtlichen Stellung als auf der 
Weite seines Geistes. 

Mit dem Gesagten sind auch bereits die Quellen zur 
mohammedanischen Eschatologie gezeigt. Es sind Judentum 
und Christentum, daneben auch der Parsismus. Altheidnisch- 
arabisches diirfte kaum nachzuweisen sein. Zeigt doch der 
Kampf, den Mohammed gegen die Leugner der Auferweckung 
fiihrt, und vor aliem der so- oft wiederholte Beweis, daB Gott 
so machtig sei, auch nach dem Tode zum Leben zu erwecken, 
daB den Arabern ein Weiterleben nach dem Tode wohl kaum 
bekannt war. Auf alle Falle aber fiel eine Vergeltung, Be- 
strafuug und Belohnung fort 1 ). Die jiidiseh-christlichen 
Quellen fur die mohammedanische Eschatologie sollte man 
nicht in spezifisch-jiidische und spezifisch-christliche trennen. 
Beide Anschauungen iiber das Leben nach dem Tode werden 
sich im wesentlichen decken, schon einfach aus dem Grunde, 
weil sie gemeinsam auf die Andeutungen des alten Testa- 
mentes und die Schilderungen der Apokryphen und Apoka- 
lypsen zuriickgehen. Wenn auch die letzteren im Judentume 
keine Pflege in spaterer Zeit fanden, so sind sie doch schlieB- 
lich in ihm entstanden, sie verkorpern die Meinungen, die 
damals im jiidischen Volke herrschten und finden sich 
auch zum Teil im Talmud wleder. Es ist daher grund- 
satzlich von der Hand zu weisen, wenn man die moham- 
medanische Eschatologie, sei es auf vorwiegend jiidische 



*) Vgl. Wellhausen, Skizzen u. Vorarb. Ill, Keste arab. Heidentums 
S. 163 f. Jacob, Altarabiscb.es Beduinenleben, Berlin 1897, S. 142 f. 



oder christliche Quellen zurtickzufiihreu unterniimnt. So 
behauptet z. B. Grimme, Mohainined II, Minister 1895, S. 154, 
die mohammedanische Eschatologie sei nicht von den Juden 
iibernoinmen, besonders well die judische Idee von der Ver- 
einigung samtlicher Juden zu einem Reiche, das der Messias 
griindet und regiert, unberiicksichtigt bleibt, als ob ein 
solcher Grlaube iiberhaupt in Mohammeds System hinein- 
gepaBt hatte, und es nicht ini iibrigen feststande, daB er 
immer eklektisch verfahren ist. Ubrigens fiihrt Grinune selbst 
einiges doch wieder auf judische Quellen zuriiek. Man tut 
also wohl besser, auf eine solche Scheidung von vornherein 
zu verzichten 1 ). 

Wenn nun im folgenden fiir die mohammedanische 
Eschatologie die jiidisch-christliche Literatur voni alten Testa- 
ment an bis zum Talmud zur Vergleichung herangezogen 
wird, so heiBt das natiirlich nicht, daB etwa diese die un- 
mittelbare Quelle fiir Mohammed und seine Nachfolger war, 
sondern durch eine lange Reihe teils miindlicher, teils lite- 
rarischer Mittelstufen sind diese Anschauungen aus der 
klassischen Zeit der Eschatologie bis auf den Islam hinab- 



*) Vgl. Noldeke Orientalische Skizzen S. 66 ff. Becker: Christentum 
u. Islam, in Eel. gesch. Volksbucher, Tubingen 1907, S. 8 f. Wie schwer 
ea ist, eine derartige Scheidung wissenschaftlich durchzufiihren, sei einmal 
an folgendem Beispiel erlautert. Es scheint doch auf den ersten Blick 
zweifellos, dafi die zahlreiohen Traditionen, die Jesu Wiederkunft als den 
Beginn oder das Vorzeichen der Auferstehung darstellen, aus christlicher 
Quelle geflossen sind. Dagegen ist aber zu bedenken: nachdem einmal 
Mohammed die christliche Lehre von Jesus dem Christos, d. h. dem 
Messias angenommen und Jesus als Messias bezeichnet hatte, stand fiir 
den Mohammedaner diese Gleichung unerschiitterlich fest. Eine judische 
Erzahlung vom Kommen des Messias mufite sich ganz von selbst in eine 
solche von dem Wiederkommen Jesu umsetzen. Und es ist der reine 
Zufall. ob in einer Tradition der Name Jesu (Aisa) oder der Titel 
Messias (Masih) steht. Und daB ferner im Judentum die Messiasidee eine 
ungleich wichtigere Rolle gespielt hat, als die Parusie Jesu im Christentum, 
tragt in Verbindung mit dem Gresagten dazu bei, die Moglichkeit eines 
jiidischen Ursprunges auch einer derartigen scheinbar sicher christlichen 
Tradition noch zu erhohen. 



gelangt. Denn derartige Vorstellungen bleiben durch die 
Jahrhunderte in ihren Formen unverandert. 

Das Material fur die jiidisch-christlichen Anschauungen 
in den alttestamentlichen Apokryphen und der Mischna fand 
ich in Volz, Jiidische Eschatologie von Daniel bis Akiba, 
Tiib.-Leip. 1903, zusammengestellt und habe es als Erganzung 
meiner eigenen Materialsammlungen oft benutzt. Von groBem 
Nutzen war fiir mich auch die Lektiire von La vie future 
d' apres le Mazdeisme etude d'eschatologie comparee par 
N. Soederblom, Paris, 1901, weniger fiir die ins einzelne 
gehende Forschung, als vielmehr fiir die allgemeine An- 
-schauung in unserni Thema. Ich mochte hier eine Stelle 
des Werkes des schwedischen Grelehrten anfiihren, die, wenn 
auch nur mit Einschrankung richtig, eine feine Beobachtung 
1st (S. 296): "Des quatre religions le Mazdeisme le judaisme, 
le chretianisme et 1'islam qui possedent une veritable escha- 
tologie 1'islam seul a evite 1'inconsequence d'enseigner deux 
jugemeuts et deux retributions. Apres la mort tous dorment 
et seulement lorsque vient la resurrection les ames entrent 
dans le ciel ou dans 1'enfer. Les ames demeurent dans le 
sepulcre apres la mort, mais le sepulcre est un sejour agre- 
able pour les croyants. Damit ist zugleich der Begriff der 
Eschatologie in unserem Thema eindeutig bestimmt, insofern 
,ls im Islam, wenigstens bei Mohammed, in der Lehre von 
den letzten Dingen die Zustande des Individiums und des 
Volkes zusammenfallen. DaB sich in der spateren Ent- 
^icklung, wo die durch und durch individuelle Strafe des 
Grabes eine groBe Rolle spielt, eins von dem andern nicht 
trennen laBt, ist selbstverstandlich, wie es iiberhaupt ratsam 
ist (gegenVolz S. 1) den Begriff Eschatologie in erweitertem 
Sinne auf die Anschauungen vom Zustand nach dem Tode 
tiberhaupt zu iibertragen. 

Das Kitab ez zuhd des 'Asad ibn Mftsa. 

Der Titel bereitet Schwierigkeiten eine Schrift iiber 
die Askese, in der von einer solchen nicht einmal die Rede 



ist, und die Deutung: man werde durch die Schilderung der- 
Hollenstrafen zur Enthaltsamkeit indirekt erzogen, erscheint 
doch einigermaBen gezwungen. Auch die Inhaltsangabe des 
Haji Khalfa paBt nicht. Traditioneu iiber "Zuhd" behandeln 
stets die Nichtigkeit der Welt (der dunja) und mit diesem 
Worte beginnt allerdings unsere erste Tradition. Die Sammlung 
kommt aber nicht wieder auf das Thema zuriick. Am leich- 
testen waren noch die Traditionen im Kap. XIII eiuer 
Schrift mit unserm Titel einzureihen. 

Das Traditionsheft gliedert sich in Kapitel. Die ersten 
sechs sprechen von den Hollenstrafen, die iibrigen acht von 
dem jiingsten Gericht, insbesondere von der Scheidung 
zwischen Guten und Bosen. Es ist also keine* pragmatische 
Ordnung eingehalten, und auch innerhalb der beiden Ab- 
schnitte kein Prinzip in der Aufeinanderfolge erkennbar. 
Das erste Kapitel behandelt die qualende Ungeduld der 
Verdammten, es hat keine tjberschrift. Die Uberschriften 
der iibrigen Kapitel sind folgende: 

2. Die leichteste Strafe in der Holle. 

3. Die Taler und Berge der Holle. 

4. Die Schlangen und Skorpione der Holle. 

5. Die Qetranke der Hollenbewohner. 

6. Die Schwere der Strafe der Verdammten. 

7. Die Hollenbriicke und das Uberschreiten derselben. 

8. Das Herabkommen Gottes im Wolkendunkel zum 

Gericht. 

9. Die Piirbitte des Propheten fiir die Menschen beim 

Gericht. 

10. Die Wage am Tage der Auferstehung. 

11. Die Eechnungsablage am Tage der Auferstehung. 

12. Was am Tage der Auferstehung gerufen wird. 

13. Wie Gott die Knechte am Tage der Auferstehung 

zur Rechenschaft fordert. 

14. Die Widervergeltung am Tage der Auferstehung. 

Was den Wert der Traditionen als authentische Aus- 
spriiche Mohammeds betrifft, so ist auf die grundlegender 



Arbeit Goldzihers im 2. Bande der mohammedaniscben 
Studien zu verweisen. Auf Mohammed geht wenig oder 
nichts von alien in seinem Namen iiberlieferten Satzen 
zuriick. Und wenn auch in unserm Gebiete keine poli- 
tischen Motive mit wenigen Ausnabmen zur Falschung 
der Tradition fiibrten, so waren es eben andere Ursacben, 
die dieselbe Wirkung batten. ,,Es scheint, daB die Tatig- 
keit der Partei der Frommen zur Zeit der Omejjaden 
sich vorwiegend auf die Pflege und Hervorbringung mora- 
liscber und asketiscber Lebren erstreckte" (Goldziber S. 72.), 
,,Die eiiogenen Traditionssatze bewegten sicb, deui vor- 
wiegenden Gescbmacke des StraBenpublikums entsprecbend, 
zuerst um die Biograpbie des Propbeten und die Gebiete 
der Escbatologie und kosmologischer Fabeln" (S. 160, vergL 
aucb S. 154). Von den Anscbauungen Mobammeds und 
seiner Zeitgenossen geben mithin aucb unsere recbt alten 
Tradition en kein Bild, soweit sie iiber das, was im Koran 
selbst deutlicb gesagt ist, hinausgehen, es sind vielmebr die 
Vorstellungen, die sicb nacb Mobammed gebildet baben, oder 
vielmebr durcb jiidischen, cbristlichen und persiscben Ein- 
fluB entstanden sind. Insofern ist es aucb von geringer Be- 
deutung, ob der Haji Khalfa diese Traditionen als unzuver- 
lassig bezeicbnet oder nicbt, resp. ob sie im Bucbari zu 
finden sind oder nicbt, da eben aucb die sog. besten Tradi- 
tionen genau so gut wie die scblecbten untergeschoben siud. 
tfber die Person des Verfassers ist mir nicbts weiter 
bekannt geworden, als daB er vom Jabre d. H. 132 212 
gelebt bat 1 )." Sein Name kommt einige Male in den Annalen 
des Tabari vor und zwar innerhalb von Ketten von Tradi- 
tionariern, so daB sicb fur die Eigenart unseres Autors, seine 
Zuverlassigkeit usw. nicbts schlieBen lafit (vergl. Jacuts 
Geogr. Worterb., Dababi, lib. classium virorum, ed. Wiisten- 
feld). Im iibrigen ist es ja aucb bei Sammlungen von Tradi- 
tionen selbstverstandlicb, daB der Autor hinter sein Werk 
vb'llig zuriicktritt und ibm wobl seinen Namen, nicbt aber 

') In Brocke]mann Geseh. d. arab. Literatur I S. 66 irrtumlich 
-f 132/749. 



in 

S,\J 

den Stempel seines Geistes aufdriicken kann. Insofern 1st 
hier eine literarhistorische Einleitung auch nicht von so 
groBem. Werte. 



I. Die qualende Ungeduld der Verdammten. 

Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen, wehe, 
die ihr jetzt laeht, denn ihr werdet trauern und weinen 
mit diesen markanten Worten betont das Lukasevangelium 
(6,21 u. 25) die Gerechtigkeit im Laufe der Welt. Aber es 
ist das nicht nur ein Bild, oder wenn es das ist, so liegt ihm 
eiue ganz reale Vorstelkmg zugrunde, die Vorstellung, daB 
die Verdammten in der Holle einst weinen und trauern, die 
Seligen im Paradiese einst laehen und sich freuen werden. 
In den Schilderungen, die uns die Apokryphen von der Holle 
geben, begegnen wir iinmer wieder derselben Anschauung. 
Das Feuer ist so gewaltig, daB sie heulen vor Schmerz 
(Jdt. 16,18), sie seufzen und weinen wie die Sirenen (Hen. 
96,2), die Feuerflamrne ist vermischt mit lautem Geschrei, 
Weinen und Gejammer und heftigem Schmerzgeheule (Hen. 
108,5. 15, vgl. Ap. Bar. 48,41, Ap. El. 20,13. 27,1. ff. 
40,3) wehklagend und gepeinigt (si. Hen. 7, 2) mid seufzend 
(Bar. 51,4), so treten uns die Siinder ini jiingsten Gericht 
und in der Holle entgegen. Hierher gehort auch das Wort 
vorn Heulen und Zahneklappern, das vielfach in den neu- 
testamentlichen Schriften wiederkehrt und als Zitat in unsere 
deutsche Sprache eingedrungen ist. (Mt. 8,12; 13,42; Lu. 
13,28 u. v. a. vgl. noch Sib. 8,1045. 231). Sie werden 
weinen unter ihrem jamniervollen Gesehick, es gibt fur sie 
keine Sattigung der Tranen, sie werden schreien in ihrer 
Qual, so predigt die Sibylle (2,297 ff. vgl. Thomasakten 
c. 55), und dieselbe Anschauung findet sich im Talmud und 
Midrasch. Die Verdammten rufen wehe, wehe (J. Sanh. 10, 
3; Tanch. re'eh zu V. Mos. 14,22). Der Ausdruck emek 
habaka (Ps. 84,7) wird auf die Tranen der Sunder gedeutet, 
die wie ein Quell flieBen und sogar die Holle abkuhlen (Erub. 



11 

19 a, Exod. r. c. 7,4 zu 6,13). In dem spateren Midrasch 
Massechet gehinnom, dessen Entstehungszeit zwar nicht 



fixiert 1st, der aber auf talinudische Uberlieferungen zuriick- 
geht, wird der Name Gehinnom, Holle, geradezu mit einem 
Wortspiel erklart, well sie von dem Stohnen (n'hama, Ps. 38, 
9) der Frevler widerhallt. (Vgl. noch die spate Bahira 
legend ed. Gottheil ZA XIII, S. 209. XIV S. 211 u. Kebra 
Nagast Kap. 115, S. 135). In jenen Tagen werden die 
Menschen den Tod begehren und nicht finden und zu sterben 
verlangen, und der Tod wird vor ihnen fliehen (Ap. Joh. 9, 
6, Ap. El. 25,911, 27,7 if.), sie werden das Sterben 
schon nennen, aber es flieht (Sib. 2,308), sie fragen Grott, 
er aber wendet sich ab (Sib. 8,355), auch dieser Gedanke, 
der ja so nahe liegt, wird in der Mass. Gehinnom ausge- 
sprochen im AnschluB an die Stelle Hiob 11,20: ihre Hoff- 
nung ist, die Seele auszuhauchen. Der ganze Vers dort 
scheint eschatologisch gedeutet zu sein, denn auch die beiden 
anderen Angaben, das Erlosehen der Augen und die Unmog- 
lichkeit, eine Zuflucht zu finden, erscheinen in den Darstel- 
lungen der Holle wieder. 

Und so mogen sie wenig lachen und viel weinen zum 
Lohn fur ihr Tun. (S. 9,83). Mit fast denselben, nur 
nicht so packenden Worten schildert der Koran den Zustand 
der Verdammten in der Holle. Stohnen sollen sie in ihr 
(S. 21,100), Seufzen wird iiber sie kommen (2,162 vgl. 11, 
108) warne sie vor dem Tage des Seufzens (19,40). Die 
sonst so anempfohlene Standhaftigkeit ist hier nutzlos. Es 
ist fur nns gleich, sprechen die Menschen in der Holle, ob 
wir klagen oder standhaft sind, wir haben keinen Zufluchts- 
ort (14,25 vgl. 52,16). In ihrer Not rufen sie nach Ver- 
nichtung (25,14. 84,11), wunschen sich Staub zu sein (78, 
41), nur daB endlich ein Ende gemacht wiirde (43,77, 69, 
27) vergeblich, nicht wird das Sterben iiber sie verhangt (35, 
33), der Tod kommt von alien Seiten, ohne dafi sie sterben 
konnen (14,20), so konnen sie nicht sterben und nicht leben 
(87,13). 

Die Ewigkeit der Hollenstrafen wird von Mohammed 



12 

vorausgesetzt. Ewig sollen sie in dein Feuer verweilen (S. 2, 
37 157) schmecket die Strafe der Ewigkeit (10,53), so und 
mit anderen Ausdriicken wird dieses Dogma immer wieder 
betont, so daB es iiberfliissig ist, die Stellen samtlich anzu- 
fuhren. Es will auch nichts besagen, wenn zweimal (11,109 
6,128) eine mogliche Ausnahme scheinbar zugegeben wird. 
Die Phrase : auBer wenn Gott anders will, hebt nur den sou- 
veranen Willen Gottes hervor, der auch den Frommen, wenn 
er will, in die Holle versetzen kb'nnte. Im Sinne Mohammeds 
ist die Annahme berechtigt, dafi Gott eben nun und nimmer 
wollen wird. Auch diese Anschauung ist aus der jtidisch- 
christlichen Literatur iibernommen. Dort allerdings sind 
Ausnahmen wohl statthaft, ebenso wie der Islam nach Mo- 
hammed wieder darauf zuriickgekommen ist. Im allgemeinen 
jedoch ist die Strafe der Frevler ewig. Ihr Feuer wird nicht 
verloschen (Jes. 66,24), zu Schmach und ewigem Abscheu 
werden sie erwachen (Dan. 12,2), die Jahre eurer Verdam- 
nis sollen durch einen ewigen Fluch vermehrt werden (Hen. 
5,5), ihr Siinder seid auf ewig verflucht (Hen. 102,3, vgl. 
t. Seb. 10, Judt. 16,18, Ap. El. 5,13). Im neuen Testa- 
ment finden wir das gleiche: Die Spreu wird er verbrennen 
mit unverloschlichem Feuer (Mt. 3,12, Luc. 3,17), die einen 
werden hingehen zu ewiger Strafe, die Gerechten zu ewigem 
Leben (Mt. 25,46), und nicht anders lehrten die Pharisaer, 
daB die Lasterhaften mit ewigen Banden und ewiger Pein 
bestraft wiirden (Jos. Ant. XVIII 1,3. Bell. II 8,14, die 
Essaer auch 8,11). In den rabbinischen Schriften wird 
nicht fur alle, sondern nur fur die volligen Frevler eine 
ewige Strafe statuiert. Zunachst scheinen die israeliti- 
schen Frevler iiberhaupt von der Hollenstrafe befreit (Schir- 
r. c. 1.), ja selbst wenn die Sunder Israels in der Holle sind, 
hat das Feuer keine Macht iiber sie, und Abraham fiihrt sie 
wieder hinaus (Erub. 19a vgl. Chag. 27 a). Die Holle hb'rt 
eher auf, als die Kb'rper der Frevler in Israel (r. hasch. 17a). 
All dies bezieht sich aber wohl nur auf eine bestimmte 
Klasse von Frevlern, denn schon in alterer Zeit finden wir 
einen Streit der Schulen Hillels und Schamais (ibid.): die 



- 13 

volligen Frevler bleiben ewig in der Holle, die mittleren aber, 
die nicht ganz bose, aber auch nicht gereeht, nur eine Zeitlang. 
Nach Hillel wird aucli von diesen ein Teil sogleich gerettet, 
ein Teil im Feuer gelautert, die ubrigen 12 Monate bestraft, 
dann ist Korper und Seele verbraimt, und die Ascne wird 
vom Wind unter die FiiBe der Gerechten gestreut. Nach 
Eduj. 2,10 dauert das Strafgericht der Frevler nur 7 Wochen, 
und alle bis auf einige, die sich besonders schwer versundigt 
haben, kommen wieder aus der Holle hervor. (Bab. mez. 
58 b). Auf solche Stellen im Talmud haben sich zweifellos 
die Juden Mohammed gegeniiber berufen, als sie zu ihm 
sagten: Das Feuer wird uns hochstens gezahlte Tage be- 
riihren (S. 2,74 3,23). Natiirlich hatte das fur Mohammed 
wenig Beweiskraft. (Vgl. Kebra Nagast c. 115, S. 135: Ein 
Tag ist bei Gott ein Zeitraum von 10000 Jahren, maucher 
wird einen Tag lang gerichtet werden, mancher einen halben 
Tag usw.). Die spateren mohamniedanischen Theologen be- 
haupten ihrerseits von den Muslim en, daB ihnen die Holle 
nichts anhaben kann, vor dem Ausruf: la-ilaha ilia 'llahu 
weicht sie zuriick und Mohammed fiihrt die Glaubigen aus 
der Holle hervor. Anderseits waren sie nicht so milde. 
Nach Gazzali (S. 79/95) ist die geringste Zeit, die der Frevler 
in der Holle zubringt, 1000 Jahre. Das ist allerdings nicht 
mehr als bei uns ein Tag Gefangnis, denn die Gleichung 
1 Tag gleich 1000 Jahre muJS als feststehend angenommen 
werden. Es beruht das auf Ps. 90,4; denn 1000 Jahre 
sind in deinen Augen wie der gestrige Tag. Daher wird 
auch im allgemeinen angenommen, daB die Welt eine Woche, 
7000 Jahre besteht, der 7. Tag, der Ruhetag oder auch das 
ErlaBjahr, ist dann die Zeit des Messias oder das lOOOjahrige 
Reich Christi (Sanh. 97 a, r. hasch. 31 a, Ap. El. 43,11. 44, 
2, Ap. Joh. 20,2 ff). Daneben geht eine andere Vorstellung 
einher, daB die erste Weltperiode 2000, die Messiaszeit 2000 
Jahre dauere und 1000 Jahre Gott allein throne, nachdem 
alles andere vernichtet (Sanh. 97 a IV. Esr. 29 31, si. Hen. 
33,1). Aber im ubrigen wird die Dauer der Messiaszeit 
recht verschieden aus alien moglichen Schriftstellen berechnet 



14 

(IV. Esr. 7,28, Sanh. 97 a, b), und die Sache wird dadurch 
noch komplizierter, daB daneben noch die Dauer des end- 
giiltigen Gerichtstages angegeben wird (IV. Esr. 7, 43, Sanh. 
ibid.). Zu erwahnen ist noch, daB sowohl ira Parsismus als 
auch bei den Griechen sich Weltepochen von Tausenden von 
Jahren finden. Bei Mohammed fa'llt der Unterschied von 
Messiaszeit und Weltgerichtstag fort. Er spricht nur von 
einem Tage, dessen MaB 1000 Jahre sind, wie wir sie zahlen 
(S. 32,4 22, 46). Wenn er an einer anderen Stelle die 
Dauer sogar auf 50000 Jahre hinaufsetzt (S. 70, 4), so geht 
das moglicherweise auf die 5000 Jahre zuriick. Unsere 
Traditionen, die von einem zweimaligen 500jahrigen Warten 
der Verdammten sprechen, weisen darauf bin, dafi man ge- 
legentlich den Tag in zwei Halften geteilt hat. Die 1000- 
jabrige Weltpause findet sicb in Wolff, Esch. c. 23 und 
Gazz. S. 34/9 wieder. 

Ubersetzung. 

Zum Koranvers (S. 9,83): mogen sie wenig lachen und 
viel weinen, sagt er: das Diesseits ist das Wenige, mogen 
sie darum in ihm lachen, so viel sie wollen, wenn es aber 
endet, und sie zu Gott kommen, gehen sie einem Weinen 
entgegen, das nie fur sie endet. 

Den Sinn des Verses (S. 14,25): es ist fur uns gleich, 
ob wir klagen oder geduldig ausharren, wir haben keinen 
Zufluchtsort, erklart er: die Hollenbewohner werden sprechen: 
wohlan, wir wollen standhaft ausharren. So barren sie 500 
Jahre. Wenn sie dann gesehen, da6 das ihnen nichts niitzt, 
sprechen sie: wohlan, laBt uns klagen. Dann weinen sie 
500 Jahre. Nachdem sie dann gesehen, daB auch das ihnen 
nichts niitzt, sprechen sie: es ist fur uns gleich, ob wir 
klagen oder geduldig ausharren, wir haben keinen Zu- 
fluchtsort. 

Ich habe gehort, wenn die Hollenbewohner rufen: o 
Malik, moge dein Herr ein Ende mit uns machen, dann laBt 
er sie 1000 Jahre ohne Antwort, dann spricht er: ihr miiBt 
warten (ewig). 



15 

Zum Verse: und sie rufen: o Malik, moge dein Herr 
ein Ende mit uns machen, bemerkt er : er laBt sie 1000 
Jahre warten, dann spricht er: ihr miifit warten. 



II. Die leichteste Strafe in der Holle. 

Die folgenden Traditionen iiber die leichteste Strafe in 
der Holle sind vielleicht eigenes Gut der Traditionarier nach 
Mohammed. Im Koran findet sich nichts von einer Speziali- 
sierung der Hollenstrafen im Sinne unserer Traditionen. DaB 
es fiir die Sunder verschiedene Abstufungen von Strafen 
gibt, 1st ja selbstverstandlich (vergl. weiterhin Kap. VI), aber 
welches die leichteste Strafe ist, wird nirgends angegeben. 
Im allgemeinen wird wohl angenommen, daB die Frevler in 
den Flammen stehen, oder daB das Feuer aus dem Leibe 
des Frevlers herauskommt (Midi*. Gen. r. 26,6 zu 6,3; vergl. 
dazu Kor. S. 4,11: wer der Waisen Gut ungerecht friBt, 
friBt sich Feuer in seinen Bauch). In der Ap. Petri finden 
sich genauere Angaben. Manche Verbrecher werden auf 
Pfannen gerostet (V. 34), andere haben loderndes Feuer im 
Munde (V. 29), oder es dringt ihnen in die Augen (V. 26), 
oder es wird,. glutfliissiges Eisen auf dieselben gegossen (V. 
28), bis zur Korpermitte stehen sie in den Flammen (V. 27) 
man sieht, Grausamkeit und Wildheit der Hollenstrafen 
ist nicht erst von der Phantasie der Araber erfunden, Schilde- 
rungen wie diese, sind nicht mehr zu iibertreffen. Auch 
die Gerechten werden im Paradiese nicht vollig gleich 
behandelt (vergl. Kor. S. 8,4 4,97 f. u. o.). 10 Hiitten hat 
nach einer Ansicht im Talmud (Bab. bat. 75a) jeder Gerechte, 
von verschiedener Gro'Be, je nachdem er mehr oder weniger 
Siinden begangen (vergl. auch Sabb. 152 a). Die schlech- 
testen Hiitten sind vollig aus Gold (Bab. bat. 75 a, Mass. 
Geh. vergl. dazu Jes. 54,11). Die hebraische Elias-Apoka- 
lypse (S. 24) beschreibt die Hauser der Gerechten: ihre 
Pfosten sind Edelsteine (vergl. Tob. 13,16), ihre Tore sind 
12 Perlen, jedes von ihnen aus einer einzigen Perle (Gen. 



16 - 

r. 18,1 zu 2,22; vergl. Ap. Job. 21,11 ff.). Aucn der Koran 
spricht von Sollern und Hausern im Paradiese (siehe weiter- 
hin Kap. VII.) 

Es ist interessant zu verfolgen, wie die Phantasie im 
Laufe unserer Traditionen die Bilder iminer weiter bis ins 
einzelne ausmalt. Zuerst noch die rohe Vorstellung von 
angebundenen Koblen, daraus werden dann Schube und 
schlieB.lich sogar Schuhe mit Scbubriemen aus Feuer. Auch 
daB in zwei fast gleicben Traditionen das einemal von einem 
Menschen iiberhaupt, das anderemal von einer bestimmten 
Personlichkeit, Abu Talib gesprocben wird, ist historisch zu 
erklaren. Die urspriingliche, weil einfacbere Fassung lautet 
sicber: der die leichteste Strafe bat, ist ein Mann rait Scbuhen 
a,us Feuer. Erst spater setzte man dafiir Abu Talib, den 
Oheini Mobammeds. Es ist nicbt anzunebmen, daB aus 
tbeologiscben Gesicbtspunkten beraus ein solche Anderung 
entstanden ist, die nur besagen sollte, daB ein jeder Un- 
glaubige. auch ein solcher Mann, wie der urn Mobarnmed 
verdiente A. T., zur Holle verdammt wird und denselben eben 
nur als besonders krasses Beispiel nimmt. Wabrscheinlicber 
ist, daB die omejjadiscbeu Gegner der Aliden die Tradition 
falschten, urn den Stammvater der Aliden und damit diese 
selbst herabzusetzen. Der Nachdruck liegt dann allerdings 
nicbt rnebr darauf, daB es die leichteste Strafe ist, die der- 
selbe erbalt, sondern darauf, daB er jedenfalls in die Holle 
kommt. DaB diese Tradition auch auf Ibn Abbas zuriick- 
gefiibrt wird (irn Kanz el umrnal), wiirde nicht gegen diese 
Deutung sprecben. 

Uberset'zung. 

Die leicbteste Strafe von den Hollenbewohnern am Tage 
der Auferstebung hat ein Mann, an dessen FuBsoblen zwei 
glitbende Koblen (befestigt) sind, (deren Hitze so stark ist), 
daB davon sein Gebirn brodelt wie ein Kochtopf oder 
Kessel. 

Die leichteste Strafe von den Hollenbewohnern am Tage 
der Auferstehung hat Abu Talib. Er bat Schube aus Feuer 
(so heiB), daB sein Gehirn davon brodelt. 



17 

Die leichteste Strafe von den Hb'llenbewohnern hat ein 
Mann, mit Schuhen und Schuhriemen aus Feuer (so heiB), 
daB da von sein Grehirn brodelt wie ein Kessel oder Koch- 
topf. Wahrend er glaubt, keiner der Hollenbewohner hatte 
eine schwerere Strafe als er, hat in Wirklichkeit keiner eine 
leichtere. 

Von den Bewohnern des Paradieses hat der Greringste 
eine Wohuung aus einer einzigen Perle, aus der selbst die 
Soller und die Tore sind; der aber von den Hollenbewohnern 
die geringste Strafe hat, ist ein Mann mit Schuhen aus 
Feuer (so heiB), daB davon sein Grehirn brodelt wie ein 
Kochtopf; seine Ohren sind gluhende Kohlen, seine Zahne 
sind gluhende Kohlen, seine Wimpern Feuerflammen und 
seine Eingeweide treten aus seiner Seite und aus seinen 
FiiBen heraus. Das ubrige von ihnen ist wie ein kleines 
Kornchen siedend in vielem Wasser. 

Das Feuer dringt den Hollenbewohnern in Mund und 
Augen und geht aus dem Riicken heraus, und dann wieder 
dringt es in ihren Riicken und geht aus Mund und Augen 
heraus. 

In bezug auf den Koranvers (S. 78,23): sie verweilen 
darin lange Zeitraume, sagt er : sie haben kein Ende, so oft 
ein Zeitraum urn ist, beginnt ein neuer. 



III. Die TSler und Berge der HOlle. 

Es ist ein eigenartiger Entwicklungsgang, der dazu ge- 
fuhrt hat, die Holle mit Talern und Bergen auszustatten, und 
den wir Schritt fur Schritt verfolgen konnen. Gehinnom war 
ein Tal bei Jerusalem, wo zur Zeit Jeremias dem Moloch 
geopfert wurde (Jer. 32,34 f. 7,31 f.}. Deshalb, weissagt 
Jeremia, wird die Zeit kommen, da man nicht mehr von dem 
Tale Ben Hinnom, sondern vom Wurgetale reden wird, weil 
dort das Strafgericht hereinbricht (19,5 ff.). In Hen. c. 26 
27 findet hier das Gericht uber die Frevler statt. Der Ort 
ist dort beschrieben, wenn auch nicht genannt. Aber auch 

2 



18 

sonst wird dort schon als Holle ein Tal angenoinmen, nicht 
etwa ein Platz der Unterwelt, sondern ein Ort auf der Erde. 
Die Siinder werden eiust bestraft in eineni tiefen Tal mit 
loderndem Feuer (Hen. 54, 1 f. 56,34, 67,4 u. a. Ap. Abr. 
21, Ap. El. 43,7), jener Abgrund ist eng, tief, grausig und 
finster (Hen. 88,1), es ist ein tiefer Abgrund mit Saulen 
hinirnlischen Feuers (18,11) 1 ), eine Schlucht (26,4 27,1), eine 
Grube der Pein (VI. Esr. 7,36). Dort hinab werden die 
Frevler gestoBen (vgl. Mt. 11,23). Bei dieser Anschauung 
bleibt es, ob die Johannes-Apokalypse (9, 1. ff.) von dem 
Brunnen des Abgnmds oder die Thomasakten von einer Kluft 
voll brennenden Feuers spreclien, oder ini Traktat Erub. 19 a 
die Hb'lle mit dem emek habaka der Psalmen identifiziert wird. 
Nur in der Apokalypse Petri scheint man auch dariiber schon 
hinausgegangen zu sein'. In der Holle selbst ist ein Abhang, 
den die Frevler unaufhorlich und ohne Ruhe hinabgestiirzt 
und hinaufgetrieben werden (V. 32). 

Es laBt sicli niclit mit Sicherheit behaupten, daB Mo- 
hammed sich die Gahannam als Tal vorgestellt hat. DaB die 
Frevler hinabgesturzt werden (S. 11,100, 26,94, 92,11) lieBe 
sich auch begreifen, wenn Mohammed von der Unterwelt 
als einer Sch'ol redete. Aber es steht auch andererseits dem 
nichts im Wege, daB Mohammed die judisch-christliche Auf- 
fassung geteilt hat 2 ). In unsern Traditionen ist die Sage von 
Sisyphos und Tantalos (Odyssee 11,565 627), die wohl auch 
schon der Stelle in der Apokalypse Petri zugrunde liegt, 
iibernommen worden. 

AuBer Talern und Bergen zeigt uns das Landschaftsbild 
der Holle zuletzt noch Fliisse, eine Vorstelluug, die viel- 
leicht durch griechische Einfliisse ausgebildet in den Apo- 
kalypsen vorkommt. Nach Platon, Phadon 111 D, gibt es 
unter der Erde stets flieBende und uniibersehbare Strome 
von warmeni und kaltem Wasser, und viel Feuer und groBe 

1 ) Vielleicht ist dazu Sure 104,8 f. zu stellen: Das Feuer ist iiber 
ihnen wie ein Gewolbe auf h'ohen Saulen. 

2 ) In dem "Worte maubik, S. 18,50, das spater 'als Eollental ge- 
nommen. wurde, ist nur die Bedeutung: Zugrundegehen enthalten. 



19 

Feuerstrome, viele auch yon feuchtem, teils reinerem, teils 
.schmutzigerem Schlamni. Der Pyriphlegethon (113 A) ergieBt 
sich in einen groBen von gewaltigem Feuer brennenden Ort 
und bildet einen Teich grb'Ber als unser Meer, der siedet 
von Wasser und Schlamm. Diejenigen, die unsiihnbare Ver- 
brechen begangen haben, werden in den Tartarus geworfen, 
von wo sie nie wieder hervorsteigcn, die andern kommen fur 
ein Jahr in den Tartarus und von dort in den Pyriphlegethon 
(113 E 114 A). Auch die Perser haben einen TotenfluB, 
der durch die um die Toten vergossenen Tranen vermehrt 
wird (Soderb. S. 12). Ebenso wird nach der Ap. Joh. 19,20 
-das Tier und der Liigenprophet in den See des Feuers ge- 
worfen, der mit Schwefel brennt (20,10; 14; 15). Der Apo- 
kalyptiker sieht ein groBes Meer, er denkt, es sei ein Meer 
von Wasser, findet aber, daB es ein gauzes Meer von Feuer 
1st, gleichwie von Schlamm, das viel Feuer auswirft, und 
dessen Wogen gliihen von Schwefel und Pech (Ap. El. 7,6 ff.), 
es ist drunten in der Unterwelt, seine Wogen erheben sich 
bis zu den Wolken, und man sieht die Seelen aller, die in 
ihm versenkt sind (Ap. EL 14,20 ff.). Die Sibylle beschreibt 
das Feuer (7,120 f.); es ist rasend, wie Wasser flieBend, die 
Frommen werden durch Engel durch den brennenden FluB 
geholt (2,315), es wird der groBe Strom brennenden Feuers 
vom. Himmel flieBen (2,186 f.), ein GrieBbach machtigen Feuers 
wird flieBen unermiidlich, verbrennend die Erde, verbrennend 
das Meer (3,84, vgl. 2,287; Hen. 67,11, und den Feuerstrom 
Rigjon in dem Midr. Majan Chochma Jellin. I. S. 53, vgl. 
auch noch weiterhin Kap. VI). Und auf diese Feuerstrome 
und -meere geht schlieBlich unsere schlichte armselige Tra- 
dition zuriick; sie werden auf das Glai stoBen, d. i. ein FluB 
in der Holle. 

Uebersetzung. 

Zum Koran vers'. sie werden auf das Qai stoBen, bemerkt 
er: das ist ein Tal der Holle. 

(Nach anderer Uberlieferung) : Es ist ein FluB in 
der Holle. 



20 

Es ist em FluB in der Holle, der Grai heiBt. 

Gai ist ein FluB in der Holle, in dem die ertrinken, die 
ihren Begierden gefolgt sind. 

Wail ist ein Tal in der Holle, in das die Unglau- 
bigen 40 Jahre hinunterstiirzen, bevor sie den Grund er- 
reiehen, und Sa'ud ist ein Berg in der Holle, auf den sie 
70 Jahre hinaufsteigen, dann stiirzen sie wieder hinab und 
so ewig. 

Wail ist ein Tal in der Holle, das nur Gott kennt (d. h. 
Genaueres ist dariiber nicht bekannt). 

Es ist. ein Tal in der Holle, das Wail heiBt. 

Zum Koranvers (74,17): ich will ihm auferlegen 
den Sa'ud, bemerkt er: das ist ein Fels in der Holle. So 
oft sie ihre Hande auf ihn legen, wird er fliissig, und so oft 
sie sie aufheben, kehrt er in seinen alten Zustand zuriick. 

Es ist ein Felsen in der Holle, den man 70 Jahre 
hinuntersturzt. 

Es ist ein Berg in der Holle, den sie sich ab- 
miihen zu ersteigen, so oft sie- ihre Hande darauf legen, wird 
er fliissig, und so oft sie sie erheben, kehrt er in seinen 
alten Zustand zuruck. 



IY. Die Schlangen und Skorpione der Holle. 

Man kann die Beobachtung machen, daB das Grab in 
jeder Beziehung das Vorbild der Holle ist. Alles, was dern 
Menscnen am Grabe furchtbar diinkt, wird zur Ausschmiickung 
der Holle benutzt: Die Enge, die Finsternis, die Einsamkeit, 
der Verwesungsgeruch, die Wiirmer 1 ). Ihr Wurm wird nicht 
sterben, heiBt es schon in Jesaia (66,24, vgl. Mark. 9,48), 
der Herr wird die siindigen Volker strafen am Tage des 



') Mit der Annabme, daB die Seele sich immer an demselben Ort 
befiudet wie die Leiche (vgl. auch. Kor. S. 37,144), laflt sicb. vielleicbt 
eine ganz rnerkwiirdige Vorstellung der mohammedaniscben Tradition 
erklaren: die Seele der Martyrer sei bis zur Auferstehung in den Kropfen 
griiner Vogel. Bei den Persern gait es fiir ein Gliick, wenn die Leiche 



- 21 

Gerichts, indem er Feuer und Wiirmer in ihr Fleisch gibt, 
daB sie heulen vor Schmerz (Judt. 16,18), Finsternis wird 
ihre Wohnung, und Gewiirm ihre Lagerstatte sein (Hen. 46,6)> 
ich habe sie bereitet zur Speise dem Feuer des Hades, an- 
gefiillt den Leib mit Wurmern (Ap. Abr. 31). Die Morder 
kommen (Ap. Petri V. 25) in eine Sehlucht von bo'sem 
Gewiirm, von diesem zernagt, winden sie sich dort in Qual. 
Wie dunkle Wolken sind sie, sie zerfressen die Eingeweide 
der Frevler (V. 27). Die Thomasakten (c. 56) sprechen von 
Schlamm und Gewiirm und groBem Knirschen. Auch nach 
der Mass. Geh. werden die Verdammten lebend von Wurmern 
gefressen. 

Vollig davon zu trennen ist die Vorstellung, die Schlangen 
und Skorpione in der Holle annimmt. Urspriinglich ist die 
Holle oder Unterwelt selbst eine Schlange resp. ein Drache. 
Im Babylonischen lassen sich Beziehungen zwischen dem 
Chaosungetiim der Schlange und der Unterwelt nachweisen 
(Schroder, K. A. T. S. 503 ff. ZA 22 S. 118). Dieses Bild 
schwebt Jesaia vor, wenn er von der Unterwelt spricht, die 
den Rachen aufsperrt und das Maul aufreiBt (5,14), die 
Sch'ol offnet den Rachen und verschlingt die Sunder (Hen. 
56,8), sie werden verwesen in dem Leib des bosen Wurmes 
Asasel, verbrannt mit dem Feuer der Zunge Asasels (Ap. 
Abr. 31, vgl. Mass. Geh.). Und so hat schlieBlich noch in 
der ,,MohammedanischenEschatologie" die Holle 30000 Kopfe, 
deren jeder 30000 Mauler mit ebensoviel Zahnen hat.. Aber 
es ist nur ein kleiner Schritt, daB aus der Gleichung 
Holle = Schlange eine Holle mit Schlangen wird. Die 
griechische Baruchapokalypse spricht im IV. Kapitel neben 
dem Hades von einer 200 Plethra groBen Schlange, welche 
die Leiber derer friBt, die ihr Leben schlecht verbracht 



von Vogeln gefressen wurde, da sie dann nicht mit der heiligen Erde 
in Beriihrung kam. Vgl. Spiegel, Avesta II p. XXXV . DaB die Seele 
selbst als Vogel nach dem Tode weiterlebt (Jacob Altarab. Beduinen- 
leben S. 143) ist eine Vorstellung bei Egyptern, Arabern und Abessyniern 
(Littmann in Beitr. zur Kenntnis d. Orient ed. Grothe VI S. 5658), die 
jedoch ebenfalls hierzu zu vergleichen ware. 



22 

haben, und sich von ihnen nahrt. Der si. Henoch (42,1) 
schildert die SchlieBer und Waehter der Tore des Hades als 
groBe Schlangen mit feurigen Augen und scharfen Zahnen 
(vgl. Ap. El. 8,13)i). Weist man noch auf Ap. Joh. 9,3 
und 8 hin, wo die Heuschrecken, die iiber die Erde kommen, 
mit Skorpionen verglichen werden und Zahne wie die Lowen 
haben, und auf Hirt d. Herm. 5,3, wo gesagt wird, daB man 
die Qualen der Hollenstrafe eines Tages noch nach einem 
Jahre spiirt, so hat man den Gedankeninhalt unserer Tradi- 
tionen ziemlich erschopft. t)ber die Anschauungen Mohammeds, 
soweit sie uns im Koran vorliegen, weisen auch diese Tradi- 
tionen vb'llig hinaus. Beaehtenswert ist noch, daB die Skor- 
pione, die urspriinglich ,,nur" so groB wie Maulesel oder 
Elefanten sind, allmahlich zur GroBe der Palmen heran- 
wachsen, bis schlieBlich ihre Zahne allein diese Ausdehnung 
erreichen. 

TJbersetzung. 

Zwischen der Haut und dem Fleisch des Unglaubigen 
sind Wiirmer. die dort rennen wie Wildesel, und die 
Schlangen der Holle sind dick wie die Halse baktrischer 
Kamele, und ihre Skorpione wie Maulesel und Elefanten. 

In der Holle sind Schlangen, so dick wie die 
Halse baktrischer Kamele. Wenn sie einen von den Ver- 
dammten einmal beiBen, so spiirt er ihr Gift 40 Jahre, und 
es sind in ihr Skorpione wie gesattelte Maulesel. BeiBen sie 
einen 'von ihnen, so spiirt er ihr Gift 40 Jahre. 

Man hort zwischen der Haut und dem Fleisch 
des Unglaubigen das Gerausch der Wiirmer, wie das Briillen 
der wilden Tiere. 

Eines Tages kam Mohammed zu den Leuten mit 
veranderter Gesichtsfarbe hinaus. Da sprach er: in der Holle 



J ) Vgl. Sib. 2,29192; dann aber werden sie im Dunkel der Nacht 
unter die Ungetiime der Holle geworfen. In dem Midr. Abba Grorion 
(lell. I S. 13 zu Esther 4 t ) heiBt es: Es ist in der Holle ein Skorpion, 
Er bat 999 Knorpel und in jedem ist ein Hohlraum von 999 Log; wer 
das Heiligtum verleugnet und sich ror einem Grotzenbild bu'ckt, wird in 
alien gestraft. 



23 

1st em Tal, und die Holle fleht Gott jeden Tag siebenmal 
um Sclmtz an vor dem Schrecken dieses Tales. Und in 
dem Tal ist ein Brunnen, und die Holle und jenes Tal flehen 
Gott uin Schutz an vor dem Schrecken dieses Brunnens. 
Und in dem Brunnen ist eine Schlange, und Holle, Tal und 
Brunnen flehen Gott siebenmal taglich um Schutz an vor 
dem Schrecken dieser Schlange. Gott hat ihn bereitet fiir 
die Verdammten von den Tragern des Korans, die Gott 
in bezug auf ihn ungehorsam sind. 

Der Prophet wurde nach dem Sinn des Koranverses: 
wir mehren ihnen Strafe auf Strafe (S. 16,90) gefragt; 
da sagte er: Es sind Skorpione wie hohe Palmen, die sie in 
der Holle beiBen. 

Zum Koranvers: wir mehren ihnen Strafe auf Strafe, 
bemerkt er: es sind Skorpione, deren Zahne so groB sind 
wie hohe Pahnen. 



V. Die GetrSnke der Hollenbewolmer. 

Die notwendige Folge der Hitze in der Holle ist der 
Durst. Und von diesem sprechen auch die Apokalypsen an 
mehreren Stellen. Es warten der Sunder Durst und Pein, 
die ihnen bereitet sind (IV. Esr. 8,59), sie vergehen vor 
Durst, (Sib. 2,307, vgl. si. Hen. 10,2). Hierher gehort auch 
die Geschichte vom arnien Lazarus: der Reiche bittet Abraham, 
schicke Lazarus, daB er die Spitze seines Fingers in Wasser 
tauche und mir die Zunge kiihle (Luk. 16,24). DaB den 
Verdammten zur Strafe siedendes Wasser gereicht wird, habe 
ich dort nirgends gefunden. Der Koran schwelgt in diesem 
Bilde (vgl. S. 6,69; 10,4; 18,28 u. 6.). Ihre Eingeweide 
werden von dem siedenden Wasser zerrissen oder schmelzen 
davon, wie dursttolle Kamele trinken sie davon (56,55). Als 
weitere Getranke werden Gasak (78,25), Gislin (69,36) und 
Sadid (14,19) erwahnt, alles Namen fiir den Eiter, der von 
den Verdammten traufelt. Dieser wird auch in Ap. Petri 3, 
wenn auch nicht als Getrank genannt. Die Siinder sind dort 



24 

bis zum Knie in einem See von Eiter, Blut und aufkochendem 
Schlamm. Die Mass. Geh. erzahlt, es gabe 7 Stufen der 
Holle, in jeder 6000 Hauser mit 6000 Fenstern und vor jedem 
6000 Einier Gralle und alle bestiramt fiir Schriftgelehrte und 
Simder, die gesiindigt haben (man vgl. dazu auch die Tra- 
dition Kap. IV, S. 3b uber die Trager des Koran). Hieraus 
ergibt sich, daB die Anschauung von Getranken in der Holle 
auch auBerhalb des Islam bekannt war. 

Nach einer Deutung in unseren Traditionen ist Gas&k 
nicht ein Getrank, sondern unertragliche Kalte. Die Kalte, 
als Strafe auch bei den Persern bekannt (Bb'klen S. 54, 
Soderbl. S. 105), wurde auch von den Essaern angenommen 
(Jos. Bell II 8,11). Finsternis, Nebel, Frost und Eis und 
Frieren, so schildert der si. Henoch 10,2 die Holle. Und 
nach dem Test. Levi 3 ist im zweiten Himmel fiir den Tag, 
da der Herr es anordnet, bei dem groBen Gerichte Feuer, 
Schnee und Eis zubereitet. 6 Monate miissen die Frevler 
Hitze, und 6 Monate Kalte im Schnee aushalten (Midr. Tanch. 
zu V. Mos. 14,22; j. Sanh. 10,3, vgl. Jellinek Beth hanidr. I, 
S. 13). 

Auch der iible Geruch in der Holle fmdet sich sowohl 
bei den Persern (Soed. S. 104) wie in den neutestamentlichen 
Apokryphen. Eine dunkle Hohle mit iiblem Geruch, ein 
Mensch mit iiblem Geruch und haBlicher Ausdunstung (Tho- 
masakt. c. 55 u. 57) durch diese Beschreibung wird der 
Ekel vor der Holle noch erhoht, im Gegensatz dazu wird 
der Wohlgeruch bei der Beschreibung des Paradieses nie 
vergessen. 

Zur Vergleichung mit unseren Traditionen ist hier noch 
die Stelle Bab. bath. 75 a auzufiihren. Es heiJSt dorf. wenn 
der Leviathan seinen Kopf nicht in das Paradies steckte, so 
konnte kein Geschopf vor seinem Geruch bestehen, nach 
Hiob 41,23; er wurde das Meer zu einem Salbenkessel 
machen es handelt sich hier zwar wohl um einen guten 
aber auBerst starken Geruch. 

In einer unserer Traditionen findet sich eine beachtenswerte 
,,Verbesserung", die wieder einmal deutlich zeigt, wie die 



25 

Vorstellungen iin Laufe der Eatwicklung ins ungemessene 
zu steigen die Tendenz haben. Es heiBt im Text: wenn ein 
Tropfen vom Pech der Holle auf die Erde fiele, so wiirde 
(stinken) die Moschee mit samt alien, die darin sind. Am 
Rand 1st Moschee in ,,Erde" verbessert. Das Urspriingliche 
ist selbstverstandlich, daB der Redner in der Moschee den 
Glaubigen die Tradition vortragt, und um die ScheuBlichkeit 
des iiblen Geruches anschaulich zu raachen, ihnen erzahlt, 
der Geruch wiirde sich auf diese ganze Moschee und uns 
alle, die wir darin sind, iibertragen, wenn auch nur ein 
Tropfen dieser Fliissigkeit auf die Erde fiele. Den starken 
Nerven der Nachkomnien geniigte das nicht mehr. 

tJbersetzung. 
Zum Koranworte ,,kalmuhl" bemerkt er: das heiBt wie 



Olschaum. So oft der Verdammte ihn [seinem Munde] nahert, 
fallt die Haut seines Gesichtes hinein. 

Ibn c Abb&s wurde nach dem Sinn des Koranwortes 
,,kalmuhl u gefragt, da erklarte er es als dickes Wasser wie 
Olschaum. 

Zum Koranwort: mit Wasser wie Oelschaum, das 
ihre Gesichter rostet (S. 18,28) sagt er, es ist schwarzes 
Wasser. 

Wenn ein Eimer von dem Eiter der Verdammten 
auf die Welt ausgegossen wiirde, so wiirden alle Menschen 
der Welt stinken. 

Zum Koranversl sie sollen es schmecken, siedendes 

Wasser und Gasak, sagt er, Gasak ist unertragliche Kalte. 

Ich horte 'Abdulla ibn c Anir sagen: wiBt ihr, was 

Gasak ist? Da sagten sie: Gott weiB es besser. Da sprach 

er: es ist dicker Eiter, und wenn ein Tropfen davon im 

Westen der Erde niederfiele, so wiirden die Leute im Osten 

stinken. Und wenn er im Osten niederfiele, die im Westen. 

'Abdulla ibn c Abb&s saB einmal an der nord- 

lichen Umzaunung des Tempels zu Mekka, da sagte er: ich 

suche meine Zuflucht bei Gott vor der Holle. Wenn ein Eimer 



26 

des Eiters auf die Erde herabgegossen wiirde, so wiirde den 
Menschen ihr Leben vernichtet. 

Zum Koranvers (88,5): sie werden getrankt von einer 
siedenden Quelle, bemerkt er: die Araber pflegten zu 
sagen, sobald die Hitze des Bratens kommt, es gibt nichts 
heiBeres als dies, (da) seine Hitze den Siedepunkt erreicht 
hat. Da offenbarte Gott den Koranvers: sie werden getrankt 
aus siedender Quelle, indem er sagt: ich ztindete dariiber die 
Holle an, seitdem sie geschaffen ward, siedet ihre Hitze. 

Es sagt der Prophet: wenn ein Tropfen vom Pech der 

Holle auf die Erde fiele, so wiirde die Erde mit- 

samt ihren Bewohnern. 

Wenn ein Tropfen der Hollenspeise auf die Erde fiele r 
so wiirde er den Menschen das Leben vernichten. 



VI. Die Schwere der Strafe der Verdammten. 

Die charakteristische Hollenstrafe ist das Verbrennen, im 
Spatjudentum, im Christentum wie im Islam, und es ware 
zwecklos, die eudlose Reihe der darauf beziiglichen Stellen 
einzeln anzufiihren. Daneben finden sich aber Ansatze zu 
einer Strafe in kochendem Wasser. Es lag das nahe, nach- 
dem eininal Peuer- nnd Schlammstrome in der Holle ange- 
nommen waren. Ausdriicklich erwahnt ist diese Strafe zwar 
nirgends in den Apokalypsen, aber unleugbar sprieht Henoch 
(67,4 ff.) davon. In den hei>en Mineralquellen, deren Tempe- 
ratur abgekiihlt ist, wurden einst die gefallenen Engel bestraft. 
Dieser Fall erfolgte, wie aus vielen Stellen hervorgeht (z. B. 
69,4 ff. nach I. Mos. 6,1 ff.) wegen der Wollust der Engel, 
und auch die dunkle Stelle Hen. 67,4 ff. sprieht vielleicht hier- 
von. Unter dieser Voraussetzung hatten wir eine Parallele 
zu dem Satze (Kap. Ill): Grai ist ein FluB in der Holle, in 
dem die ertrinken, die ihren Begierden gefolgt sind. Von 
einem Ertrinken sprieht auch die Stelle Hen. 48,9: wie Stroh 
im Feuer und wie Blei im Wasser, so werden sie vor dem 



27 

Angesichte der Gerechten brennen und vor dem Angesichte 
der Heiligen untersinken. Elias sieht (14,20 ff.) die Sunder 
im Meere versenkt. Nach der Ap. Petri (23 f.) hangen einige 
Frevler fiber einem See von kochendem Schlamm, an den 
Haaren iiber dem brodelnden Schlamm, oder an den FiiBen 
mit dem Kopfe im Schlamm. Die Wucherer stehen bis zu 
den Knien in einem See von Eiter, Blut und aufkochendem 
Schlamm (Ap. Petri 31). Auch das Wasser der Sintflut, die 
ein Prototyp fiir das letzte Gericht ist, wurde kochend gedacht 
(Seb. 113 b, Sanh. 108 b, r. hasch 12 a, Kor. S. 11,42; vgl. da- 
gegen Kebra Nagast c. 8 S. 4, das Wasser der Sintflut kalter 
als Eis). Endlich deuten darauf auch noch einige Stellen im 
Talmud hin'. alle 30 Tage wendet die Holle die Verschlungenen 
der Rotte Korah um, wie Fleisch im Kessel (das hebraische 
Wort bedeutet eigentlich ein siedendes GefaB, aus welchem 
die Fliissigkeit in die Hohe spritzt. Levi Neuhebr. W. B. Bab. 
bathr. 74 a, Bamidb. r. 18,20 zu 16,33). Dem Haupt wird in 
kaltem Wasser sein, dagegen das Haupt deines Hauptes in 
heiBem. (Sabb. 55 a, d. h. ich, der ich unschuldig bin, werde 
nicht bestraft, sondern nur der Schuldige; vgl. Ber. 16 b.) 

Aus diesen Vorstellungen nun entwickelte sich wohl die 
Anschauung Mohamnieds, daB neben dem Feuer noch das 
siedende Wasser in der Holle Verwendung findet, sei es, daB 
es dem Siinder iiber den Kopf gegossen (S. 22,20, 44,48) 
oder er ins siedende Wasser geschleift wird (40,73), sei es r 
daB er es trinken muB. Die Verdammten machen zwischen 
Holle, d. h. dem Verbrennen, und siedendem Wasser, d. h. 
dem Kochen, die Eunde (55,44). 

Die Qualen in der Holle werden unaufhorlich erneuert. 
Taglich sehen die Stinder ihr Gericht, d. h. ihre Strafe (Hen. 
67,8), fiir jeden Tag wird ihr Gericht in Schmach und Fluch, 
Zorn, Qual und Grimm, Plagen und Krankheit ewiglich er- 
neuert (Jub. 36,10), mit Fackeln werdet ihr verbrannt alle 
Tage (Sib. Frag. 2,44). Alle zwolf Monate werden sie Asche, 
dann werden sie wieder hergestellt und die Strafe beginnt 
von neuem (Mass. Geh. andere Stellen noch bei Volz S. 286). 
Nur am Sabbat wird die Strafe ausgesetzt (Sanh. 65 b Ber. r. 



28 

11,5 zu Gen. 2,3), entsprechend bei den Mohammedanern am 
Freitag (Esch. c. 14 S. 59). Sonst aber konnen sie keinen 
Augenblick aufatmen. Sie haben keine Ruhe Tag und Nacht 
(Hen. 99,14, si. Hen. 61,3, Ap. Job. 14,11) und umsonst bitten 
sie die Strafengel urn ein klein wenig Rube (Hen. 63,1). Auch 
nacb Mohammed erneuert sicb die gargekocbte Haut stets 
wieder (S. 4,59), und die Gequalten bitten die Hitter der Holle, 
daB die Pein nur einen Tag erleicbtert werde (40,52). 

Eine fernere Strafe gibt der jerusalemitische Talmud an 
(Sanb. 10.3): Gott straft die Bosen in der Holle zwolf Monate, 
zuerst schlagt er sie mit Kratze (Kratzen), dann bringt er 
sie ins Feuer, dann in Scbnee, und sie rufen webe, wehe. 
Mobammed kennt diese Strafe nicbt. 

Die Strafe ist nun fur alle Sunder aucb nicbt gleich- 
maBig. IJberall, wo verschiedene Hollen oder Orte in der 
Holle erwabnt werden, ist diese Annahnie gestattet. Henoch 
(90,24 26, vgl. 53,1 und 54,1) zeigt uns zwei Hollenorter, 
den einen fur die gefallenen Damonen, den anderen fiir die 
Sunder Israels. Die unterste Holle, der Gegensatz zu dem 
obersten der sieben Hiinmel, wird einige Male erwabnt (Ap. 
Abr. 21, si. Hen. 31,4, 40,12, Kidd. 40 b; vgl. noch Kebra 
Nagast S. 68: ,,Und wenn ich aucb binabstiege in die aller- 
unterste Holle" und S. 114 Kap. 101 ich bin iiber den sieben 
Himmeln, S. 117 Kap. 102 ein Thron reicht bis zu den sieben 
Hinmieln). Sieben Stufen gibt es in der Holle (Sota. 10 b). 
Fiir die Sohne Korabs ist ein besonderer Ort in der Holle 
bestimmt (Sanb. 110 a, Bam. r. Abschn. 18,20 zu IV. Mos. 
16.33). Ganz deutlich und mit alien Einzelheiten werden 
verschiedene Strafen in der Ap. Petri angegeben (V, 22 ff.): 
die den Weg der Gerechtigkeit schmahen, werden an den 
Zungen aufgebangt, die die Wahrbeit verkehren, bangen in 
einem See von kochendem Schlamm, die Ehebrecberin an den 
Haaren iiber dem brodelnden Schlamm u. dergl. m. (Vgl. Ap. 
El. c. 15 16). Der Apostel Thomas sieht in ahnlicher Weise 
die einzelnen Verbrecher verschieden bestraft, auch die Mass. 
Geb. teilt diese Ansicht. 

IHI Koran finden wir diese Anscbauung kaurn angedeutet. 



29 

Die Heuchler sollen in der untersten Stufe des Feuers sein 
(S. 4,144, vgl. 6,132, 7,181, 11,24, 41,29). An einer unklaren 
Stelle scheint es, als ob die Wucherer am Tage der Auf- 
ersteliung anders behandelt werden, als die ubrigen Menscben 
(2,276, nach Ap. El. 15,14 werden dieselben in feurige Matten 
eingehiillt). Dafiir wissen uns die mohammedanischen Theo- 
logen mehr von den Einzelstrafen zu erzahlen. In der 
,,Eschatologie" werden eine ganze Reihe der verschiedensten 
Sunder aufgezahlt (S. 106 ff. / 60 ff.). Die Unreinheit, die nach 
unseren Traditionen besonders bestraft wird, weist auf persi- 
schen EinfluB hin. Bei Soederbl. S. 114 heiBt es: Parmi les 
quatre peches les plus graves nous trouvons les trois trans- 
gressions suivantes qui sont aussi mises sur la meme ligne 
par le mazdeisme : refuser aux pauvres la moindre partie des 
biens amasses, uriner sur son pied etc. (vgl. Spiegel Av. I 
S. 235). DaB der Verleumder gleicbsam das Fleisch des 
Nachsten friBt, ist ein Bild, das durch die Sprachen der 
Babylonier, Aramaer, Syrer und Araber hindurchgeht 1 ). ^HN 
n rps">p heiBt: verleumden (Dan. 3,8, 6,25, Grit. 56 a, Kor. S. 
49,12), und es liegt daher nahe, daB der Verleumder in der 
kiinftigen Welt damit bestraft wird, daB er nunmehr sein 
eigenes Fleisch friBt. 

Die Hitze des Hollenfeuers ist gewaltig. Die Sibylle 
spricht von einer Saule, die Gott miBt mit gewaltigem Feuer, 
dessen Tropfen der Menschen Geschlecht verderben wiirde 
(Sib. 7,28). Bevolkert ist die Holle mit Engeln, und der 
oberste dieser Engel wird dem Satan gleichgesetzt. Ich habe 
gesehen, erzahlt Henoch (53,3), wie die Klageengel sich dort 
aufhielten und allerlei Marterwerkzeuge dem Satan zurecht- 
machten, ich sah dort Scharen von Strafengeln einhergehen 
und Peitschen und Ketten von Eisen und Erz halten (56,1). 
Die SchlieBer und Wachter der Tore des Hades sind wie 
groBe Schlangen mit feurigen Augen und scharfen Zahnen 
(si. Hen. 42,1). In jener selbigen Stunde berichtet Elia 



a ) Herr Prof. Bezold bemerkt 'hierzu, dafi es aucli im. Indischen 
vorkommt. 



30 - 

(8,8 ff.) stand ich und sah einen groBen Engel vor mir mit 
aufgelostem Haar, seine Zahne standen ihm aus deni Munde, 
sein Korper war wie der der Schlangen. Mit verschiedenen 
Namen wird der Satan bezeichnet. Er ist der Grott der Holle 
(Ap. Joh. 6,8), der Engel des Abgruuds (9.11), Abaddon, zu 
seiner Verfiigung stehen Engel und Machte (Mart. Jes. 2,2, 
5,8 und 9, Jub. 49,2) l ). Ein Meusch, hafilich von Ansehen, 
ganz schwarz mit beschmutzten Kleidern, empfangt die Ver- 
dammten in der Hb'lle (Thomasakt. c. 57), und die Wachter 
der Holle erlauben nicht, daB sie sich der Strafe entziehen 
(ibid ). Auch in der Scbatzhb'hle (ed. Bezold S. 16 Ubers. 
4 und 22/6) wird der Teufel als haBlich (geschwarzt) nnd 
nackt besenrieben. Im Talmud sind die mal'ake chabala die 
Bewohner der Holle (Kidd. 72 a und 6'.), sie driicken den 
Frevler mit deni Gesicht auf den Boden (Mass. Geh.). Auch 
im Koran sind Engel iiber das Feuer der Holle gesetzt (S. 
66,6, 67,8). 

Wir haben soeben erwahnt, daB der Teufel bald nackt 
(Schatzh.), bald bekleidet (Thomasakt.) gedacht wurde, auch 
nach Ap. Abr. 13 ist Asasel seiner Kleidung beraubt. Die 
Kleider in der Holle werden zwar nur selten erwahnt (Ap. 
Petr. 21, vgl. Ap. Eli 15,12), desto offcer wird die Frage 
erortert, ob die Toten bei der Auferstehung Kleider tragen 
werden. Da man sich die Auferstehung vbllig leiblich dachte, 
war die Frage nicht so absurd, wie sie uns wohl auf den 
ersten Blick vorkonimen kb'nnte. Im allgemeinen Avird an- 
.genommen, daB die Gerechten weiBe Kleider tragen werden 
Ap. Joh. 3,4.5.18, 6,11, 7,13, Hirt d. Herm. 2,3, Ap. El. 
39,11, Koh. r. 9,8, Sabb. 114 a, Nidda 20 a, Ber. r. 96 ; 5 
zu 47,29 und 100,2 zu 49,33). Ebenso auch die Engel 
(si. Hen. 19,1, Ap. Joh. 19,14, Bahira Legend ZA XIIL 
S. 208), und daraus ist, auch wenn es nicht, wie in de'n 
rabbinischen Stellen ausdriicklich angegeben ist, zu schlieBen, 



J ) Nach Mart. Jes. 2,2 will der Teufel Malkira Jesaia in seiner Todes- 
stunde verfiihren. Malkira erinnert an den Hollenfursten Malik (S. 43,77). 
Im Tale Gehinnom wurden ferner Kinder geopfert und zwar dem Moloch. 
So wie Gehinnom zur Holle, wurde der Gotze zum !%rsten der Holle. 



31 

daB die Sunder in schwarzen Kleidern auferstehen werden. 

Oftmals wird nur betont, daft die Menschen uberhaupt 

bekleidet sind (Ket. lllb, Sanh. 90 b, Koh. r. zu 5,10), daB 

die Gerechten mit den Kleidern der Herrlichkeit und des 

Lebens angetan sind (Hen. 62,15 f., si. Hen. 22,8, vgl. 

Ap. Petr. 6 ff.), ja, es scheint fast so, als ob die Sunder bloB 

wandeln werden, und man ihre Schande sieht (Ap. Job. 16,15 

II. Kor. 5,2 ff.). Ausdriicklicb sagt der Midrasch Abba 

Oorijon (Jelliuek Beth hamidr. I S. 4 zu Esther l n ), daB die 

Frevler im Gehinnom nackt gericbtet werden. Damit ver- 

mischt ist schlieBlicb die Ansicbt, daB man mit den Kleidern, 

die man ins Grab mitbekommt, aucb aufersteht (Sab. 114 a, 

Ber. r. d. angef. Stellen). Diese letzte Ansicht findet sich 

auch bei den Persern (Spieg. Av. 11,41 Soederbl. S. 11). 

So zweifellos nun aucb recbt viele Stellen nur bildlich gemeint 

sind, so lag docb eine reale Vorstellung zugrunde, und die 

mobammedanisehen Gelebrten baben dies alles recbt buch- 

stablich verstanden, und ihr Scbamgefiibl wurde ernstlicb 

verletzt bei dem Gedanken, die Toten konnten unbekleidet 

aufersteben (vgl. Gazz. S. 85 f. / 102 ff., Kans. IV, 1, Tr. 

2008 ff., Escb. c. 28). Es ist recbt amusant zu seben, auf 

welche Weise dann einmal ein KompromiB gescblossen wurde : 

Die gewohnlichen Menscben werden nackt aufersteben, der 

Propbet, sein Haus, und wer recht fleiBig gefastet hat, behalt 

seine Kleider. Im Paradies spater, hat bereits der Koran 

entschieden, tragen die Seligen seidene Kleider (S. 18,30, 

22,23, 35,30, 76,21), die Frevler in der Holle baben solche 

aus Pech (14,51) oder Feuer (22,20). 

Zum SchluB sei noch kurz darauf hingewiesen, daB die 
Vorstellung von den Toren der Holle sich von den Baby- 
loniern her (K.A.T. S. 637) durch die biblische Zeit hindurch 
auf die Apokalyptiker, das neue Testament, den Talmud 
(Jes, 38,10, Jon. 2,7, Ps. 9,14, Hiob 17,16, Sap. sal. 16,13, 
Ps. Sal. 16,2, Mt. 16,18, Erub. 19 a., MaB. Geh.) bis auf 
Mohammed (S. 15,44, 39,71, 40,76) weiter verpflanzt hat. 



tJbersetzung. 

Das Fetier verzehrt die Verdammten jeden Tag 
70000 mal. So oft es sie gar gekocht und verzehrt hat, 
wird gesprochen: Kehret in euern alten Zustand zuriick, 
dann werden sie wieder, wie sie zuerst waren. 

Zum Koranvers (S. 74,17): ich werde ihnen Schweres 
auferlegen, bemerkt er'. das ist eine Strafe, vor der mail 
keinen Augenblick Rune hat. 

Es werden die Bewohner der Holle mit einem 
Jucken geplagt, dann kratzen sie sich, bis die Knochen zum 
Vorschein kommen. Dann sprechen sie: wofiir hat uns dies 
betroffen? Dann antwortet er (der Hollenfiirst) : dafiir, daB 
ihr die Glaubigen geschadigt habt. 

Vier Leute schadigen die Hollenbewohner noch 
zu dem hinzu, was sie sehon erleiden, indem sie zwischen 
deni siedenden Wasser und dem brennenden Feuer hin und 
her laufen und ach und wehe schreien. Und es fragen die 
einen Hollenbewohner die andern: Was ist mit diesen, daB 
sie uns noch mehr schadigen zu dem, was wir schon zu 
leiden haben? Da ist ein Mann, dem ein Kasten aus gluhen- 
den Kohlen aufgeladen ist, und einer, der seine Eingeweide 
nach sich schleppt, und einer, aus dessen Mund Eiter und 
Blut flieBt, und einer, der sein eigenes Fleisch verzehrt. 
Dann spricht man zu dem Trager des Kastens: Was ist mit 
diesem Verdammten, daB er uns schadigt zu dem, was wir 
schon erleiden? Dann antwortet er: Der Verdammte starb, 
und an seinem Halse war das Vermogen von Leuten, wofiir 
es nicht Eichterspruch noch Bezahlung gab. Dann spricht 
man zu dem ; der seine Eingeweide hinter sich herzieht: Was 
ist mit diesem Verdammten, daB er uns schadigt zu deni, 
was wir schon erleiden? Dann wird geantwortet: Der Ver- 
dammte kiimmerte sich nicht darum, [sich zu waschen, wo 
er sich verunreinigte]. Dann spricht man zu dem, aus dessen 
Mund Eiter und Blut flieBt: Was ist mit diesem Verdammten, 
daB er uns schadigt zu dem, was wir schon zu leiden haben, 
und es wird geantwortet: Dieser Verdammte richtete seine 
Augen auf Obszonitaten und ergotzte sich daran wie an 



33 

geschlechtlichem Verkehr. Dann wird zu dem gesproehen r 
der sein eigenes Fleisch verzehrt: Was ist mit diesem Ver- 
dammten, daB er uns noch schadigt zu dem, was wir schon 
erleiden? Dann wird geantwortet: Dieser Verdammte pflegte 
das Fleisch der Menschen durch iible Nachrede zu verzehren 
und zu verleumden. 

Es sagte der Prophet: Gabriel, erzahle mir 
von der Holle. Da antwortete er: Bei dem, der dich 
mit der Wahrheit gesandt hat, wenn soviel wie der Splitter 
einer Stecknadel von ihr abgesplittert wiirde, so wurden 
samtliche Menschen auf Erden verbrennen, und bei dem, der 
dich mit der Wahrheit gesandt hat, wenn einer der Hollen- 
wachter aus ihr heraustrate, so wurden die Menschen auf 
Erden sterben, sobald sie ihn anschauten, wegen dessen, was 
sie sehen von der Unformigkeit seiner Gestalt, und bei dem, 
der dich mit der Wahrheit gesandt hat, wenn ein Kleid der 
Hollenbewohner zwischen Himmel und Erde aufgehangt wiirde, 
so wurden von seinem iiblen Geruche die Menschen auf 
Erden sterben. 

Als der Prophet einmal bei gewaltiger Hitze auf dem 
Marsche war, da lieB er des Mittags in der Sonnenhitze halt 
machen, und es wurde ihm ein Zelt aufgeschlagen. Seinen 
Leuten war die Glut der Sonne. oben und der brennende 
Boden unter ihren FiiBen so unertraglich, daB der Soldat 
kaum noch die FiiBe aufheben konnte. Er wickelte sich in 
seinen Mantel und streckte sich lang auf dem Boden in der 
Sonne aus. Der Prophet wollte sie trosten und rief ihnen 
zu: Ich sehe, ihr seid unmutig wegen der Glut der Sonne, 
und zwischen euch und der Sonne ist ein Weg von 500 
Jahren. Aber bei dem, in dessen Hand Mohammeds Seele 
ist, wenn ein Tor der Holle im Osten geofinet wiirde, dann 
wiirde das Gehirn der Menschen im Westen brodeln, bis es 
infolge ihrer Hitze aus ihren Nasenlochern flo'Be. 

YII. Die HOllenbrucke. 

Die Anschauung von der Hollenbrucke scheint dem 
Judentum wie dem Christentum bis zu Mohammeds Zeit fremd 

3 



geblieben zu sein. Auch Mohammed selbst kannte sie nicht, 
und soweit sich mit einem argumentum e silentio iiberhaupt 
etwas beweisen laBt, mochte ich auch daraus sehlieBen, wie 
wenig der Parsismus direkt auf Mohammed eingewirkt hat. 
Denn bei den Persern war die Qinvatbriicke das charakte- 
ristische Merkmal des einstigen Gerichtes. Fur die Frommen 
ist sie 9 Lanzen breit, fur die Gottlosen wie die Schneide 
ernes Rasiermessers (Bocklen S. 18, 36; Soderbl. 13, 133). 
Die spatere mohammedanische Theologie geht in der Aus- 
malung der Hollenbriicke noch weit iiber unsere Traditionen 
hinaus. Wahrend bei uns anscheinend doch die ungeheure 
Schnelligkeit, mit der man die Briicke iiber schreitet, die 
Gefahr abzustiirzen und die Angst davor noch erhohen soil, 
wird spater der Gedanke umgekehrt. Die Strafe ist desto 
gro'Ber, je langer sie dauert, im schlimmsten Falle 25000 
Jahre, so daB bereits aus der einstigen Priifung eine voll- 
kommene Strafe geworden ist. Wenn es uns somit un- 
moglich ist, fiir den Hauptinhalt unseres Kapitels die jiidi- 
schen und christlichen Schriften zum Vergleich heranzuziehen, 
so kehren doch in denselben einige Anschauungen wieder, 
die auch hier nebenbei erwahnt sind. 

Auch in den Sibyllinen (2,253) gehen alle durchs Feuer, 
die Gerechten werden gerettet, die Frommen durch Engel 
durch einen brennenden FluB geholt (2,315), alle im Feuer 
gepnift (8,111). 

Gott fuhrt arn Ende der Tage die Volker ins Gericht, 
das ist ein Gedenke, der aus der altnationalen Messias- 
hoffnung Israels stammt (vgl. Ps. 96,10 u. 13, 98,9 u. v. 
a. St.), der durch die Zeit der Apokryphen und Apo- 
kalypsen hindurchgeht (Bar. 13,11, IV. Esr. 7,37 u. v. a. St.) 
und erst im Ohristentum durch die Unterscheidung zwischen 
Frommen und Siindern vollstandig beseitigt ist. Der Islam, 
in dem Religion und Volk eins waren, muBte folgerichtig 
die anderen Nation en als Unglaubige betrachten, und die alt- 
testamentliche Anschauung paBte gut in den Ideenkreis Mo- 
hammeds und der Gelehrten nach ihm. (Vgl. S. 11,100. 



35 

IPharab geht seinem Volke voran ins Feuer, vgl. ferner S. 
17,73 u 22,17). 

Auf eine ahnliche Weise ist es zu erklaren, wenn unsere 
Traditionen von den Wohnsitzen im Paradiese sprechen, die 
bereits fur die Frommen bestimmt sind, und in die dieselben 
von den Engeln geleitet zur Rechten und Linken eintreten. 
Es ist deutlich das Bild einer Stadt, das hier gezeichnet 
wird, in der die Bewohner ihre eigenen Hauser haben. Auch 
dies Bild weist auf die israelitische Messiashoffnung zuruck, 
>naeh der einst Jerusalem wieder aus seinen Trummern herr- 
licher als je erstehen sollte. Spater wurde dies Jerusalem 
-von der Erde in den Himmel versetzt (vgl. auch Kebra 
Nagast S. 39 und sonst, in Abessinien ist diese Vorstellung 
:ganz gelaufig) und mit dem Paradies identifiziert, aber nnmer 
>wirkt des Bild der Stadt noch nach. Ihre Wohnungen werden 
:zahlreich sein (Hen. 45,3); ich sah die Wohnungen der Aus- 
erwahlten und die Wohnungen der Heiligen, erzahlt Henoch 
(41,2, 48,1). Der si. Henoch zeigt uns das Paradies im 
dritten Himmel, dennoch spricht er von schonen Hausern fur 
die Frommen (61,3), das Paradies wird erofinet, die Stadt 
-erbaut (IV. Esr. 8,52); ich fand im Himmel ihre ganze StraBe 
-wie eine schone Stadt, ich ging in ihrer Mitte, erzahlt Elia 
(Ap. EL 6,13 f.); ich sah Hauser und Tore der Gerechten 
(hebr. Ap. El. S. 24). Die Heiligen werden in Eden ruhen, 
und iiber das neue Jerusalem die Gerechten frohlocken, wer 
-auf ihn vertraut, wird im Himmel herrschen (t. Dan. 5), 
Nach den Thomasakten (c. 22) fiihren Engel die Seele in 
den Himmel und zeigen ihnen die dortigen Orte und Woh- 
nungen, die fur die einzelnen bestimmt sind, genau wie es 
in unseren Traditionen zu linden ist (vgl. dort: Verkaufe mir 
deinen Palast im Himmel). Nach dem Talmud (Chag. 15 a) 
hat jeder Mensch einen Anteil im Paradies und einen in der 
Holle. Der Gerechte bekommt seinen und des Frevlers Teil 
im Paradies und entsprechend der Frevler zwei Anteile in 
der Holle 1 ). Jeder Gerechte wird sieben Hiitten bewohnen 

l ) Vielleicht ist hieirauf zuruckzufuhren, dafi Mohammed den Glau- 
im Paradiese stets einen doppelten Lohn verspricht. 

3* 



36 

(Bab. bath. 75 a) und eine seiner Ehre entsprechende Woh- 
nung (ino) haben [Baba mez. 83 b Sabb. 152 b vgl. Midr. zu 
Ps. 11,7]. Diese Gedanken klingen im Koran nocii bisweilen 
durch. Deutlich 1st das, wenn Mohammed das Weib Poti- 
phars bitten laBt: Mein Herr, bane mir ein Haus im Paradiese 
(S. 66,11). Aber auch uberall, wo von Sollern die Kede ist, 
haben wir dieselbe VorsteHung. Wir wollen den Glaubigen 
Behausungen geben in Garten mit Sollern (S. 29,58). Sie 
sollen in den Sollern des Paradieses sicher sein (S. 34,36, 
vgl. 25,75). Fiir sie sind Seller, iiber denen Soller erbaut 
sind (39,21)!). Auch das Wort dar Wohnuug, (S. 35,32 und 
40,42) muB man vielleieht in diesem Sinne auffassen. End- 
lich sind auch die Huris in Zelten verschlossen (S. 55,72). 

Nicht nur Gott, sondern auch die Menschen werden im 
Himmel auf Thronen sitzen. Gedenket, daB er euch Throne 
und Kronen im Himmel bereitet hat (Ap. El. 20,13 ff.), ich 
werde jeden einzelnen auf den Thron seiner Ehre setzen 
(Hen. 108,12), wer iiberwindet, dem werde ich verleihen, mit 
mir auf dem Throne zu sitzen (Ap. Joh. 3,21). Vor allem 
ist der Thron ein Bild der Macht des Messias (Hen. 62,2, 
69,27 und 29 u. 6'.). Auch die Apostel: Ihr, die ihr mir 
folgt, werdet in der neuen Welt ebenfalls auf 12 Thronen 
sitzen (vgl. Mt. 20,21 und Bahiralegend Z. A. XIII, S. 209), 
und ebenso ruht der Muslim im Paradies auf erhohten Polstern 
und Thronen (Kor. S. 56,33, 36,56, 76,13 u. a.). 

,,Ich hbrte den Propheten sagen, es wird jedem Menschen 
ein Licht gegeben, dann bedeckt ihn Dunkelheit." Denn 
Finsternis herrscht stets am Tage des jiingsten Gerichtes, 
bis Gott erscheint. Fiirwahr, Finsternis bedeckt die Erde, 
und tiefes Dunkel die Volker, doch fiber dir wird Gott strahlen 
und seine Herrlichkeit iiber dir erscheinen, und die Volker 
werden hinwallen zu deinem Licht (Jes. 60,2). Dann wird 



*) In Sukka 45 b, Sanh. 97 b werden die Seligen b'ne ha'alijja ge- 
nannt. Auch. in Ps. 104,3 und 13 ist von Sollern des Himmels die Rede. 
Vielleieht darf man aber doch nicht Sohne des Sellers ubersetzen, son- 
dern Alijja ist Infinitiv von ala: hinaufsteigen: vgl. r. hasch. 16b, 
Sanh. 108 a. 



37 

wie Morgenrot dein Licht anbrechen, und dein Heil zieht 
vor dir her. Dann strahlt im Finstern auf dein Licht und 
xieine Dunkelheit wie Mittag, so verheifit Jesaia (58,8 und 10; 
vgl. IV. Esr. 7,42). Der Tag des Ewigen kommt: ein Tag 
der Fiusternis und Dunkelheit (Joel 2,2), Sonne und Mond 
verfinstern sich, und die Sterne verlieren ihren Glanz (Jes- 
13,10, Ez. 32,7. Joel 3,4). Finsternis wird den grofien 
Himmel umfangen, alsdann wird das Licht Gottes Fiihrer sein 
den guten Maunern (Sib. 5,480 ff.). Alles wird schwarz 
werden, Dunkel wird auf Erden sein und blind die Menschen 
(Sib. 5,349; vgl. 346, 7,142 3,681), Sonne und Mond ver- 
lischt (t. Levi 4, Ass. Mos. 10,5, Mt. 24,29, Marc. 13,24 
Ap. Gesch. 2, 20, Ap. Joh. 6,12, 9,2). 

Auch nach dem Koran wird der Tag des Herrn sein, 
wenn der Blick geblendet sein wird, der Mond sich verfin- 
stert und die Sterne verloschen (S. 75,7 f., 77,8), das Licht 
der Glaubigen aber eilt ihnen voraus, uud vergeblich wollen 
die Frevler an deren Licht das ihre entzunden (S. 57, 12 f., 
vgl. 66,8, Mt. 25,8). 

Die Glaubigen werden errettet mit leuchtenden Gesich- 
tern. Die Weisen werden leuchten wie der Glanz der Himmels- 
veste, und die, welche viele zur Gerechtigkeit gefuhrt haben, 
wie die Sterne immer und ewig. (Dan. 12,3.) Alle Gerechten 
und Auserwahlten glanzen wie Feuerschein (Hen. 39,7), ihr 
werdet wie die Lichter des Himmels leuchten und scheinen 
{Hen. 104,2, vgl. 38,4, 51,5, 108,13 ff.), ihr Antlitz wird einst 
wie die Sonne leuchten, und sie sollen dem Sternenlicht 
: gleichen (IV. Esr. 7,97). Ja, noch heller als Sonnenglanz 
wird es strahlen, dagegen das Antlitz der Frevler wird finsterer 
sein als die Nacht (IV. Esr. 7,125, Ap. Bar. 51,3 und 10, 
Sap. Sal. 3,7, si. Hen. 66,7, t. Levi 4, Mt. 13,43, Ap. Petr. 6, 
Sanh. 100 a), und an dem verschiedenen Glanz der Gesichter 
kann man den Grad der Frommigkeit ermessen : wenn Moses 
Antlitz wie die Sonne strahlt, wird Josuas nur wie der Mond 
leuchten (Bab. bath. 75 a) 1 ). Sieben Klassen von Gerechten 

x ) Grunkel in Kautsch, Apokr. Bd. 2, S. 375 zieht daraus, daB die 
Seligen den Sternen gleichen, den Schlufi, daB der Auferstehungsglaube 



38 

gibt es, die einst Gott schauen werden. Ihre Gesichter 
gleichen der Sonne und dem Monde, dem Himmel, den 
Sternen, den Blitzen und den Lilien und dem reinen Leuchter, 
der im Tempel war [Vajikra r. c. 30,2 zu III B. M. 23,40}. 
Die Bosen dagegen haben auch schwarze Gesichter (Hen. 62,10). 
Ihre Gesichter werden von Scham erfullt sein, und Finsternis 
wird man auf ihr Angesicht haufen (Hen. 63,11, IV. Esr. 7,125). 
Auch die bosen Engel sind von dunklem Aussehen (si. Hen. 
7,2, 18.2). Die Frevler schreiten gebeugt einher, ihr Antlitz 
verfinstert sich (Gen. r. 12,10 zu 2,4). Auch in Hen. c. 85 ff. 
sind die Bosen stets durch schwarze Tiere dargestellt. 

Die einen Gesichter werden an jenem Tage leuchten, 
und die anderen Gesichter werden an jenem Tage finstei: 
blicken, so predigt auch Mohammed (S. 75, 22/24). Nicht 
sollen der Guten Gesichter von Schwarze und Schmach bedeckt 
werden, dagegen die Bosen es soil ihuen sein, als ob ihre 
Angesichter mit einem finsteren Stuck der Nacht verhiillt 
waren (10,27 f.). Erkennen wirst du auf ihren Gesichtern 
den Glanz der Wonne (83,24) an jenem Tage, da weiB 
werden Gesichter und schwarz werden Gesichter (S/ 3,102,. 
80.38 ff., 39,61). 

Auch die Lage des Paradieses zur Holle wird klar, wenn- 
wir uns erinnern, daB die Gehenna urspriinglich ein Tal bei 
Jerusalem war, und daB Jerusalem uud das Paradies ineiu- 
ander verschmolzen. Deshalb bleiben Gerechte und Frevler 
auch in dem kiinftigen Leben nahe beieinander, kb'nnen ein- 
ander sehen und miteinander reden, nur zueinander hingelangen. 



aus einer Religion stamme, deren Gotter Sterne waren. Das bestreitet 
Volz, S. 36, kann aber aucb die Sternenbaftigkeit der Israeliten nur 
durcb Heranziebung mytbologischer Spekulation begreifen. Obne zu der 
Frage Stellung nebmen zu wollen, mocbte icb bemerken, daB an nicbt- 
weniger als 9 Stellen der Bibel Israel wegen seiner Menge mit Sternen 
verglicben wird (I. Mos. 15,5, 22,17, 26,4, II. Mos. 32,13, V. Mos. 1,10,. 
10,22, 28,62, Neb. 9,23, 1. Cbron. 27,23). DaB I. Mos. 37,9 die 11 Sterne 
in Josepbs Traum die 11 Stamme darstellen, dafi der Messias IV. Mos. 
24,17 mit einem Stern verglicben wird. ,,Erklarbar" ware demnaeb die 
Gleichsetzung Israels mit den Sternen aucb aus der Bibel allein.. 
tibrigens kommt die Vorstellung aucb bei den Agyptern vor. 



39 

konnen sie nicht. Dadurch wird die Strafe der Frevlej- und 
wenn auch nicht fur unser Gefiihl das Gliick der 
Guten erhoht. Dann erseheint die Grube der Fein und 
gegeniiber der Ort der Erquickung, der Ofen der Gehenna 
wird offenbar und gegeniiber das Paradies der Seligkeit (IV. 
Esr. 7,36, vgl. auch 7,83 und 93, wo schon im Grabe die 
Frevler den Lohn der Glaubigen sehen und umgekehrt). 
Sie werden sehen, wie die in Finsternis Geborenen in 
Finsternis geworfen werden (Hen. 108,14). In der letzten 
Zeit werden die Frevler zum Schauspiel eines gerechten 
Gerichtes vor den Gerechten dienen bis in alle Ewigkeit 
(Hen. 27,3). Vor dem Angesichte der Gerechten werden sie 
brennen und vor dem Antlitz der Heiligen untersinken 
(Hen. 48,9). Die Gerechten werden sich fiber sie freuen, 
weil der Zorn des Herrn auf ihnen ruht (Hen. 62,12). Die 
zu den Gerechten Gehorigen werden die Sunder sehen in 
ihren Strafen, und die Sunder ihrerseits werden den Ort der r 
Gerechten sehen (Ap. El. 41,11 und 14, vgl. auch Jes. 66,24 
Bar. 51,5). Auch im Lukasevangelium (16,23 ff.) sieht der 
Reiche von ferae Abraham und Lazarus in seinem SchoB r 
aber zwischen ihnen ist eine groBe Kluft, so daB sie nicht 
zueinander gelangen konnen (vgl. auch Ap. Joh. 14,10). 
Ebenso ist nach dem Midrasch Holle und Paradies eiuander 
gegeniiber, nur eineSpanneZwischenraum ist zwischen beiden, 
und Sunder und Gerechte sehen einander, nach anderer 
Ansicht ist dagegen eine Wand zwischen ihnen errichtet 
(Koh. r. zu 7,14). Nach der hebr. Ap. El. S. 24 sehen zwar 
die Gerechten den Fall der Frevler, dann aber entfernt Gott 
das Heiligtum weit von der ewigen Holle, damit die Gerechten 
nicht das Schreien der Frevler horen und fur sie urn Er- 
barmen flehen, und auch im Buche Henoch (48,9, 62,13) 
werden schlieBlich die Gerechten das Angesicht der Sunder 
und Ungerechten nicht mehr sehen. Auch die Perser haben 
die Anschauung, daB der Frevler das Gliick der Frommen 
sieht (Soederb. S. 225). Auch in diesem Punkte ist 
Mohammed ein treuer Schiiler seiner Lehrer gewesen: an 
jenem Tage werden die Glaubigen die Unglaubigen verlachen, 



- 40 - 

wenn sie von Hochzeitsthronen ausschauen (S. 83, 34 35), 
rufen werden des Paradieses Gefahrten zu den Gefahrten des 
Feuers (S. 7,42 ff.); die Verdammten werden rufen: Schuttet 
auf uns etwas Wasser oder von dem, was Gott euch bescherte 
(S. 7,48), dann wird er hinabschauen und wird ihn sehen 
inmitten der Holle (S. 37,53, beide Geschichten zusammen 
ergeben die zitierte Stelle in Luc.). Wie jedoch Mohammed 
gelegentlich verschiedene Ansichten, die sich widersprechen, 
hort, so gibt er sie auch, obwohl sie sich widersprechen, 
wieder. Und so findeu wir auch die Anschauung, dafi Holle 
und Paradies durch eineii Wall getrennt sind (S. 57,13), 
zwischen ihnen ist eiue Scheide, und auf den Wall en sind 
Manner, die nun allerdings nach beiden Seiten sehen konnen 
(S. 7,44). 

Wenn in unseren Traditionen die Treue und der Glaube 
auf der Hollenbriicke stehen, so ist dazu zu bemerken, daB 
derartige Personifikationen haufig vorkommen. Bei den Persern 
erscheint die Religion in Gestalt eines jungen Madchens der 
Seele nach dem Tode (Spiegel Av. Ill S. 188), in Sanh. 101 a 
klagt die Thora in Trauergewand gehullt, vor Gott, der sie 
meine Tochter nennt, die guteu Werke schreiteu voran (sota. 
3b) u. dergl. m. (vgl. Gazz. S. 98/107: Der Koran bittet in 
Gestalt ein.es schonen Menschen fur den Muslim, desgleichen 
der Islam). 

Ubersetzung. 

Es wird die Hoilenbriicke gebracht, die so scharf 
ist wie die Scharf e der Schere, dann sageu die Engel: 
O Herr . . . [wer soil diese iiberschreiten?] . . . dann 
antwortet er: wen ich will von meinen Geschopfen; dann 
sprechen die Engel: Herr, wir haben dir nicht geniigeud 
gedient. 

Von den Geschopfen Gottes ist das bei Gott ge- 
ehrteste Abu Kasim (Mohammed). Das Paradies ist 
im Himmel und die Holle auf Erden, und am Tage der 
Auferstehung sammelt Gott die Geschopfe, jedes Volk und 
jeden Propheten, bis Achmed und sein Volk die letzten der 



41 

Leute am Orte sind. Dann schlagt er eine Briicke iiber die 
Holle, und ein Herold ruft: Wo ist Aclimed und sein Volk? 
Hierauf steht er auf, und es folgt ihm sein Volk, Fromme 
und Frevler, und sie schreiten auf die Briicke. Gott aber 
blendet die Augen seiner Feinde, und sie stiirzen hinunter 
rechts und links, der Prophet hingegen, und die Guten mit 
ihm schreiten hinuber, und die Engel gehen ihnen entgegen 
und fordern sie auf, in die fur sie bestimmten Wohnsitze im 
Paradiese rechts und links einzukehren. Der Prophet gelangt 
schliefilich zu seinem Herrn, und es wird ihm ein Thron 
hingestellt zur Rechten Gotles. Dann ruft ein Herold: Wo 
ist Jesus und sein Volk? Dann steht er auf, und es folgt 
ihm sein Volk, Fromme und Frevler. Sie schreiten auf die 
Briicke, und Gott bleudet die Augen seiner Feinde, und sie 
stiirzen hiuab rechts und links, und es werden uur gerettet 
der Prophet und die Guten mit ihm. Und die Engel kommen 
ihnen entgegen uud fordern sie auf, in die fur sie bestimmten 
Wohnsitze im Paradiese einzukehreu rechts und links. Dei- 
Prophet aber gelaugt endlich zu seiuem Herrn, und es wird 
ihm ein Thron an der andern Seite errichtet. Dann folgeu 
ihuen die andern Propheten uud Volker bis zu Noah, der ihr 
letzter ist. 

Die Hollenbriicke ist schmal wie die Scharfe des 
Eisens oder Schwertes, glatt und schliipfrig, an ihreii 
Seiten steheu Engel mit Hakenstaugeu und rufen; bei Gott 
Heil, Heil, und dann zieheu die Menschen hiniiber, schnell 
wie der Blitz, der Vogel, der Wind, oder wie die schnellsten 
Reiter auf Pferden oder Kameleii. Und maiiche werden heil 
gerettet, manche verwuiidet, aber gevettet, die andern aber 
fallen niedergeworfen, in die Holle. 

Ich horte den Propheten sagen: Es wird jedem 
Menschen, Heuchler und Glaubigen ein Licht gegeben, uud 
es bedeckt es (das Licht) Dunkelheit. Dann folgen die 
Heuchler ihm mit den Glaubigen. zusammeu iiber die Briicke 
der Holle, auf ihr sind Hakeustangen und Widerhaken, die, 
wen Gott will, festhalten. Dann erlischt das Licht des 
Heuchlers, und es wird errettet der Glaubige, und zuerst 



42 

wird eine Schar errettet, deren Gesichter sind wie der Mond 
in der Vollmondsnacht, 70000, die nicht Kechnung ablegen 
miissen, dann die, die ihnen folgen, deren Gesichter sind 
wie das Licht der Sterne am Himmel, dann geht es so 
weiter, bis die Fiirbitte gestattet wird, dann wird fur sie die 
Fiirsprache eingelegt. 

Tiber der Holle sind drei Briicken, auf der einen 
Briicke steht der Glaube und keiner, der ihn vernach- 
lassigt hat, geht voriiber, ohne dafi er sagt: Herr, dieser 
hat mich vernaehlassigt. Auf der zweiten steht die Barm- 
herzigkeit, und keiner, der sie verletzt hat, geht voriiber, 
ohne dafi sie spricht: Herr, dieser hat mich verletzt. Und 
auf der dritten steht Gott mitten auf dem Wege, und von 
ihr rettet sich keiner, es sei denn, er ist gerettet (d. h. er 
geht ins Paradies ein). 

Tiber der Holle ist eine Briicke, liber die der 
Mensch geht schiieller als der Blitz und der Wind und der 
Vogel. 

Die Hollenbriicke ist mitten in der Holle. An 
ihren beiden Seiten sind Hakenstangen und Widerhaken in. 
Menge, mit denen Gott festhalt, wen er will von den Heueh- 
lern, und die Heuchler sind an jenem Tage mit den Glau- 
bigeu zusammen. Und es wird jedem Glaubigen und Heuchler 
eiu Licht gereicht, mit dem sie iiber die Briicke gehen, 
Dann plotzlich bedeckt sie Dunkelheit, und die Lichter der 
Heuchler fangen an zu erloschen, das Licht der Glaubigen 
aber leuchtet, bis sie zum Paradies kommen. Und die 
Heuchler und Frommen werden getrennt durch eine Mauer, 
die ein Tor hat. Innerhalb ist das Erbarmeii, auBerhalb 
gegeniiber die Strafe. Und das Erbarmen ist das Paradies. 
Und dann (beim Erloschen der Lichte) trifft sie die Tauschung 
Gottes. Das ist das, was im Koran steht, sie wollen Gott 
tauschen, er aber tauscht sie (S. 4, 141), namlich auf der 
Hollenbriicke. 

Zum Koranvers (S. 19,72) und niemand ist unter 
euch, der nicht zu ihr hinunterstiege, sagt er, das ist 
Hollenbriicke. 



43 

Gabriel erzahlte mir, der letzte von denen, die 
ins Paradies gehen, ist ein Mann, zu dem gesagt wird: o 
Knecht Gottes, iiberschreite die HoUenbriicke. Dann schreitet 
er hinuber, und sein FuB gleitet aus, er halt sich auf dem 
andern. Sein Knie gleitet aus, er halt sich auf dem andern, 
das Feuer ergreift ihn, iiberschiittet ihn mit Funken, brennt 
ihn mit Flammen. So oft ihn ein Funke trifft, schlagt er mit 
der Hand darauf und schreit wehe, bis er durch die Barm- 
herzigkeit Gottes gerettet wird. 



VIII. Das Hinabsteigen Gottes im Wolkendunkel 

zum Gericht. 

Wer ist wie der Gott Jeschuruns, der am Himmel zu 
deiner Hilfe dahinfahrt und in seiner Hoheit auf den Wolken? 
So schildert das Deuteronium die Erscheinung des Herrn 
(V. Mos. 33, 26; vgl. IV. Mos. 12,5). Das Bild kehrt in den 
Psalmen wieder: Gewolk und Dunkel ist um ihn (Ps. 97,2), 
uber Israel waltet seine Hoheit und seine Macht in den Wolken 
(Ps. 68,35), wer in dem Gewolk gleicht Gott (Ps. 89,7; vgl. 
Hiob 22,13 14), die Herrlichkeit des Herrn wird in den 
Wolken erscheinen (II. Mak. 2,8), und es wird von der Apo- 
kalyptik aufgenommen, um die Erscheinung des Messias aus- 
zumalen: da kam einer wie ein Menschensohn mit den Wolken 
des Himmels heran (Dan. 7,13): ich schaute und siehe, dieser 
Mensch flog mit den Wolken des Himmels (IV. Esr. 13,3): 
sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den 
Wolken des Himmels mit groBer Macht und Herrlichkeit 
(Mt. 24,30; Mark. 13,26; Luk. 21,27; Ap. Joh. 1,7), und 
schlieBlich wird das Bild wieder auf Gott ubertragen durch 
die Worte des Korans (2,206): Allah kommt zu ihnen in 
Wolkendunkel und Engeln. 

Auch diese weitere Bestimmung fehlt in den Apokryphen 
nicht. Wie mit einem Hofstaat, so ist Gott mit Scharen 
unendlich vieler Engel umgeben. Tausend mal Tausende 
bedienen ihn, und tausend mal zehntausend stehen zu seineii 



44 

Dieiisten da (Dan. 7,10): siehe er kommt mit Myriaden Hei- 
liger, urn fiber alle Gericht abzuhalten (Hen. 1,9), darnach 
sah ich zehntausend mal Zehntauseu.de, eine unzahlige und 
unberechenbare Zahl vor dem Herrn der Geister stehen 
(Hen. 40, 1; vgl. 14,22 u. a. Vita Mos. 25, Ap. El. 4,16 u. a.). 
Nach der Bahira-Legend (Z. A. XIII, S. 208) sind sie in 9 
Reihen georduet. Mit dieseu Scharen denkt sich der Hebraer 
die sieben Himmel bevolkert (t. Levi 3 vis. Jes. 7 11? 
Ap. Mos. 35, Ap. Abr. 19). Aber erst im siebenten Himmel 
zeigten sie den Herrn sitzend auf dem Thron (vgl. Kebra 
Nagast c. 101 f., S. 114 u. 117), uud alle himmlischen Heer- 
scharen trateu herzu, indem sie standen auf zenu Stufen nach 
ihrer Ordnuug (si. Hen. 20,3) und vier sind die Trager des 
Thrones (Ap. Abr. 18). 

So schildert auch der Koran die Erscheiuung Gottes: 
und dein Herr und die Engel kommeu in Reihen auf Reihen, 
und die Engel werdeu zu seiner Seite sein, nur sind es 
des Reimes wegen acht, die den Thron des Herrn 
tragen (S. 89,23, 78,38, 69,16 17; 25,27; vgl. 70,4), und so 
malen in breiter Ausfiihrlichkeit unsere Traditionen das Bild 
aus. Auch nach dem Koran gibt es sieben Himmel (41,11, 
65,12, 67,3, 11,14 u. a.), uud auch Mohammed nimmt wohl 
an, daB im obersten Gott thront; denn seiu Befehl kommt 
zwischen sie hinab. 

So werden in der Zeit der Auferstehuug die Menschen Gott 
schauen. So oft uud eutschieden auch die Unkorperlichkeit 
Gottes betont wird (vgl. auch Kor. 6,103), trotzdem kehrt dieser 
Gedanke immer und immer wieder. Ledig meines Fleisches, 
werde ich Gott schauen, ich werde ihn schauen mir zuna 
Heil, ja, meine Augen werden ihu sehen, so hofft Hiob 
(19,26 27). Die Glaubigen eileu hiuzu, das Antlitz desseu 
zu schauen, deni sie im Lebeu gedient (IV. Esr. 7,98; vgl. 
7,91, Ap. Abr. 29). Alle Glaubigeu und Gerechten schauen 
die Herrlichkeit des ewigen Gottes, die ersehnte Gestalt 
(Sib. 5.426 f., vgl. 3,557 und Midr. zu Ps. 11,7), Aber nicht 
nur die Frommen: schauen werden Gott die seligen Glau- 
bigen uud die Unglaubigen (Sib. 8,220), und Gott wird den 



45 

Augen eines jeden erseheinen (Jub. 1,28). 18000 Gerechte 
sind es, die nach dem Talmud gleichsam wie durch eine 
leuchtende Scheibe Gott schauen (Sanh. 97 b; Suk. 45 b; vgl. 
noch Jes. 30,20, das so gedeutet wird, und Jes. 23,18). Auch 
in der Ap. Joh.(7,3, 14,1) wird eine bestimmte Zahl Auserwahlter 
genannt. Gott selbst ist es, der Israel aus der Holle heraus- 
fiihrt, wenn alle Volker mit ihren Gottern in die Holle kommen 
(Schir. r. 2,1). 

Genau so sagt Moharnmed (75,22 23): die einen Ge- 
sichter werden an jenem Tage leuchten und zu ihrem Herrn 
schauen, und er spricht von denen, die das Angesicht Allah s 
suchen (30.37) und trachten nach dem Angesicht ihres Herrn 
(S. 2,274, 92,20; vgl. 25,23, sowie das haufige ,,Begegnung 
mit Gott" 2,43, 10,7 u. a.). Wenn auch derartige Ausspriiche 
vielleicht nur bildlich gemeint sind, so lag natiirlich die 
Gefahr nahe, sie wortlich aufzufassen, und das ist auch zu- 
weilen geschehen. Die Allgegenwart Gottes wird in unseren 
Traditionen durch einen Hinweis auf den uberall scheinenden 
Mond begreiflich gemacht, im Talmud (Sanh. 39 a) wird gaiiz 
analog die Sonne zum Vergleich herangezogen. Auch in der 
arabischen Tradition, wie inir Herr Prof. Bezold mitteilt, wird 
Gottes Bild auf einem Felsen wie in einem Spiegel erschaut. 

Der Korpeiiichkeit der Eugel standen keine Bedenken 
entgegen, und ihre Gro'Be wird auf abenteuerliche Weise 
beschrieben. 500 Jahre Wegs ist der Abstand zwischen den 
einzelnen Himmeln, und ebensoviel die Grofie eines jeden 
Himmels, wie alle zusammen aber sind die einzelnen Glieder 
der Chajoth, die den gottlichen Thron tragen, ihre FiiBe, 
Knochel, Schenkel, Knie, Seiten, Korper, Halse, Kopfe, Homer 
(Chag. 13 a. j. ber. 1,1, vgl. Jellinek I 58/9). Auch diese 
Vorstellung finden wir in unseren Traditionen wieder. In den 
Traditionen des Kanz el Umnial (II 1, 3345 ff.) sind bereits 
700 Jahre aus den 500 geworden, und zwar die Strecke Wegs, 
die ein schneller Vogel in dieser Zeit zuriicklegt. Wenn 
der Gerechte stirbt, so kommen ihm drei Paar Engel ent- 
gegen, das eine spricht zu ihm: komme in Frieden, das 
zweite: der da wandelt in seiner Gradheit das dritte: er 



46 

komnie in Frieden, sie ruhen auf ihren Lagerstatten. (Ket. 
104 a zu Jes. 54,2). Uiid wenn die Scharen der Glaubigen 
ins Paradies getrieben werden, dann sprechen dessen Hiiter 
zu ihnen: Friede iiber euch, ihr waret gut gewesen, so tretet 
eiu fiir immerdar (S. 39,73). 

Am Tage der Auferstehung ist es Gott, der lacht 
(Ab. Sar. 3b), wie es ja auch in den Psalmen heifit: Der im 
Himmel thront, lacht, der Herr spottet ihrer (vgl. Ps. 37,13, 
Spr. 1,26, sap. Sal. 4,18; Midr. teMll. zu Ps. 2). Lachelud 
erscheint auch dem Mohammedaner Gott am Tage des Gerichts. 

Auf vier Bergen baut Gott einst sein Heiligtum im 
Tempel. So erzahlt eine unserer Traditiouen: Sie stammt 
von Ka'b, dem Rabbinen, der zum Islam iibergetreten war, 
und ist so unarabisch, daJB sie Mohammed auch gar nicht 
tintergeschoben werden koiinte. Sie fuBt auf der Jesaiastelle 
(2,2): in der letzten Zeit wird der Berg mit dem Tempel des 
Herrii festbegriindet stehen als Hochster der Berge und iiber 
den Hiigeln erhaben sein, und hangt mit einem Midrasch 
zusammeu, nach dem einst der Tempel auf den Bergen Sinai, 
Tabor und Karmel gebaut werden wird 1 ) (in einer Erklarung 
zu ber. r. Abschuitt 99, Anfg. zu Ps. 68,17). 

Sure 9,30 ist die merkwiirdige Stelle, in der Mohammed 
behauptet, die Juden beteten den Usair neben Gott an. DaB 
Mohammed sich das aus den Fiugern gesogen hat, urn die 
Juden zu veruuglimpfeu, ist immerhin moglich, widersprechen 
konuten sie nicht mehr; denu sie waren aus Medina ver- 
ii-ieben. Aber eiue gewisse Schwierigkeit bleibt bei dieser 
Annahme immerhia bestehen. Mit aller Reserve mochte ich 



a ) Der Ghalil unserer Traditionen ist mit dem Karmel zu identifi- 
zieren. Nach dem Kanz el Ummal HI, 2, 2688, 2747 befahl Gott zur 
2eit einer religiosen Verfolgung den israelitischen Propheten sich in 
diesen Berg zu retten. Dazu vgl. man 1 Reg. 18,4 sowie die Stellung, 
die der Karmel in der ganzen G-eschichte Elias und Elisas als deren 
Wohnsitz einnimmt. Diese meine Vermutung fand ich nachtraglich irn 
Ibn Jacut s. v. Karmil bestatigt. Im Kanz Tradition 4746 wird unter 
den vier Bergen im Paradies der Libanon und Sinai genannt, der Libanon 
wird (Jom. 39 a) mit dem Tempel gleichgesetzt. 



47 

folgende Vermutung als vielleicht moglich aufstellen. Die 
Stelle im Koran lautet: die Juden sprechen *Usair ffy^ ist 
Allahs Sohn. Der nachste Vers: sie nehmen ihre Rabbiueh 
und Monche zu Herren an, enthalt einen neuen Vorwurf und 
ist davon zu trennen. Der einzige Punkt, wo jemand, der 
auf Vielgotterei bei den Juden fahndet, mit einigem gutem 
Willen etwas dergleichen entdecken konnte, ist die Vorschrift 
III. Mos. 16,8 ff. das Opfer fiir Asasel. Asasel gehort nach 
Hen. 6,7, wo die Form Asael lautet, zu den gefallenen 
Engeln, die (Gen. 6,2 und 4) Sohne Gottes genannt werden 
[vgl. auch Joma 67 b und die Erklarung Raschis]. Die ara- 
bische Form fiir Asael mufite c Asail J^j^ lauten. An der 
Vokalisation brauchte man sich nicht zu stoBen. Naturlich 
hat man fiir den unverstandlichen den bekannteren Namen 
eingesetzt. Zu bemerken ist noch, daB Esra nie bei den 
Juden entfernt die Bedeutung gehabt hat, die ihm die heutige 
Bibelkritik zuweist, und dafi Asasel eine immerhin nicht 
unbedeutende Rolle in der nachbiblischen Literatur spielt. 

Ubersetzung. 

Am Tage der Auferstehung werden die Ginn 
und Menschen versammelt auf einem Platze (in einem 
Grabe?), uud sie reden einander nicht an. Dann sind die 
Ginn und Menschen 10 Abteilungen und zwar die Ginn 9, die 
Menschen 1. Dann teilt sich der (uns) nachste Himmel, und 
die Engel steigen in Ordnungen herab. tJber jeder Ordnung 
ist ein Anfuhrer. Das Geschlecht der Menscheu erschrickt 
vor ihnen, und sie fragen sie: ist unter euch unser Herr? 
Sie antworten: nein, aber er kommt. Nun siud die Engel 
des ersten Himmels, die Ginn und die Menschen 10 Abtei- 
lungen und zwar die Engel 9, die Ginn und Menschen 1. 
Darauf spaltet sich der zweite Himmel, und die Engel 
kommen in Ordnungen. herab, iiber jeder Ordnung ein An- 
fuhrer, und das Geschlecht der Erde spricht: ist unter euch 
unser Herr? Sie entgegueu: nein, aber er kommt. Und die 
Engel des zweiteu Himmels und des ersten, und die Ginn 



48 

und die Menschen sind wieder 10 Abteilungen, 9 die Engel 
des zweiten, 1 die Engel des ersten, die Ginn und die 
Meuschen. Dann spaltet sicla der dritte Himmel, und die 
Engel kommen in Ordnungen herab, u'ber jeder Ordnung ein 
Anfuhrer. Dann spricht das Geschlecht der Erde: ist unter 
euch unser Herr? Sie antworten: nein, aber er kommt. 
Und es sind die Engel des dritten Himmels und was unter 
ihm ist an Himmeln (Engein), Ginn und Menschen 10 Ab- 
teilungen; davon die Engel des dritten Himmels 9, das was 
uuter ihnen ist an Himmeln (Engein), Ginn und Menschen 1. 
Dann geht es in dies em Verhaltnis mit den Engein der 
Himmel weiter, bis der siebente Himmel an die Reihe komnit: 
bis dein Herr kommt im Wolkendunkel, und die Engel stehen 
in Reihen, ohne zu reden. 

Der Herr erscheint unter den Cherubin, und sie 
sind zahlreicher als die Bewohner der sieben Himmel 
und Erden, uud sie sind die Trager des Thrones. Der Ab- 
stand zwischen der Fufisohle eines jeden von ihnen und seiner 
Ferse ist gleich eiuem Wege von 500 Jahren. Ebensoviel 
von der Ferse bis zurn Knie, vorn Knie bis zu den Lenden, 
von den Leuden bis zum Schulterblatt, und vom Schulterblatt 
bis zum Ohiiappchen. 

Ich habe den Propheten sagen horen, wir sind am Tage 
der Auferstehung auf erhohteni Platze iiber den Menschen, 
und es rufen die Volker ihre Gotzen, und wem sie dienten, 
an, eines nach dem andern, bis nachdem zu uns unser Herr 
kommt, und er spricht: was erwartet ihr? Sie antworten: 
wir warten auf unsern Herrn. Er spricht: ich bin euer Herr. 
Sie sprechen: (wir warten,) bis wir dich sehen. Da offenbart 
er sich ihnen lachend. Dann horte ich den Propheten fort- 
fahren: dann schreitet Gott voran, und sie folgen ihm. 

Am Tage der Auferstehung wird jedem Volke das, 
was es statt Gott verehrte (wie ein Panier) hoch voran- 
getragen. Wer der Sonne oder dem Mond oder einem Gotzen- 
bild diente, dem folgt diese, bis sie sich einer nach dem 
andern in die Holle stiirzen. Dann konimt man gegen die 
Juden heran und fragt sie: wem habt ihr gedient? Sie ant- 



49 

"worten: wir dienten Gott und deni 'Usair auBer wenigen 
von ilmen. Dann wird zu ihnen gesprochen: hinweg. Dann 
kommt man an die Christen und fragt sie ein gleiches, und 
-sie antworten: wir dienten Gott und Christus auBer 
wenigen von ihnen, dann spricht man zu ihnen : hinweg, dann 
kommt unser Herr zu uns, wahrend wir auf eineni hohen 
Hiigel stehen. Dann spricht er: worauf wartet ihr? wir ant- 
worten: auf unsern Herrn. Darauf sagt er zu ihnen ' kennt 
ihr denn eueru Herrn? ihr habt ihn noch nie gesehen. Sie 
antworten: ja, wir kennen ihn, siehe, nichts ist ihm gleich. 
Dann offenbart sich unser Herr lachend, und wir folgen 
unserrn. Herrn. Dann ninimt er uns fiber die Hollenbriicke. 
Man sagte einmal: o Gesandter Gottes, werden 
wir unsern Herrn sehen? Da antwortete er: seht ihr 
nicht den Mond in der Vollmondnacht, ohne euch bei seineui 
.Anblick zu drangen? Und Gott, wahrlich, ihr werdet ihn 
sehen, wie ihr den Mond in der Vollmondnacht seht. Dann 
Tuft ein Herold: auf, ein jedes Volk folge dem, dem es auf 
Erden gedient hat. Und es wird abgebildet fur jedes Volk 
das, weni es im Diesseits gedient. Dann entfernt es sich 
:mit ihnen, bis es sie ins Feuer fiihrt. Wer aber den rechten 
Weg gewandelt ist und von seinem Vermogen eine Art 
(Friichte, Tiere u. dgl.) fur Gott gespendet hat, dem werden 
die Wachter des Paradieses entgegenkommen mit den Worten: 
o Knecht Gottes, o Muslim, dies ist das Beste, darum komm. 
Dann schlug der Gesandte Gottes dem Abu Bekr auf deii 
Schenkel und sagte: wahrlich, du gehorst auch zu ihnen. 
Ich sagte: o Gesandter Gottes", werden wir alle 
unsern Herrn am Tage der Auferstehung sehen, und was ist 
das Zeichen davon unter seinen Geschopfen? Da anwortete 
er: seht ihr nicht alle den Mond, wenn ihr ihn anblickt? 
Da sagte ich: ja. Da sprach er: und Gott ist grb'Ber. 

Ihr werdet euern Herrn sehen, ohne euch bei 
seinem Anblick zu drangen, wie ihr den Mond in der Voll- 
mondnacht seht. 

Es werden vier Berge am Tage der Auferstehung, 
der Chalil, der Libanon, der Sinai und der Ararat, ein jeder 

4 



- 50 

von ihnen wie erne weiBe Perle sein, an Glanz alles liber- 
treffend, was zwischen Himmel und Erde ist. Sie kommen 
zum Temp el, bis sie in seinen vier Ecken stehen, dann er- 
richtet der Allmachtige auf ihuen seinen Thron, und Gott 
richtet zwischen Seligen und Verdammten. Und die Engel.. 
umgeben seinen Thron, indem sie ihren Herren preisen. Er 
richtet zwischen ihnen in Wahrheit und man spricht: Preis 
sei Gott, dem Weltenherrn. 

Es werden versammelt die ersten und die letzten auf" 
einem Platze. dann offenbart sich ihnen der Allmachtige. 



IX. Die FiirMtte des Propheten fur die Mensclien foeim 

Grerielit. 

Aber wenn des groBen Gottes Zorn euch treffen wird, 
dann werdet ihr des groBen Gottes Antlitz erkennen, alle 
Seelen der Menschen werdeu mit groBem Seufzen empor zum 
weiten Himmel ihre Hande hebend, beginnen den groBen 
Konig als Heifer zu rufen und zu suchen, wer ihnen ein 
Better von dem groBen Zorn sein werde, so weissagt die 
Sibylle (3.556ff.). Denn es ist ein Tag, an dem die Barm- 
herzigkeit Gottes schweigt und der Zorn an seine Stelle tritt.. 
Denn Gott wird seinen Zornstab in die Hand nehmen (Hen. 
90,18), wird den Geist seines Zornes erregeii (99,16), es ist 
ein Tag des Zorns und des Grimms (Jub. 24,30), und wenn 
Gott dann zurnt, zurnt er ewig (Ber. 28b; vgl. sap. Sal. 5,20; 
si. Hen. 44,2; Hen. 55,3 u. a.). Kami irgend jemand, konnen 
die Frommen, die Auserwahlten, diesen Grimm beschwich- 
tigen und Fiirbitte fiir die Sunder einlegen? Diese Frage 
beschaftigt die Gemuter der Frommen oftmals, und sie wird 
bald bejaht, bald verneint. Bis das letzte Gericht kommt, 
ist die Fiirbitte jedenfalls noch naoglich (IV. Esr. 7.106 ff.; 
Hiob 33,23: Bar. 48,48). Und wenn der Apokalyptiker einen 
Blick in den Himmel tut, so sieht er wie die Heiligen bitten.. 
Fiirsprache einlegen und beteu fiir die Menschenkinder (Hen. 



51 

39,5, 47,2; si. Hen. 7,4). Auch die Engel sind Fursprecher 
fur die Menschen (Hen. 40,6, 89,76), spater ist es Jesus, dem 
dieses Amt zufallt*. wir haben einen Fursprecher beim Vater, 
Jesus Christus, den Gerechten (I. Job. 2,1, vgl, 5,16). Aber 
auch aus der Holle kann die Fiirsprache erlosen: sie fingen 
an zu rufen und zti bitten vor dem Herrn, dem Allmachtigen, 
indem sie sprachen: wir bitten dich fur diese, die in all 
diesen Strafen sind, daB du Mitleid habest mit ihnen alien. 
Diese, welche den Herrn bitten, sind Abraham, Isaak und 
Jacob, alle Gerechten kommen herein und bitten taglich fiir 
die, welche drunten in alien diesen Strafen sind (Ap. El. 
16,16 ff.). Gott wird den Frommen verleihen, sobald sie 
ihn bitten, die Menschen aus dem gewaltigen Feuer und von 
dem lange dauerndenZahneknirschen zuerretten(Sib. 2,331 ff.). 
Vielleicht ist es auch so zu verstehen, wenn es in Abot 4,11 
heiBt: wer ein Gebot ausiibt, erwirbt sich einen Fursprecher. 
Die Erweisung von Liebestat und Wohltatigkeit sind zwei 
gute Fursprecher. Wenu er gute Fiirsprecher hat, wird er 
gerettet, und was sind das? BuBe und gute Werke (Bab. 
bathr. lOa). Es wird uns sogar erzahlt, daB die Fiirsprache 
frommer Rabbinen nach ihrem Tode einen Sunder aus der 
Holle errettet hat. (Chag. 15b, Suk. 45 b, vgl. auch Erub. 19 a, 
wo Abraham die Israeliten aus der Holle hinausfiihrt). 
Aber dem gegeniiber steht eine andere, strengere Ansicht, 
daB keinem Siinder am Tage des Gerichts ein Heifer sein 
werde (si. Hen. 53,1). Darf, so fragt Esra (IV. 7,102ff.) 
der Gerechte am Tage des Gerichts fiir die Gottlosen ein- 
treten und beim Hochsten fur sie bitten, Vater fiir Sohne, 
Sohne fur Eltern, Briider fiir Briider, Verwandte fiir Vettern, 
Freunde fur Genossen? Nein, wird ihm geantwortet, keineswegs 
wird dann noch j emand fur irgendwen bitten diirfen. Dann tragt 
jeder ganz allein seine Ungerechtigkeit und seine Gerechtigkeit. 
Dann wird sich niemand dessen erbarmen diirfen, der im Gericht 
unterlegen ist (IV. Esr. 7,115). Dort wird nicht wieder 
Gelegenheit fiir BuBe sein, noch fiir Gebete und nicht Ent- 
sendung von Bitten und nicht Fiirsprache fiir Vergehungen 

und nicht Gebet der Vater und nicht Flehen der Propheten 

4* 



und nicht Hilfe der Gerechten (Bar. 85,12). Von da an wird 
keiner bei dem Herrn der Gerechten um Gnade bitten konnen 
(Hen. 38,6), Barmherzigkeit wird ihnen nicht zuteil (Hen. 39,2), 
niemand wird euch helfen (Hen. 100,8). Die Holle wird 
vom Heiligtum entfernt, damit die Gerechten die Stinime der 
Verdanimten nicht horen und um Erbarmen fur sie bitten 
(Hebr. Ap. EL, S. 24). 

Mohammed konnte sich nicht vollig klar fur eine dieser 
widersprechenden. Ansichten, die ihm wohl iiberliefert wurden, 
entscheiden. Natiirlich bevorzugte er in seinen Droh- und 
Strafreden nicht die mildere Form. Fiirchtet einen Tag, an 
dem eine Seele fur die andere nichts leisten kaun, an dem 
keine Fiirbitte angenommen wird und frommt (S. 2,45 und 
117). Wir haben niemand zum Fiirsprecher, sagen die Ver- 
dammten (26,100, 30,12, 40,19). Oder selbst wenn sie einen 
hatten, so niitzt ihnen die Fiirbitte der Fiirsprecher nicht 
(74,49, vgl. 2,255, 6,69. 7,51). Aber diese entschiedeue 
Meinuug wird doch wieder eingeschrankt. Keine Fiirsprache 
gibt es ohne Gottes Erlaubnis (2.256, 10,3, 32,3 u. a.). An 
jenem Tag niitzt nur die Fiirbitte dessen, dem es der Er- 
barmer erlaubt. und dessen Wort ihm wohlgefallig ist, und 
nur die Fiirbitte fur den, fur welcheii er es erlaubt (20,108, 
34,22. 119,90). Es war eine folgerichtige Entwicklung, wenn 
die Nachfolger Mohammeds diesem die Rolle zuwiesen, fur 
sein Volk Fiirbitte einzulegen. Die andern Volker jedoch 
finden keinen Fiirsprecher, auch wenn sie, wie bereits in den 
Sibyllinen, einen solchen suchen. 

Der Grand, weshalb die iibrigen Propheten es ablehnen, 
Fiirbitte einzulegen, liegt einerseits in dem Zorne Gottes, der 
so gewaltig wie noch nie an jenem Tage brennt (Gazz. 
S. 59 ff.) und anderseits in der Scham, die sie wegen ihrer 
Siinde empfinden. Denn es ist ein Tag der Triibsal und 
groJSen Besckamung (Hen. 98,10); das Antlitz der Siinder 
wird vor Scham erroten (Hen. 97,6, 46,6, 62,10, 63,11), sie 
werden ihre Blicke senken (Hen. 62.5) und niedergesehlagenen 
Antlitzes sein (Hen. 48,8), gesenkten Blickes werden sie aus 
der Graft kommen (Kor. S. 54,7), die einen Gesichter werden 



53 - 

an jenem Tage niedergeschlagen sein (88,2, vgl. 68,43, 70,44, 
79,9), und wenn das auch nur von den volligen Sundern 
gesagt wird, so 1st die "Uberlegung einfach, daB auch oder 
vielleicht besonders die Gerechten sich ihrer Verfehlungen 
schamen werden. DaB die Vorziige und Sunden der Pro- 
pheten so wie sie in unseren Traditionen aufgezahlt werden, 
aus den jiidischen Schriften hervorgegangen sind, ist selbst- 
verstandlich. Die Sage, daB die Engel vor Adam nieder- 
fallen sollten, ist aufier im Midrasch ausfiihrlich in Vita Ad. 
12ff. und Schatzhohe S. 14ff./4f. erzahlt und findet sich auch 
vielfach im Koran. Es ist recht wohl moglich, daB in dieser 
Erzahlung die Schatzhb'hle die mittelbare Quelle des Korans 
ist. Abraham wird schon in Jesaia der Freund Gottes ge- 
nannt (Jes. 41,8) und der Ausdruck, in spateren Schriften 
beibehalten (II. Chron. 20,7, Jub. 19,9 Ap. Abr. 9, Clemensbr. 
9,4) findet sich noch im Koran (4,124). 

DaB das letzte Gericht ein Tag der Triibsal und des 
Leidens ist, wird vielfach im Henoch ausgesprochen (1,1, 45,2, 
55,3, 98,10, 103,7), auch die Vorstellung von den Himmels- 
bezw. Paradiesestoren ist alt (Ps. 78,23, gr. Bar. 2 u. 11; 
Hen. 9,2 t. Levi 18; Sib. 3,769), ja die Ap. Elia beschreibt 
sie genau, es sind eherne Tore mit Schlossern von Erz und 
Biegeln von Eisen (6,8ff. vgl. Kor. S. 7,38 nicht werden ihnen 
geoffnet die Tore des Himmels, die Engel treten zu den 
Seligen aus alien Toren 13,23, vgl. 15,14, 38,50 u. a.). 

tjbersetzung. 

Mohammed wird gerufen, dann spricht er: hier 
bin ich, mogest 'du dreifach gliicklich gepriesen sein. 
Das Gute ist in deiner Hand, das Schlechte kommt nicht zu 
dir, wohlgefiihrt ist, wen du fiihrst, dein Knecht ist in deiner 
Hand mit dir und zu dir. Nicht gibt es Zuflucht und Rettung 
vor dir, sondern nur zu dir. Gepriesen seist du und erhoben 
mit deinem Preise, o Herr des Tempels. Und das ist der 
gepriesene Ort. 

Sie werden sprechen: wen kennt ihr, der fiir uns 
Fiirbitte beim Herrn einlegen kann, daB wir gerettet werden 



54 

vor der Gev/alt und Trauer und Betriibuis dieses Tages? 
Dami antworten sie : wir keiinen kein Geschopf, das bei Gott 
geehrter ist als Adam, den er mit seiner Hand geschaffen, 
und dem er seinen Odem in die Nase gehaucht, und vor dem 
uiederzufalleii er den Engeln befohleii. Dann gehen sie zu 
Adam und sprechen: Adam, bitte fur uns bei unserm Herrn, 
daB er uns vor der Gewalt und Trauer und Betriibnis 
dieses Tages errette. Er antwortet: dazu bin ich nicht im- 
stande (und er nennt seine Siinde), aber gehet zu Noah, er 
ist der erste der Propheten. Sie gehen zu Noah, er aber 
sagt: ich bin nicht dazu irnstande, aber gehet zu Abraham, 
ihn hat Gott sich zuni Freund genommen. Sie gehen zu 
Abraham, aber auch er sagt: ich bin nicht dazu imstande, 
jedoch gehet zu Mose. mit dem Gott sich unterhalten hat. 
Sie kommen zu Mose, er sagt: ich bin nicht dazu imstande, 
aber geht zu Jesus. Sie gehen zu Jesus, er sagt: ich bin 
nicht dazu imstande. Da kehren sie zu Adam zuriick und 
sprechen: o unser Vater, wir haben niernanden gefuriden, 
der fiir uns Fiirbitte einlegen will bei unserm Herrn. Dann 
spricht er: meine Kinder, seht einmal, wenn einer von euch 
eine Truhe genommen hat und seine Waren hineinlegt und 
dann sie versiegelt, so kann doch keiner zu dem, was in 
der Truhe ist, gelangen, bis er das Siegel gebrochen. Sie 
antworteten: uein. Dann sagt er: seht, Mohammed ist das 
Siegel der Propheten, gehet zu ihm, dafi er fiir euch bei 
euerrn Herrn bitte. Dann, fuhr der Prophet fort, kommen 
die Menschen zu mir und sprechen: o Mohammed, dies ist 
der gepriesene Ort, bitte fiir uns bei deinem Herrn, daB er 
uns errette vor der Macht, Trauer und Betriibnis dieses 
Tages. Dann spricht er: ich will es. Dann entfernt er sich, 
bis er an das Tor des Paradieses kommt, er ergreift den 
Ring des Tores und bittet um Einlafi. Und es sind ihm be- 
reits vergeben seine friiheren und spateren Siinden. Denn 
nicht kommt er mit Siinden zu Gott hin. Dann spricht mem 
Herr: oimet nieinem Knechte Achmed. Sie offnen mir das 
Tor, ich trete in das Paradies und finde meinen Herrn auf 
seinem Thron im Paradiese sitzend. Dann werfe ich niich 



55 

vor meinem Herrn nieder und biicke mich, und mein Herr 
lehrt mich Lobspriiche, mit denen niemand vor mir ihn ge- 
priesen hat. Dann spricht er zu mir: Mohammed, erhebe 
dem Haupt, sprich, du sollst erhort, bitte, es soil dir gegeben, 
leg Fiirsprache em, es soil dir gewahrt werden. Dann er- 
hebe ich mein Haupt und sage: o Herr! Mein Volk! Dann 
gibt mir mein Herr einen Teil, dann werfe ich mich biickend 
yor ihm nieder, er spricht: Mohammed, erhebe dein Haupt, 
sprich, du wirst erhort, bitte, es wird dir gegeben, leg Fiir- 
sprache ein, es wird dir gewahrt werden. Und ich spreche: 
mein Herr, mein Volk, mein Volk! Dann gibt er mir wieder 
einen Teil, dann wird mir die Fiirsprache gestattet. 

Die Menschen werden am Tage der Auferstehung auf 
einen erhohten Platz kommen und jedes Volk folgt seinem 
Propheten. Und sie sprechen: N. N. bitte fur uns, bitte fur 
uns bis die Fiirsprache an Mohammed gelangt, und jenes 
ist der gepriesene Ort. 

Die Menschen werden am Tage der Auferstehung 
versammelt und deshalb iiberlegen sie sich und sprechen: 
wenn wir doch irgend wen um Hilfe bitten konnten, 
daB er uns entferne Yon diesem Orte. Dann kommen sie 
zu Adam und sprechen: o Adam, du bist der, den Gott mit 
seiner Hand erschaffen hat, in den er Yon seinem Geiste ge- 
haucht und vor dem sich niederzuwerfen er den Engeln be. 
fohlen hat. Bitte fur uns bei deinem Herrn, daB er uns ent- 
ferne von diesem Orte. Dann sagt er: ich kann es nicht, 
und er nennt seine Siinde, denn er schamt sich ihretwegen 
vor seinem Herrn. Jedoch geht zu Noah, dem ersten der 
Gesandten, die Gott geschickt hat. Sie kommen zu Noah, 
er jedoch spricht: ich kann euch nicht helfen. Dann nennt 
er seine Siinde, denn er schamt sich vor seinem Herrn ihret- 
wegen. Jedoch gehet zu Abraham, den Gott sich zum Freunde 
genommen. Dann wird Mose und Jesus genannt, aber auch 
sie sprechen, ich kann euch nicht helfen. Jedoch gehet zu 
Mohammed, dem Knechte Gottes, dem Gott seine friiheren 
und spateren Sunden vergeben hat. Dann kommen sie zu 
mir und ich bitte um EinlaB bei meinem Herrn, er gewahrt 



56 

ihn mir, und sobald ieh ihn sehe, werfe ich mich nieder- 
fallend zu Boden. 



X. Die Wage ain Tage der Auferstehung. 

DaB die guten und bosen Taten des Menschen von dem> 
himmlischen Richter gewogen werden, scheint eine weitver- 
breitete Vorstellung gewesen zu sein, die bei den Agyptern. 
(Budge, book of death. S. 22 ff.}, Persern und Hebraern hei- 
misch war. Und gerade weil es nur ein Bild und auch das 
BewuBtsein davon nochlebendig war, ist es nicht deutlich, was 
denn nun eigentlich gewogen wird. Auch die Zeit ist nicht; 
einheitlich angegeben. Bald werden durch das Wagen die 
jetzigen Geschicke der Menschen bestimmt, bald ist diese 
Handlung auf das Endgericht verschoben. Es wage micL 
Grott mit gerechter Wage, daB er meine Unschuld erkenne,. 
sagt der Dichter des Hiob (31,6). Werden sie auf die Wage 
gehoben, so sind sie allzumal leichter als ein Hauch, singt. 
der Psalmist (Ps. 62, 10), du bist auf der Wage gewogen, 
und zu leicht befunden, so kiindigt Daniel (5, 27) deni Bel- 
sazar sein Verderben an (vgl. noch Ps. Sal. 5, 4; Hen. 89,. 
63 imd wohl auch Ap. El. 13, 13); dann sind es aber auch 
die Herzen (Spr. Sal. 21, 2-, 24, 12, Budge, S. 22 ff.) und. 
Geister (Spr. 16, 2), die gewogen werden. In alien diesen 
Fallen schwebt das Bild vor, daB der Mensch ein bestimmtes 
Gewicht haben muB, um begnadigt zu werden. Oft aber 
werden die Handlungen (Hen. 41, 1; 61, 8) oder die guten 
und bosen Taten gegeneinander abgewogeu (Bar. 41, 6 r.. 
hasch!6b, 17a,Kidd.40b l ) DasBild derWage selbst kehrt noch 
oftmals ohne genauere Bestimmung wieder (IV. Esr. 3, 34,. 
si. Henoch 44, 5; 52, 15 ff.). Auch die Sterne werden in 



1 ) Eine hubsche Stelle findet sich, wie Herr Prof. Bezold hierzu 
hemerkt, in dem (noch unedierten) athiopischen Heiligenleben des Gabra. 
Manfas Qeddus, wo auf der einen Wagschale (Jnrat, Unkraut und Disteln 
sind, auf der anderen Honig, Milch und Weizen: ersteres die Sunden 
Athiopiene, letzteres Fasten und Gebet, Lauterung des Korpers 
verehrung seitens des Heiligen. 



57 

gerechter "Wage gewogeD (Hen. 43,2; nach Budge S. 41 und 
611 Erde und Himmel), und es 1st wohl moglich, daB hier- 
mit die mohammedanische Anschauung von der GroBe der 
Wage zusammenhangt. Auch hier wieder schwankt Mo- 
hammed zwischen den verschiedeuen Uberlieferungen, die 
ihm geworden, ohne sich fiir eine endgiiltig zu entscheiden. 
Nicht werden wir den Frevlern Gewicht geben am Tage der 
Auferstehung (S. 18, 105, vgl. dazu besonders Ps. 62, 10). 
Das weist deutlich darauf hin, daB der Mensch selbst gewogen 
wird und ebenso kann man die Stellen verstehen, wo esheiBt: 
wessen Wage schwer 1st, dem wird es wohl ergehen, wessen 
Wage aber leicht ist, der wird seine Seele verliereu (7, 7 f. } 
23, 104f., 101, 6f. vgl. 21, 48; 4, 44). Wenn er jedoch 
sagt: wer auch nur Gutes im Gewicht eines Staubchens ge- 
tan, wird es sehen, und wer Boses im Gewicht eines Staub- 
chens getan, wird es sehen (99, 7f.)> so haben wir hier das 
Bild von dem Abwagen der Taten gegeneinander. 

In unsern Traditionen kann der Sinn der Antwort auf 
die Frage der 'A'ischa: werden wir uns erkennen am Tage 
der Auferstehung wohl nur der sein: der Schrecken wird so 
gewaltig sein, daft man nicht aufeinander achtet. Die Frage 
wird im Koran bejaht. Sie werden einander erkennen (10, 
46). Auch im Bar. 50, '2flf. wird gesagt, daB am Aussehen 
der Auferstandenen zunachst nichts geandert wird, so daB sie 
einander erkennen, und auch nach den Sib. 4, 188 werden 
die Frommen sich alle gegenseitig sehen. 



Ubersetzung. 

Wenn die sieben Himmel und sieben Erden in der einen 
Wagschale waren und in der anderen die Worte: es gib 
keinen Gott auBer Allah, so wiirde dieses jene aufwiegen. 

Es wird eine Wage am Tage der Auferstehung gebracht, 
so groB, daB wenn in ihre Schale die Himmel und die Erde 
und was zwischen ihnen ist, gelegt wiirde, sie sie fassen 
konnte. Dann sprechen die Engel: Unser Herr, wen willst 
du hierin wiegen? Dann antwortet er: wen ich will von 



58 

meinen Gesehopfen. Dann spreclien die Engel: unser Herr, 
wir haben dir nicht geniigend gedient. 

'A'iseha sagte: o Gesandter Gottes, werden wir uns er- 
kennen am Tage der Auferstehung, denn ich horte Gott 
sagen: Dann soil an jenem Tage kerne Verwandtschaft unter 
ihnen seiu uud sie sollen einander nicht befragen. Da sagte 
der Gesaudte Gottes: vor drei Orten, an denen sie verweilt, 
wird jede Seele sich furchten: An der Stelle,. wo jedem 
Menschen seine Schrift zugeworfen wird, bis er sieht, ob er 
sie mit der Linken oder mit der Rechten ergreift, und bei 
der Wage, bis er sieht, ob er schwer oder leicht befunden 
wird, und bei der Hollenbriieke, liber die der Mensch hin- 
schreitet, schneller als der Blitz, der Wind und der Vogel. 

Es wird ein groBer starker Mann am Tage der Aufer- 
stehung gebracht, und auf die Wage gelegt, und er wiegt 
bei Gott nicht soviel wie der Fliigel einer Miicke. Dann 
wird der Koranspruch verlesen: das sind die, welche die 
Zeichen ihres Herrn und die Begegnung mit ihm leugnen. 
uichtig sind ihre Werke, und nicht werden wir ihnen Gewicht 
geben am Tage der Auferstehung. 

Am Tage der Auferstehung wird der Mensch gebracht 
und mit einem Kornchen gewogen. Dann wiegt er es nicht 
auf, mit dem Fliigel einer Miicke gewogen, und er wiegt es 
nicht auf. Dann wird der Koranspruch verlesen, nicht geben wir 
ihnen am Tage der Auferstehung Gewicht. 

Es werden die Wagen am Tage der Auferstehung auf- 
gestellt und herangebracht die Leute des Gebets, des Fastens, 
des Almosens und der Wallfahrt, und sie werden in den 
Wagen gewogen. Und es wird das Geschlecht der Ver- 
suchung gebracht, aber nicht wird ihnen festgestellt die Wage 
und nicht die Schrift ausgebreitet, und es wird iiber sie der 
Lohn ausgegossen ohne Abrechnung. 



XI. Die JReclmungsabJage am Tage des Grerichts. 

Wie den Glauben an die Auferstehung der Toten und 
ein kiinftiges Leben, so hat Mohammed auch die Anschauung 



- 59 

von einem einstigen Gericht dem Judentuni und Christentum 
^ntnommen, einem Gericht, in dem. der einzelne vor s einem 
Schopfer iiber sein Leben Rechenschaft ablegen muB. Wie 
wir es schon bei dem Bilde der Wage gesehen und noch 
weiter bei dem Bilde der Biicher sehen werden, ist es eine 
genaue Abrechnung au Heller und Pfennig. Die Siinden 
werden genau gezahlt (Hen. 63, 9, vgl. 89, 63), ein einziges 
Werk entscheidet tiber schuldig oder gerecht (vgl. Kohel. r. 
10, 1, Abot 3, 15)-, besonders mit den Frevlern nimmt Got 
es genau (Ber. r. c. 33 Anf.), wahrend er den Frommen gegent 
iiber Gnade walten laBt (r. hasch 17 a). Die Glaubigen 
furchten die genaue Abrechnung (Kor. S. 13, 21), und ware 
es das Gewicht eines Senfkorns, wir brachten es herbei und 
wir geniigen als Rechner (21, 48), in diesen und ahnlichen 
Ausspruchen kehrt auch diese Anschauimg bei Mohammed 
wieder. 

Die bereits erwahnte Tradition, daB es Gerechte gibt, 
die ohne Abrechnung sofort ins Paradies kommen, geht im 
letzten Grunde darauf zuriick, daB das Gottesgericht urspriing- 
lich ein Erlosuugsgericht war, abgehalten, um die fremden 
Vb'lker, die Israel bedriicken, zu strafen. Selbstverstandlich 
stehen dort, wo diese Anschauung noch lebendig ist, die Ge- 
rechten nicht im Gericht (vgl. Volz S. 84), aber noch spat wirkt 
diese Aiischauung nach: die Gerechten entfliehen deni Gericht 
(si. Hen. 66 7 7, vgl. 65, 8), das ewige Gericht wird fur immer 
fern von euch sein (Hen. 104, 5, vielleicht auch 81, 4). Wer 
mein Wort hort und glaubt, der kommt nicht ins Gericht 
(Ev. Joh. 5, 24). Die Stellen, die man aus Talmud und 
Midrasch hier noch anfiihren konnte, z. B. Sanh. 118 a, die 
Beobachtung des Sabbath rettet voni Gericht der Holle und 
andere sind nicht beweiskraftig, da das Wort ,,din" direkt 
den Sinn der Strafe angenominen hat. 

Das nach dem Koran die Frevler an Merkzeichen er- 
kannt werden (S. 55, 41) findet eine Parallele in den Ps. Sal. 
(15, 9): das Zeichen des Verderbens ist auf der Gottlosen 
Stirn, aber auch die Frommen tragen dort Gottes Zeichen 
an sich, das sie errettet (15, 6, vgl. Ezechiel 9 4. 6), so wie 



- 60 

auch in der Ap. Job. die Knechte Gottes an der Stirn ge- 
siegelt sind (7, 3; 14, 1, vgl. IV. Esr. 6, 5), wahrend die 
Anbeter desTieres den Stempel auf Stirn oder Hand empfangen 
(Ap. Joh. 14, 9 und 11; 19, 20; 20, 4). 

Ubersetzung. 

Es wurde uns berichtet, daB der Mensch am Tage der 
Auferstehung zur Abrechnung gerufen wird. Dann wird ge- 
sagt: o. N. N., Sohn des N. N., heran zur Abrechnung! bis er 
spricht, nicht wird einer verlangt auBer mir. Und nicht 
werden spezielle Namen genannt in der Abrechnung. 

'Ata' pflegte zu mir zu sagen: o Talha, wie haufig sind 
doch die Namen, noch haufiger als der deine und der meine. 
Und doch, wenn der Tag der Auferstehung sein wird, wird 
gesagt: o N. N. und nicht wird einer auBer dem Betreffenden 
aufstehen, indem derselbe spricht, niemand wird aufstehen 
auBer dem, dem vergeben ist. 

Zu dem Koranverse (13, 21): und sie furchten die Ge- 
rechtigkeit der Abrechnung, sagt er, das ist die genaue Ab- 
rechnung in bezug auf ihre Taten. 

Ich hb'rte den Propheten sagen: der Vers (13, 18) ihnen 
wird eine schlechte Abrechnung sein, bedeutet, Gott nimmt 
von ihnen nichts Gutes an und laBt sie nicht ungestraft wegen 
etwas Schlechtem. 

Am Tage der Auferstehung wird niemand zur Rechen- 
schaft gezogen und dann ihm vergeben. Der Muslim erhalt 
bereits die ganze Strafe fur sein Tun im Grabe, denn es sagt 
Gott im Koran (S. 55, 39 zu 41): und nicht wird an jenem 
Tage Mensch noch Ginn nach seiner Schuld befragt, erkannt 
werden die Siinder an ihrem Merkzeichen. 

Wer zur Rechenschaft gezogen wird, geht ins Paradies 
em, denn Gott sagt: und was den betrifft, dem sein Buch in 
seine Rechte gegeben wird, mit dern wird leichte Abrechnung 
gehalten, und an einer anderen Stelle sagt er: und an jenem 
Tage wird weder Mensch noch Ginn nach seiner Siinde ge- 
fragt, es werden die Frevler erkannt an ihren Merkzeichen, 
dann wird er erfaBt an der Stirnlocke und den FiiBen. 



61 - 

XIE. Was amTage der Aitferstehimg gerufen wird. 

Auch in der kommenden Welt gibt es noch Rangunter- 
schiede, und die Frommen werden besonders geehrt. Herr- 
lichkeit und Ehre werden sich den Heiligen zukehren (Hen. 
50, 1), die anderen aber werden keine Ehre vor dem Herrn 
der Geister erlangen, jedoch durch seinen Namen gerettet 
werden (Hen. 50, 3), die meinen heiligen Namen liebten, 
werde ich einen jeden auf den Thron seiner Ehre setzen 
(Hen. 108, 12). Im iibrigen kann ich zu den sehr ins Ein- 
zelne gehenden Traditionen keine sicheren Parallelen geben. 
Wenn es heifit: ein ,,'unk" erhebt sich aus der Holle und 
ihm werden die Frevler iiberliefert, so gibt die Uebersetzuug: 
Hals keinen Sinn. (So libers. Kremer in ,,Ideen), ebenso- 
wenig paBt: ein Teil der Holle (Lisan XII 146 Lane 2 175 f.). 
Die Lesart steht fest. Aber was 'unk' ist, ist vollig unklar. 
Man darf wohl kaum an die Anakim der Bib el denken. Die- 
selben werden zwar mit den Rephaim und Nephilini der Unter- 
welt zusammengestellt (Gen. r. 26, 7 zu 6, 4), aber daB sie 
in der Holle eine Rolle spielen, ist nicht bekannt. 



Ubersetzung. 

Der Herr der Macht wird sich offenbaren, dann wird er 
sprechen: es sollen die Leute des jiingsten Gerichts erfahren, 
wem heute die Ehre gebiihrt dreimal es sollen sich 
erheben, die sich auf ihren Lagern hin und her gewalzt 
haben, indem sie ihren Herrn anriefen in Furcht und Ver- 
langen und von dem, was wir ihnen schenkten, spendeten. 
Dann stehen sie auf, dann spricht er: es sollen die Leute 
des jiingsten Gerichts erkennen, wem heute die Ehre gebiihrt 
dreimal es sollen sich erheben die, die nicht iiber 
Handel, Kauf und Verkauf die Anrufung Gottes, die Ver- 
richtung des Gebets und das Spenden des Alrnosens ver- 
gaBen, indem sie den Tag fiirchteten, an dem die Herzen 
und Blicke umgewandt werden. Dann stehen sie auf, dann 
spricht er: es mogen die Leute des jiingsten Gerichts erfahren 
wem heute die Ehre gebiihrt dreimal es sollen auf- 
stehen die Viellobenden. Fadil erzahlte: ich fragte den Abu 



62 
Ishak: wer sind die Viellobenden? Er antwortete: das Volk 



Mohammeds. 

Ein Herold wird aufstehen und rufen: es sollen die 
Leute des jiingsten Gerichts wissen, wem die Ehre zukommt, 
wo sind die, welche Gott in jedem Zustand gelobt haben? 
Dann stehen sie auf, und sie werden ins Paradies geschickt. 
Dann steht er auf und ruft zum zweiten Male: es sollen die 
Auferstandenen wissen, wem die Ehre zukommt. Wo sind 
die, die sich auf ihren Lagern walzten, indem sie ihren Herrn 
anriefen in Furcht und Verlangen und von dem, was wir 
ihnen schenkten, spendeten? Dann steheu sie auf und werden 
ins Paradies geschickt. Dann steht er auf und ruft zurn 
dritten Male: die Auferstandenen sollen wissen, wer die 
Genossen der Ehre sind. Wo siud die, welche iiber Handel, 
Kauf und Verkauf nicht das Anrufen Gottes vergafien und 
das Verrichten des Gebets und die Entrichtung des Almosens, 
indem sie den Tag fiirchteten, an dem Herzen und Blicke 
umgewandt werden? Dann stehen sie auf und werden ins 
Paradies geschickt. Dann kommt ein c unk aus dem Feuer 
heraus, bis er hoch ist iiber den Geschopfen, er hat weithin- 
sehende Augen und eine durchdringende Sprache. Dann 
spricht er: mir sind drei Klassen uberliefert, jeder Stolze, 
Widerspenstige und er sieht sie besser, als ein Vogel 
ein Sesamkorn und sammelt sie. Dann handelt er treulos 
gegen sie in der Holle, dann kommt er zum zweiten Male 
heraus und spricht: rnir sind die tiberliefert, die Gott und 
seinen Gesandten zu schadigen pflegten und er sieht sie 
besser, als ein Vogel ein Sesamkorn, und sammelt sie und 
handelt mit ihnen treulos in der Holle. Dann kommt 
er zum dritten Male heraus und spricht: mir sind die Bild- 
hauer uberliefert, und er sieht sie besser, als ein Vogel ein 
Sesamkorn und sammelt sie und handelt mit ihnen treulos 
in der Holle. Dann fliegen die Blatter aus den Handen der 
Frauen und Manner (?). 

Gott spricht am Tage der Auferstehung : ihr Menschen > 
ich habe eine Rangordnung gemacht und ihr eine. Ich 
sprach: eure Geehrtesten sind die von euch, die mich am 



63 

meisten fiirchten, ihr aber wolltet nicht, sondern spracht: 
N. N. ist geehrter als N., doch heute will ich meine Rang- 
ordnung emporrichten und cure niederlegen, wo sind die, die 
mich fiircliteD? Und 'Ata 1 pflegten zu sagen: o Talha, es- 
wird niemand aufstehen aufier dem, dem verziehen ist. 

Sobald die Vb'lker vor dem Herrn der Welten am Tage 
der Auferstehung knien, wird gerufen: es soil aufstehen der,. 
dessen Lohn bei Gott war, und niemand wird aufstehen 
auBer dem, welehem Gott in dieser Welt vergeben hat. 

Der Herr spricht am Tage der Auferstehung: die Auf- 
erstandenen sollen heute wissen, wer die Leute der Ehre 
sind. Dann wird gefragt: und wer sind die Leute der Ehre? 
Er antwortet: die, welche Gott erwahnten in ihren Ver- 
sammlungen. 



XIII. Wie Gfott die Knechte ain Tage der Auferstehung 
zur Kechensehaft fordert. 

Bis ins einzelne hinein hat die jiidisch-christliche Escha- 
tologie getreulich das Bild der irdischen Gerichtsverhandlung 
kopiert, um das Bild des jiingsten Gerichts zu schmiicken^ 
Nichts fehlt: der Eichter, der Staatsanwalt, der Verteidiger, 
der Angeklagte, die Zeugen, die Akten. Die Offentlichkeit 
des Verfahrens im weitesten Sinne des Wortes ist selbst- 
verstandlich. Gott selbst verhort den Angeklagten und spricht 
zuletzt das Urteil. Der Hochste wird sprechen zu den 
Volkern, die erweckt sind: nun schaut und erkennt den- 
jenigeu, den ihr geleugnet habt. (IV. Esr. 7,37 ff., vgl. 11.37), 
er tadelt die Frevler (Bar. 83,3), er redet niit lauter Stimme 
zu dem ganzen eitel denkenden Volk (Sib. 3,669), er spricht 
zuletzt zu den Frevlern: gehet hin, Verfluchte, weg von mir 
in das ewige Feuer, das bereit ist den Teufeln und seinen 
Engeln (Mt. 25,34 ff.). Nach alien seinen Taten und Gedanken 
im Leben wird der Mensch befragt: womit er sich beschaftigt 
(Ab. Sar. 2b), ob er redlich im Handeln gewesen, ob er 
geheiratet, ob er auf den Messias gehofft (Sabb. 31 a), wenn 



64 

er sich damit entschuldigt, daB ihn die Verhaltnisse zu seinen 
Taten gezwungen, so werden ihm entsprechende Beispiele 
aus der Vergaugenheit vorgehalten, wo die Frommen nicht 
so gehandelt wie er (Jom. 35 b), alle seine Taten werden ihni 
einzeln aufgezahlt, man sagt zu ihm: so und so hast du an 
jenem Tage getan (Taan, 11 a). Auch ganze Volker treten 
heran mit den Vornehmen an ihrer Spitze und geben Rechen- 
schaft (Ab. Sar. 2 a). Der Sunder muB bekennen (Taan. 11 a, 
Mass. Geh.), die Bestraften preisen Gott und bekennen ihre 
Schuld (Hen. 63,2 ff.), oder nur die im Grunde doch iiQch 
Frommen Israels erkennen die Gerechtigkeit der Strafe an, 
wahrend die Frevler leugnen (Er. 19 a) 1 ). Dann treten die 
Zeugen auf. Zwar ist Gott der Zeuge fur alles (Sib. 1 
Fragm. 4, Ab. Sar. 3 a), aber auBer ihm sind es noch die 
Eugel (Taan. lla, Chag. 16 a), die eigene Seele und die 
Glieder (ibid.). Der Prophet Baruch soil aufbewahrt werden, 
bis zum Elide der Zeiten, damit er dann da sei, urn Zeugnis 
abzulegeu (Bar. 13,3), Henoch und Elia werden lebendig 
kommen, daB sie zum Zeugiiis dieneu, Mose uiid Aron werden 
sie bezichtigen und beschuldigen fur alles, womit sie das 
Wort Gottes iibertrateii (Kebra Nagast S. 335, sicher eine 
ganz alte Vorstellungl), die Zeitgenossen sind Zeugen (Ab. 
Sar. 3 a), die Kinder sind Zeugnis der Schlechtigkeit wider 
ihre Eltern bei der letzten Priifung (Sap. Sal. 4,6), oder sie 
siud Anklager (Ap. Petri 4), wie uberhaupt, sobald es sich 
urn Vergehungen handelt, der Zeuge zum Auklager wird. 
Die Ftirsten der Volker der Welt klageu Israel derselben 
Stinden an, die sie selbst begangeu (Schir. r. 2,1; Ruth r. 1; 
Vaj. r. 21,4 zu 16,3; Schir. r. 8,8). Auch die Erde tritt als 
Klager auf (hebr. Ap. El. S. 22), eiidlich siud es die Werke 
selbst, die fiir oder gegen den. Meiischeii zeugeii (Ab. 4,11; 
Ab Sar. 2 a), ihre Gesetzesiibertretuugeu werden ihnen gegen- 
uber als Anklager auftreten (sap. Sal. 4,20). ihre Ungerechtig- 

1 ) Eine letzte Priifung findet sich in Ab. Sar. 3 a : die Volker werden 
gepriift, ob sie auch nur ein leichtes Gebot, das Wohnen in der Hutte 
halten konnen. Die Sacne endigt dort so, daB die Sonne heiB scheint 
und sie die Hutte verlassen. 



65 - 

keiten klageii sie an (Esr. VI 66). Diese eure Rede wird 
ein Zeugnis gegen euch sein (Hen. 96,4 vgl. 97,4, vgl. auch 
Marc. 6,11). Die so personinzierten Handlungen. werden 
offentlich zur Schau vorbeigefuhrt (VI. Esr. 65). Die Siinden 
gehen vor den Augeii der Meuschen einher (v. 66), die guten 
Werke schreiten vorau (Sot. 3b, nach Jes. 58,8, Ab. Sar. 5 a). 
Ihre Werke folgen ihnen nach (Ap. Job. 14,13), die guten 
Taten erwacben (IV. Esr. 7,35). 

Alle Taten werden zusammengebracht und hingelegt 
(Bar. 40,1) darnit kommen wir zu einem neuen Bild, daB 
die Handlungeu, die man auf Erden getan, vor Gott auf- 
bewahrt werden (Hen. 38,2, vgl. si. Hen. 50,5, 45,1). Die 
Gerechten haben eineii Scbatz von Werken, der in Vorrats- 
katninern aufbewahrt wird (Bar. 14,12, 24,1, IV. Esr. 6,5, 
7,7, 8,33). Manasse bittet Gott, seine IJbeltaten nicbt auf- 
zubewahren (Geb. Man. 13), in eine Schale kommen alle 
Tugenden der Gerechten undgutenWerke. die sie tun, hinein(gr. 
Bar. 11), es gibt Taten. die wie ein Schatz sind, dessen Zinsen 
man in dieser Welt verzehrt, wahrend das Kapital fur die 
kimftige aufgespeichert bleibt (Pea I, 1 vgl. Sabb. 105b). 
Keine Hand kann sie iiehmen, sie tragen Friichte nicht fiir 
andere, sondern fur den, der sie gesammelt, selbst (Bab. Bath. 
11 a). Das ist der Schatz im Hinnnel, von dem die Evan- 
gelien so oft sprechen (Mt. 6,19 f., Luc. 12,33, Mt 19,21 
u. a.), der groBe Lohn im Himmel (Mt. 5,12, Luc. 6,23, vgl. 
sap. Sal. 5,15). Es ist immer der Gegensatz zu dem irdischen 
Reichtum, der durch diese Satze hindurchgeht, niit ihm kann 
man dort nichts beginnen. Weder ihr Silber, noch ihr Gold 
wird sie am Tage des Grimms des Ewigen zu retten ver- 
mogen (Zeph. 1,18, vgl. Ps. 49,8), in jenen Tagen wird keiner 
sich retten, weder mit Gold noch mit Silber (Hen. 52,7), ihr 
kennt keiii Losegeld (Hen. 98,10, vgl. 53,1, 63,10, 100,6), 
Gott ist nicht einer, der Geschenke annimmt, wenn er sagt, 
er wolle uber jeden einzelnen Gericht halten. Wenn einer 
alles gibt, was auf Erden ist, so nimnit er kein Geschenk, 
und nichts nimmt er aus seiner Hand (Jub. 5,16). Was 
hiilfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewanne, 

6 



- 66 

er kame aber mn sein Lebeii, oder was soil der Mensch zum 
Tausch geben fiir sein Leben (Mt. 16/26), denn Gott la'Bt 
sich nicht bestechen (Ber. 28 b). Audi sonst gibt es keine 
Hilfe und keiiien Heifer ara Tage des Gerichts Es 1st nicht 
rrtehr Hiiigabe von Liebe, uoch Gelegenheit fiir die Reue der 
Seele, nicht Gebet der Vater und FJehen der Propheten 
(Bar. 85,12), wie schon jetzt kein Vater den Sohn. und keiii 
Sohii den Vater, kein Herr den Knecht, kein Freimd den 
Genossen senden kanii, daB er fiir ihn krank sei, so wird 
auch dort niemand fiir irgeudwen bitten, danu tragt ein 
jeder gaiiz alleiii seine Ungerechtigkeit und seine Gerechtig- 
keit (IV. Esr. 7,102 if.). Es gibt keine Heifer (si. Hen. 53,1), 
es gibt keine Besanftigung (Ber. 28 b), friiher war noch die 
Tiir der BuBe oifen (IV. Esr. 9,12), jetzt kouiien sie keine 
BuBe rnehr tun (7.82), die Zeit des Erbarmens ist vorbei 
(7,74, Bar. 44,12, Hen. 50,5, Sib. 2,312, 5,353 und 510), und 
umsonst bitten die Frevler, zuriickkehren zu diirfen (Midr. 
zu Spriichen 6,6), es ist keine Wiederkehr (si. Hen. 61,3) 
und keine Reue nach dem Tode (62,2). 

Dafiir, daB keine Siinde vergessen wird, biirgen die 
Akten, in denen iiber das ganze Leben des Menschen Buch 
gefiihrt wird. Diese Vorstellung von den BiicherD, schou in 
babylonischer Zeit nachweisbar (K. A. T. S. 402 u. 584, vgl. 
Z. A. 22, S. 15), ist nicht vollig einheitlich. Bald ist es ein 
Buch, in dern alles, was in der Welt vorgeht, die Gebote 
Gottes und besonders die Geheimnisse verzeichnet stehen 
(Dan. 10,21, Ps. 139,16, Hen. 93,1 8, si. Hen. 22,1 f., 
Jub. 16,9, t. Levi 5, Asser 7). Bald werden nur die Ver- 
dienste oder die Gerechten und entsprechend die Siinden 
oder die Frevler aufgeschrieben. Jenes ist das Buch des 
Lebens (Ex. 32,32 f., Jes. 4,3, Mai. 3,16, Ps. 69,29, Hen. 
47.3, Luc. 10,20 u. v. a.) ? in diesem finden sich die Siinden 
(Jes. 65,6, Hen. 81,4; 90,17; 104,7, Bar. 24,1 u. a.). Oder 
es gibt zwei Verzeichnisse, auf denen die Frommen und 
die Sunder stehen (Jub. 30,20 ff.). Nach Chag. 15 a schreibt 
ein Engel die Verdienste Israels auf. Aber auch jeder 
einzelne hat gelegentlich sein besonderes Buch. Elia (Ap. El. 



67 

10,21 ff., vgl. 3,17; 4,10) sieht einen Engel, ,,eine Schrift- 
rolle ist in seiner Hand, er fangt an sie zu offnen, als er 
sie aber ausgebreitet hatte, las ich in nieiner Sprache. Ich 
fand alle meine Siinden, die ich getan, daB sie von ihm auf- 
geschrieben waren. Vielleicht, wenn ich nicht gegangen war, 
einen Kranken zu besuchen, ein Tag, an dem ich nicbt ge- 
fastet usw." Selig der Maun, fiber den kein Buch der Un- 
gerecbtigkeit geschrieben, sagt Henoch (81,4). An vielen 
andern Stellen ist es nicht zu entscheiden, ob fiir jeden ein- 
zelnen oder eine Reihe von Menschen die Bucher geschrieben 
sind. Die Schreiber sind Engel (Chag. 15a, Ap. El. 3,13 ff., 
Hen. 89.62), in Abot 3,16 ist eine kaufmannische Buch- 
fiihrung vorausgesetzt, und das Bild liegt wohl auch vor, 
wenn die Siinden zusammengerechnet werden (sap. Sal. 
4,20, Hen. 63,9). SchlieBlich muB der Siinder selbst sein 
Buch versiegeln (Taan. Ha, nach Hiob 37,7). Damit ist 
der Sunder iiberfiihrt (Hen. 1,9, Bar. 40,1; 55,8 u. a.) und 
es erfolgt das Urteil. 

Gehen wir nun daran, die Greriehts scene nach dem Koran 
zu schildern, so sehen wir: es sind wieder genau dieselben 
Anschauungen, dieselben Bilder, ja, was fast noch wichtiger 
ist, dieselben Unklarheiten und Widerspriiche, die uns ent- 
gegentreten. Gott redet zu den Menschen (vgl. S. 6,30), 
halt ihnen ihre Siinden bis ins einzelne hinein vor (vgl. 58, 
8 und unsere Trad.), der Gerechte bekenut, die Sunder 
dagegen sprechen : wir haben nichts Boses getan (S. 16, 30), 
sie werden Gott schworen, wie sie euch schworen und werden 
glauben, es hulfe ihnen etwas; ist's nicht, daB sie Liigner 
sind (S. 58,19). Es kominen die Zeugen, Gott selbst: und 
es geniigt Allah als Zeuge zwischen uns und euch (10,30; 
5,117), die Engel: und kommen wird mit jeder Seele ein 
Treiber und ein Engel (50,20), die Propheten: wir er- 
wecken in jedem Volke einen Zeugen wider sie aus ihrer 
Mitte (16,86/91; 4,45 u. 157, vgl. 39,69), die Glaubigen: 
so machten wir euch zu einem Volke in der Mitte, auf daB 
ihr Zeugen seid in betreff der Menschen, und der Gesandte 
wird in betreff euer Zeuge sein (2.137), der Mensch ist wider 

5* 



68 

sich selbst Zeuge (6,130; 7,35-, 75,14), sein Mund wird 
versiegelt, aber seine Glieder, Hande und FuBe, Ohren, 
Augen uud Hant legen wider ihn Zeugnis ab (24,24; 41, 
19 if.; 36,65). Audi die Werke, die der Mensch getan, 
werden zurn Beweise dienen: was ihre Hande vorausgesehickt, 
werden sie finden bei Allah (2,89 u. 104; 3,178 u. 6.). 
Bei ihm ist der Lohn des Guten (2,59 u. 275,277; 64,15 
n. a). An einem Tage wird die Seele bereit finden, was sie 
an Gutera und Bosern getan (3, 28), sie wird sprechen, o, 
daB ich doch fur rnein Leben etwas voransgesandt hatte 
(89,25). Jetzt beherrscht sie das Streben nach niehr (102,1), 
und sie sammelt Giiter (7,46; 8,68; 10,59 u. a.). Aber 
es kommt ein Tag, da hilft ilinen nicht ihr Gut, noch ihre 
Kinder etwas gegen Allah, und sie sind die Speise des Feuers 
(3,8 u. 112; 111,2 u. a.), und es wird kein Losegeld von 
ihnen genommen (57,14), hatten sie auch alles, was auf der 
ganzen Erde ist und noch eininal soviel, urn sich von der 
Strafe loszukaufen (5,40), so sie auch jeglichen Entgelt 
darboten (6,69), eine Erde von Gold, seine Kinder und 
Gattin, seine B ruder und Verwandten und jeden auf Erden 
anboten (70,llff.), es frommt kein Losegeld, und sie finden 
keine Hilfe (2,117; 69,28. vgl. 10,55; 13,18; 39,48). Denn 
es ist ein Tag, an dem der Vater nichts fur den Sohn, 
und der Sohn nichts fur den Vater leisten kann (31,32 vgl. 
80,34), an dem es keine Freundschaft gibt (14,36), und 
keiner des andern Last tragt (16,27; 17,16; 53,39), und 
auch wenn die Seele jetzt glaubig wird, die zuvor nichts 
glaubte, es soil ihr das nichts helfen (6,159; 32,29), und 
vergebens flehen die Sunder um Riickkehr, um nun das 
Gute zu tun, daB sie einst unterlieBen (2,162; 6,27; 7,51 
u. a.). Auch das Bild von den Biichern findet sich bei 
Mohammed wieder, bald ist es das Buch, in dem alles ver- 
zeichnet wird (3,139; 6,59; 78,29 u. a.), bald ist es das 
Buch der Frevler und das der Gerechten (3,46; 83,7 ff.), 
ein jedes Volk wird zu seinein Buche gerufen (45,27), jedes 
Zeitalter hat sein Buch (13,28), und endlich hat jeder sein 
eigenes Buch, das den Frommen in die Rechte, den Frevlern 



- 69 

in die Linke gegeben wird (17, 14f.; 17,73; 69,19 ff.; 84,7 ff.), 
Engel, edle Schreiber sind es, die diese Bitch er fiihren 
(82,11), G-ott selbst aber rechnet ab (3,17 u. 199,5, 6; 
6,62 u. a.). Die weiteren genaueren Ausfiihrungen dieser 
Bilder fiuden wir in unseren Traditionen: die einzelnen Vor- 
wiirfe, die kaufniannische Buehfuhrung, die Uberfiihrung des 
Frevlers durch Gott. 

tjbersetzung. 

Der Nachkomme Adams stent am Tage der Auferstehung 
da wie ein Lammchen. 'Dann spricht Gott: o Sobn Adams, 
wo ist das, was ich dir zum Besitz gegeben habe? Er ant- 
wortet: Herr, ich habe es vervielfaltigt und vermehrt und es 
zuriickgelassen reichlicher, als es war. 

Der Nachkomme Adams steht vor Gott wie ein Lanim, 
dann spricht er: was hast du mit dem getan, was ich dir zu 
Besitz gegeben und wodurch ich dich reich geniacht habe? 
Er antwortet: Herr, ich habe es gesammett und vermebrt, 
darum laB niich zur Erde zuriickkehren, und ich werde es 
dir bringen reichlicher, als es war. Dann sagt er zu ihm: 
was hast du davon vorausgeschickt? Er antwortet: o Herr, 
ich habe es gesammelt und vermehrt, und wenn du mich 
zuriickkehren lassest, will ich es dir bringen reichlicher, als 
es war. Er spricht: nein, jedoch, was hast du davon voraus- 
geschickt? Dann fordert er vou ihrn Rechenschaft, und weun 
es ein Mann ist, der nichts Gutes hat, so wird er zur Holle 
geschickt. Gott spricht am Tage der Auferstehung: o Solm 
Adams, habe ich dich nicht auf Pferden und Kamelen reiten 
lassen, dich mit Frauen verheiratet, und habe ich dich nicht 
so gestellt, daB du tJberfluB an Speise hattest und herrschtest? 
Dann antwortet er: doch. Dann spricht Gott: o Sohn Adams, 
wo ist der Dank hierfiir? 

Es wird zu dem Unglaubigen gesprochen: wenn du eine 
Erde voll Gold hattest, wiirdest du dich damit loskaufen? 
Dann antwortet er: jawohl. Dann wird gesagt: du liigst. Es 
ist von dir Leichteres verlangt worden, und du hast es nicht 
getan, (namlich nur zu sagen) es gibt keinen Gott auBer Allah. 



70 - 

Es wird em Mann von den Leuten des Paradieses am 
Tage der Auferstehung gebracht und zu ihm gesagt: wie 
findest du deinen Aufenthaltsort? Dann antwortet erl es 1st 
der schouste Aufenthaltsort. Dann spricht er: erbitte dir etwas, 
wir wollen es dir gewahren. Er antwortet: ich erbitte nichts, und 
gewiihre mir nichts, als dafi du mich zur Erde zurticklassest, 
damit ich getotet werde in deinem Dienste zehnmal. Dann wird 
em Mann von den Hollenbewohnern gebracht. Dann spricht 
Gott: o Adamssohn, wie findest du deinen Aufenthaltsort? 
Er antwortet: es ist der schlechteste Aufenthaltsort. Dann 
spricht er: wiirdest du dich von ihm loskaufen nait einer 
Erde von Gold? Er antwortet: ja. Dann spricht er: du liigst. 
Leichteres ist von dir verlangt worden als dies (und du hast 
es nicht getan). 

Es wird am Tage der Auferstehung ein Mensch gebracht, 
deni es auf Erden am besten ging. Dann spricht er: Tauchet 
ihn in das Hollenfeuer. Dann wird er gebracht, und Gott 
spricht zu ihm: o Adamssohn, hast du je ein behagliches 
Leben gefiihrt, hast du je Annehinlichkeit oder Freude ge- 
sehen? Er antwortet: bei deiner Allmacht, nein, ich habe 
nichts Gutes, noch Freude, noch Annehinlichkeit je gesehen. 
Dann spricht er: bringet ihn wieder zuriick. Und es wird 
gebracht der ungliicklichste Mensch, dessen Hehnsuchung 
auf Erden Schmutz (?) und Ungliick war. Dann spricht Gott: 
tauchet ihn in das Paradies, dann sagt er: o Adamssohn, 
hast du je Schlimnies gesehen, oder eine Sache, die du ver- 
abscheust? Er antwortet: nein, bei deiner Allmacht, nicht 
habe ich je eine Sache, die ich verabscheue, gesehen. 

Gott ruft den Knecht am Tage der Auferstehung und 
erfreut ihn durch eine Priifung. Dann spricht er zu ihm: 
bekennst du deiue SundenV Er antwortet: Ja, o Herr. Dann 
spricht er : ich habe sie dir vergeben. 

Wenn der Tag der Auferstehung ist, halt der Glaubige 
seine Schrift zwischen sich und seinen Herrn, dann zwingt 
ihn Gott zum Gestandnis seiner Siinden und spricht: Mein 
Knecht, hast du diese und jene Siinde getan? Er antwortet: 
ja. Dann verzeiht sie ihrn Gott und gibt ihni an ihrer Stelle 



71 

Guaden. Und dies gesehieht, wenn er sagt (S. 69,19): nehmt, 
leset inein Buch. Dann spricht Gott zum Sunder. Hast 
du diese und jeue Siinde begangen? Er antwortet: bei 
deiner Allmacht, ich habe sie nicht begangen. Dann sprechen 
die Engel: so und so hast du in der und der Stunde getau. 
Er antwortet: nein, bei deiner Allinacht, nur Unwahres ist 
iiber rnich geschrieben. Dann spricht Gott: du hast so und 
so getan. Er antwortet: nein, bei deiner Allmacht. Darm 
versiegelt er ihm den Mund. El Asari fahrt fort: ich glaube, 
er hat gesagt: das erste, was von ihm spricht, ist sein rechter 
Schenkel. 

Ihr nennt den Tag der Auferstehung den Tag, der eure 
Miiuder mit einer Decke bedeckt Dann wird das erste, das 
von einem jeden von euch spricht, sein Schenkel oder seine 
Hand sein. 

Es ist uns zu Ohren gekommen, dafi dern Adamssohne 
am Tage der Auferstehung 3 Biicher gebracht werden. In 
dem eiuen stehen die empfangenen Wohltaten, im zweiten 
die guten Taten, im dritten die Siinden. Dann wird zu dem 
kleinsten Teil jener empfangenen Wohltaten gesprochen: Steh 
auf und nimm deinen Lohn von den guten Taten. Dann 
nehmen sie dieses sein gutes Tun vollkommen fort, und es 
bleiben iibrig seine Stinden und das augenehme Leben, wie 
es war. Dann ist Gott giitig. Dann spricht der Knecht: 
siehe, unser Herr ist vergebend, erkenntlich. 

Wenn der Tag der Auferstehung ist, wird der Frevler 
durch sein Tun erkanut, dann leugnet er und streitet, und 
es wird gesprochen: hier sind deine Nachbarn, die gegen 
dich Zeugnis ablegen. Er spricht: sie liigen. Dann wird 
gesagt: schworet. Und sie sehworen. Dann bringt Gott die 
Frevler zum Schweigen, und ihre Zunge legt Zeugnis ab. 
Dann lafit er sie ins Feuer eintreten. 

Es wird nach jedern Menschen am Tage der Auferstehung 
gefragt seine Gattin und seine Diener, seine Sohne und seiu 
Stamm und die Erde. Und wenn sie ihn loben, so spricht 
ihn Gott frei, und wenn sie ihn tadeln, so schreit sein rechter 



68 

sich selbst Zeuge (6,130; 7,35; 75,14), sein Mund wird 
versiegelt, aber seine Glieder, Hande und FiiBe, Ohren, 
Augen und Haut legen wider ihn Zeugnis ab (24,24; 41, 
19 ff.; 36,65). Audi die Werke, die der Mensch getan, 
werden zum Beweise dienen: was ihre Hande vorausgeschickt, 
werden sie fiuden bei Allah (2,89 u. 104; 3,178 u. 6.). 
Bei ihm ist der Lolin des Guten (2,59 u. 275,277; 64,15 
u. a). An eineni Tage wird die Seele bereit finden, was sie 
an Gutem und Boseni getan (3, 28), sie wird sprechen, o, 
daB ich doch fur niein Leben etwas vorausgesandt hatte 
(89,25). Jetzt beherrscht sie das Streben nach niehr (102,1), 
und sie sammelt Giiter (7,46; 8,68; 10,59 u. a.). Aber 
es kommt ein Tag, da hilft ihnen nicht ihr Gut, noch ihre 
Kinder etwas gegen Allah, und sie sind die Speise des Feuers 
(3,8 u. 112; 111,2 u. a.), und es wird kein Losegeld von 
ihuen genommen (57,14), hatten sie auch alles, was auf der 
ganzen Erde ist und nooh eimnal soviel, um sich von der 
Strafe loszukaufen (5,40), so sie auch jeglichen Entgelt 
darboten (6,69), eine Erde von Gold, seine Kinder und 
Gattin, seine Briider und Verwandten und jeden auf Erden 
anboten (70,11 ff.), es frommt kein Losegeld, und sie fiuden 
keine Hilfe (2,117; 69,28. vgl. 10,55; 13,18; 39,48). Denn 
es ist em Tag, an dem der Vater nichts fur den Sohn, 
und der Sohn nichts fur den Vater leisten kann (31,32 vgl. 
80,34), an dem es keine Freundschaft gibt (14,36), und 
keiner des andern Last tragt (16,27; 17,16; 53,39), und 
auch wenn die Seele jetzt glaubig wird, die zuvor nichts 
glaubte, es soil ihr das nichts helfen (6,159; 32,29), und 
vergebens flehen die Sunder um Ruckkehr, um nun das 
Gute zu tun, daB sie einst unterlieBen (2,162; 6,27; 7,51 
u. a.). Auch das Bild von den Biichern findet sich bei 
Mohammed wieder, bald ist es das Bueh, in dem alles ver- 
zeichnet wird (3,139; 6,59; 78,29 u. a.), bald ist es das 
Buch der Frevler und das der Gerechten (3,46; 83,7ff.), 
ein jedes Volk wird zu seinem Buche gerufen (45,27), jedes 
Zeitalter hat sein Buch (13,28), und endlich hat jeder sein 
eigenes Buch, das den Frommen in die Rechte, den Frevlern 



- 69 

in die Linke gegeben wird (17,14f.; 17,73; 69,19ff.; 84,7ff.)i 
Engel, edle Schreiber sind es, die diese Biicher fithren 
(82,11), Gott selbst aber rechnet ab (3,17 u. 199,5, 6; 
6,62 u. a.). Die weiteren genaueren Ausfuhrungen dieser 
Bilder finden wir in unseren Traditionen: die einzelnen Vor- 
wiirfe, die kaufmannisehe Buehfuhrung, die tlberfiihrung des 
Frevlers durch Gott. 

Ubersetzung. 

Der Nachkomme Adams steht am Tage der Auferstehung 
da wie ein Lammchen. -Dann spricht Gott: o Sohn Adams, 
wo ist das, was ich dir zuni Besitz gegeben habe? Er ant- 
wortet: Herr, ich habe es vervielfaltigt und vermehrt und es 
zuriickgelassen reichlicher, als es war. 

Der Nachkomme Adams steht vor Gott wie ein Lamm, 
dann spricht er: was hast du mit dem getau, was ich dir zu 
Besitz gegeben und wodurch ich dich reich geniacht habe? 
Er antwortet: Herr, ich habe es gesammelt und vermehrt, 
darum laB niich zur Erde zuriickkehren, und ich werde es 
dir bringen reichlicher, als es war. Dann sagt er zu ihm: 
was hast du davon vorausgeschickt? Er antwortet: o Herr, 
ich habe es gesammelt und vermehrt, und wenn du mieh 
zuriickkehren lassest, will ich es dir bringen reichlicher, als 
es war. Er spricht: nein, jedoch, was hast du davon voraus- 
geschickt? Dann fordert er von ihm Rechenschaft, und wenn 
es ein Mann ist, der nichts Gutes hat, so wird er zur Holle 
geschickt. Gott spricht am Tage der Auferstehung: o Sohn 
Adanis, habe ich dich nicht auf Pferden und Kamelen reiten 
lassen, dich mit Frauen verheiratet, und habe ich dich nicht 
so gestellt, daB du t)berfluB an Speise hattest und herrschtest? 
Dann antwortet er: doch. Dann spricht Gott: o Sohn Adams, 
wo ist der Dank hierfiir? 

Es wird zu dem Unglaubigen gesprochen: wenn du eine 
Erde voll Gold hattest, wiirdest du dich damit loskaufen? 
Dann antwortet er: jawohl. Dann wird gesagt: du liigst. Es 
ist von dir Leichteres verlangt worden, und du hast es nicht 
getan, (namlich nur zu sagen) es gibt keinen Gott auBer Allah. 



70 - 

Es wird em Mann von den Leuten des Paradieses am 
Tage der Auferstehnng gebracht und zu ihm gesagt: wie 
findest du deinen Aufenthaltsort? Dann antwortet er'. es ist 
der schonste Aufenthaltsort. Dann spricht er : erbitte dir etwas, 
wir wollen es dir gewahren. Er antwortet: ich erbitte nichts, und 
gewahre mir nichts, als daB du mich zur Erde zuriicklassest, 
damit ich getotet werde in deinem Dienste zehnmal. Dann wird 
em Mann von den Hollenbewohnern gebracht. Dann spricht 
Gott: o Adamssohn, wie findest du deinen Aufenthaltsort? 
Er antwortet: es ist der schlechteste Aufenthaltsort. Dann 
spricht er: wiirdest du dich von ihm loskaufen nait einer 
Erde von Gold? Er antwortet: ja. Dann spricht er: du liigst. 
Leichteres ist von dir verlangt worden als dies (und du hast 
es nicht getan). 

Es wird am Tage der Auferstehuug ein Mensch gebracht, 
deni es auf Erden am besten ging. Dann spricht er: Tauchet 
ihn in das Hollenfeuer. Dann wird er gebracht, und Gott 
spricht zu ihrn: o Adamssohn, hast du je eiu behagliches 
Leben gefuhrt, hast du je Annehmlichkeit oder Freude ge- 
sehen? Er antwortet: bei deiner Allmacht, nein, ich habe 
nichts Gutes, noch Freude, noch Annehmlichkeit je gesehen. 
Dann spricht er: bringet ihn wieder zuritck. Und es wird 
gebracht der ungliicklichste Mensch, dessen Heiinsuchung 
auf Erden Schmutz (?) und Ungliick war. Dann spricht Gott: 
tauchet ihn in das Paradies, dann sagt er: o Adamssohn, 
hast du je Schlimnies gesehen, oder eine Sache, die du ver- 
abscheust? Er autwortet: nein, bei deiner Allmacht, nicht 
habe ich je eine Sache, die ich verabscheue, gesehen. 

Gott ruft den Knecht am Tage der Auferstehung und 
erfreut ihn durch eine Priifung. Dann spricht er zu ihm: 
bekennst du deine Siinden? Er antwortet: Ja, o Herr. Dann 
spricht er : ich habe sie dir vergeben. 

Wenn der Tag der Auferstehung ist, halt der Glaubige 
seine Schrift zwischen sich und seinen Herrn, dann zwingt 
ihn Gott zum Gestandnis seiner Siinden und spricht: Mein 
Knecht, hast du diese und jene Siinde getan? Er antwortet: 
ja. Dann verzeiht sie ihm Gott und gibt ihni an ihrer Stelle 



71 

Gnaden. Und dies geschieht, wean er sagt (S. 69,19): nehmt, 
leset mein Buch. Dann spricht Gott zum Siinder. Hast 
du diese und jeue Siinde begangen? Er antwortet: bei 
deiner Allmacht, ich habe sie nicht begangen. Dann sprechen 
die Engel: so urid so hast du in der und der Stunde getaii. 
Er antwortet: nein, bei deiner Allrnacht, nur Unwahres ist 
iiber inich geschrieben. Dann spricht Gott: du hast so und 
so getan. Er antwortet: nein, bei deiner Allmacht. Dann 
versiegelt er ihm den Mund. El A sari fa'hrt fort: ich glaube, 
er hat gesagt: das erste, was von ihm spricht, ist sein rechter 
Schenkel. 

Ihr nennt den Tag der Auferstehung den Tag, der eure 
M tinder mit einer Decke bedeckt. Dann wird das erste, das 
von einem jeden von euch spricht, sein Schenkel oder seine 
Hand seiu. 

Es ist uns zu Ohren gekommen, daB dern Adamssohne 
am Tage der Auferstehung 3 Biicher gebracht werden. In 
dem einen stehen die empfangenen Wohltaten, im zweiten 
die guten Taten, im dritten die Siinden. Dann wird zu dem 
kleinsten Teil jener empfangenen Wohltaten gesprochen: Steh 
auf und nimm deinen Lohn von den guten Taten. Dann 
nehmen sie dieses sein gutes Tun vollkommen fort, uud es 
bleiben iibrig seine Siinden und das angenehme Leben, wie 
es war. Dann ist Gott giitig. Dann spricht der Kuecht: 
siehe, unser Herr ist vergebend, erkenntlich. 

Wenn der Tag der Auferstehung ist, wird der Frevler 
durch sein Tun erkannt, danu leugnet er und streitet, und 
es wird. gesprochen: hier sind deine Nachbarn, die gegen 
dich Zeugnis ablegen. Er spricht: sie liigen. Dann wird 
gesagt: schwb'ret. Und sie schworen. Dann bringt Gott die 
Frevler zum Schweigen, und ihre Zunge legt Zeugnis ab. 
Dann la'Bt er sie ins Feuer eintreten. 

Es wird nach jedern Menschen am Tage der Auferstehung 
gefragt seine Gattin und seine Diener, seine Sohne und seiu 
Stamm und die Erde. Und wenn sie ihn loben, so spricht 
ihn Gott frei, und wenn sie ihn tadeln, so schreit sein rechter 



72 - 

Schenkel, bis er gehort wird. Dann entkraftet Gott seinen 
Entschuldigungsgrund (d. h. er verurteilt ihn). 

Der Adamssohn wird am Tage der Auferstehung ge- 
bracht wie ein Lammchen (d. h. wie ein junges Schaf), und 
sein Herr spricht zu ihm: o Adanissohn, wo ist das, was ich 
dir zmn Besitz gegeben, und wo ist das, was du besessen, 
und wo ist das, was ich dir geschenkt? Erantwortet: Herr, 
ich hab's gesammelt und es vermehrt und es zuriickgelassen 
mehr, als es war. Er spricht: gib her, was du davon vor- 
ausgeschickt hast und (wenn er nichts vorausgeschickt hat), 
so gibt es keinen, der zuriickkehrt zu dem, was hinter ihm ist. 

Es gibt keinen unter euch, mit dem sich Gott nicht am 
Tage der Auferstehung unterhalten wird, ohne daB ein Dol- 
metscher zwischen ihnen ist. Dann schaut der M'ensch nach 
rechts und sieht nur. was er vorausgeschickt hat, und schaut 
nach links und sieht nur, was ervorausgeschickthat, er schaut vor 
sich und sieht das Feuer, und wer imstande ist, das Feuer 
von seinem Gesichte fernzuhalten, der moge es tun, und sei 
es auch nur mit der Halfte einer Dattel (mit der er z. B. 
einen Armen gespeist hat). 

Ich horte den Abu Mas'ud mit eiuem Schwur beginnen 
vor dem Hadit; er sagte: bei Gott, niemand ist unter euch, 
mit dem nicht Gott am Tage der Auferstehung allein zu- 
sammen ist, wie eiuer von euch mit dem Mond zusammeii 
ist in der Vollniondsnacht (oder er sagte in seiner Nacht), 
iiidem Gott sagt: was ist deine Macht gegen mich, o 
Adamssohn, und was ist meine Macht, o Adamssohn? Was 
hast du getan in bezug auf das, was du weiBt, o Adams- 
sohn? Was hast du den Gesandten geantwortet? 

VierLeute bringenBeweis undEntschuldigung vor am Tage 
der Auferstehung: der Greis, der den Islam erst vom Alter 
verzehrt kennen gelernt hat, der Taubstumme, der Verriiekte 
und der Mensch, der in der Fatra gestorben. Dann spricht 
Gott: sehet, ich schicke euch einen Gesandten, gehorcht ihin. 
Dann koinmt der Gesandte zu ihnen und ziindet ihnen ein 
Feuer an, daB sie sich darein stiirzen, und wer sich hinein- 



73 

stiirzt, iiber den ist Kiihle und Frieden, wer aber nicht, gegen 
den steht fest das Wort der Strafe. 



XIY. Die Wiedervergeltnng am Tage der Auferstelmng. 

Wenn im vorigen Kapitel gesagt wird, der Mensch stehe 
vor Gott wie em Lammchen und in diesem: die Schafe 
werden untereinander streiten, so hat das einen inneren Zu- 
sammenhang. Es ist das nur ein Bild fur die Menschen. 
Im alten Testamente wird Israel gelegentlich mit einer Herde 
verglichen, deren Hirt Gott ist (vgl. bes. Ez. c. 34), und Gott 
wird richten zwischen den einzelnen Schafen, zwischen 
Widdern und Bocken (vgl. Mat. 25,32, Sib. 8,416 ff., Hen. c. 
85 90), Gott richtet die Menschen wie junge Lammer (r. 
hasch. 18 a nach der Erklarung d. Komment.). DaB die Men- 
schen miteinander rechten werden, wenn sie sich Unrecht 
zugefiigt, ist aus dem Talmud (j. Soth. 5 Ende) zu entnehmen. 
Aber auch die Tiere werden wirklich gerichtet. Sie verklagen 
den Mensehen (si. Hen. 58,6), auch die Steine zeugen im 
Gericht (Taan. 11 a, vgl. auch Luc. 19,40), Tiere und Holzer 
mussen einst Rechenschaft ablegen, wenn sie einen Menschen, 
und Tiere auch, wenn sie einauder gescha.digt (Gen. r. 26,6 
zu 6,3). Ebenso werden nach ,,Eschatalogie" c. 30 die Tiere 
gerichtet, dagegen habeii nach IV. Esr. 7,66 die Tiere kein 
Gericht zu erwarten (vgl. si. Hen. 89.4). Der letzte und 
schonsteSatzunsererTraditionen, der vom Verfasser sicherlich 
mit Absicht an den SchluB gestellt ist, hangt wohl zusanmien 
mit dem Ausspruch Mt. 10,29 f. Kauft man nicht zween Sperlinge 
um einen Pfennig? Und doch fallt nicht einer zur Erde ohne 
euren Vater. 

IJbersetznng. 

Bei dem, in dessen Hand niehie Seele ist, selbst zwei 
Schafe werden miteinander streiten in bezug darauf, daB sie 
sich gegenseitig init den Hornern gestofien habeii. 

Bei dem, in dessen Hand meine Seele ist. wahrlich die 
Leute des Paradieses werden zuriickgehalten werden, nach- 



74 

dem sie aus der Holle gekommen siud, bevor sie in das 
Paradies eiutreten, danii werden sie untereinander die einen 
von den andern, die ihneu Unrecht getan, Rechenschaft ver- 
langen. Dann wird gesprochen: ihr waret gut, darum tretet 
fur ewig in das Paradies ein. 

Bei dem, in dessen Hand meine Seele ist, der Kiiecht 
wird das Gute hoehheben am Tage der Auferstehung, in der 
Hoffnuug, daB Gott ihm dafu'r verzeiht. Und nicht hort der 
Mensch auf zu sagen: Herr, dieser dein Kneclit hat mir Un- 
reclit getaii. Dann nimnit Gott von dessen schb'neri Taten 
und legt sie zu den schonen des Verletzten. Dann steht ein 
anderer auf und spricht: Herr, ein Gleiches. Und das hort 
uicht auf, bis ihm kerne guten Taten bleiben, fiir die ihni 
Gutes gegeben werde. 

Das Zukonnnende wird zuriickgegeben denen, denen es 
gehb'rt, so daB arn Tage der Auferstehnng sogar die unge- 
hornten Schafe von den Gehornten (ihr Recht) nehinen. 

Wir traten ein bei Abti Dar. Da horte ich ihn sagen: 
Bei dem, in dessen Hand meine Seele ist, wahrlich, das 
Schaf wird gefragt werden dariiber, daB es seinen Gefahrten 
gestofien hat, und der Stein, daB er den Finger des Menschen 
verletzt hat. 

Wer einen Sperling getotet hat ohne Berechtigung, den 
wird Gott darnach fragen am Tage der Auferstehung. 



Nachtrag: Zu S. 27 vgl. noch Gitt. 57a. 



Druck von Max Schmcrsow, Kirchhain N.-L. 






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Lebeuslauf. 



Ich, Rudolf Leszynsky, jiidischer Religion wurde am 
10. November 1884 in. Berlin als Sohn des Subdirektors der 
Versicherungsgesellschaft Viktoria und seiner Ehefrau Rosalie 
geb. Stern geboren. Im Herbst 1890 trat ich in die Vor- 
schule des Kgl. Wilhelinsgymnasiums zu Berlin ein und 
besuchte dann dies Gymnasium, aus dem ieh im September 
1902 mit dem Reifezeugnis entlassen wurde. Ich bezog darauf 
die Universitat Berlin, wo ich Vorlesungen iiber orientalische 
Sprachen, alte Geschichte und Philosophie horte. Grleich- 
zeitig widniete ich mich jiidiseh-theologischen Studien am 
Rabbinerseminar zu Berlin, das ich mit der Rabbinatsautori- 
sation im Dezember 1907 verlieB. Im Winter 1907/8 setzte 
ich meine akademischen Studien an der Universitat Breslau 
fort und besuchte im Sommersemester 1908 die Universitat 
Heidelberg. Ich horte in der Zeit meiner akademischen 
Ausbildung die Voiiesungeu folgender Herren Profossoren: 
Earth, Becker, Berliner, Bezold, Cichorius, Dessoir, v. Domas- 
cewski, Fraenkel, Hildesheimer, Hirschfeld, Hoffmann, Kiihne- 
mann, Lasson, Eduard Meyer, Meissner, Riehl, Sachau, Streck, 
Stumpf, Thiele, Winkler, Windelband, Wohlgemuth. 

Allen dieseu Herren spreche ich an dieser Stelle fiir 
die erhaltene Belehrung meinen Dank aus, ganz besonders 
aber rneinen hochverehrten Lehrern den Herren Professoren 
Barth, Becker, Bezold und Fraenkel fiir ihren freundwilligen 
Rat und ihre Unterstutzung auch bei der vorliegenden Arbeit. 



Die Handschrift Spr. 495 liegt an der Konigl. Bibliothek 
zu Berlin und ist im Ahlward Bd. 8 1553 katalogisiert: 14 
Bl. 8 zu 21 Zeilen, Zustand ganz wasserfleckig. Die Tra- 

ditionen sind von 



geb. 132/749 zusanamengestellt. Die Reihe der Rivajat des- 
selben enthalt f. la bis hinauf zu ^L^-t .v*A.Jf 



(urn 670/1271). 

Es ist, wie der Kenner weiB, bis zu einem gewissen 
Grade ein Wagnis, eine Handschrift zu edieren, die nur in 
einem Exemplar vorhanden ist andere mss. sind mir nicht 
bekannt geworden. Die Schrift ist jedoch im ganzen deut- 
lich, und die Vergleichung mit Parallelstellen fuhrt im all- 
gemeinen zu einer sicheren Lesung. ^, \, t> sind vielfach 
nicht zu unterscheiden, ebensowenig . und i, die Punkte 
fehlen bisweilen, ich habe das jedoch bei einfachen Stellen, 
nicht angegeben, obwohl es oft groBe Schwierigkeiten bereitet, 
desgleichen fehlen f und ". 

Die Notitz im Haji Khalfa V S. 91 n. 10162 lautete: 

,_i 






xJJf 



^j *. 



V-^ 




J ) p. 2 b lAiss. 2 ) Die in Klarmnern [] gesetzten Worte sind 



zu ersranzen. 



Ib. 

Ji-lrLf 










JU 

tXA.fi 

'fJij u/ 

f*.^ *Afi ( 



LJ JU' a^M-** 



i JU 



bi JU 

yaLkJf ^j! [*L^t ll^xo bwA.^ Lo 



J ) Im Ms. sfceht auch. am Anfang der Zeile stets ,-jj. a j LJ = Lsl 
L^ LA'J'A^-. 3 ) p. la |C./.flJl. *) p. la j^. ,.,j 



Ill 



xs **Xo ^^5! ^ X*JN 

JjJu JLs (jax^? ^ LJ LXJ b^yfl j*| LxftUi>! 

9 JU 



r; 

.La &>Lo j**^* (j^XwJ JU cysLU L*Lb& fjJU *^jtftA-> $ 

1 1 I w I 
LK U-b 



JLs Luo c Lo 



JlS *J RA^U i flJ| &.!-- c^XX) dlj^ LUwLc (jdJuJ v^ULo b 3 \L-L'I 






Uo 



LuJ-fc oia^J dULo L> tj^b^ tJL*J^ ^LAJ &JjJ* ^ 

JU 15 -La i^AJf *-^-fc cyXx) JU 



/ 

b 



JLS 

LJ| J^f ^ ^[ [Jyb] , jf J 



; 



a ) S. 1425. VgL Zam. n. Beidh. 2 ) ms. ^jy^o. 3 ) S. 4377. 
4 ) VgL JL^JI jxX IV t Tr. 2812. Moh. Esch." S. 87: ^ ^ji/L* ^-jf 

. 5 ) Vgl. JL^JI JJLT IV, Tr. 2793 S. Buchari Bd. IV S. 243.. 



II - 



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b 



. 



J ) Koran S. 9 83. 2 J Das. ScLlufi-Alif wird hier und 6'fter aus- 

gelassen. 3 ) Am Rand: -i ^ ^JLXi ^sj) X regiert allerdings 

den Akk. 



* JU 

T J, $b JLs aUa> ju 



Lo 



Lo 



3 Si. 



JU 



b 



*) ms. 200^.. 2 ) ms. 
s ) S. 19 6 o. 






^ SJLoi ^> (ilLJf Lo 
L^J (jj^jJ uls Ulii^t 



j? [b] 



1U^|J ,j.jf b 



3 ) S. 7823 vgl. Zam. 4 ) S. 19 eo. 



IV 



2b. 



, _ 



JU jv*-Lo xXJf 
J xJ 

_ 

Ls ig^jA (-?. <X**T L) . xi 
JU JU 

j x) ^U>^ L?!j^ ^LJf Jjof 

^. 

I* J^-^Jf ^1 |VA*A3| J<JtJ 1*5" XC- 

8 >A^ ; Uf J^af ^ Lo^ XJLX LftX^ jubt ftX^T ; LJ| 



J^-**^ JU 5 )JU 






; UJ| 



') jJL/ IV t Tr. 2798 im Namen d. ^Le. ^1. a ) ma. 
ebenso p. 3a 1 und 8b; dagegen in Dahabi cuLflxi?, im Pihrist und Iba 
Jacut ^j^]. 3 ) ma. Lx^-l. 4 ) Wolff Esch. hat die Stelle 

total mifiv^erstanden. 5 J ^f IV t S. 232 Tr. 2579 u. 2792. 6 ) ms. 



7 ) Die Verteilung eines Wortes auf 2 Zeilen ist erne Eigen- 
tiiinlichkeit der Handschrift. 



VII 






xi 



iJL? X3? ^ JU iU^J jjf G Ju G 
uo JJ 

3 bt 



JU[ JU (J 

L (Xu/f LJ . +t*-$\ *d*^* jJl auX> ^o aujs- 



x ) Vgl.-jJLT IV, S. 246. Tr. 2803. *) Am Band yUJi 

3 ) Vgl. Esch. S. 86/155. Der JL^JI j^f bringt die Tradition auch aus 



dem -jL-d?, der in den Rivajat erwahnt wird (p. la, 2 a) (lebte 
260360), im Namen des ^AxijJl e.j^ ^ &. L^\J! ..^i ?dJl 



4 I Im jJi./: Lixili' u. ,.j> iAi^. 5 ) Am Rand verbeasert fur 

) ms. ^IfijtJf. 7 j Vgl.jA/ IV t S. 278 Tr. 3081. Vor dem v_^ ist 

c. _ . ........ - - 

dort noch. ein ^ eingeschoben , aus dem Tmaligen Anrufen Gottes ist 
ein TOmaliges geworden. Der ScliluB lautet dort: RilAv.aiJ .JL!l L5>Ac.l 
^v/sl .._x>. Nacb. der Scblufibemerkung dort ist der Haditb. liignerisch; 
vgl. aucb yS III, S. 218 Tr. 4485 u. S. 234 Tr. 2814. 



VI 



s 



JU 

G ioi 



id jLo xLJt vj of^ JU 



oof 6 LjyLfc vj<>o! l^ l^ U. 3 H*.^? c JU 

7) b . 



X/wLft t>t^aJt AiXj *-V> , Jw=x JU yJLwy 



J ) Am Band verbessert fiir Ouua.* im Text. . 2 ) Vgl. Beid. 
3 ) So im Tabari und Tucbfa; ms. ^S'O. 4 ) Am Rand: ...i ^^otj 



5 ) Vgl. Zam., dort auch -sJf c^fo J^Jli... * I jf. 6 J S. 74 n. 



7 j Zwischen L u. L\*W| steht ein ^5, dazu bemerkt der Verbesserer 

.... ^yi ^ J-i=-b j^wJ 2oU J^*v! ^ fcJlc. U.' 8 J Vgl. jA/ 

IV, S. 244. Tr. 2756. 9 ) Vor ^j^j ist ein Wort iibergeschneben 

und verbessert, daher unleserlich. l ) ^1 ist iibergeschrieben, das dazu 
gehorige Substantivum fehlt. 



J^J^ jl*3 



IX 

I & C** ^" C" 

JcU-vuf b tX^uf b 



b ab 

-^ t *^ 

b 



b .LujJf 

. 

.5 ^ aool ^J-c. 
1^1 O*.j ^LLjJl JU 



b| OOL-W JU Jju3 ^j| b x^^J ^.j| b l ^y ^ <X^T b 

wg 

(jobJf ^j ^T 4 ^ cH *^ ^"^ oJt*^ Jyb 

JiJLxJ! f yo JU jJUf Jjf iyU jjlIjJ! Lo 



VM p_ _^_ 

iJJf L^A: JU t>|jUw jf J b JU 



') Der Name 1st fraglich. -) Vgl. JA/ IV, S. 244 Tr. 2771. 

3 ) S. 38 57. 4 ) Vgl. jjj IV, S. 277 Tr. 3074 u. Zam. z. St. 5 ) Am 

Rand verbessert fur , jjs. 



VIII 



3' ^x> ^s^ e 



s<jLet 



_-^__ 

L> 



JUx? Ur JU 



bfjcfc ^b^\ jlxjj liljlo xJUf Jys 

b .JljkJj J^JB' L^sLot V) 1 
G x 



w iuJf wy lib vuoyJf Jorf JLS J^JK 4) vilj; djjLo 



J ) Vielleicht ist auch cy| _* **>>** J,E. \iJLi zu erganzen. 2 ) Un- 

punktiert und unleserlieh. 3 ) S. 16 90. Vgl. Zam. z. St. 4 ) S. 1828 
und 44^5. Vgl. Zam. zur Stelle. 



XI 



Jli* jtAfl aL&5\u/ si i.j 



^^w _p. ^*^ 

(jU^e- Ls (X^f L . sLo J^ f fjj 









*^^ j*^ & 

LJ tX-wf LJ .^xxxi^Jl (V^fob J-ftJO ttX^ LoLol LJ 



Lo ^t xUJt Jjoj x*JI JU* 26 f 




_^ _^__ _^ 

Lx ,^c b<M JJs *^io Jb Lxi (>o 



vi '; s 






>*=> 

^. 

JLiLxi JU a^fS- J^Lj J^)? Lx>4> ^5^' 85-9 J**2 

* / ~ * 

Ui JU ^6^1 ^o Lo Lo Jcfc bfof Jo Jou^!! JU'Lo v 

j> L^J tX^ |J 
U U ^ b!6T j^ t\*l Jb Lo s- 



x ) Vgl. Kor. S. 4 59. 2 ) Am Eande verbessert fiir 

S. 74 17. 4 ) Vgl. jX/ IV, Tr. 2826 S. 247. 5 ) Am. Rand 



dafiir: c ,y^us. 6 ) ms. j^utf . 7 ) Vgl. jjjT IV, S. 188 

Tr. 3288, auch aus dem Jlilj*k. 8 J Vgl. Kor. S. 6644: ^^2^... 



X 

G .,**** 
<i) ; lo 

^,3^ Jb JU3? 






bf jj Lx, 



JUxt U?- ^* yyJJj JU iuof 

l JU r U^' bi 

[b] Jwofj ^ 'tXa-iyr tXj* - L ^A*^ ^ 15 S; 

b 



J^.^ JLs JLs S 
Lu .XAJ 






( jut Jui 



iaJf b ">* tXwf b 



a ) S. 885. In der Koranausg. v. Fliigel steht ^il*^. 2 ) Hier 

mufi wolil b L\.^V! erganzt werden. 3 ) Hier felilt ein Wort, vielleicht 

c. 

. 4 ) Am Rande verbessert in L.o 



XIII 

j <M vrLf SjUw aJ 

oJf Is>- (*j-ft-5f (J^c- tXAAolj ^iLo xJ 1-Jv 



[*Lc jo (jw-*- xA^ 



O^ Xj 

\mf 



J *J &*-e- L-axj o 



s.. ,.wo 

4 3 v 



x ^w,- t. 

L x 



r r- ^*- _j v 

Lxi Ujs ^J^AAJ uLi' (tfA^- (j^ cy.-yi ..v/o 






nJJ\ 



,J w&o 



') uis. "Lxi. -,i Aoi Rand verbessert fur *^.iJk.xj. i! ) ms. 



j*Jl^. 4 ) Vgl. Buchari IV S. 246. Musi. S. 66 ff. JA/ IV 1 S. 213 

Tr. 2308. s ) Das ms ist hier wasserfleckig urid schwer zu lesen. 

Statt J^.^\f stebt deutlich J-^c.. Von LXJ . au geben die Worte keitien 

W V. ' 

Sinn. Statt ,-^b vielleicut _xL crassusV (j^-il ist unsiclier. (3 ) Ygl. 
jJw' III, S. 258 Tr. 5220 ff. 



XII 
Lo ^jf Jlo 3 a >[JT] JoJbf! ^ DjUui 

Lo Lo^ UaJJ SjJ JOU*0 ^JJJ Jl&J p XXOL ^ *^X> 8 >Jj-J| 

LL> Lc J^ bloT jjf 



^ 



yLJ 



LJ 



^bf 



. 



bloT AS juI JL? Lo jcj. J^=b JJJ JUu 



LJ! Jb juf JU^i 



aJLJl Jw, JU 6 Mls ^! c .-^1 o *-U! 



*) Am Rand: JtSAi jdljj. -) Wohl nach deiii JA/ zu erganzen. 
8 ) Vgl. zu dieser Siinde JJL/" III, S. 83 Tr. 1733 ff. Tr. 1748 in Verbin- 
dung mit Verleumdung. Tr. 1747: Jj.*Jl ^ ^ASJl v 1 '^ ?-*b. ^1. 
Die Stelle hier scheint verderbt, \l^*j hat kein Beziehungswort. 



4 ) Am Rand: U/ J^j (?)L5> jLiu*^. ' 5 ) ms. { JijJis^. B ) 

IV, S. 277 Tr. 3074. . 7 ) ms.: 



XV 



JU cXJ&Ls> fcfr tXxsx 



jw9 




G .^LJf ^ j^ j .. ^ -. 

o 




6 a 

\ tta^ j 



- 
^ UJf 

Lu jc-wv ^^h tX-w! b .^yiA^Uji xcUxcJf J^ (5^^ 

JU io^*x) ^j 

^ 

Ai' JoUi' cy.Jo vUJf ^^ ^ JU ioof 



i 

x ) Am Rand: ?o:*^.^j. -) Ich wollte zuerst verbessern *.A 
was einen guten Sinn und einen scbonen G-leichklang ergabe; vgl. aber 
jJL^ S. 64 und yJ IVj S. 213 Tr. 2314. Vgl. auch noch Tr. 2321. 
*) Am Rand verbessert ftir y^j-^*. 4 ) ^i Tradition ist bier un- 

vol]standig; NJjjtxiii und ,*-&*x haben kein Beziebungswort. Es feblt: 

Der Propbet und die Froiumen seines Volkes scbreiten voran oder 
ahnlicbes. 5 ) ms. l^sup.. 6 ) Vgl. jjj IV, S. 214 Tr. 2323. 

7 ) ms. ,..;>, einen Traditionar dieses Namens habe icb jedocb nicbt ge- 
funden; gegen ,.-i spricbt aucb das folgende *JLw JL3. 



XIV 



x*f 200? j^-lt itXJf +s- x*JJiJ! 



^uJiXtf Lojf iJiJf 



auw 



\ j * 

> 



^3 



ms. 'AJ. 2 J ms. |y-w^- / tA *j-J5> wakrend man erwartet: 

JR-CI^P. oder f^^^. ).Aii. 3 ) Am Rand: JU^ci^. *) Am 

w ^ 

Rand: LAP s. 



XVII 

Jls boo ; ! ; i[ 

LJ -AJtXs*. JU ^bsV *i tX*^ b uli' 



> ^. JU 

JLS o^ c x; x u-c j *j (JLsb 

6 b * <* &. ~ 

AA^ JyXi -ix^U 4 )viLww^wO JOoJo JXi 



. 

tX^U sUJf. JL* 



JJo ^ 



JU 



JL^fr 



' -wix? -** 



Ao xXj^LJ} Jyucj UojJf- 



Am Band .1*3. 2 ) S. 1972. 3 ) Dariiber geschrieben 

(? ?). 4 ) ms. punktiert ^A^^JC^W.^'. 5 ) Vgl. S. 7?32. 



(i 



i! ) Im Freytag rnir die Form (j^-. 7 j Vgl. S. 8206, dort und S. 7a 

Lib. s ) ms. ZjjSis.. 9 ) Vgl. S. 8923 (u. 78ss). 10 ) ms. nur- 

>. 1A ) Am Rand verbessert fur 

2 



XVI 



v^ 

^.^ULJ & JL JU olo^JL L&J^ eil*3s ^^' ^Jl 



Uo ao adJf 



X+Aib 






bt JLs &jtx> j ^j^yo Lu iXxM LJ ._b 

JU 2 Mb ot^Jf ^JU-**' JU 



JU ^j^l ^ft SJLdi ,jj J ; UJf Lo tX^ Lo 



4) ^-fjuiJt xLo .. 
)J,l*j xJ^-s viUj^ adJl xsttX 

Lo ju*f Lo .JbL^Jf i^fr vtoL^ xUf 



4 ) ms f^su,3 2 ) Vgl. jJLT TV, S. 274 Tr. 3052. 3 ) Am 

Rand verbessert: L.XxAi., vielleicht aus der Uberlegung, dafi alle Men- 

schen, also auch der Schreiber und Leser, dabei sind. *) Koran S. 57 13. 
5 ) Koran S. 4i4i.vgl. auch Zam. z. St. 



XIX 

Lo 



[xXA^==>j jjjoj JJD. ioLo ^.tS SW^MX)] ^aCCxSssx 

XJ.J'wJ J,t^ 2 )&A.O<:>t (J.JO ( j^0^ -Lc ioLo (jt*+> HvAAA^X) 

wjuwjo JoJUf ^iyo J,! JO.i'x.i ^c^ [*L^ 

Ls *Lfc i 



Lc.Jv.Xi 



. 

c AJ* yCAJ '^^JaJixs ^..Jb-AAJ' Lx Jyixs viU6 

bf 









Lo awLji 



%AMS 

S )JU uwji.| fc LJLflj j (iKlxJf G * * tXAwf Lu 

jcso 



LJf j 



A j Am Rand statt a.^jJ'j verbessert. 2 ) ms. ^XAJ .1 , ein ge- 

fahrliclier Schreibfeiiler! 2^'/.'xi.l heifit: Nasenspitze und bis auf die 

Keihenfolge gibt das einen Sinn. *) Vgl. Musi. S. 70. jJL/ IV! S. 

226 Tr. 2484 ff. 4 ) Der Wech.se! der Person ist aufiallig. B ) Vgl. 

*M 

Musi. S. 66. 6 ) Am Rand verbessert statt fX 

2* 



XVIII 






Jjof Xxs 



' 



LJ *w- <Xwl Lo 



)JLs 



Vgl. S. 78 3 8. 2 j Vgl. jjJ B. II t S. 214 Tr. 3345 ff. 



XXI 

LJ xXJf tXxc L k 

U 



we. 
Lo <XvJ l-o . ..AX> viLM Lof JLai aU^ ^JiJ( 






. 

Lo^ aU^JiJf ^ J.a^ Lfr x^ ^o UJ5 f xJJf 

*** w c. 

w^JiJt ^o *XX^= yj*>Jf JU iw 
Lo (**>}# ^ <X*f Lo .(JocT xjLs JU 

t 

jJUs* 



Lo c\.wf Lo .^ w 






Lo O 



jJUl J^A^V 5 zJU vgl. noch ^ II, Tr. 4222. S. 259. 



x ) ms. Jib. 2 ) Am Rand verbessert fiir s.J^. 3 ) Vgl. 

JA/ IV, Tr. auf S. 227. *) ms. J.AX3. 5 ) Vgl. JA/ III 2 Tr. 

2688. 2747. In Tr. 4746 S. 264 wird unter 4 Bergen im Paradies der 
Libanon und der Sinai genannt. 



XX 



Lo *J JUuJ LoJf ^c j 2 ) fdxi{ J JUui 

tXoti 




7 
JLaxs Ujx JyiAJ ^^laXAj Lx Jyixs ,A^ J.J' 



s ./JuLi JLs viJLsud.} yo^ Jis>.^ Lfc Lbj LJ 

tX*^ Lo (^yo ^J iX^T Lo .JcLxaJf <A Lo J 

5 )JU S 



xLJ Jdf OMJ? Jls LG 



; 



Lo io 



LjjJf ^Juju I^K' Lo r ^ XJ J^o ; JLs LujJ! 



a ) KoraniscLi vgl. S. 2 77. 82 449. 154 u. a. 2 ) Am Eand verbessert 

statt ^X^. 3 ) Vgl. jJLT IV, Tr. 2504; III 2 S. 308 Tr. 1668. 

4 ) Wiederum Wechsel der Person. 5 ) Vgl. Buch. IV S. 246 Musi. S. 

64. 6 ) ma. JLA.. 7 ) Vgl. Buch. Ill 308: ^i ^^J v-ftAil a ^ 

K.j^4>. SJji- 2OC.u> ?JUl JA*AW Herr Prof. Becker liatte die Giite, mir 
hierzu die Erklarung d. Nihaja d. Ibn Al Atir mitzuteilen, die folgender- 
iiiaBen lautet: J J^?^! .r-t*^ ' IvX^c. l Lw-i Jl3 .L.*: L 



XXIII 

b 






j ^.j'jj 2 ) ..jjjjijx! *, * 



jjf y^l ^jXJ^ dU^ v^^J Jyixi 



i 
^' - 



UrSXJ J^j 1& viLjs LJ *A& 






LJ ,AxCo 3 )!jcto.| litX^ (j> UUT Ls J.jixs -t>f. 



b Ji 



') Gazz. S. 59 ff. (vgl. Musi. S. 73) gibt die Simden ausfuhrlich an: 
bei Adam: g^suSJl J^l ,..=. J.L^i Q^-^ ^-" CAA/AC. J.J; bei Noah: J,i- 

Ji 

(jbjiJl J^l L^i li^'iyLi 8^.nO Oj.tO; bei Abraham: f.Xw^i 

B. 
?JlJi ...iO ...c. ...^a oA-Jv^L^. viyliiA/ o>li; bei Mose: >Ai-Li ^1 s 

L^^ftj c^-b-'i. .,-j.i.^.J V^A^S .^l*sn.j ...I. ..-.XXAW.JU ,.)j..ji J); bei Jesus:: 
sJ.J) (Mj^ /-T-* rj^--'l i_? X! ^ J.jw\H^.3l jjj , dagegen Muslim: jO _TvAp. J 
LoO ebenso j^/ IV, Tr. 2338, vgl. S. 216 Tr. 2360. 2 ) ms. Q AXAJ) 

wie haufig in. Handschriften. 3 ) ms. A.sf. 4 j Der Satz bilrtet 

so eine Ellipse, es ware nach L\i^) zu erganzen : ? i Us J.] (j^l^xp. Js^>- 
*Lc..Jl. Vielleicht konnte man aber fiir ^^ L*.*^- verbessern.. 



XXII 



x ?j x (*^ ^s^ 

. J 

&XJf 



JU* jwjt 








1 ) Der ScliluB der 2 letzten Zeilen 1st im ms. vollig wasserfleckig und 
kaum zu lesen. 2 ) Vgl. JA/ 17, S. 270 f. Tr. 3040. 3049. III 2 S. 108 
Tr. 1665ff. Musi. S. 71 ff. 3 ) Vgl. S. 9 U9 . *) Vgl. S. 17 si. 5 J 
jjj IV t S. 272 Tr. 3044. 6 ) ms. ^A*j Lxs ^Jyui ^Jjsj U 

7 ) Vgl. y./ IIj S. 212 Tr. 3326 ff.: Adam, die Feder und das Paradies 
von Gottes Hand geachaffen. 



XXV 

<Jb* Jli' ^jJwJt ^.e. SaUi' jjjfc Jof^fc ^jf LJ tX*t L 




oo 



t -- 

f *t>| L> 






LJ *AXO| ^ 



fc &JN 

s LA..J 



Cj O W W/ 

' a. xJJf tX^'l ^jJj jv^y^ !yo! 




f. 

bf fJ>U 



J ) i*-^ 5 gewohnlich rnifc uj konstruiert. Im Musi. S. 71 
a ) Ira Buchar. u. Musi. L^xflAi.XAwl. 3 ) ms. Lx^Uji. 4 ) Vielleicht 

bcsser ^^^.ii^i. 5 ) ms. L\^JS?. 6 ) ms. l*_XA.t. 7 j Die tJber- 

schrift steht im ms. erst nach der folgenden Tradition, die aber mit 
dein vorhergehenden Kapitel nichts zu tun hat. Urspriinglich standen 
wohl die tlberschriften. am Rande, hier wurde sie vom Schreiber falsch 
eingesetzt. 



XXIV 

b ,.^^JuJ _ 

J " ^ -, t 

I (I !(!'?{ II " " 

3 Li JLs UzJ u{ JJixi JLs 



*JJij Lo x) Ac. Jo .-wJ-f JU' ^i-Rx-wU u^LJf xJLL^ 

\^r 

f. 

. ^5 ^>^Ls L0j 



s JU fc\sUw 

L J, Ji^i t^AJj 



v^ 



.4-w*J 

Ia.f Ij 

w 
AA-wOJ AA*wf 



AA-wOJ 

. ii .. 
Jb 



JU J^c ^ |*t>! ,jjfc ^^^1 ^j| b 



b LJ *AXif ,.,^j b ,. 

4^ w C ^ *' ^ 



LJ 



x ) Koramsch z. B. S. 482; vgl. zu der Tr. noch Buck. lisa*, IV244, 
Esch. S. 100. 2 ) Vgl. yJ IV, S. 214 Tr. 2329. 



XXVII 



9b. 






1*0. 



JLi s^ 



-^ ^ . 

L cX^/l Lu Lj 







. 



vAXJ 



-^ 



A 



LJ j* Jls 









JU 



w 






JU 



*) Die Bedeutungen im Freytag passen nicht. 2 ) S. 18105. 

3 ) Sic ms., vielleicht ware zu verbessern: ..j*J:Ai. 4 ) Vgl. Kor. 

S. 2208. 5 ) ^AflJ) 1*^.5 am Eande hinzugefiigt. 



XXVI 






Lo tX-w! LAJ .xXJf 






Lo LGs 
Lf JU> ^xx) ^j ^Uvo Lo JcJf LAJ 

JU 



.*4- 
kHi' *JuLo aJJj J%*w> JUii 



w .4J |V*-^s r^.5 ^ (* ^"^T- Y 2 -* 
ft^ Lo ui <X^I LJ 



] ) Vgl. jJLT I, S. 11 ff. Tr. 19 ff. 73 ff. iiber den hohen Wert von 
^Jl jJl ^. 2 ) Vgl. S. 10 4 6. 3 ) Vgl. S. 23 103. 4 J Jo30 

(hebr. hm, aram. bm) im Freytag nur in 1 Verbindung J*O ^5. 5 ) ms. 

und JL5(?). 6 ) Buch. ...I Jl!! -y^ali zu S. 18ios. Musi. II S. 339. 






j 



10 b. .. I. 



XXIX 

O*JU 



*^ 



J JU ^ 
b .|Jt-Lo tXi^? xxT JU ^^U^f jjj (J 



.. 

J ^* \_" ' ' ' 

f. 

s 






ms. JLJ. 2 ) S. 32 IB. s ) S. 7 54. 4 ) S. 24 37. 



XXVIII 



Jyb s *b !^Ls !Xs b 






Axi JuJL> ^ Jla 



JLib SwxS 






JLwO 


b <Xwf Lo 



[JU] jvxXo xXJf ^y*>) ^ d\3 iuioLa ^j^ x/o| 



7 ) 



.*. 






C-kMAjU 



10 a. 



J ) S. 13 21 vgl. Zam. z. St. 2 ) Vgl. jJuriV t Tr. 2262: 

oder ^l^p. vL"^ o-J^ rr xi - 3 ) -^m Rande 



Nij ...^ 

4 ) S. 13 is. B ) Am Eande verbessert in ^a; vgl. jx/ III 2 S. 111. 

70000 kommen ohne Abrechnung ins Paradies. Musi. I S. 78. 6 ) S. 
55 39/41. ^ S. 847/8. 8 j ms. \^ 



XXXI 



JU xJLaJ 









Ls i 






JU 






Lo 



b 



* ^M (j*UJf Lgjf b &4. 



JfcSxf 






..56 



t-^ff 

b 



jj| [b] 



LJ 






S. 



| b cX^f Lo .LojJl ^ UA 



jb JU io 



^ J'jJl 



ms. 



1 ) S. 49 13. a ) Am Eande statt (lessen: ,..) ^5) *XAJ)J. 

ii JJ.SA- 4 ) Die beiden letzten Worte sind schwer zu lesen, vgl. 

aber die folgende Tradition. 5 J Vgl. ^J IV l S. 210 f. Tr. 2267 ff. 

6 ) Vgl. Kor. S. 694. 7 J ms. L. 8 ) Die Tradition 1st sicher unvollstandig. 



XXX 



> 
' 

iJ i^J^rM J^c. OvXio ^^A^ v 

w _ 

l w l^ I "^" 

v^2j| 



v^ 



WM ^ 

x-Uf <> J^ .tX^U yyof M Ji^s iuoUJI 

Y 






v^.^! 



l ) Vgl. JA/ I 2 S. 200 Tr. 4240. IV, S. 214 Tr. 2327 IV 8 S. 186 
Tr. 3266/7. 2 ) Am Rand: ^LfixLj. 3 ) Uber dem Wort 



unter dem Zwischenraum zwischen J>.Xi ^>i.^ steht das Wort 

4 ) Dariiber gescarieben ^^5. 5 ) Vgl. j^/ I 2 S. 200 f. Tr. 4234 ff , 

wo sogar behauptet wird, dafi die \^)JJ*&A die schwerste Strafe in der 
Holle erleiden. 



XXXIII 



11 b> duu^ jo-Tb bojJt dt ^i J $i ^s to, j&J b> 



l*t>f ^jf b Jyixi >LJ( Jjaf ^^0 J^J ^Lsl^ JU 

i^i JvJuo I^u 

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*) ms. ^JJ>ji. 2 ) ms. iA>i. 3 ) Am Rande zs.J^ 

4 ) S. 3 8 6, 5 4 o u. a. 5 ) Vgl. JA/ IV t S. 245 Tr. 2798. 6 ) ms. ^L. 
7 ) ms. *y|. 8 ) Vgl. jx/ IV t S. 212 Tr. 2303. 






XXXII 

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*) Am Eand verbessert far ^.d. ) Vgl. j^/ I7 t Tr. 2273. 

3 ) J^^lj am Rande hinzugefugt. 4 ) Buch. IV S. 239, Musi. II S. 344, 
5 ) Vielleicht ware zu verbessern: J,fij *J. 



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XXXV 

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J ) Vgl. jjJ' IV, S. 212 Tr. 2293. 2 ) ms. v 1 -*.. 3 ) Kor. S. 35 27 . 
Vgl. jj-f IV l S. 210 Tr. 2264. 5 ) Am Rand: JjJUa. 

3* 



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XXXIV 






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J ) Es ist wohl ..-Aw.is. ^ beneficium del gemeint, im jj.f steht 
stattdessen: (j^l^Jl ,.-* J^XAW.J. 2 ) Nach dem JA/ zu erganzen 

^y ^oO. s ) Bei Mann: ^j* ^ ^ ^l 4 ) Vgl. >^ IV t 
S. 211 Tr. 2280 ff. 5 J S. 69 19. 6 ) ^J^c. am Rand hinzugefiigt. 



7 ) Im ms. fehlt **JL?. 8 ) Vgl. Lisan XV 348. 



XXXVII 

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l ) Vgl. S. 28 6 5. 2 ) Vgl. jJLT lV t S. 210 Tr. 2265. 8 ) Am 

Hand U^.s^.Xa.0. 4 ) Vgl. zum Ausdruck Kor. S. 10 34. 96. 39 71. 

5 ) sic ms. 6 j sic ms. 7 ) Kor. S. 39 73. 8 ) Vgl. Esch. S. 74. 



XXXVI 

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i* Lo vcyLiC 
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L^^- *ao XJULJ ^J x^i) ^ x 7li 12b- 



^LJf (S $XJ> ^f ^Lkx^f ^j^i ^Uf ^.xj awLot y^j 
*' Lo Jctcf IAJ . 8 )8v*3' (^J^co 

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Lf U^Jt4^u JU* 4 )*.x=U^ j.^ iJJf 

Jjf 5 JU ooJ^sJf JLO 



Jyb s )xAJUU JU ; | 

Lo -of f Lft Lc 



x ) Die Stelle ist ver^erbt. ms. ^-^-ly. und s^jti. *) Vgl. 

Bucliar. IV S. 239. JA/ II t S. 259 Tr. 4129 ff. und IV t S. 270 Tr. 3035. 



3 ) jjJ II 1 Tr. 4133 erklart: a^ ^ lySJuaS. 4 ) Am Rande 
5 ) sic ms., S.XJUJ? Vielleicht die JjjJl &JLJ. 



xxxvm 

13 a. 






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Joo^l ^s. ^ ^H^+^- adbfij tX^s? J^ xJJf 

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ms. oLu*>. 2 ) Vgl. jjLT IV, S. 223 Tr. 3551. 8 ) ms. 

4 ) Am Band Jolax ^x. 



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