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Full text of "Einflüsse der preussischen Steuerreform auf den ländlichen Grundbesitz der Provinz Schlesien [microform] .."

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98 - 84332-19 
Klausa, Siegbert 

Einflüsse der preussischen 
Steuerreform auf den... 

Merseburg 

1902 


MASTER NEGATIVE # 


COLUMBIA UNiVERSITY LIBRARIES 
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•Dissertation 

3156.43 Klausa, oiegbert ' *' 

ZS*! Einflüsse der prcussischen Steuerreform auf 

den ländlichen gi'ui^dbesitz der irovinz Gchlesien 
Heidelberg 1902 


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Ko* 3 of a vol öiosertations 








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Einflüsse der preussisehen Steuerreform ^ 


auf den 


ländlichen Ginndbesitz der Provinz Schlesien. 




I 




Inaugural-Dissertation 


Erlangung der Doktorwürde 


einer 


hohen philosophischen Fakultät 


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Ruprecht-Karls-Universität zu Heidelberg 

vorgelegt von 

Slegbert Klausa 

ans Breslau. 


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Merseburg. 

Druck von Friedrich Stollberg. 

1902. 




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I 


Meiner lieben Mutter 


in 


kindlicher Dankbarkeit und Verehrung 


gewidmet. 


1 


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I 


Inhalt. 


Seite 

Vorwort 7 

I. Einleitung 7 

II. Die Verschuldung 10 

III. Die Staatsbesteuerung 14 

1. Die Einkommensteuer 14 

2. Die alte Grund- und Gebäudesteuer 20 

3. Die Ergänzungssteuer 27 

4. Das Resultat der Staatsbesteuerung 31 

IV. Die Kommunalbesteuerung 35 

1. Provinzial-, Kreis- und Kommunalabgaben 35 

2. Kirchen- und Schullasten 40 

3. Die Erhebung der Kommunalabgaben 41 

V. Das Resultat der Gesamtbesteuerung 44 

Litteratur-Verzeichnis 50 


f 



Vorwort. 

Vorliegende Arbeit ist auf Anregung des Herrn Professor 
Dr. EATHGEN-Heidelberg und auf Grund einer Enquete, welche 
von mir während des Sommers 1901 in Schlesien veranstaltet 
wurde, entstanden. Die in dem letzten Jahrzent weite Kreise 
interessierende preussische Steuerreform, welche zu mannigfachen 
Diskussionen und starker Vermehrung unserer wissenschaftlichen 
Litteratur auf diesem Gebiete führte, soll hier, wenn auch nur 
für ein beschränktes Gebiet, in ihrer Beziehung zum ländlichen 
Grundbesitz näher untersucht werden. 

Allen denjenigen Herren, welche mich durch Ausfüllung des 
Fragebogens in so liebenswürdiger Weise unterstützten und mir 
dadurch die Durchführung der Untersuchung über den in Frage 
kommenden Zeitraum ermöglichten, sei daher schon an dieser 
Stelle für ihre Mühewaltung mein aufrichtigster Dank ausge- 
sprochen. 

Herrn Pi'ofessor Dr. RATHOEN-Heidelberg bin ich für gütige 
Anregung und mannigfache Ratschläge zu besonderem Danke 
verpflichtet. 

Ebenso sage ich Herrn Professor Dr. von RüMKEB-Breslau 
für die freundliche Unterstützung bei Beschaffung des Materials 
meinen herzlichsten Dank. 


I. Einleitung. 

Die grosse Reform der direkten preussischen Steuern, welche 
vom Finanzminister von Miquel in den Jahren 1891 — 1893 durch- 
geführt wurde, brachte eine neue Einkommensteuer, welche be- 
kanntlich auf Selbsteinschätzung für Einkommen über 3000 Mk. 


8 



auf einer Besteuerung nicht physischer Personen und einer . 
schärferen Heranziehung der hohen und höchsten Einkommen 
beruhte; ferner wurde eine neue Steuer auf fundiertes Vermögen, 
die sogenannte Ergänzungssteuer, eingeführt, welche es dem 
Staate ermöglichte, unter gewissen Bedingungen, so der Auf- 
hebung der Lex Huene, auf sämtliche bisherigen Realsteuern zu 
Gunsten der Gemeinden zu verzichten. Letztere sollten dafür 
die vom Staate zur eigenen Nutzung aufgegebenen Steuern zu 
ihren eigentlichen Hauptsteuern machen und die staatliche 
Einkommensteuer mit möglichst geringen Zuschlägen belasten, 
während irgendwelche Belastung der Ergänzungssteuer von seiten 
der Gemeinde überhaupt verboten wurde. 

Diese neue Steuerpolitik musste besonders durch Drangabe 
der Realsteuern von tiefem Einflüsse auf den ländlichen Grund- 
besitz sein, denn hier hatten Grund- und Gebäudesteuern viele 
Jahrzehnte hindurch die Hauptbelastung gebildet und zu den 
mannigfachsten Klagen über Steuerdruck oder ungerechte Be- j 
Steuerung wohlberechtigten Anlass gegeben. Bald nach Betretung 
des neuen Weges wurden daher auch Stimmen laut, welche den 
Verzicht des Staates auf diese Steuern als ein „Geschenk“ an 
die Grundbesitzer auf Kosten anderer Volksklassen ansahen und 
dieser Meinung auch in Wort und Schrift weitgehendsten Aus- 
druck verliehen. Von anderer Seite, sowohl von Männern der 
Wissenschaft, als von den Grundbesitzern selbst, wurde entgegnet, 
dass die „Ausserhebungsetzung“ der starren Ertragssteuern nur 
ein Akt der Gerechtigkeit sei und bei der neuen Einkommen- 
steuer und der Einführung einer besonderen Steuer auf das fun- 
dierte Vermögen von einem „Geschenk“ nicht die Rede sein 
könne, zumal der wachsende Druck der Kommunallasten, welcher 
mancherorts fast unerträglich geworden sei, eine etwaige Ver- 
günstigung bei den Staatssteuern zum mindesten wieder aus- 
gleichen müsse. 

Eine genauere Untersuchung über diesen Punkt, welche 
zahlenmässig eine der entgegengesetzten Behauptung hätte fest- 
stellen können, wurde aber von keiner Seite zur Ausführung gebracht. 

Zweck vorliegender Arbeit ist es, für eine Anzahl von 
Gütern, welche ihr steuerliches Zahlenmaterial von 1888/1889 
bis 1899/1900 zur Verfügung gestellt haben, die Einflüsse der 
preussischen Steuerreform auf den ländlichen Grundbesitz der 
Provinz Schlesien zu untersuchen. 


9 


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1899 


10 


Zur Erlangung des Zahlenmaterials wurde vorstehender | 
Fragebogen an etwa 300 schlesische Güter während des Sommers 
1901 versandt. Derselbe sollte neben Angabe über Grösse, 
Grundsteuerreinertrag, Hypothekenschulden und Wert des Gutes 
die Höhe der alten Grund- und Gebäudesteuern, der Einkommen- 
steuer vor und nach der Reform und die sämtlichen Provinzial-, 

Kreis- und Kommunal-Abgaben, sowie die Kirchen- und Schul- 
lasten für den Zeitraum von 12 Jahren enthalten. Ferner wurden 
noch einige Angaben über die Art der Kommunalzuschläge und 
über etwaige grössere Aufwendungen, welche nach Wegfall der 
staatlichen Grundsteuern bei den selbständigen Gutsbezirken 
gemacht worden seien, erbeten. In einem Begleitschreiben wurde 
die Mitteilung gemacht, dass die Angaben nur zu wissenschaft- 
lichen Zwecken benutzt werden und weder der Name des Gutes, 
noch der des Besitzers irgendwie genannt wird. 

Bei der grossen Schwierigkeit, als Privater genauere An- 
gaben über Steuern und Abgaben, welche die persönlichen Ver- ' 
hältnisse des Einzelnen blosslegen, zu erhalten, war es anzunehmen, 
dass der grössere Teil der Antworten ausbleiben würde. 

Bis zum 1. November 1901 waren neben einer Anzahl un- 
genauer Angaben, welche daher von vornherein für die Be- 
arbeitung ausgeschieden wurden, 44 ganz oder wenigstens grössten- 
teils brauchbare Beantwortungen eingetroffen, und zwar gehörten 
von diesen 28 selbständigen Gutsbezirken in der Grösse von 
96—1010 ha und 16 Gütern innerhalb der Gemeinde in der 
Grösse von 3.5 — 156 ha an. Alle diese Güter verteilen sich auf 
sämtliche drei Regierungs-Bezirke der Provinz Schlesien und ist 
demgemäss ihre Bodenbeschaffenheit auch eine änsserst ver- 
schiedene; wenn auch Güter aus Kreisen besonders geringer 
Bodenbonität nicht zur Verarbeitung gelangten, so zeigen doch 
schon die verschiedenen Beträge des Grundsteuerreinertrages und 
der angegebene Verkehrswert, dass sich die Ertragsfähigkeit 
der verschiedenen Böden in einem recht weiten Spielraum be- 
wegen muss, 

II. Die Verschuldung. ) 

Für die ganze Entwicklung zu unserem jetzigen Personal- 
steuersystem ist die Verschuldung der massgebendste Faktor ge- 
wesen; denn in unserer modernen Zeit, wo der Kredit in der ge- 
samten Volkswirtschaft eine so bedeutende Rolle spielt und alle 


11 


Tabelle 1. 


No. 

Verkehrswert 
des Gutes 

Jl 

Grösse 

des 

Gutes 

in 

ha 

Wert 

pro 

ha 

i 

Schulden 

o/o der 

Verschuldung 

Schulden 
pro ha 

Selbständiger 
Gutsbezirk 
oder nicht 

1. 

143 000 

155.0 

922.6 




ja 

2. 

159 000 

162.0 

981.4 

— 

— 

— 

Jl 

3. 

506 000 

410.0 

1234.1 

— 

— 

— 

jj 

4. 

1 146 000 

1002.0 

1143.7 

3 000 

0.15 

2.99 

jj 

5. 

2142 000 

1 010.0 

2110.9 

247 000 

11.53 

245.54 

Jl 

6. 

789 000 

709.0 

1180.5 

— 

— 

— 

•1 

7. 

700 000 

365.8 

1862.7 

— 

— 

— 

Yi 

8. 

800 000 

412.0 

1941.7 

— 

— 

— 

n 

9. 

750 000 

422.0 

1777.2 

— 

— 

— 

Jl 

10. 

828 000 

828.0 

1000.0 

— 

— 

— 

jj 

11. 

1500000 

867.0 

1730.1 

— 

— 

— 

Jl 

12. 

350 000 

96.0 

3645.8 

— 

— 

— 

Jl 

13. 

1500 000 

800.0 

1875.0 

— 

— 

— 

Jl 

14. 

800 000 

288.0 

2777.8 

480 000 

60.00 

1666.66 

Jl 

15. 

500 000 

140.0 

3571.4 

250 000 

50.00 

1785.71 

Jl 

16. 

130 000 

121.0 

1074.4 

80 000 

61.54 

661.15 


17. 

1000 000 

400.0 

2500.0 

200 000 

20.00 

500.00 

JJ 

18. 

600 000 

147.0 

4067.8 

400 000 

66.66 

2711.84 

Jl 

19. 

350 000 

172.0 

2034.8 

145 000 

41.43 

843.02 

JJ 

20. 

800000 

435.0 

1839.0 

317 000 

39.62 

728.50 

JJ 

21. 

390 000 

225.0 

1733.3 

257 280 

65.97 

1099.02 

JJ 

22. 

380 000 

118.0 

2199.6 

198 000 

52.10 

1675.12 

JJ 

23. 

450 000 

265.0 

1698.1 

236 520 

52.56 

892.53 

Jl 

24. 

800 000 

780.0 

1025.6 

420000 

52.50 

538.46 

Jl 

25. 

300 000 

129.0 

2325.5 

156 000 

52.00 

1209.22 


26. 

450 000 

487.0 

924.0 

178 650 

39.70 

366.85 

JJ 

27. 

54 000 

46.0 

1173.9 

23 800 

44.07 

517.09 

nein 

28. 

120 000 

52.0 

2307.7 

— 

— 

■ 

JJ 

29. 

30 000 

20.8 

1442.3 

— 

— 

— 

JJ 

30. 

75 000 

25.0 

3000.0 

22 000 

29.33 

880.00 

JJ 

31. 

22 000 

13.0 

1692.3 

14 400 

65.45 

1107.69 

JJ 

32. 

18 000 

12.0 

1500.0 

750 

4.17 

62.50 

JJ 

33. 

15 000 

10.0 

1500.0 

3 000 

20.00 

300.00 

Jl 

34. 

21000 

17.0 

1235.3 

— 

— 

— 

Jl 

35. 

190000 

67.8 

2802.4 

55 000 

28.45 

811.21 

Jl 

36. 

170000 

62.7 

2711.5 

85 000 

50.00 

1355.66 

Jl 

37. 

50000 

48.0 

1041.6 

— 

— 

— 

Jl 

38. 

380 000 

139.0 

27.33.8 

218 000 

57.37 

1568.34 

JJ 

39. 

400 000 

156.0 

2564.1 

280 000 

70.00 

1794.87 

JJ 

40. 

110000 

52.2 

2107.3 

80000 

72.73 

1532.51 

JJ 

41. 

34 000 

15.3 

2222.2 

19 000 

55.88 

1307.19 

JJ 

42. 

10 000 

3.5 

2857.1 

4 500 

45.00 

1285.71 

Jl 

1-42: 

19 962 000 

11 696.8 

1706.7 

4 373 900 

21.91 

373.94 



L 


oder nicht 














— 12 — 

Fasern unseres gesamten Wirtschaftslebens durchtränkt, musste 
der Abzug der Schulden, da sie die persönliche Leistungsfähigkeit 
des Censiten in hohem Grade beeinflussen, allgemein werden und 
die Belastung allein auf die Schultern des Zinsenempfängers ge- 
schoben werden, wenn nicht eine drückende und alle Entwickln^ 
im höchsten Grade gefährdende Doppelbesteuerung eintreten sollte. 
Beim ländlichen Grundbesitz mit seiner bisherigen hohen gi’und- 
steuerlichen Belastung tritt die hemmende Wirkung der Ver- 
schuldung besonder in den Vordergnmd und daher sei dieselbe 
auch hier zueret einer Prüfung unterzogen. 

(Siehe Tabelle I, S. 11.) 

Tabelle I zeigt, dass auf dem gesamten 42 Güter umfassen- 
den Verkehrswert von 19962000 Mk. eine Schuldenlast von 
4 373900 Mk. ruht. Es würde sich hieraus nur eine Verechuldung 
von 21.9 % ergeben. Indessen befinden sich die Güter No. 1 
bis 13 in den Händen sehr reicher Magnaten, der sogenannten 
schlesischen Kohlenfürsten, und dass diese bei ihren riesigen Ein- 
nahmen aus Bergwerks- und Hüttenbesitz einen schuldenfreien 
Grundbesitz haben, dürfte wohl selbstverständlich sein. 


Tabelle II. 


No. 

Bezeichnung 
der Güter 

Verkehrs- 

wert 

Grösse 

ha 

Wert 

pro 

ha 

.U 

Schulden 

Ji 

o/o der 
Ver- 
schul- 
dung 

Schulden 
pro ha 

M 

1—13. 

Magnaten- 

güter 

11313 000 

7248.8 

1660.7 

250 000 

2.21 

34.48 

14—26. 

Selbständige 

Gutsbezirke 

6 950 000 

3707.7 

1874.5 

3 318 450 

47.74 

894.74 

27—42. 

Innerhalb der 
Gemeinde 

1699 000 

740.3 

2295.0 

805 450 

47.41 

1088.00 


Tabelle II, welche diese Güter und weiter die selbständigen 
Gutsbezirke von denen innerhalb der Gemeinde trennt, giebt 
daher auch ein anderes Bild. Hier zeigt sich bei einer mini- 
malen Verschuldung von 2.21% Magnatengütern eine 

solche von 47.74% bei den Rittergütern und eine fast gleiche \ 
von 47.41% bei den Gemeindegütern. 

Diese Durchschnittszahlen setzen sich aber aus den ver- 
schiedensten Verschuldungsprozenten zusammen, denn letztere 
nehmen bei den Rittergütern einen Spielraum von 20 — 66.6 ein. 


j 


13 


während die bäuerlichen Besitzungen noch grössere Schwankungen 
^ aufweisen, da hier vollständige Schuldenfreiheit einer Höchst- 
verschuldung von 72.7 % gegenübersteht. 

Die hier berechnete Verschuldung ist in ihrer Höhe von 
dem vom Besitzer selbst angegebenen Verkehrswert des Gutes 
abhängig, und liegt daher die Gefahr nahe, dass der verschuldete 
Besitzer in Abschätzung desselben optimistischer verfahren ist 
als der schuldenfreie, wodurch sich dann an mancher Stelle 
eine noch höhere Verschuldung ergeben dürfte. So schwer eine 
Kontrolle des Wertes pro Flächeneinheit ist, da bei den ver- 
schiedenen Bodenqualitäten, der Höhe der Kultur, ferner dem 
Werte der Gebäude, des Inventai-s und etwaiger besonders wert- 
voller Anlagen die Preise den grössten Schwankungen ausgesetzt 
sind, kann man doch nach den in Schlesien stattgefundenen Ver- 
käufen und Schätzungen annehmen, dass der Wert eines Hektar 
besten Bodens in höchster Kultur und bei bestem Zustande des 
stehenden Betriebskapitals unter normalen Verhältnissen 3000 
< bis 3400 Mk. beträgt. Dieser Wert dürfte auch bei hoch- 
intensiven bäuerlichen Betrieben, wo eine höhere Quote für Ge- 
bäudewerte zu rechnen ist, wohl nie überschritten werden. Da 
der Gesamtdurchschnittswert pro Hektar 1786.70 Mk. beträgt 
(Magnatengüter 1560.70 Mk., Rittergüter 1874.50 Mk., Gemeinde- 
güter 2295 Mk.), ist anzunehmen, dass im allgemeinen der Ver- 
kehrswert nicht zu hoch bemessen ist, indessen finden sich neben 
Wertangaben unter 1000 Mk., welche vielleicht etwas zu niedrig 
sein dürften, auch solche, welche 3400 Mk. überschreiten, so 
No. 15, welches bei 3571.40 Mk. Wert pro Hektar eine 50%ige 
Verschuldung, und No. 18, welches bei 4067.80 Mk. Wert sogar 
eine solche von 66.6 % aufweist. In diesen beiden Fällen er- 
scheint die Schätzung des Verkehrs wertes zu hoch und würde 
sich daher bei angemessener Herabsetzung auch eine noch höhere 
Verschuldung ergeben. Des weitern darf hier nicht ausser acht 
gelassen werden, dass diejenigen Besitzer, welche überhaupt An- 
gaben über ihre Verschuldungs- und Steuerverhältnisse machten, 
wohl zu den Bessersituierten und die bäuerlichen auch zu den 
Intelligenteren gehörten, so dass mit Sicherheit anzunehmen ist, 
dass Vei-schuldungen von 70 — 72 % (vergl. No. 39 und 40) nicht 
etwa Ausnahmefälle sind, sondern ein nicht unbedeutender Pro- 
zentsatz aller Besitzer hierher gehören mag, welche immer noch 
nicht zu den Verschuldetsten gehören; bei diesen mag dann, so 


— 14 — 

weit überhaupt noch eine Grenze zu zielien möglich ist, eine 
Schuldenlast von 80—85 % noch keine Seltenheit sein. Auf » 
etztere finden dann allerdings die Worte Schäffle’s^) vollste 
Anwendung: 

„Seit der Ablösung der alten Reallasten und der vollen 
Freigebung des Grundbesitzes hat sich weithin in Deutschland, 
namentlich im Osten Preussens, aus der Kaufüberzahlung und 
aus der Abfindung der Miterben zu einem den Ertragswert über- 
steigenden Preise ein Grad der Besitzverschuldung ergeben, bei 
welchem der Grundbesitzer fast nur noch der verantwortliche 
Verwalter seines Eigentums im Interesse des Leihkapitals ge- 
worden ist. Die Lage ist besonders ernst geworden, seitdem die 
Konkurrenz der russischen und südosteuropäischen Bodenprodukte 
auf den Ertrags wert der Güter drückt.“ 

III. Die Staatsbesteuerung. 

1. Die Einkommensteuer. 

(Siehe Tabelle m, S. 16—19.) 1 

Die Untersuchung über die Wirkung des neuen Einkommen- 
steuergesetzes vom 24. Juni 1891 erstreckt sich auf einen Ver- 
gleich der Jahre 1888/1889—1891/1892 mit den Jahren 1892/1893 
bis 1899/1900; es stehen also 4 Jahre vor der Reform und 8 Jahre 
nach derselben zu einer Durchschnittsprüfung zur Verfügung. 

So vollständig die Angaben über die Jahre nach der Reform 
vorhanden sind, weisen leider die selbständigen Gutsbezirke für 
die Jahre vorher einige Lücken auf (siehe die Magnatengüter 
1—6, die Rittergüter 14, 18, 21, 25), was einerseits darauf zu- 
rückzuführen ist, dass die betreffenden Güter damals noch in 
anderem Besitz waren, andererseits sind die Angaben durch Ver- 
nichtung der Bücher etc. nicht mehr festzustellen gewesen. Bei 
den Magnatengütern 7—12 fällt weiter auf, dass die Zahlen der 
einzelnen Jahre nicht mit denjenigen des Steuertarifs überein- 
stimmen, doch hat dies darin seinen Grund, dass die betreffenden 
Güter grossen Komplexen angehören, welche ihre Einnahmen aus 
ihren Gutsbetrieben gemeinsam versteuern, und da die auf das 
einzelne Gut entfallende Steuerquote schwer feststellbar ist, sind 
die Angaben im allgemeinen nach der auf die Fläche entfallenden 
Steuersumme gemacht worden, was bei gleichmässiger Boden- 

*) Vergl. Albert Schäffle, Die Steuern. Allgem. Teil, S. 202. 


I 


— 15 — 

beschaffenheit und gleicher Bewirtschaftung des ganzen Besitzes 
am besten der Richtigkeit entsprechen -dürfte. Die Güter 11 
* und_12 sind indessen für die hier zu untersuchenden Verhält- 
nisse'unbrauchbar, da mit diesen grosse hüttenmännische Anlagen 
organisch verbunden sind, so dass die riesigen Einnahmen der 
letzteren vom rein landwirtschaftlichen Betrieb nicht getrennt 
werden konnten. Daher müssen diese Güter bei der summarischen 
Betrachtung unbedingt ausgeschieden werden und können hier 
nur insoweit interessieren, als sie zeigen, dass die neue Ein- 
kommensteuer sehr hohe und wachsende Einnahmen trefflich zur 
gebührenden Belastung heranzuziehen versteht. In der Kategorie 
der Magnatengüter verbleiben daher nur 4 Betriebe (7 — 10), 
welche eine Durchschnittsprüfung zulassen. Sie zeigen gegen 
eine Belastung von in Summa 7419 Mk. vor der Reform eine 
Erhöhung auf 8463.40 Mk., also um 14 °/q. Bei den andern 
Rittergütern (13 — 26) ist die summarische Steuerlast von 
3394.30 Mk. auf 3898.30 Mk. gestiegen, also zeigt sie auch hier 
I eine fast gleiche Erhöhung um 14.9 %. Von diesen 11 Gütern 
zeigen indessen 5 eine sehr erhebliche Mehrbelastung (36.4 bis 
63.5%), während 3 andere eine bedeutende Entlastung (No. 17 
24.1 %) aufweisen. Man sieht daher, dass die erlangte Durch- 
schnittszahl durchaus nicht verallgemeinert werden darf, sondern 
aus den verschiedensten Einzelziffern entstanden ist und daher 
nur beweist, dass die Belastung in den meisten Fällen überwiegt. 
Die Güter innerhalb der Gemeinde, bei welchen die auf- 
gebrachten Einkommensteuern von 837 Mk. auf 1172 Mk. ge- 
stiegen sind, zeigen dagegen ein Mehr von 40 °/o, doch ist diese 
hohe Zahl hauptsächlich auf einige Besitzungen (28, 35, 38) zu- 
rückzuführen, während andere (31, 32, 33) nicht unwesentliche 
Erleichterungen aufzuweisen haben, überhaupt muss hier be- 
rücksichtigt werden, dass bei den bäuerlichen Besitzungen schon 
das Aufrücken oder Herabsteigen in die nächste Stufe des Tarifs 
(vergl. No. 33) grosse Aenderungen verursachen muss, ein Um- 
stand, welcher bei den Rittergütern, die mit viel höheren Steuer- 
sätzen zu rechnen haben, von geringerer Bedeutung ist. Im 
Übrigen kann auch eine höhere Belastung bäuerlicher Betriebe 
I gegenüber den Rittergütern nicht wundernehmen, denn letztere 
sind doch gerade in den Jahren nach der Reform durch weitere 
Depression der Getreidepreise und die Steigerung der Arbeits- 
löhne, bedingt durch den Mangel an Gutstagelöhnem und die 


16 





Tabelle HI. Einkomme ii- 


Laufende No. 1 

No. in Tabelle I 

Vor der Reform. 

Nach 

1888/89 

1889/90 

1890/91 

1891/92 

Durch- 

schnitt 

1892/93 

1893/94 

1894/95 

1. 





_ 


176 

176 

176 

2. 


- 

- 

, 1 - 



— 

192 

192 

192 

3. 




i 


...... 

92 

104 

176 

4. 





— j 



.... 

276 

212 

192 

5. 

- 


, — 

- ^ 




810 

660 

630 

6. 




^ — 

1 



1760 

1760 

1760 

7. 



2145.8 

2145.8 

2145.8 

2145.8 

2145.8 

2145.8 

2145.8 

2292 

8. 


2352.5 

2352.5 

2352.5 

2352.5 

2352.5 

2352.5 

2352.5 

2513 

9. 


2410.7 

2410.7 

2410.7 

2410.7 

2410.7 

2410.7 

2410.7 

2575 

10. 

12 

480 

480 

540 

540 

510 

540 

540 

540 

11. 

10 

1541 

2000 

4300 1 

2600 

2610.2 

3100 

7910 

7794 

12. 

fehlt 

1141 

1024 

2396 

3491 

2013 

2610 

2713 

1962 

13. 

14 

192 

192 

210 

190 

196 

212 

212 

192 

14. 

15 

1 




1 

— 

132 

132 

132 

15. 

16 

- 

21 

26 

26 

24.3 

21 

21 

21 

16. 

17 



570 

570 

780 

640 

660 

660 

600 

17. 

18 

330 

330 

330 

330 

330 

60 

60 

60 

18. 

19 

- 





44 

44 

44 

44 

60 

19. 

20 

510 

510 

510 

1040 

642.5 

1040 

1040 

780 

20. 

21 

450 

630 

540 

600 

555 

720 

750 

690 

21. 

22 

- ^ 


- - - 



— — 

300 

300 

54U 

22. 

23 

36 

330 

104 

176 

161.5 

146 

176 

212 

23. 

fehlt 





212 

360 

286 

510 

330 

330 

24. 



176 

176 

176 

176 

176 

232 

232 

232 

26. 

, - - 





— 


176 

176 

176 

26. 


360 

360 

360 

276 

339 

276 

276 

276 

27. 

, 1 

26 

26 

26 

44 

30.5 

31 

44 

52 

28. 



240 

240 

240 

240 

240 

240 

240 

314.5 

29. 



12 

12 

12 

16 

13 

21 

26 

26 

30. 



44 

44 

44 

44 

44 

44 

36 

36 

31. 


12 

12 

12 

12 

12 

9 

9 

6 

32. 



26 

26 

26 

26 

26 

21 

21 

21 

33. 


9 

9 

9 

9 

9 

6 

6 

6 

34. 

— 

12 

12 

12 

16 

13 

16 

16 

12 

35. 


160 

118 

118 

132 

132 

132 

118 

118 

36. 


44 

44 

52 

60 

50 

60 

70 

70 

37. 



31 

31 

31 

31 

31 

31 

31 

36 

38. 



92 

92 

92 

118 

98.5 

60 

92 

60 

39. 



92 

92 

92 

92 

92 

92 

92 

92 

40. 


36 

16 

16 

16 

21 

9 

16 

16 

41. 

— 

16 

16 

16 

16 

16 

9 

9 

21 

42. 


9 

9 

9 

9 

9 

6 

9 

9 

( 


17 






Steuer. Tabelle III. 


der 

Re f 0 r 

m. 




Mehr 

an 

Steuern 

Weuiaei 

an 

Steuern 

®/o der 
Be- 
resp. 
Ent- 
lastung 

1895/96 

1896/97 

1897/98 

t 

1898/99 

1899/1900 

Durch- 

schnitt 

176 

176 

176 

176 

176 

176 

? 

9 

• 

? 

192 

192 

192 

192 

192 

192 

? 

9 

• 

? 

450 

420 

360 

420 

510 

316.5 

? 

? 

? 

720 

630 

660 

690 

900 

535 

9 

? 

9 

• 

480 

450 

390 

450 

690 

570 

? 

9 

• 

9 

• 

1760 

1840 

1840 

1840 

1840 

1800 

? 

? 

9 

♦ 

2 387.5 

2 480 

2 568 

2 568 

2 810 

2424.9 

279.1 

— 

+ 13 

2 628 

2 719.2 

2 925 

2 925 

3 090 

2688.1 

335.6 

— 

14.3 

2 693 

2 786 

2 997 

2 997 

3166 

2754.4 

343.7 

— 

-f 14.3 

540 

540 

690 

690 

690 

596.2 

86.2 

. — 

-f 16.9 

LI 100 

13 401 

13 500 

15 100 

22 330 

11 779.4 

9169.2 

— 

+ 351.3 

7 835 

7 794 

9 968 

11 400 

21 337 

8 202.4 

6189.4 

— 

+ 307.4 

192 

212 

212 

212 

212 

207 

11 

— 

+ 5.7 

132 

146 

176 

300 

330 

185 

? 

? 

9 

21 

21 

21 

36 

36 

24.7 

0.4 

— 

-f 1.6 

600 

570 

660 

660 

690 

637.5 

— 

2.5 

— 0.4 

80 

212 

450 

540 

540 

250.4 

— 

79.6 

— 24.1 

60 

60 

70 

70 

80 

61 

17 

— 

+ 38.6 

810 

960 

960 

870 

840 

912.5 

270 

— 

43.6 

450 

390 

118 

960 

810 

611 

56 

— 

-f 10.1 

570 

390 

390 

390 

330 

401.2 

? 

9 

• 

? 

300 

420 

330 

252 

276 

264 

1Ö2.5 

— 

+ 63.5 

300 

390 

420 

420 

420 

390 

104 

— 

+ 36.4 

232 

276 

276 

360 

390 

278.7 

102.7 

— 

58.3 

192 

176 

176 

212 

192 

184.5 

9 

? 

9 

• 

80 

92 

252 

360 

480 

261.5 

— 

77.5 

— 22.9 

44 

44 

36 

44 

44 

42.4 

11.9 

— 

+ 39 

331.8 

343.3 

369 

369 

390 

324.7 

84.7 

— 

+ 35.3 

26 

26 

26 

26 

26 

25.4 

12.4 

— 

-f 95.4 

36 

36 

36 

44 

52 

40.2 

— 

3.8 

— 8.6 

6 

6 

6 

6 

6 

6.7 

— 

5.3 

— 44.2 

21 

21 

12 

12 

12 

17.6 

— 

8.4 

— 32.3 

6 

6 

6 

6 

6 

6 

— 

3 

— 33.3 

12 

16 

16 

16 

16 

15 

2 

— 

-t- 15.4 

300 

330 

276 

252 

252 

222.2 

90.2 

— 

+ 68.3 

70 

70 

70 

80 

80 

71.2 

21.2 

— 

+ 42.4 

36 

52 

52 

52 

52 

42.7 

11.7 

— 

+ 37.7 

300 

252 

212 

276 

330 

197.7 

99.2 

— 

-1-100.7 

104 

118 

132 

146 

160 

117 

25 

— 

-1- 27.3 

12 

12 

26 

21 

21 

16.6 


4.4 

— 20.9 

21 

21 

21 

21 

21 

18 

2 

— 

-f 12.5 

9 

9 

9 

9 

9 

8.6 


0.4 

— 4.9 



2 


18 



Noch Tabelle III. 


Laufende No. 


Vor 

äer Reform. 


Nach 

! 

1888/89 

1889/90 

[1890/91 

! ! 

! i 

1891/92 

1 

1 

Durch- 

schnitt 

1 

1 

1892/93 ! 

1893/94 

1894/95 

1—42. 




i 

1 


21 781 

26 420 

25 998.8 

11-12. 

2682 

3024 

6696 

6091 i 

4623.2 

5 710 

10 623 

9 756 

Ohne 11, 12. 

■ ■ 1 


— 

— i 

— 

16 071 

15 797 

16 242.8 

1-10. 

— 


— 

^ 1 1 

— 

10 755 

10 553 

11 046.3 

7—10. 

7389 

7389 

7449 

7449 1 

7419 

7 449 

7 449 

7 920.3 

13-26. 

— 



1 

— 

4 529 

4 409 

4 301 

13-26 




1 

1 





Ohne 14, 21, 25. 

— 

— 

— 

1 

3394.3 

3 921 

3 801 

3 453 

27—42. 

861 

799 

1 807 

881 

837.0 

787 

835 

895.5 

13, 17, 19, 20, 



1 

i 

1 

I 


i 

1 

1 

22, 24, 26. 

2054 

2528 

1 2230 

; 2788 

I 2400 

2 686 

1 2 746 

1 2 442 


Heranziehung fremder Arbeitskräfte, besonders in Mitleidenschaft 
gezogen worden, während der kleine Besitzer leichter sein Haupt- 
augenmerk auf den Verkauf von Viehprodukten legen konnte, 
die meist eine Preissteigerung erfahren haben, auch von der länd- 
lichen Arbeiternot wurde er bei zahlreichen mitarbeitenden 
Familienangehörigen nicht so hart getroffen. 

Wichtiger als diese Umstände scheint aber doch hier der 
zu sein, dass der kleine Besitzer, dessen Einkommen 3000 Mk. 
nicht erreicht, der Selbsteinschätzung nicht unterliegt, sondern 
eingeschätzt wird. Im allgemeinen ist ja anzunehmen, dass die 
Kommission, gemäss dem Grundsätze der Personalbesteuerung, 
die kleinen Einkommen möglichst schonend zu behandeln, gerade 
diesen Besitzern gegenüber Milde walten lässt, und auch bei den 
hier behandelten Betrieben weisen gerade die kleinsten Einkommen 
die grösste Entlastung auf (vergl. 31, 32, 33 und 40), indessen 
ist es immerhin möglich, dass bei vollständiger Vernachlässigung 
der Buchführung hier leicht Ungerechtigkeiten trotz bester 
Pflichterfüllung der Behörden Vorkommen, Ungerechtigkeiten, 
welche nicht nur in zu hoher, sondern auch in zu geringer 
Heranziehung bestehen können. Es ist daher schon im Interesse 
einer gerechten Besteuerung dringend nötig, dass die bäuerliche 
Bevölkerung zur Führung der nötigsten Bücher angehalten wird, 
und die Anregungen, welche ihr in dieser Beziehung von Winter- 




— 19 — 


Noch TabeUe III. 


der 

Reform. 




Mehr 

an 

Steuern 

Weniger 

an 

Steuern 

o/o der 
Be- 
resp. 
Ent- 
lastung 

1895/96 

1896/97 

1897/98 

1898/99 

! 

1899/1900 

Durch- 

schnitt 

36 315.3 

39 105.3 

42 082 

46 470 

64 834 

37 875.8 




18 935 

21 195 

23 468 

26 500 

43 667 

19 981.8 

15 358.6 



-t- 332.2 

17.380.3 

17 910.3 

18 614 

19 970 

21 167 

17 894.0 

— 

— 


12 026.5 

12 233.2 

12 798 

12 948 

14 064 

12 052.9 



— 



8 248.5 

8 525.2 

9180 

9180 

9 756 

8 463.4 

1 044.4 

— 

+ 14 

4 019 

4 315 

4 511 

5 642 

1 

5 626 

4 669 

— 

— 


3125 

3 603 

3 769 

4 740 

4 774 

3 898.3 

504 

_ 

-f 14.9 

1 334.8 

1 362.3 

1305 

1380 

1477 

1 172.0 

335.7 

— 

-i- 40.0 

2144 

2 562 

2 598 

3 554 

3 548 

2 785 

385 


-h 16.0 


schulen und landwirtschaftlichen Vereinen geboten werden, haben 
ja bereits die schönsten Früchte gezeitigt. 

Vergleicht man die einzelnen Steuerjahre soweit als mög- 
lich mit einander, so zeigen dieselben im allgemeinen ein all- 
mähliches Ansteigen der Steuersumme. In den Jahren vor der 
Reform macht hiervon nur das Jahr 1889/90 bei den Bauern- 
gütern und das Jahr 1890/91 bei den Rittergütern eine Aus- 
nahme; wichtiger als diese Rückgänge erscheint die Depression 
beider Kategorien für das erste Reformjahr, denn hier sind bei 
den einzelnen Gütern grosse Verschiebungen nach der einen oder 
anderen Seite hin erfolgt. Hier ist offenbar das neue Gesetz 
mit der genaueren Selbsteinschätzung (vergl. Rittergüter) und 
den zahlreichen Vergünstigungen, die dasselbe den kleineren 
Einkommen (vergl. Gemeindegüter) gewährt, der wirkende Faktor 
gewesen. Dass die in den letzten Jahren (vergl. 1898/99 und 
1899/1900) wieder stark ansteigenden Steuerbeträge wohl vor- 
wiegend auf die bessern Ernten zurückzuführen sind, beweist 
die Wirkung des einer Missernte nahe kommenden Jahres 1893, 
f die bei den Rittergütern durch eine mehrere Jahre anhaltende 
Schmälerung der Steuerbeträge deutlich zum Ausdruck kommt. 

Eine zahlenmässige Darstellung einer so in die individuellen 
Verhältnisse eindringenden Einkommensteuer ist naturgemäss 
sehr schwer, denn von ihr werden alle die die Betriebseinnahmen 

2 * 




beeinflussenden Momente, wie Aufwand für Melioration, Vieh- 
seuchen, Unglücksfälle etc. berücksichtigt. Schon bei Betrachtung 
der prozentualen Belastung fielen die grossen, anscheinend will- 
kürlichen Schwankungen für die einzelnen Güter auf, aber gerade 
diese Schwankungen sind es, welche die echte Personalsteuer an 
sich haben muss, indem sie nicht schablonenmässig oder nach 
äusseren Merkmalen ihre Censiten veranlagt, sondern tief in die 
persönlichen Verhältnisse eindringt und so jedem Einzelfalle 
gerecht wird, so dass sie weder Druck ausüben, noch unangebrachte 
Milde walten lassen kann. 


2. Die alte Grund- und Gebäudesteuer. 

(Siehe Tabelle IV, S, 22 ii. 23.) 

Die Grundsteuer war im Jahr 1861 mit rund 9Va °/o <1®'* 
durch die Kataster festgestellten Grundsteuerreinertrages aufge- 
legt worden. Dieser Eeinertrag erreichte aber schon damals den 
wirklichen — die ordnungsgemässe Bewirtschaftung des Gutes vor- ^ 
ausgesetzt — nur etwa um die Hälfte, so dass die Steuer eine Be- 
lastung von ca. 4.75 % hervorrief Die Gebäudesteuer, welche 
allerdings alle 15 Jahre einer Revision unterzogen war, wurde 
auf dem Lande, da hier im Gegensätze zur Stadt der wirkliche 
Mietswert der Wohngebäude kaum feststellbar war, im allgemeinen 
allein nach Höhe der Grundsteuer festgesetzt, so dass beide Real- 
steuern rund 5 % des wirklichen Einkommens gebildet haben. 

Die damalige Genauigkeit der Kataster wurde aber meist schon 
in wenigen Jahren illusorisch, denn schon der Ausbau der Ver- 
kehrswege mit ihren Beziehungen zum Marktabsatz brachte 
mancherorts allein grosse Umwälzungen hervor, geschweige denn 
die tiefgehenden Einflüsse, welche eine sich immer mehr vervoll- 
kommende Technik mit sich bringen musste. Alle Errungen- 
schaften der Neuzeit: der Übergang zu immer grösserer Inten- 
sität, begünstigt durch die Anwendung künstlicher Dünge- und 
Kraftfuttermittel, verbunden mit den Erfolgen einer neu ent- 
standenen Wissenschaft und dem rapiden Emporblühen der Zucker- 
rübenindustrie, fallen ja in diese Zeit! 

Wie willkürlich die Ertragssteuern das wirkliche Ein- ^ 
kommen aus Grundbesitz belasten, zeigt ein Vergleich mit der 
Einkommensteuer. Die Berechnungen, wie viel Mark Einkommen- 
steuer auf je 100 Mk. Grund- und Gehäudesteuern kommen, 
zeigen bei den behandelten Gütern die allergrössten Verschieden- 


21 


heiten. Die Durchschnittszahlen geben daher auch kein richtiges Bild, 
sondern es muss die Beteiligung der einzelnen Güter geprüft werden. 

Die Berechnung in Tabelle IV (S. 22 u. 23) zeigt, dass die neue 
Einkommensteuer das wirkliche Einkommen sämtlicher Betriebe 
(ausgenommen 11 und 12) mit 3.1 % belastet, auch die alte 
Einkommensteuer wird bei den hier meist auftretendeu mittleren 
Einkommen wmhl eine fast gleiche Durchschnittszahl ergeben. 
Nimmt man daher an, dass die beiden Ertragssteueni anfangs 
mit 5 % auf dem wirklichen Einkommen gelastet haben, so 
müssten auf 100 Mk. von ihnen, wenn die jetzigen Verhältnisse 
noch dieselben wären, 62 Mk. Einkommensteuer entfallen. 

Vor der Reform kamen auf 100 Mk. Grund- und Gebäudesteuer: 



Diese Zusammenstellung zeigt also ein ganz anderes Bild. 
Legt man selbst den Spielraum annähernd richtig wirkender Be- 
steuerung zwischen 40 und 80 Mk., so bewegen sich vor der 
Reform von 33 Betrieben nur 11 innerhalb dieser Grenze, während 
11 diese Grenze noch nicht erreichen und weitere 11 zum Teil 
sehr weit darüber hinausgehen. Es unterliegen also nur Vs 
einer einigermassen gleich gebliebenen Belastung. 

Nach der Reform kamen auf 100 Mk. Grund- und Gebäudesteuer : 




Tabelle IT. 


I ^ ä 
eö :g cy 

S o:i CD 

So 

o 


219 

296.7 
1126 

2 083.4 
1 711.5 
1149 

982.8 
1000 

778 

253.5 

590 

1 050.4 
558 

596.4 

138.2 

982.5 
393.4 

383.3 

1 181.5 

417.1 

551.2 
490 

1 270.7 
425 

447.6 

711.8 

71.6 
125 

28.7 

40.2 

25.4 

17.2 
14.6 

25.2 
301.1 
230 

71.3 

445.4 

526.6 

182.6 

50.5 

20.8 

21 963.2 

1 640.4 
20 322.8 

9 599.9 
8 546.7 

2 176.2 


sä h a 
^ p n 

s 

a 

o 2 W 


I I 

ns 

ca 'S 

g .2 ^ 

M »cs 
^ «ü g 


2145.8 

2352.5 

2410.7 

510 

2610.2 

2013 

196 

24.3 

640 

330 

44 

642.5 
555 

161.5 
286 
176 

339 

30.5 
240 

13 

44 

12 

26 

9 

13 

132 

50 

31 

98.5 
92 
21 
16 

^ 

4623.2 


838.7 


219.9 

235.2 

308.6 

201.2 
442.2 

191.6 

35.1 

17.6 

65.1 

83.9 

11.2 

54.4 
133 

32.9 

22.5 

41.4 

47.6 

42.6 
192 

45.3 
109.4 

47.2 

151.1 

61.6 

51.6 
43.8 

21.7 

43.5 

22.1 

17.5 

11.5 

31.7 

39.4 




176 

192 

316.5 
535 
570 

1800 
2 424.9 
2 688.1 
2 754.4 

596.2 
11 779.4 

8 202.4 
207 
185 
24.7 

637.5 

250.4 
61 

912.5 
611 

401.2 
264 
390 

278.7 

184.5 

261.5 

42.3 

323.7 

25.4 
40 

6.7 

17.6 
6 

15 

222.2 
71.2 

42.7 

197.7 
117 

16.6 

18 

8.6 


T3 i 

o'S 

S| 

SlO 'S 

13 -o ” 


80.4 

64.7 
28.1 

25.7 

33.3 

156.6 

246.7 

268.8 
352.9 

235.2 
1996.5 

782.8 

37.1 
31 

17.8 

64.9 

63.6 

15.9 

77.2 
146.5 

74.6 

53.8 

30.7 

65.6 

41.2 

36.7 

59.1 

258.8 

88.4 

99.5 

26.4 

102.3 

41.1 

59.5 

73.7 

30.9 

59.9 
44.4 

22.2 

9.1 

35.6 
41.3 




QQ C3 Ö 

g 03 OD 03 _ 

5f§ .a 

ö.S |p^ m.2 


2139 

2 775 

10 047 
21489 
16 427 
11532 

9 622 
9 858 
7 436 
812 

3 652 
7 500 
5130 
5 856 
1213 
9 678 
3175 
4100 

11 769 

3 944 

5 509 

4 666 
11 753 

5 072 

6 729 

6 806 
639 

1200 
239.4 
330 
147 
135 
120 
231 
2 836 
2133 
650 

4 311 

5 043.5 
1812 

452 

161.1 


6 500 
7000 

10 500 

17 500 

18 500 
52 000 
68 000 
74 000 
76 000 

19 500 
295 000 
210 000 

7 500 
7000 
1650 

21500 
8500 
3 300 
30 500 

20 500 
13 500 

9 000 
12 500 
9 500 

7 000 
9 500 
2 400 

10 500 
1650 

2 400 
1050 
1500 

900 

1350 

8 000 

3 600 
2 400 
7 500 

4 500 
1500 
1500 
1050 


7000 

7 500 
11600 

18 500 

19 500 
54 000 
70 000 
76 000 
78 000 

20 500 
300000 
215 000 

8 000 
7 500 
1800 

22 500 
9000 
3 600 
32 000 
21500 
14 500 
9 500 
13 500 
10 500 

7 500 
10 500 

2 700 
11500 
1800 

2 700 
1200 
1650 
1050 
1500 

8 500 

3 900 
2 700 
8 000 
5000 
1650 
1650 
1200 


— 37 875.8 172.4 209 129 1 067 750 1 106 100 

281.8 19 981.8 1218.1 11152 505 000 515 000 

— 17 894 88 197 977 562 750 591100 

— 12 052.9 125.5 92137 349 500 362 500 

— 4 669 54.6 85 400 161450 171900 

38.5 1172.1 53.8 20 440 51800 56 700 


— 23 — 


Tabelle IV. 


Durch- 

schnitt 

Mehr als 
Grund- 
steuer- 
reiuertrag 

Weniger als 
Grundsteuer- 
reinertrag 

Mehr 

in 

0/ 

Io 

Weniger 

in 

^1 

Io 

o/o der 
Belastung- 

i 

, ^ Ci 
^ tc 

"Jll 

% der Ver- 
schuldung 

6 750 

4 611 

_ 

215.6 


2.6 

3.2 


7 250 

4 475 

— 

161.3 

— 

2.6 

4.1 



11000 

953 

— 

9.5 

— 

2.9 

10.2 



18 000 

— 

3489 

— 

16.2 

2.9 

12.7 

0.15 

19 000 

2 573 

— 

16.8 

— 

3.0 

9.0 

11.53 

53 000 

41468 

— 

359.5 


3.4 

2.2 



69 000 

59 378 

— 

617.1 



3.5 

1.4 



75 000 

65142 

— 

660.8 

— 

3.6 

1.3 


77 000 

69 564 

— 

920.7 


3.6 

1.0 



20000 

19188 

— 

2363 



2.9 

1.2 



297 500 

293 848 

— 

8044.4 

— 

3.9 

0.2 



212 500 

205 000 

— 

2740 

— 

3.9 

0.5 

? 

7 750 

2 620 

— 

51.1 

— 

2.7 

7.3 

60 

7 250 

1394 

— 

23.8 

— 

2.5 

8.3 

50 

1725 

512 

— 

42.1 

— 

1.4 

8.0 

61 

22 000 

12 322 

— 

127.3 

— 

2.9 

4.5 

20 

8 750 

5 575 

— 

175.9 



2.8 

4.5 

66.6 

3 450 

• 

650 

— 

15.8 

1.8 

11.1 

41.4 

31 250 

19 481 

— 

165.5 

— 

2.9 

3.8 

39.6 

21000 

17 056 

— 

432.2 

— 

2.9 

1.9 

65.9 

14 000 

8 491 

— 

154.1 

— 

2.8 

3.9 

52.1 

9 250 

4 584 

— 

98.2 

— 

2.8 

5.3 

52.5 

13 000 

1247 

— 

10.6 

— 

3.0 

9.8 

• 

10000 

4 928 

— 

97.1 

— 

2.8 

4.2 

62.5 

7 250 

521 

— 

7.7 


2.5 

6.2 

52 

10 000 

3194 

— 

46.9 

— 

2.6 

7.1 

39.7 

2 550 

1911 

— 

299 

— 

1.6 

2.8 

44 

11000 

9 800 

1 

816.7 

— 

2.9 

1.1 



1 725 

1 485.6 

— 

620.5 

— 

1.5 

1.7 

— 

2 550 

2 220 

— 

672.7 

— 

1.9 

1.9 

29.3 

1 125 

978 

— 

665.2 

— 

0.6 

2.3 

65.4 

1575 

1440 

— 

1066.6 

— 

1.1 

1.1 

4.1 

975 

855 

— 

712.5 

— 

0.6 

1.5 

20 

1425 

1194 

— 

516.9 

— 

1.0 

1.8 

— 

8 250 

5 414 

— 

190.9 

— 

2.7 

3.6 

28.4 

3 760 

1617 

— 

75.8 

— 

1.9 

6.1 

50 

2 560 

1900 

— 

292.3 

— 

1.7 

2.8 


7 750 

3 439 

— 

79.8 

— 

2.7 

5.7 

57.3 

4 750 

— 

293.5 

— 

5.8 

2.5 

11.1 

70 

1675 

— 

237 

— 

13.1 

1.0 

11.6 

72.7 

1575 

1123 

— 

248.4 

— 

1.1 

3.2 

55.8 

1125 

963.9 

— 

598.3 

— 

0.8 

1.8 

45 

1 086 925 

877 796 

— 

419.7 

- — - 

3.5 

2.0 

? 

510000 

498 848 

— 

4473.1 

— 

3.9 

0.3 

? 

576 925 

378 948 

— 

191.4 

— 

3.1 

3.5 

9 

• 

356 000 

263 863 

— 

286.4 

— 

3.4 

2.7 

3.3 

166 675 

81 276 

— 

95.2 

— 

2.8 

5.1 

47.71) 

54 250 

33 810 

— 

166.4 

— 

2.2 

4.0 

47.4 


*) Abgesehen von No. 23, dessen Verschuldung nicht bekannt ist. 



24 


Auch für die Sätze nach der Reform treten die gleichen 
Kontraste teilweise sogar in noch schärferer Form auf, denn ; 
hier erreichen von 42 Gütern 15 noch nicht die gezogene Grenze, 
während 13 dieselbe meist sehr weit überschreiten. Es ver- 
bleiben also auch hier nur 14 — also ebenfalls Va — ; 
welchen die alte Katastrierung annähernd gerecht wird. 

Wie grosse Ungerechtigkeiten durch die eingetretenen Ver- 
schiebungen entstanden sind, beweist ein Vergleich der einzelnen 
Extreme; denn welchen Druck mussten die Realsteuern auf einen 
Betrieb ausüben, welcher bei nur 9,10 Mk. Einkommensteuer 
gleichzeitig 100 Mk. Ertragssteuern aufbringen muss, während 
ein anderer bei gleicher realsteuerlichen Belastung, allerdings 
unter ganz abnormen Verhältnissen, 1996.50 Mk. Einkommen- 
steuer zahlt. 

Als weiteres Beweismaterial für die jetzige Unbrauchbar- 
keit der alten Kataster ist der Grundsteuerreinertrag mit dem 
durchschnittlichen Einkommen nach der Reform einem Vergleich 
unterzogen worden. Da der Grundsteuerreinertrag von der Grund- ) 
Steuer mit 9 Vq % das wirkliche Einkommen von der Ein- 
kommensteuer hier mit 3.1 % belastet wird, müssen auf 100 Mk, 
Grundsteuerreinertrag 326 Mk. wirkliches Einkommen entfallen, 
d. h. 100 Mk. Grundsteuerreinertrag müssen unter den jetzigen 
Verhältnissen ein Mehr von 226 Mk. Einkommen aufweisen. 


Nach der Reform kamen auf 100 Mk. Grundsteuerreinertrag 
ein Mehr von: 



Setzt man hier die Grenze annähernd gleicher Besteuerung 
selbst zwischen 150 und 300 Mk., so bleiben von 42 Be- 
trieben 17 hinter derselben zurück, während 16 dieselbe teilweise 
sehr weit überschreiten, so dass nur 9 Güter — also beinahe 
Vö — den alten Verhältnissen treu geblieben sind. 


— 25 — 

Vor allem muss es auffallen, dass das Einkommen von 4 Be- 
i trieben noch nicht einmal den Grundsteuerreinertrag erreicht, 
welcher doch ursprünglich nur die Hälfte des wirklichen Ein- 
kommens betragen sollte. Dies ist um so auffallender, als sich 
auf entgegengesetzter Seite bei 16 Gütern das Verhältnis des 
wirklichen Einkommens zum Grundsteuerreinertrage zu Gunsten 
des ersteren um ein Vielfaches geändert hat, dessen Maximum 
von 4 Gütern erreicht wird, welche eine mehr als zehnmal so 
hohe Einnahme als die katastrierte versteuern. Wenn auch diese 
Güter inmitten des oberschlesischen Industriebezirks unter gänz- 
lich abnormen Umständen wirtschaften, ihre riesigen Einnahmen 
auch grösstenteils gar nicht aus der Landwirtschaft beziehen, 
so finden doch günstige Verschiebungen zum 4 — 8 fachen des 
Grundsteuerreinertrages bei 10 Betrieben statt, die rein landwirt- 
schaftliche sind. 

Es liegt kein Grund zu der Annahme vor, dass die 1 7 Güter, 
^ welche an diesem Aufschwünge keinen Anteil haben, ja stellen- 
weise mit ihren wirklichen Einnahmen gegen die Kataster Zu- 
rückbleiben, dies durch eigenes Verschulden, d. h. durch unge- 
ordnete und den modernen Anforderungen nicht genügende Bewirt- 
schaftung herbeigeführt haben. Die .schon vorher genannten 
Faktoren, welche die Änderungen verui-sachten, haben eben ihre 
Einflüsse in verschiedener Weise geltend gemacht. Der Ausbau 
der modenien Verkehrsmittel kann mancherorts auch ungünstig 
gewirkt haben, indem dadurch die Abwanderung ländlicher 
Arbeiter gefördert oder eine bisher nicht zu fürchtende Kon- 
kurrenz durch die Nachbarschaft oder weitere Umgebung herbei- 
geführt wurde. Ebenso ist die Entwicklung des Zuckerrüben- 
baues, welcher den Ertrag der besseren Böden so mächtig hob 
und mit Recht als die „hohe Schule des Ackerbaues“ angesehen 
wird, für viele von der Natur weniger begünstigte Böden ohne 
Bedeutung gewesen. Dafür haben sich aber hier alle Schäden 
der letzten Jahre, das Sinken der Getreidepreise, die Entwertung 
des Flachses, dessen Anbau gerade in Schlesien in früheren 
Zeiten besonders rentabel war, und die steigenden Arbeitslöhne 
I doppelt fühlbar gemacht. 

Die Durchschnittsberechnung sämtlicher Betriebe (ohne 
11 und 12) ergiebt, dass auf 100 Mk. Grundsteuerreinertrag ein 
Mehr von 191.40 Mk. wirkliches Einkommen entfallt. 


26 


Davon kommt auf die Magnatengiiter ein solches von 
286.40 Mk., bei den Eittergütern nur 95.20 Mk., während 
die Güter innerhalb der Gemeinde mit 165.40 Mk., die 
letzteren um ein Bedeutendes übertrelfen. Die schon bei der Ein- 
kommensteuer aufgestellte Behauptung, dass die Bauerngüter in 
den letzten Jahren den Eittergütern gegenüber durch weit- 
gehendere Verwertung von Viehprodukten etc. überlegen waren, 
findet also auch hier eine weitere Bestätigung, zumal ja auch 
beide Gutskategorien fast gleich hoch verschuldet sind. Denn 
die Ertragssteuern, welche die Verschuldung vollständig unbe- 
rücksichtigt lassen, müssen naturgemäss auf hoch verschuldete 
Betriebe ihren ganz besonderen Druck ausüben, was ein Ver- 
gleich mit den einzelnen Verschuldungsprozenten deutlich vor 
Augen führt. 

So sind es auch die beiden Betriebe, die allein eine Ver- 
schuldung über 70 % aufweisen (vergl. 39 und 40), wo die Grund- 
und Gebäudesteuer am härtesten auf ihr wirkliches Einkommen, 
nämlich mit einem Anteil von 11.1 und 11.6 % drückt. Auch 
bei den andern hochverschuldeten Gütern zeigen sich ganz ana- 
loge Erscheinungen (vergl. 13, 14, 15, 25, 36, 38), wenn auch 
hier die Belastung nicht ganz diese gefährliche Höhe erreicht 
(5.7 — 8.3 ®/o). Die gänzlich schuldenfreien Güter bleiben dagegen 
auf der bescheidenen Höhe von meist noch nicht 2 ®/q, wovon 
3 der schuldenfreien Magnatengüter (3, 4, 5) allerdings eine sehr 
bedeutende und auffallende Ausnahme machen, doch ist diese bei 
Prüfung der näheren Umstände darauf zurückzuführen, dass hier 
der Eeinertrag durch luxuriöse und kostspielige Aufwendungen, 
besonders auf jagdlichem Gebiet, stark herabgedrückt wird. 

Im summarischen Durchschnitt ergiebt sich, dass die real- 
steuerliche Belastung jetzt fast entgegengesetzte Tendenzen als 
diejenige des Einkommens verfolgt, denn während die leistungs- 
fähigen Magnatengüter von letzterer mit 3.4%, die Eitter- 
güter mit 2.8 % und die Güter innerhalb der Gemeinde 
nur mit 2.2 % herangezogen werden, müssen die Eittergüter 
5.1 % und die Bauerngüter 4 %, also in beiden Fällen fast 
das Doppelte an Eealsteuern aufbringen, wohingegen die Mag- 
natengüter nur eine Belastung von 2.7% aufweisen. 

Alle Untersuchungen berechtigen demnach zu der Folge- 
rung, dass unter den heutigen Verhältnissen nur noch ein ver- 
schwindend kleiner Teil aller Güter von den Eealsteuern in 



ursprünglich beabsichtigter Weise herangezogen wird. In den 
^ weitaus meisten Fällen sind es gerade die wirtschaftlich 
Schwächeren, welche unter der drückendsten Belastung zu leiden 
haben, weshalb der Verzicht auf diese Steuern als staatliche Ein- 
nahmequelle allein im Sinne der Gerechtigkeit als ein höchst er- 
freulicher Fortschritt anzusehen ist. 

3. Die Ergänzungssteuer. 

(Siehe Tabelle V, S. 28 u. 29.) 

Da der an die Gutsbesitzer ausgesandte Fragebogen keine 
Angaben über Ergänzungssteuern forderte, weil gerade diese 
einen besonders tiefen Blick in die persönlichen Verhältnisse ge- 
statten und darum gewiss viele ihre Mitteilungen verweigert 
hätten, wurde in Tabelle V die Höhe derselben durch Eechnung 
festgestellt, indem das zur Steuer herangezogene Vermögen durch 
Abzug der Schuldzinsen vom Verkehrs wert des Gutes gewonnen 
wurde. Weiter wurde der bei der Ergänzungssteuer geltende 
Tarif ausser acht gelassen und ein einheitlicher Satz von 50 Pf. 
für je 1000 Mk. Vemögen zur Anwendung gebracht; denn da 
das zu besteuernde Kapital rechnerisch bestimmt ist, also in 
vielen Fällen nicht ganz genau dem behördlicherseits heran- 
gezogenen gleickkommen mag, dürfte hierdurch eine allge- 
mein grössere Genauigkeit erzielt werden , weil dadurch die 
Schwankungen des Tarifs von einer Stufe zur anderen gänzlich 
aufgehoben sind. 

Die auf diese Weise festgestellte Ergänzungssteuer wurde 
von den bisher gezahlten Grund- und Gebäudesteuern in Abzug 
gebracht, so dass die verbleibende Zahl die für die einzelnen 
Güter stattfindende Entlastung ergeben muss. Um ihre Höhe in 
einheitlicher und vergleichbarer Weise zum Ausdruck zu bringen, 
wurde sie auf die auf 100 Mk. Grundsteuer entfallende Summe 
reduziert und ausserdem in ein prozentuales Verhältnis zur Er- 
gänzungssteuer selbst gebracht, da sich durch letztere Umsetzung 
die Zahlen in einem noch weiteren Spielraum bewegen und so 
noch schärfer zum Ausdrucke kommen. 

Die Durchschnittszahlen, auf 100 Mk. Grund- und Gebäude- 
steuern berechnet, zeigen bei sämtlichen Betrieben eine ge- 
wiss bedeutende Entlastung von 66.40 Mk. Dieselbe sinkt bei 
den Magnatengütern auf 60.40 Mk. herab, um aber bei den 


— 2S — 


Tabelle V. 


• 

o 

♦ 

OP 

Grund- 

steuern 

Gebäude- 

Steuern 

Summa 

Verkehrswert 
des Gutes 

Schulden 

1. 

205 

14 

219 

143 000 

keine 

2. 

265 

31.7 

296.7 

159 000 


3. 

1089 

37 

1 126 

506 000 


4. 

2 057 

26.4 

2 083.4 

1 146 000 

3 000 

5. 

1573 

138.5 

1 711.5 

2142 000 

247 000 

6. 

1 107 

42 

1 149 

789 000 

keine 

7. 

922.04 

60.8 

982.8 

700 000 


8. 

943.8 

56.2 

1000 

800 000 


9. 

715.7 

62.3 

778 

750 000 


10. 

77.7 

175.8 

253.5 

350 000 


11. 

349.2 

240.8 

590 

828 000 


12.1) 

1 128.2 

392.9 

1 521.1 

1500 000 


13.1) 

1800 

220 

2 020 

1500 000 


14. 

491 

67 

558 

800 000 

480 000 

15. 

560.8 

35.6 

596.4 

500 000 

250 000 

16. 

114.2 

24 

138.2 

130000 

80 000 

17. 

926.2 

57.3 

982.5 

1000 000 

200 000 

18. 

308.8 

84.6 

393.4 

600 000 

400 000 

19. 

358.8 

24.5 

383.3 

350000 

146 000 

20. 

1 111.5 

70 

1 181.5 

800000 

317 000 

21. 

369.7 

47.4 

417.1 

390 000 

257 280 

22. 

522.4 

28.8 

551.2 

380 000 

198 000 

23. 

447 

43 

490 

450 000 

236 520 

24. 

360 

65 

425 

800000 

420 000 

25. 

414 

33.6 

447.6 

300 000 

156 000 

26. 

651.4 

60.4 

711.8 

450 000 

178 650 

27. 

60.8 

10.8 

71.6 

54 000 

23 800 

28. 

114.2 

10.8 

125.5 

120 000 

keine 

29. 

23.7 

5 

28.7 

30000 


30. 

31.8 

8.4 

40.2 

75 000 

22 000 

31. 

14 

11.4 

25.4 

22 000 

14 400 

32. 

13 

4.2 

17.2 

18 000 

750 

33. 

11.6 

3 

14.6 

15 000 

3 000 

34. 

22.2 

3 

25.2 

21000 

keine 

36. 

271.6 

29.5 

301.1 

190 000 

55 000 

36. 

204 

26 

2.30 

170 000 

85 000 

37. 

62.3 

9 

71.3 

50000 

keine 

38. 

417.6 

27.8 

445.4 

380 000 

218 000 

39. 

483.8 

42.8 

526.6 

400 000 

280 000 

40. 

172.4 

10.2 

182.6 

110 000 

80 000 

41. 

43.3 

7.2 

50.5 

34 000 

19 000 

42. 

15.4 

5.4 

20.8 

10 000 

4 500 

1—42. 

20 829.1 

2354.1 

23 183.2 

19 962 000 

4 373 900 

1—11. 

9 304.4 

885.5 

10 189.9 

8 313 000 

250 000 

12, 13. 

2 928.2 

612.9 

3 541.1 

3000000 

keine 

14—26. 

6 634.8 

641.2 

7 276 

6 950 000 

3 318 450 

27-42. 

1 961.7 

214.5 

2 176.2 

1699 000 

805 450 


*) No. 12 und 13 wurden in den Tabellen III und IV nicht bertick- 



29 


Tabelle V. 


Ver- 

mögen 

Er- 
gänzungs- 
steuer 
Va pro 1000 

Steuer- 

Ent- 

lastung 

Entlastung 

auf 

100 Mark 
Grund- 
und 

Gebäude- 

stAUAr 

Entlastung 

auf 

100 Mark 
Er- 
gänzungs- 
Steuer 

0/ 

/o 

der 

Ver- 

schuldung 

143 000 

71.5 

147.5 

67.8 

206.3 


159000 

79.5 

217.2 

73.2 

273.2 

— 

506 000 

253 

873 

77.5 

345.1 

- — , 

1 143 000 

571.5 

1 511.9 

72.6 

264.5 

0.15 

1895 000 

947.5 

764 

44.6 

80.6 

11.5 

789 000 

394.5 

754.5 

65.7 

191.3 

— 

700 000 

350 

632.8 

64.4 

180.8 

— 

800 000 

400 

600 

60 

150 

— 

750 000 

375 

403 

51.8 

107.5 

— 

350000 

175 

78.5 

30.9 

44.8 

— 

828 000 

414 

176 

29.8 

42.5 

— 

1500 000 

750 

771.1 

50.7 

102.8 

— 

1500 000 

750 

1270 

62.9 

169.5 

— 

320 000 

160 

398 

70.1 

248.7 

60 

250000 

125 

471.4 

79.0 

377.1 

50 

50 000 

25 

113.2 

81.9 

452.8 

61 

800 000 

400 

582.5 

59.3 

145.6 

20 

200 000 

100 

293.4 

74.4 

293.4 

66.6 

205 000 

102.5 

280.8 

73.2 

273.9 

41.4 

483 000 

241.5 

940 

79.4 

389.2 

39.6 

142 720 

71 

346.1 

82.9 

487.5 

65.9 

182 000 

91 

460.2 

83.5 

505.7 

52.1 

213 480 

106.5 

383.5 

78.3 

361.8 

52.5 

380 000 

190 

235 

55.3 

123.7 

52.5 

144 000 

72 

375.6 

83.9 

521.7 

52 

271 350 

135.5 

576.3 

80.9 

423.8 

39.7 

30 200 

15 

56.6 

79.0 

377.3 

44 

120000 

60 

65 

52 

108.3 

— 

30000 

15 

13.7 

47.7 

91.3 

— 

53 000 

26.5 

13.7 

34.1 

51.7 

29.3 

7 600 

3.5 

21.9 

86.2 

625.7 

65.4 

17 250 

8.5 

8.7 

50.6 

102.3 

4.1 

12 000 

6 

8.6 

58.9 

143.3 

20 

21000 

10.5 

14.7 

58.3 

140.0 

— 

135 000 

67.5 

233.6 

77.6 

344.4 

28.4 

85 000 

42.5 

187.5 

81.5 

441.2 

50 

50 000 

25 

46.3 

64.9 

185.2 

— 

162 000 

81 

364.4 

81.8 

449.9 

57.3 

120 000 

60 

466.6 

88.6 

777.7 

70 

30 000 

15 

167.6 

91.8 

1117.3 

72.7 

15 000 

7.5 

43 

85.1 

573.3 

55.8 

5 500 

steuerfrei 

20.8 

100 

2080 

45 

15 588 100 

7799 

15 384.2 

66.4 

197.3 

21.91 

8 063 000 

4031.5 

6 158.4 

60.4 

152.7 

3.01 

3 000 000 

1500 

2 041.1 

57.6 

136.1 

— 

3 631 550 

1815.5 

5 460.5 

75 

300.8 

47.74 

893 550 

446.5 

1 729.7 

79.5 

387.4 

47.41 


siclitigt, da voll itineii keine Angaben über die Einkommensteuer voiliegeu, 


I 


I 


— 80 — 

Rittergütern auf 75 Mk. und den Gütern innerhalb der 
Gemeinde sogar auf 79.50 Mk. zu steigen. ' 

Nach deutlicher sprechen die Zahlen, welche, von 100 Mk. 
Ergänzun^steuer ausgehend, die Entlastung angeben; denn hier 
beträgt dieselbe im Durchschnitt aller Betriebe 197.30 Mk. 
und verteilt sich auf die einzelnen Kategorien derart, dass auf 
die Magnatengüter nur 152.70 Mk., auf die Rittergüter da- 
gegen 300.80 Mk. und die Bauerngüter sogar 387.40 Mk. 
entfallen. 

Prüft man die Betriebe im einzelnen, so zeigen fast alle 
Magnatengüter mit Ausnahme von 2, 3 und 4, bei welchen wahr- 
scheinlich der Verkehrs wert zu gering angegeben ist, eine Ent- 
lastung, welche zum Teil noch sehr weit vom allgemeinen Durch- 
schnitt (197.3) entfernt bleibt und sogar ein Minimum von 42.5 Mk. 

(vergl. No. 11) erreicht; doch walten bei letzterem, wie bei vielen 
Gütern dieser Kategorie, abnorme Verhältnisse ob, was schon 
daraus hervorgeht, dass hier die Grundsteuer nur 349.2, die ' 

Gebäudesteuer dagegen 240.80 Mk. beträgt. 

Ganz andere Zahlen haben die Rittergüter aufzuweisen, 
denn mit Ausnahme von nur zweien (vergl. 17 und 24) bewegen 
sich alle in einer Höhe von 248.70 bis 521.70 Mk. Wenn auch 
keine strenge Analogie zwischen Verechuldung und Entlastung 
überall festzustellen ist (vergl. 24 und 26), da ja seit der alten 
Katrastrierung manches Gut bedeutend im Wert stieg und daher 
auch gegenüber den unverändert gebliebenen Grundsteuern eine 
ziemlich hohe Ergänzungssteuer zahlt, so ist doch die allgemeine 
Abhängigkeit von der prozentualen Verscliuldungshöhe unschwer 
zu erkennen. Deutlicher tritt dieses Abhängigkeits Verhältnis bei 
den 16 bäuerlichen Betrieben hervor, schon aus dem Grunde, 
weil hier die Verschuldungskontraste viel stärker hervortreten’ 
da zumeist sehr geringe Verschuldung oder gänzliche Schulden- 
freiheit einer Schuldenlast von bedeutender Höhe entgegensteht. 

So steigt bei den 5 schuldenfreien Betrieben (28, 29, 34, 37 und 
auch 32) die Entlastung nicht über 185.20 Älk., während sie bei den 
3 verschuldetsten Gütern (31, 39, 40) von 625.70 bis 1117.30 Mk. \ 
emporreicht, eine Höhe, welche nur von einem Betriebe über- 
troffen wird, welcher zwar nicht der verschuldetste, aber mit 
3.5 ha der kleinste ist und, da hier das Vermögen des Besitzers 
nur 5500 Mk. beträgt, auch von der Ergänzungssteuer, die be- 


— 31 — 

kanntlich erst bei 6000 Mk. fundiertem Vermögen einsetzt, voll- 
^ ständig frei bleibt. 

4. Das Resultat der Staatsbesteuerung. 

(Siehe Tabelle VI, S. 32 n. 33.) 

Die Aufgabe der reinen Personalbesteuerung ist bekannt- 
lich die volle Berücksichtigung der wirklichen Leistungsfähigkeit, 
d. h. die schärfere Heranziehung wirklich grosser Einkommen und 
Vermögensobjekte zu Staatsabgaben, während alle diejenigen Cen- 
siten, deren Einnahmen durch Schuldenlast oder andere Umstände 
geschmälert werden oder welche nur ein kleines Kapital besitzen 
und daher die wirtschaftlich Schwächeren darstellen, mit mög- 
lichster Schonung behandelt werden sollen. Wie weit die neue 
Steuertechnik dieser Aufgabe auch gerecht zu w'erden versteht, 
wird durch Tabelle VI recht deutlich veranschaulicht; haben 
I doch die schuldenfreien Magnatengüter (7 — 10) durch die 
Reform nur die kleine Ermässigung von 6.4 % aufzuweisen, eine 
Zahl, die sieh wahrscheinlich noch bedeutend verkleinern, ja in 
einen Belastimgsprozent übergehen würde, wenn das vergleich- 
bare Material für sämtliche Güter vorhanden wäre. (Vergl. No. 1 
bis 6 und 11 u. 12, letztere für den Vergleich ländlicher Ver- 
hältnisse unbrauchbar.) Dagegen zeigen die fast gleichhoch ver- 
schuldeten Ritter- und Bauerngüter (13 — 26 und 29 — 44) 
Entlastungszahlen, die sich auch beinahe gleichen, nämlich 42.6 % 
und 46.4 %, und welche ausserdem durch ihre Höhe Anspruch 
darauf machen können, dass sie für die wirtschaftliche Lage des 
Censiten von allereinschneidenster Bedeutung sind: ein modernes 
Mittel zur Verbesserung der Lage der Landwirtschaft, welches 
nebenbei noch den Vorteil hat, dass es in gerechter Weise gerade 
den Bedürftigsten zu gute kommt, denn die verschuldetsten Be- 
sitzer sind es ja, wo die Entlastungshöhe noch weit über den 
Durchschnitt hinausgeht und eine Höhe von 69.4, sogar 84.8% 
erreicht. (Vergl. 15, 33, 41 und 42.) Aber nicht die Verschuldung 
, allein, sondern auch alle diejenigen Umstände, welche bei den 

I Grundsteuern erwähnt wui-den und die mancherorts unter un- 

günstigen Verhältnissen das Einkommen gegen den veranschlagten 
Grundsteuerreinertrag nicht merklich hoben oder sogar noch zu- 
rückdrängten, sind hier bei der Entlastung in gleich erfreulicher 
Weise beteiligt. (Vergl. 18, 26, 44.) 



32 



Laufende 

No. 


7—10. 

13 — 26, ohne 
14, 21, 23, 25. 
29-44. 


1— I 

Vor der Reform: 

0 ^ 
0? 

O ^ 

Grund- u. 
Gebäude- 
steuer 

Ein- 

kommen- 

steuer 

Summa 

1. 

219 

? 

9 

• 

2. 

296.7 

? 

? 

3. 

1126 

? 

9 

• 

4. 

2083.4 

? 

? 

5. 

1711.5 

? 

9 

6. 

1149 

• 

? 

7. 

982.5 

2145.8 

3128.6 

8. 

1000 

2352.5 

3352.5 

9. 

778 

2410.7 

3188.7 

10. 

253.5 

510 

763.5 

11. 

590 

2610.2 

3200.2 

12. 

1050.4 

2013.4 

3063.4 

13. 

558 

196 

754 

14. 

596.4 

9 

• 

? 

15. 

138.2 

24.3 

162.5 

16. 

982.5 

640 

1662.5 

17. 

393.4 

330 

723.4 

18. 

383.3 

44 

427.3 

19. 

1181.5 

642.5 

1824.5 

20. 

417.1 

555 

972.1 

21. 

551.2 

9 

» 

? 

22. 

490 

161.5 

651.5 

23. 

1270.7 

286 

1556.7 

24. 

425 

176 

601 

25. 

447.6 

9 

• 

9 

♦ 

26. 

711.8 

339 

1050.8 

fehlt 

1521.1 

? 

9 

• 

fehlt 

2020 

9 

• 

? 

27. 

71.6 

305 

1Ö2.1 

28. 

125 

240 

365 

29. 

28.7 

13 

41.7 

30. 

40.2 

44 

84.2 

31. 

25.4 

12 

37.4 

32. 

17.2 

26 

43.2 

33. 

14.6 

9 

23.6 

34. 

25.2 

13 

38.2 

35. 

301.1 

132 

433.1 

36. 

230 

50 

280 

37. 

71.3 

31 

102.3 

38. 

445.4 

98.5 

543.9 

39. 

526.6 

92 

618.6 

40. 

182.6 

21 

203.6 

41. 

50.5 

16 

66.5 

42. 

20.8 

9 

29.8 

7—10. 

3014.3 

7419 

10 433.3 


5680.8 

3108.3 

8 789.1 


2176.2 

837.0 

, 3 013.2 



i. e ® 
€ B p 

@ a s 

” O OD 


176 
192 
316.5 
535 
570 
1800 
2 424.9 
2 688.1 
2 754.4 
596.2 
11 779.4 


207 

185 

24.7, 

637.5 

250.4 
61 

912.5 
611 

401.2 
264 
390 

278.7 

184.5 

261.5 
? 

? 

42.4 

324.7 

25.4 

40.2 
6.7 

17.6 
6 

16 

222.2 

71.2 

42.7 

197.7 


71.5 

79.5 
253 

571.5 

947.5 

394.5 
350 
400 
375 
175 
414 

? 

160 

125 

25 

400 

100 

102.5 

241.5 

71 
91 

106.6 
? 

190 

72 

135.5 

750 

750 

15 

60 

15 

26.5 

3.5 

8.5 
6 

10.5 

67.5 

42.5 
25 
81 
60 
15 

7.5 


247.5 

271.5 

569.5 
1 106.5 

1 517.5 

2 194.5 

2 774.9 

3 088.1 
3 129.4 

771.2 
12 193.4 



Mehr an 
Steuern 



9 

? 

? 

353.7 

264.4 

59.3 


? 

387 

? 

112.8 

585 

373 

263.8 

670.5 

290.1 
? 

281 

? 

132.3 
? 

653.8 
? 

? 

k.7 

1.3 

17.5 
27.2 

17.1 

11.6 
11.7 

143.4 
166.3 

34.6 

265.2 

441.6 

172.6 
41 

21.2 


669.9 — 

3748.8 — 

1397.8 — 


1.0 

281.2 

9 


11.3 

7.9 

1.9 


? 

51.3 

? 

69.4 
36 

51.6 

61.7 

36.7 

29.6 
? 

43.1 
? 

22.0 

? 

62.2 

? 

9 

53.6 

3.1 

20.9 

72.7 

39.6 

49.1 

30.6 

33.1 

59.4 

33.8 

48.7 

71.4 

84.8 
61.6 

71.1 


laoQ 
I J > g 

> rt 


6 750 

7 250 
11 000 
18 000 

19 000 
53 000 
69 000 
75 000 
77 000 

20 000 
297 500 
212 500 

7 750 

7 250 
1725 

22 000 

8 750 
3 450 

31 250 
21000 
14 000 

9 250 
13 000 
10 000 

7 250 
10 000 


2 550 
11000 
1725 

2 550 
1125 
1575 

975 
1425 
8 250 

3 750 
2 550 
7 750 

4 750 
1575 
1575 
1125 


s ö a 

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ÖD 

S3 ® g 

ö -w c 

o 

5S -13 >*-i 
o3 c;» 0^ 

pq e 


6.4 241 000 

42.6 125 175 

46.4 54 250 



7.4 

8.3 
12.4 

5.8 

4.6 

9 

• 

7 

11.9 
6.0 
? 

1Ö.5 

? 

? 

4.5 

3.3 

2.4 
3.3 

3.3 

2.7 

2.4 
2.7 

5.2 

7.5 
4 

7 

13 

12.9 

4.2 

2.6 


60 

50 

61 

20 

66.6 

41.4 
39.6 
65.9 
52.1 

52.5 
? 

52.5 

52 


3.9 

39.7 

? 

• 

9 

« 


2.5 

44 

3.5 

— 

2.3 

— 

2.6 

29.3 

0.9 

65.4 

1.6 

4.1 

1.2 

20 

1.8 

— 

3.5 

28.4 

3 

50 

2.6 

— 

3.6 

57.3 

3.7 

70 

1.9 

72.7 

1.6 

55.8 

0.8 

45 

4 

— 

4 

47.0 

2.9 

47.4 


















34 




Diese Verschiebung von den Schultern des Schwächern 
auf diejenigen des wirklich Steuerkräftigen findet weitere Ver- 
anschaulichung in der verschiedenen Belastung, welcher das 
wirkliche Einkommen vor und nach der Reform ausgesetzt war. 

Angenommen, das Einkommen der behandelten Betriebe 
wäre auch in den 4 Jahren vor der Relorm das gleiche wie das 
aus den Einkommensteuersätzen der letzten 8 Jahre berechnete 
gewesen, welche Annahme (ausgenommen 11 und 12) nicht unbe- 
rechtigt ist, denn die Veränderungen in der Einkommensteuer 
sind doch hauptsächlich auf eine bessere Veranlagung und 
schärfere Heranziehung höherer Einkommen zurückzuführen, 
während die in den letzten Jahren schärfer auftretenden Schäden 
wieder durch bessere Ernten im Durchschnitt der Jahre einen 
Ausgleich gefunden haben dürften, so zahlen die Magnaten- 
güter für 100 Mk. Einkommen, statt früher 4 . 3 , jetzt 4 Mk. 
Staatssteuern, eine kleine Herabminderung, welche sich auch hier, 
wenn alle Betriebe dieser Kategorie vergleichbar wären, gewiss 
in eine Belastnngszahl umwandeln würde. Dem gegenüber stehen 
die Rittergüter mit 4 Mk. gegen früher 7 Mk. Steuern viel 
günstiger da, was ebenso für die Güter innerhalb der Ge- 
meinde zu beobachten ist, da diese statt 5.5 Mk. jetzt nur noch 
2.9 Mk, an Staatssteuem aufzubringen haben. 

Wie drückend übrigens die Verhältnisse für viele Besitzer 
gewesen sein müssen, geht aus einem Blick auf die einzelnen 
Zahlen hervor, da mancher verschuldete Censit von 100 Mk. 
Einkommen nicht weniger als 12.4 bis 13 Mk. an die Staatskasse 
abliefern musste und ausserdem gewiss noch eine ansehnliche 
Kommunalbesteuerung zu tragen hatte. (Vergl. 15, 41 und 42.) 
Unter solchen Umständen lag dann freilich ein Steuerdrnck aller- 
härtester Art vor, und die erbitterten Klagen, welche von den 
Betroffenen gegen die schwer lastenden und ungerechten Grund- 
steuern erhoben wurden, hatten volle Berechtigung. 

Es ist daher im Interesse der Minderleistungs- 
fähigen aufs freudigste zu begrüssen, dass der Staat 
endlich diesen Klagen in gebührendem Maasse sein Ohr 
schenkte, und vor allem, dass die neue Reform gerade 
den früher am schärfsten Herangezogenen die grössten 
Erleichterungen gebracht hat, ein Akt der Gerechtig- 
keit, deren strengste Erfüllung die Pflicht jedes ge- 
ordneten Staatswesens sein muss. 




— 35 — 

IV. Die Kommunalbesteuerung. 

' Obgleich die Steuerreform den meisten Gutsbetrieben recht 

wesentliche Vorteile gebracht hat, kann von einer wirklichen 
Erleichterung erst dann die Rede sein, wenn alle Abgaben an 
andere Verbände sich nicht dergestalt vermehrt haben, dass die 
dort erlangten Vergünstigungen hier wieder verschwinden müssen, 
da es für die Person des Censiten gleichgültig bleibt, ob er seine 
Steuerquote in Form von Staats- oder Kommunalsteuern abliefern 
muss. Im weiteren sei daher das Verhalten der letzteren nach 
der Reform untersucht, wobei die Provinzial-, Kreis- und Kom- 
munalabgaben gesondert von den Kirchen- und Schullasten zu 
betrachten sind, da diese durch die neue Gesetzgebung kaum in 
Mitleidenschaft gezogen und ihre etwaigen Veränderungen der 
letzten Jahre auf andere Umstäde zurückzuführen sind. 

1. Provinzial-, Kreis- und Kommunalabgaben. 

I (Siehe Tabelle VII, S. 36 n. 37.) 

Der wichtigste Faktor, welcher eine Aenderung in der Höhe 
der Abgaben der einzelnen Kommunalverbände hervorrief, war 
die Aufhebung der lex Huene, welche bisher die Einnahmen 
aus den Getreide- und Viehzöllen, sobald sie den Betrag von 
15 Millionen überstiegen, den Kreisen zuwendete. Die schwanken- 
den Beträge, welche auf diese Weise je nach dem Ausfall der 
heimischen Ernten und der eingeschlagenen Zollpolitik verteilt 
wurden, konnten auf die Dauer nur schädlich wirken, da die 
Kreise bei hohen Zuwendungen oft zu unnötigen Ausgaben ver- 
leitet wurden, deren Schäden in Jahren geschmälerter Einnahmen 
sich doppelt fühlbar machten. 

Die Durchschnittszahlen für sämtliche Betriebe veranschau- 
lichen auch hier durch ihre Schwankungen die Wirkungen dieser 
vei’schiedenen Zuwendungen. Denn während die 5 Jahre nach 
Aufhebung des Gesetzes ihre sprungweise erreichte Höhe nicht 
nur behaupten, sondern sogar jährlich um ein Bedeutendes ver- 
mehren, was für sämtliche Gutskategorien in gleichem Maasse gilt, 
< zeigen die Jahre vorher eine durchaus schwankende Tendenz. Auf- 
V fallend ist hier der Rückgang der Abgaben vom Jahre 1889/1890 
gegen das Vorjahr, der gewiss damit Zusammenhängen mag, dass 
die an die Kreise verteilte Summe plötzlich auf 47.3 Millionen 

gegen 29.5 Millionen vorher gewachsen wai*. Ebenso zeigt sich 

3* 


36 





Tabelle VII. 


Laufende 

No. 

Vor der Reform: 

Durch- 

schnitt 

1888/89! 1889/90| 1890 91 1891/92 1892/93! 1893/94 1894/95 

1. 

168 

^ 186 

30 


111 

143 

1 

> 192 

124.3 

2. 

172 

136 

34 

1 48 

115 

151 

209 

123.7 

3. 

482 

1 510 

! 712 

737 

647 

' 666 

714 

638.3 

4. 

906 

829 

1442 

1416 

1 223 

1 167 

1221 

1 172 

5. 

1 756 

; 1062 

; 1706 

1932 

1856 

; 1743 

; 1727 

1 683.1 

6. 

670 

: 542 

133 

301 

624 

836 

1 163 

609.8 

7. 

700 

! 700 

1 650 

591 

' 897 

j 911 

925 

767.7 

8. 

128 

! 128 

i 128 

! 122 

1 102 

1 102 

179 

127 

9. 

81 

i 102 

104 

1 101 

102 

1 101 

182 

110.4 

10. 

5141 

3 719 

! 2 225 

3 910 

1496 

! 2 936 

1661 

3 012.6 

11. 

48.2 

48.2 

1 48.2 

1 48.2 

48.4 

I 48.4 

48.4 

48.3 

12. 

1 700 

1 755 

1184 

2137 

1326 

400 

1 862 

1 337.8 

13. 

77 

keine 

keine 

keine 

112 

249 

1 148 

83.7 

14. 

375 

! 375 

410 

444 

! 490 

470 

470 

433.4 

15. 

144 

99 

74 

93.4 

101 

107.8 

167 

112.3 

16. 

281 

, 281 

281 

291 

i 284 

295 

315 

289.7 

17. 

661 

568 

699 

893 

835 

1 789 

1179 

803.4 

18. 

383 

271 

231 

406 

1 312 

i 391 

397 

341.6 

19. 

? 

• 

9 

• 

102 

1 154 

1 190 

207 

163.2 

20. 

337 

639 

659 

655 

665 

715 

533 

600.4 

21. 

162 

148 

100 

155 

56 

319 

210 

164.3 

22. 

96 

108 

82.8 

103 

113 

116 

253 

124.5 

23. 

350 

350 

350 

350 

350 

350 

350 

350 

24. 

V 

? 

? 

331 

326 

357 

399 

353.2 

25. 

400 

200 

220 

220 

220 

450 

400 

301.4 

26. 

54 

77 

67 

74 

77 

83 

125 

79.6 

27. 

138 

67.4 

85.9 

78 

109.9 

189 

114 

112 

28. 

90.9 

91 

92 

99 

89 

114 

145 

102.9 

29. 

130 

128 

120 

129 

127 

130 

130 

127.7 

30. 

31.7 

31.7 

31.7 

24.4 

28.3 

54.8 

82.9 

40.8 

31. 

65.3 

62 

63.7 

62.4 

63.8 

59.8 

69 

63.7 

32. 

29.5 

28.1 

28.9 

27.7 

26 

27 

31.4 

28.4 

33. 

32.7 

31.1 

31.6 

31.9 

28.8 

29.9 

34.6 

31.5 

34. 

19 

18.1 

18.2 

17.5 

15.5 

16.2 

19.4 

17.7 

35. 

29.5 

28 

28 

24.7 

31.1 

32.3 

34.8 

29.8 

36. 

183 

177 

243 

358.9 

371 

268.5 

297 

271.2 

37. 

206 

251 

304 

304 

366 

390 

390 

315.9 

38. 

72.4 

72.4' 

72.4 

68.6 

71.3 

68.4 

94.8 

74.3 

39. 

294 

269 1 

255 

518 

450 

356 

383 

360.7 

40. 

9 

? 1 

? 

V 

9 

* 

9 

• 

355 

355 

41. 

115 

00 

76 

81 

123 

116 

137 

104.6 

42. 

39 I 

30 

27 

29 

40 

36 

43 

34.9 

43. 

15 1 

12 : 

10 

11 

15 

16 

20 

14.1 

1 — 43 ohne 


1 

1 

1 






19, 24, 40. 

16 763.2 

14 214 

13057 . 4 ! 

16 932.7 

14 118.1 

15 443.1 

15 656.3 

15 169.4 

1—13. 

12 029.2 

9 717.2 

8 396.2 

11 383.2 

8 (!59.4 

9 453.4 

9 231.4 

9 838.6 

14 — 27 ohne 









19, 24. 

3 381 : 

3 183.4 

3 259.7 

3 762.4 

3 612.9 

4 274.8 

4 513 

3 712.6 

28- 43 ohne 40. 

1353 , 

1 313.4 

1 401.5 

1 787.1 

1 845.8; 

1 714.9' 

1911.9 

1 618.2 





Tabelle VII. 


Nach der Reform: 

Durch- 

Mehr 


der 

1895/96 

1896/97 

1897/98 

1898/99 

j 1899/1900 

schnitt 

Wemgei 

Ent- 

lastone 

206 

273 

286 

1 

285 

1 

' 293 

268.6 

144.2 


116.1 

233 

301 

314 

316 

, 332 

299.S 

175.C 


141.9 

Ö36 

848 

844 

917 

: 895 

808 

169.7 



26.6 

916 

1527 

1524 

1677 

i 1609 

1450.6 

278.6 


23.8 

1 295 

i 2 541 

2 033 

2120 

2 288 

2 055.4 

372.2 

— - 

22.1 

1267 

1 1671 

1815 

1 1921 

; 2 057 

1 746.2 

1 136.4 

, , 

186.5 

1 133 

1310 

! 1491 

' 1310 

1 193 

1 287.4 

519.7 


67.7 

722 

728 

: 1014 

: 1051 

; 1158 

934.6 

807.6 


635.9 

723 

743 

1 762 

: 649 

552 

685.8 

575.4 

- - . 

521.2 

4 öbö 

3 070 

1 5 210 

5 234 

' 7 285 

5 092.8 

2 080.2 



69 

48.4 

44.6 

1 44.6 

49.8 

i 49.8 

47.4 



0.9 

— 1.9 

3 617 

1807 

1652 

1 2 032 

; 6 518 

3 125.2 

1 787.4 


133.6 

740 

755 

: 850 

1 1087 

1088 

904 

820.3 

- 

980 

522 

532 

532 

' 555 

555 

539.2 

105.8 

■ 

24.4 

166.9 

271.7 

279.7 

1 357 

355 

286 

173.7 


154.7 

330 

346 

360 

375 

385 

359.2 

69.5 



23.9 

1 252 

1231 

i 1159 

1449 

: 1464 

1311 

507.6 



63.2 

Ö 6 Ö 

576 

; 578 

578 

j 578 

575.2 

233.6 



68.4 

269 

254 

246 

252 

1 256 

255.4 

92.2 


56.5 

907 

875 

873 

1081 

1192 

985.6 

385.2 


64.6 

271 

114 

530 

416 

523 

370.8 

206.5 



125.7 

283 

457 

354 

353 

421 

373.6 

249.1 



200.1 

550 

590 

590 

550 

550 

566 

216 



61.7 

472 

457 

672 

687 

829 

623.4 

270.2 

— 

76.5 

400 

500 

470 

420 

420 

442 

140.6 


46.6 

133 

207 

183 

238 

234 

199 

119.4 



150 

366 

580 

408 

377 

393 

424.8 

312.8 

__ 

278.6 

133 

131 

140 

149 

149 

140.4 

37.5 



36.4 

148 

150 

145 

143 

143 

145.8 

18.1 


14.2 

70.2 

70.2 

64.3; 

70 

64.3 

67.8 

27.0 


66.2 

69 

69 

69 

75.4 

81.8 

72.8 

9.1 



14.3 

61.4 

31.4 

31 . 4 ! 

31.4 

31.4 

31.4 

3 


10.6 

34.6 

34.6 

27 . 4 ! 

27.4 

27.4 

30.3 



1.2 

-3.8 

19.4 

19.4 

19.4 

19.4 

19.4 

19.4 

1.7 


9 

34.8 

38 

38 1 

38 

38 

37.4 

7.6 


25.5 

424 

445 

466 1 

503 

559 

479.4 

208.2 


76.8 

3bl) 

400 

400 

402 

402 

398.8 

82.9 


26.2 

94.8 

123.5 

123.5 

123.5 

123.5 

117.8 

43.5 

— 

58.5 

557 

796 

736 

826 

762 

735.4 

374.7 



103.9 

382 

383 

427 ; 

464 

502 

431.6 

76.6 


21.6 

160 

160 

171 

167 

178 

167.2 

62.6 



59.8 

52 { 

57 

57 

57 

61 

56.8 

219 

— 

62.7 

24 

24 

24 , 

24 1 

26 

24.4 

10.3 

— 

73.0 

24 090.5 

24 447.4 

26 668.3 

28 053.9 

35 053.6 

27 662.7 

12 493.3 


82.3 

16 101.4 

15 618.6 

17 839.6 

18 648.8 

25 317.8 

18 705.2 

8 866.6 

— 

90.1 

5746 .9 

6 279.7 

6 316.7 

6 749 

7 070 

6 432.5 

2 719.9 


73.1 

2 242.2 

2 549.1 

2 512 

2 656.1 1 

2 665.8 

2 525 

906.8 

— 

56 





73.1 

56 


38 



bei den Magnateiigüteni (1 — 13) und den Rittergütern (14 — 27) 
eine Erleichterung für das Jahr 1892/1893, und auch hier waren * 
infolge der schlechten Ernte des Jahres 1891 die zur Verteilung 
gekommenen Zollüberschüsse um noch weitere 10 Millionen ge- 
wachsen. 

Naturgemäss musste der Fortfall so bedeutender Unter- 
stützungen, welche vorher den Kreisverbänden in den Schoss 
fielen, eine bedeutende Erhöhung der Abgaben hervorrufen, da 
nunmehr alle Neuaufwendungen und Verwaltungskosten ohne 
staatliche Beihilfe von den leistungsfähigen Insassen getragen 
werden mussten, zudem die weitere Entwicklung und Verbesserung 
der Verkehrswege etc. von Jahr zu Jahr wachsende Mittel not- 
wendig machte. Die Vermehrung der Steuerlast hat sich auf 
die einzelnen Betriebe recht verschieden verteilt, vereinzelte Aus- 
nahmen (vergl. 11, 33, 34) haben nur geringe Erhöhung oder 
sogar unter besonderen Umständen eine minimale Ermässigung 
erfahren. In allen andern Fällen treten aber bedeutende Be- 
lastungen zu Tage, welche, selbst wenn man einzelne der ab- 
normen Magnatengüter (vergl. 8, 9 und 13) ausser acht lässt, 
oft über 100 %, in einzelnen Fällen sogar über 200 ®/o hinaus- 
gehen (vergl. 1, 2, 6, 12, 15, 21, 26 und 39, ferner 22, 27). 

Im Durchschnitte beträgt die Vermehrung der Lasten für 
sämtliche Güter 82.3 %, wovon auf die selbständigen Gutsbezirke, 
d. h. die Magnatengüter 90 . 1 % und die Rittergüter 73 . 1 % 
entfallen, w’ährend die Güter innerhalb der Gemeinde nur 
ein Mehr von 56% zu verzeichnen haben. 

Wenn die besondere Erhöhung der Abgaben für die Mag- 
natengüter durch ihre Lage innerhalb des sich freudig ent- 
wickelnden oberschlesischen Industriebezirks begiündet erscheint, 
weisen doch auch die Rittergüter den Gemeindegütern gegen- 
über eine sehr beträchtliche Erhöhung auf, welche doch vor- 
wiegend auf den Umstand zurückzuführen ist, dass erstere die 
Hauptträger der Provinzial- und Kreisabgaben sind, welche durch 
die Aufhebung der lex Huene nun viel schärfere Heranziehung 
ihrer Mitglieder fordern müssen. Daher dürfte auch das oft 
citierte Argument, dass die Aufhebung der Grundsteuern für den 
Staat ein Geschenk an die Grundbesitzer sei und den selb- 
ständigen Gutsbezirken „in die Tasche gesteckt“ würde, hin- 
fällig sein; man bedenkt da sicher zu wenig, dass dem Verzicht 
des Staates auf Grund- und Gebäudesteuern, welche zusammen 



39 


75 Millionen ausmachten, doch die in den letzten Jahren fast 
50 Millionen betragenden Überschüsse aus den landwirtschaft- 
lichen Zöllen gegenüberstehen; dazu kommt noch die Vermögens- 
steuer, welche beiden Umstände mit dem natürlichen Wachsen 
des Bedarfs aller Gemeindeverbände das „Geschenk“ zum min- 
desten sehr einschränken müssen, und gerade dort, wo es be- 
sonders betont wird, d. h. bei den Gütern, welche ausserhalb 
einer Gemeinde stehen, wird es zuerst illusorisch werden. Schon 
in der Denkschrift vom 2. November 1892 wurde von der 
Regierung die kommende Entwicklung richtig vorausgesehen und 
besonders auf die höhere Belastung der selbständigen Gutsbezirke 
in folgendem aufmerksam gemacht: „Abgesehen davon, dass der 
Besitzer eines solchen (selbständigen) Gutes nach wie vor un- 
mittelbarer Träger der Kommunallasten innerhalb des Guts- 
bezirkes bleibt, wird er als Angehöriger der weiteren Kommunal- 
verbände auch fernerhin der Kreisbesteuerung unterliegen und 
durch diese in der Regel schärfer als bisher getroffen werden, 
falls nach den Vorschlägen der Staatsregierung die Über- 
weisung von Überschüssen aus den Getreide- und Viehzöllen 
nach Massgabe des Gesetzes vom 14. Mai 1885 in Zukunft 
fortfällt“. 

Da für die selbständigen Gutsbezirke die engeren Kommunal- 
abgaben, d. h. diejenigen für den Gutsbezirk selbst, nicht ange- 
geben werden konnten, da sie zu dem allgemeinen Wirtschafts- 
aufwand gehören, versuchte der Fragebogen wenigstens festzu- 
stellen, ob seit der Ausserhebungssetzung der Grund- und Ge- 
bäudesteuem als Staatssteuern innerhalb des Gutsbezirks grössere 
Aufwendungen an Wegebauten etc. gemacht worden sind. Nur 
einzelne bestätigten vermehrte Ausgaben, besonders für Wege- 
und Brückenbauten, andere antworteten direkt mit „nein“ und 
die Mehrzahl Hess die Frage unbeantwortet, ein Zeichen, dass 
hier wohl alles unverändert geblieben ist, was ja, wenn die alten 
Einrichtungen ihren Zwecken genügen, auch selbstverständlich 
erscheinen muss, denn der Besitzer eines Gutes wird sich wohl 
kaum in jetziger Zeit dazu verstehen können, etwaige Erspar- 
nisse, die ihm die Steuerreform gebracht hat, gleich in kost- 
spieligen und nicht direkt nötigen Verbesserungen anzulegen, 
sondern er wird sich wie früher nur auf das Notwendige be- 
schränken, was einer rationellen Wirtschaftsweise auch am besten 
entspricht. 




— 40 — 

2. Kirchen- und Schullasten. 

(Siehe Tabelle VIII, S. 42 u. 43.) » 

Die Kirchen- und Schullasten stehen im Gegensatz zu den 
anderen Abgaben ausserhalb des Abhängigkeitsverhältnisses von 
der Steuerreform, indessen müssen auch sie hier einer Prüfung 
unterworfen werden, denn bei ihrer fast allgemein sehr bedeuten- 
den Höhe bilden sie gerade eine der Hauptbelastungen des Grund- 
besitzes, welche ausserdem noch besonders durch die behördliche 
Fürsorge auf dem Gebiete des ländlichen Schulwesens in letzter 
Zeit einer immer weiteren Vergrösserung ausgesetzt ist. 

Bei vielen Gütern steigen die Steuersummen plötzlich hoch 
an, um sich nach kurzer Zeit wieder zu ermässigen, was auf be- 
sondere Ausgaben, eine Kirchenrenovation, einen Umbau des 
Pfarrhauses oder den Bau einer neuen Schule zurückzuführen ist, 
wogegen eine konstante und bleibende Steigerung einerseits 
hauptsächlich auf die höheren Unterhaltungskosten zu schieben 
ist; andererseits spielen die in letzter Zeit allgemein besser ge- ^ 
wordenen Besoldungen der Lehrkräfte und die durch einen er- 
weiterten und differenzierten Unterricht notwendig werdende 
Vermehrung der Lehrerstellen hier eine bedeutende Rolle. 

Die Belastung, welche im Durchschnitt für alle Güter 
60.6 ®/o beträgt, verteilt sich indessen recht verschieden auf die 
einzelnen Gutskateprien, denn die Rittergüter sind daran nur 
mit 16.9% und die Gemeindegüter, von denen sogar einsehr 
grosser Teil Entlastung aufzuweisen hat, mit 8.9 % beteiligt, 
während die Magnatengüter in den letzten 5 Jahren 79.7% 
mehr an diesen Abgaben aufbringen müssen. Diese sehr hohe 
Belastung für letztere erscheint übrigens gerechtfertigt, wenn 
man bedenkt, dass gerade diese Zeit mit der Hochkonjunktur im 
oberschlesischen Industriebezii-k zusammenfällt, denn für die zu- 
strömenden Arbeitermassen mit ihren Familien musste notwendig 
auch durch einen umfangreichen Neubau von Gotteshäusern und 
Gründung von Schulen entsprechend gesorgt werden. 

Aus den Mitteilungen verschiedener Besitzer geht übrigens 
hervor, dass die Schullasten, wo sie ganz besonders hoch sind, ' 
am unliebsten getragen werden und zu vielen Klagen Anlass 
geben, was vorwiegend dort zutrifft, wo die Dörfer in der Nähe 
von Städten einen reichen Zuwachs von Arbeitern mit grosser 


41 


Familie erhalten haben, welche aber ihrem Unterhalt allein in 
( der Stadt als Fabrikarbeiter, Maurer etc. nachgehen, während 
sich die ländliche Arbeiteniot selbst von Jahr zu Jahr immer 
unangenehmer fühlbar macht. 

3. Die Erhebung der Kommunalabgaben. 

Als der Staat auf die Erhebung aller Realsteuem ver- 
zichtete, ging sein Ziel dahin, diese Steuern, neben neu einzu- 
führenden, zu den eigentlichen Trägern aller Kommunal-Auf- 
wendungen zu machen; sie sollten zu „lebendigen Gliedern des 
Gemeindeorganismus“ werden, wozu sie um so mehr befähigt waren, 
da bei diesen Steuern, welche innerhalb eines grossen Staats- 
verbandes mit Recht als veraltet und ungerecht angesehen werden 
alle diese Nachteile für einen kleinen Bezirk verschwinden müssen! 
Dafür bieten aber hier die Realsteuern einen richtigen Mass- 
/ stab für die von den einzelnen Mitgliedern eines abgegrenzten 
' Gemeindeverbandes geforderten Leistungen, weshalb sich die zu 
beanspruchenden Gegenleistungen auch iu einem entsprechenden 
Verhältnis bewegen müssen, wofür Grund- und Gewerbesteuern 
die beste Grundlage bilden dürften. 

Ausserdem birgt aber noch eine Abwälzung des grössem 
Teils dp Kommunalpschläge auf die staatliche Einkommen- 
steuer die Gefahr in sich, dass die Censiten ein besonders grosses 
Interesse an einer niediigen Veranlagung ihres Einkommens haben, 
eine Gefahr, welche durch das System der Selbsteinschätzung 
noch wesentlich erhöht wird. 

Aus den Angaben der einzelnen Besitzer geht hervor, dass 
die Zuschläge in den einzelnen Kreisen und Gemeinden in recht 
verschiedener Weise erhoben werden. Während vieleroi-ts die 
Kommunallasten 100 % der Einkommensteuer und kaum 100 % 
der Realsteuern betragen, werden an andern Orten letztere voll- 
kommener ausgenutzt, indem bei einer Anzahl von Güteni 100 
Zuschläge auf Grund- und Gebäudesteuern und 80 % auf die 
- Staatesteuer entfallen. Die geringste Belastung der Einkommen- 
steuer weisen einige Güter auf, wo nur 50 % Zuschläge auf die- 
selbe kommen, während 70—80 % der Realsteuern als Kommunal- 
abgaben erhoben werden. Die Zuschläge für die verschiedenen 
Kommunalverbände unterscheiden sich auch oft dadurch, dass 


42 





Tabelle Ylll. Kirchen* and 


Laufende 

1 


Vor der Reform: 



Durch- 

No. 

1 1888/89! 1889/90 1890/91 1891/92 1892/93 1893/94 1894/95 

schnitt 

1. 

117 

117 

1 

117 

117 

117 

117 

240 

134.6 

2. 

116 

116 

i 116 

, 116 

116 

116 

239 

133.6 

3. 

579 

579 

! 579 

! 579 

1 579 

579 

603 

582.4 

4. 

866 

866 

1 866 

! 866 

866 

866 

772 

852.6 

5. 

891 

891 

891 

1 891 

891 

891 

782 

875.4 

6. 

655 

655 

; 655 

; 655 

655 

655 

706 

662.3 

7. 

930.8 

350.2 

301.4 

401.6 

325.5 

939.7 

301.5 

507.3 

8. 

140.6 

145.5 

150.5 

i 150.8 

167.4 

168.4 

186.3 

158.5 

9. 

102.8 

106.7 

110 

121 .5 

163.9 

193.9 

188.4 

141 

10. 

1 022 

1 140 

1148 

1282 

1264 

1271 

1483 

1230 

11. 

1635 

1673 

1636 

2186 

2 712 

3 712 

3 784 

2 476.9 

12. 

974 

1264 

868 

793 

1575 

925 

643 

1006 

13. 

552.4 

600.6 

790.4 

564.7 

426.6 

504.3 

627.9 

580.9 

14. 

215.5 

190 

190 

, 175.5 

161 

161 

161 

179.1 

15. 

frei 

frei 

; frei 

j frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

16. 

24.5 

24.5 

24.5 

24.5 

24.5 

24.5 

28.8 

25.1 

17. 

90 

96 

I 96 

102 

102 

102 

120 

101.1 

18. 

frei 

frei 

' frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

19. 

80 

80 

i 80 

80 

80 

80 

200 

97.1 

20. 

984 

984 

982 

984 

996 

1205 

981 

1 016.6 

21. 

306 

543 

337 

367 

280 

711 

480 

432 

22. 

200 

200 

210 

210 

205 

275.2 

379.8 

240 

23. 

280 

280 

280 

280 

280 

280 

280 

280 

24. 


9 

• 

9 

« 

2187 

2195 

2180 

2165 

2 181.7 

25. 

100 

150 

180 

260 

260 

160 

200 

187.1 

26. 

9 

? 


? 

V 

85 

166 

125.5 

27. 

386.1 

377.8 

363.4 

343.2 

394.9 

484.3 

332.5 

383.2 

28. 

28.2 

29.1 

34.6 

36.3 

22 

26 

31 

29.6 

29. 

40 

40 

40 

40 

40 

40 

40 

40 

30. 

7.4 

7.4 

6.9 

6 

7.1 

10.3 

10.3 

7-9 

31. 

70.9 

70.9 

70.4 

72.8 

75.4 

63.3 

61.4 

69.4 

32. 

31.5 

31.5 

30.9 

30.9 

28.6 

27.4 

25.2 

29.4 

33. 

36.3 

36.3 

35.7 

38 

34.4 

32.2 

37.7 

35.g 

34. 

19.9 

19.9 

19.7 

19.7 

17.3 

16.5 

16.2 

18.4 

35. 

30.6 

30.6 

30.7 

34.5 

35.5 

33.6 

29.3 

32.1 

36. 

173.9 

156.4 

154.6 

220.2 

224.3 

224.3 

224,3 

196.8 

37. 

23.4 

23.4 

23.4 

23.4 

23.4 

23.4 

23.4 

23.4 

38. 

89.4 

89.4 

91 

91.7 

83.7 

95.8 

96.4 

91.1 

39. 

270.7 

191.7 

137.2 

502.9 

1084.5 

258.1 

267.1 

387.5 

40. 

9 

• 

9 

# 

? 

9 

« 

? 

9 

# 

237 

237 

41. 

keine 

keine 

keine 

16 

3 

keine 

5 

3.1 

42. 

keine 

keine 

keine 

6 

2 

keine 

2 

1.4 

43. 

keine 

keine | 

keine 

2 

1 

keine 

2 

0.7 

1—43 ohne 

' 








24, 26 n. 40. 

12 069.9 

12 155.9 

11 646.3 

12 690.2 

14 324.0 

15 272.2 

14 590.5 

13 249.8 

1—13. 

14 — 27 ohne 

8 581.6 

8 504 

8 228.3 

8 723.6 

9 858.4 

10 938.3 

■ 

10 556.1 

9 341.5 

24, 26. 

2 666.1 

2 925.3 

2 742 9i 

2 826.2 

2 783.4 

3 483 

3 163.1 

2 941.4 

28— 43 ohne 40. 

822.2 

726.6 

675.1 

1 140.4 

1 682.2 

850.9 

871.3 

966.9 



43 


Sehullasten. 


Tabelle VIU. 


Nach der Reform: 

Durch- 

schnitt 

Mehr 

Weniger 

% der Be- 
resp. Ent- 
lastung 

1895/96 

1896/97 

1897/98 

1 1898/99 

j 1899/1900 

240 

240 

1 

240 

240 

240 

240 

105.4 


+ 78.3 

239 

239 

239 

239 

239 

239 

105.4 

— 

-f 78.9 

603 

603 

662 

671 

680 

643.8 

61.4 

— 

4- 10.5 

775 

775 

884 

881 

900 

843 

— 

9.6 

— 1.1 

782 

782 

884 

884 

884 

843.2 

— 

32.2 

— 3.7 

706 

706 

749 

749 

758 

733.6 

71.3 

— 

10.8 

401.6 

1 322.8 

428.9 

420.9 

404.7 

595.8 

88.5 

— 

+ 17.4 

285.9 

246.7 

156 

1 275.6 

275.6 

247.9 

89.4 

— 

-1- 56.4 

208.8 

302 

183.2 

j 280.4 

297.3 

254.3 

113.3 

— 

4- 80.3 

1494 

1661 

1661 

1680 

1712 

1641.6 

411.6 

— 

+ 33.4 

4 864 

5 469 

6 580 

7 317 

7 317 

6 307.8 

3830.9 

— 

+ 154.7 

2 294 

2 294 

2 294 

2 487 

2 451 

2 364 

1358 

— 

+ 134.9 

516.3 

670.3 

1012 

1613 

5 336.4 

1 829.6 

1248.7 

— 

-f 214.9 

164.5 

164.5 

164.5 

164.5 

166 

164.8 

— 

14.3 

— 7.9 

frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

28.8 

57.6 

52.4 

37.8 

40.2 

43.4 

18.3 

— 

+ 72.9 

120 

120 

120 

120 

120 

120 

18.9 

— 

+ 18.7 

frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

frei 

230 

80 

80 

80 

80 

110 

12.9 

— 

+ 13.3 

998 

994 

989 

991 

985 

991.4 

— 

25.2 

— 2.5 

204 

509 

817 

262 

289 

416.2 

— 

15.8 

— 3.6 

425.6 

591.6 

500.1 

519.8 

642.7 

536 

296 

— 

-f 123.3 

280 

280 

280 

280 

280 

280 

— 

— 

— 

2 350 

2 275 

2 000 

2 068 

2105 

2 159.6 

— 

22.1 

— 1.0 

200 

400 

340 

460 

i 460 

372 

184.9 

— 

-1- 98.9 

164 

164 

178 

185 

1 190 

176.2 

50.7 

— 

+ 40.4 

305.6 

355.7 

452.1 

436.6 

477.7 

405.5 

22.3 

— 

4- 5.8 

27.5 

27.8 

25.2 

28.7 

28.5 

27.5 

— 

2.1 

— 7.1 

46.2 

46.2 

46.2 

31.6 

31.6 

40.4 

0.4 

— 

“h 1 

9.8 

9.8 

9.8 

9.8 

9.8 

9.8 

1.9 

— 

+ 24 

61.2 

61.1 

61.1 

68.4 

75.4 

65.4 

— 

4 

— 5.8 

25.2 

25.2 

25.2 

25.2 

25.2 

25.2 

— 

4.2 

— 14.3 

31.4 

31.4 

23.6 

23.8 

23.8 

26.8 

— 

9 

— 25.1 

16.2 

16.2 

16.2 

16.2 

16.2 

16.2 

— 

2.2 

— 11.9 

29.2 

32.8 

32.8 

32.8 

32.8 

32.1 

— 

— 

— 

345.5 

367.8 

.332.7 

376.2 

376.2 

359.7 

162.9 

— 

+ 82.9 

23.4 

23.4 

23.4 

23.4 

23.4 

23.4 

— 

— 

— 

96.4 

84.4 

84.4 

84.4 

84.4 

86.8 

— 

4.3 

flfil 

268.8 

362 

288 

327.9 

376.5 

324.6 

— 

62.9 

— 16.2 

160.9 

191.7 

234.5 

221.3 

225.6 

206.8 

— 

30.2 

- 12.7 

6 

— 

— 

21 

23 

10 

6.6 

— 

+ 194.1 

5 

— 

— 

7 

8 

4 

2.6 

— 

+ 185.7 

2 

— 

— 

3 

3 

1.60 

0.9 

— 

4- 128.6 

17 359.9 

19 943.3 

20 736.8 

22 169.0 

26 173.4 

21 276.5 

8026.6 


4- 60.6 

13 409.6 

15 302.8 

15 973.1 

17 737.9 


16 783.7 

7442.2 

— 

4- 79.7 

2 956.5 


3 795.1 



3 439.3 

497.9 


4- 16.9 

993.8 

1088.1 

968.6 

1 079.4 

1 137.8 

1 053.4 

86.5 

— 

4- 8.9 








44 




die Provinzial- und Kreisabgaben auf Staats- und Realsteueru zu 
gleichen Prozenten verteilt werden, während dafür die Abgaben * 
der örtlichen Gemeinde nur auf die Grund- und Gebäudesteuern 
gewälzt werden. 

Jedenfalls geht aus den Mitteilungen der Besitzer hervor, 
dass doch jetzt im Sinne der Reform eine Entlastung der Ein- 
kommensteuer erzielt worden ist, denn früher waren allgemein 
die Zuschläge auf letztere viel höher und betrugen oft 150 ®/o» 
während dagegen die Grund- und Gebäudesteuern nicht selten 
nur zur Hälfte ihres Betrages in Anrechnung kamen, zumal noch 
damals alle Kommunallasten fast allgemein um ein Bedeutendes 
geringer waren. 

Eine Änderung nach der gewünschten Seite hin ist also 
jedenfalls nicht ausgeblieben, aber in den meisten Fällen in 
immer noch unzureichendem Maasse; denn wenn es den ländlichen 
Gemeinden wirklich nicht möglich ist, einen Teil ihrer Bedürfnisse 
durch Gebühren und angebrachte neue Steuern zu decken, so ^ 
sollten wenigstens Grundbesitz und Gewerbebetrieb hier nach 
Massgabe der Realsteuern, als wohlberechtigte Gemeindesteuern, 
noch schärfer herangezogen werden. 

V. Das Resultat der Gesamtbesteuerung. 

(Siehe Tabelle IX, S. 46 u. 47.) 

Während die neuen Staatssteuern dem Grundbesitze, wie 
vorher gezeigt, bedeutende Entlastungen gebracht hatten, welche 
von 6.4 °/o für die vergleichbaren Magnatengüter bei den Ritter- 
güteni und Gütern innerhalb der Gemeinde auf 42.7 resp. 46.3 % 
stiegen, sind durch die starke Vennehrung der Kommunalabgaben 
in den letzten Jahren die Zahlen sehr wesentlich herabgedrückt 
worden. Bei der beschränkten Zahl der Magnatengüter, 
welche ein Schlussresultat gestatten, ist eine wesentliche Er- 
höhung der Gesamtsteuem von 39.6 % eingetreten. Die andern 

Gutskategorien sind allerdings nicht durch die wachsenden An- 
forderungen der Kommunen so sehr in Mitleidenschaft gezogen 
worden, aber auch hier haben sich die pekuniären Vorteile der 
Staatssteuern gewaltig vermindert, da die Rittergüter nur eine 
Gesamtentlastung von 8.5 % Gemeindegüter nur 

•eine solche von 5.8% aufweisen. 


I 


4.5 


Allerdings zeigen die Zahlen für die Betriebe im einzelnen, 
i dass hier mit den grössten Extremen zu rechnen ist und daher 
Durchschnitte überhaupt kein genaues Bild geben können, denn 
die Rittergüter wiesen ein grösseres Entlastungsprozent auf, 
wenn nicht eines derselben (25) durch eine bedeutende Steuer- 
vermehrung die Gesamtheit so stark beeinflusste, ein Umstand, 
welcher bei den Bauerngütern, die an und für sich schon mit 
viel kleineren Zahlen rechnen, durch die besonders hohe Be- 
. lastung eines Gutes (36) noch viel bedeutsamer in die Wag- 
schale fällt. 

Es erscheint daher wichtiger, wenn statt der Durchschnitts- 
zahlen die Güter im einzelnen einer Prüfung unterzogen werden 
und gleichzeitig damit die Verschuldung geprüft wird, um fest- 
zustellen, ob auch hier die wirtschaftlich Schwächeren zu den 
von der Steuer Begünstigten gehören. 

^ (Siehe Tabelle S. 48.) 

Während die Ermässigungen an Staatssteuern in ihrer 
Höhe mit der Verschuldung fast parallel liefen, ist allerdings 
dui’ch den Hinzutritt der Gemeindesteuern, welche die Lei- 
stungsfähigkeit des einzelnen Censiten weniger berücksichtigen 
können, dieser innere Zusammenhang minder durchscheinend ge- 
worden. 

So hat eines der Rittergüter (25) bei einer über 50 °/o 
betragenden Verschuldung als einziges eine Belastung von recht 
bedeutender Höhe aufzuweisen. Der Grund hierfür liegt in dem 
rapiden Anwachsen der Kirchen- und Schullasten, die sich in 
den letzten Jahren beinahe verdoppelt haben. Erfreulicher da- 
gegen sind die Erscheinungen bei einer Anzahl der ver- 
schuldetsten Güter, wo trotz stärkerer Heranziehung von seiten 
der Gemeinden doch die entlastende Wirkung der Staats- 
steuern noch voll zum Ausdrucke kommt. (Vergl. 14, 18, 40 
und 41.) 

Bei andern Betrieben, welche schuldenfrei oder sehr gering 
verschuldet sind, ist dagegen die Gesamtentlastung sehr gering 
geworden, ja sie ist zum Teil sogar schon in eine Belastungs- 
zahl übergegangen. (Vergl. ausser Magnatengütern 17, 29, 30 
und 38.) 


I 



46 


Tabelle IX. 


Vor der Reform: 


Nach der Reform 


Laufende 

No. 


(^rnnd- I Provinz.-, | Provinz.-, 

Ergän- Kreis-’ 

Gebäude- i Korn- zungs- Summa 

I munal- Steuer munal- 


Steuer | 


219 

296.7 
1126 

2 083.4 
1 711.5 
1 149 

982.8 
1000 

778 

253.5 

590 

1 050.4 

2 020 
558 

596.4 

138.2 

982.5 

393.4 

383.3 

1 181.5 

417.1 

551.2 
490 

1 270.7 
425 

447.6 

711.8 

71.6 
125 

28.7 

40.2 

25.4 

17.2 

14.6 

25.2 

301.1 
230 

71.3 

445.4 

526.6 

182.6 

50.5 

20.8 


124.3 

123.7 

638.3 
1172 

1683.1 

609.8 

767.7 
127 

110.4 

48.3 
3 012.6 
1 337.8 

83.7 

433.4 

112.3 

289.7 

803.4 

341.6 

163.2 

600.4 

164.3 

124.5 
350 

353.2 

301.4 

79.6 
112 

102.9 

127.7 

40.8 

63.7 

28.4 

31.5 

17.7 

29.8 

271.2 

315.9 

74.3 

360.7 
355 

104.6 

34.9 

14.1 


343.3 

420.4 
1 764.3 
3 2 . 55.4 
3 394.6 
1 758.8 
1 750.5 
1 127 

888.4 

301.8 
3 602.6 

1 388.2 

2 103.7 

991.4 

708.7 

427.9 
1 785.9 

735 

546.5 
1 781.9 

581.4 

675.7 
840 

1 623.9 

726.4 

527.3 

823.8 

174.5 
252.7 

69.5 

103.9 

53.8 

48.7 

32.3 
55.0 

572.3 

545.9 

145.6 

806.1 

881.6 

287.2 

85.4 

34.9 


71.5 ! 

79.5 
253 

571.5 

947.5 

394.5 
350 
400 
375 
175 
414 

? 

750 

160 

125 

25 

400 

100 

102.5 

241.5 

71 
91 

106.5 
? 

190 

72 

135.5 
15 
60 
15 

26.6 

3.5 

8.5 
6 

10.5 

67.5 

42.5 
25 
81 
60 
15 

7.5 


16 040.9 

40 024.1 

? 

9 838.7 

23 099 

? 

1 053.4 

4 067.7 

1300 

4 229 

12 775.7 

« 

3 559.4 

9 240.2 

1532 

1 973.2 

: 4149.4 

443.5 


Abgaben 

268.6 

299.2 
808 

1 450.6 

2 055.4 
1 746.2 

1 287.4 

934.6 

685.8 

47.4 
5 092.8 

3 125.2 
904 

539.2 
286 

359.2 
1311 

575.2 

255.4 

985.6 

370.8 

373.6 
566 

623.4 
442 
199 

424.8 

140.4 

145.8 

67.8 

72.8 

31.4 

30.3 

19.4 

37.4 

479.4 

398.8 

117.8 

735.4 

431.6 

167.2 

56.8 

24.4 

28 973.1 
18 705.2 

2 955.2 
7 311.2 

5 829.2 
2 956.7 


340.1 

378.7 
1061 

2022.1 

3002.9 

2140.7 
1637.4 
1334.6 

1060.8 

222.4 

5506.8 

? 

16M 

699.2 
411 

384.2 
1711 

675.2 

357.9 

1227.1 

441.8 
464.6 

672.5 
? 

632 

271 

560.3 

155.4 

205.8 

82.8 

90.3 

34.9 

38.8 

25.4 

47.9 

546.9 

441.3 

142.8 

816.4 

491.6 
182.2 

64.3 

24.4 

? 

? 

4255.2 
? 

7369.2 

3400.2 


3.2 

41.7 

703.3 

1233.3 

391.7 

113.1 


79.4 


390 

105 

21.1 

10.5 


1879 

749.2 


— 47 — 


Tabelle IX. 











48 


Tabelle X. 


d 

®/o der 

% der 

0/0 der, 
Be- oder Ent- 



52; 

Be- oder Ent- 

e/o der 

0/0 der 

Verschuldung 

s 

n 

Be- oder Ent- 
lastung an 

lastung an 
Prov.-, Kreis- 

lastung an 

KirAbpn- lind 

Gesamt-Be- 
oder Ent- 

cd 

i-:i 

Staatssteuern 

u. Kommunal- 
Abgaben 

Schulsteuern 

lastnng 


1. 

? 

+ 116.1 

4- 78.3 

? 

keine 

2. 

? 

+ 141.9 

4- 78.9 

? 


3. 

? 

+ 26.6 

4- 10.5 

? 


4. 

? 

4- 23.8 

— 1.1 

? 

0.1 

5. 

i» 

+ 22.1 

— 3.7 

? 

11.5 

6. 

? 

-f 186.5 

4- 10.8 

? 

keine 

7. 

- 11.3 

+ 67.7 

4- 17.4 

4- 5.8 


8. 

— 7.9 

+ 635.8 

4- 56.4 

4- 17.4 


9. 

— 1.9 

-1- 521.2 

4- 80.3 

4- 18.3 


10. 

+ 1 

— 1.9 

4- 154.7 

4- 116.4 


11. 

-f- 281.2 

+ 69 

4- 33.4 

4- 154.3 


12. 

? 

-f 133.6 

4- 134.9 

? 

? 

13. 

V 

» 

4-980 

4- 214.9 

? 

? 

14. 

— 51.3 

4- 24.4 

— 7.9 

- 21.6 

6Ö 

15. 

? 

4- 154.7 

— 

? 

50 

16. 

— 69.4 

4- 23.9 

4- 72.9 

— 5.2 

61 

17. 

— 36 

4- 63.2 

4- 18.7 

- 2.3 

20 

18. 

— 51.6 

4- 68.4 

— 13.1 

66.6 

19. 

— 61.7 

4- 56.5 

4- 13.3 

— 23.4 

41.4 

20. 

— 36.7 

4- 64.6 

— 2.5 

— 9 

39.6 

21. 

— 29.6 

4- 125.7 

— 3.6 

— 6.3 

65.9 

22. 

? 

4-200.1 

4- 123.3 

• 

52.1 

23. 

— 43.1 

4- 61.7 

— 

— 5.1 

52.5 

24. 

9 

0 

4- 76.5 

— 1.0 

? 

? 

25. 

— 22 

-t- 46.6 

4- 98.9 

4- 17.7 

52.5 

26. 

? 

4-150 

4- 40.4 

? 

52 

27. 

— 62 

4- 278.6 

4- 5.8 

— 21.4 

39.7 

28. 

— 53.7 

-f 36 4 

— 7.1 

— 4 

44 

29. 

-f 5.1 

-h 14.2 

“h 1 

+ 7 

keine 

30. 

31. 

— 3.1 

— 21 

4- 66.2 
4- 14.3 

4- 24 
— 5.8 

4- 30.5 
— 5.8 

29.3 

32. 

— 72.7 

4- 10-6 

— 14.3 

— 29.8 

65.4 

33. 

— 39.6 

— 3.8 

— 25.1 

— 24.7 

4.1 

34. 

— 49.1 

4- 9.0 

— 11.9 

— 20.3 

20 

35. 

— 30.6 

4- 25.5 

— 

— 5.1 

keine 

36. 

— 33.1 

4- 76.8 

4- 82.9 

4- 25.3 

28.4 

37. 

— 59.4 

4- 26.2 

— 13.5 

50 

38. 

— 33.8 

4- 58.5 

— 4.7 

4- 1.6 

keine 

39. 

— 48.7 

4- 103.9 

— 16.2 

4- 3.6 

57.3 

40. 

— 71.4 

+ 21.6 

— 12.7 

— 32.6 

70 

41. 

— 84.8 

4- 59.8 

4- 194.1 

— 33.0 

72.7 

42. 

— 61.6 

4- 62.7 

4- 185.7 

— 16 

55.8 

43. 

- 70.3 

4- 7,3 

4- 128.6 

— 22.8 

45 


49 



Alles Gesagte zusammengefasst, ergiebt sich, dass 
die MiQUEL’sche Steuerreform dem ländlichen Grund- 
be^tz Schlesiens eine bedeutende Entlastung an Staats- 
steuern gebracht hat, die um so erfreulicher ist, da sie 
dem wirtschaftlich Schwächeren in erhöhtem Maasse 
zu gute kommt. Gleichzeitig haben sich aber die 
Steuern aller Gemeindeverbände sehr bedeutend ver- 
mehrt, so dass dadurch der Gesamtvorteil wesentlich 
geiingei geworden ist; es dürfte daher bei den weiter 
steigenden Anforderungen der Kommunen in nicht zu 

ferner Zeit der Sättigungspunkt fast allgemein er- 
reicht sein. 



Litteratur- V erzeichnis. 


1. Adolf Wagner, Finauzwissenschaft, IV. Specielle Steuerlehre. Leipzig 1899. 

2. — Die Reform der direkten Staatsbesteuerung in Preusseu im Jahre 1891. 

Finanz-Archiv 1891. 

3. — Über sociale Finanz- und Steuerpolitik. Archiv für sociale Gesetz- 

gebung und Statistik, IV. Berlin 1891. 

4. — Preussisches Einkommensteuergesetz vom 24. Juni 1891 nebst An- 

weisung des Finanzministers vom 5. August 1891 zur Ausführung 
desselben. Finanz- Archiv 1891. 

5. — Denkschrift vom 2. November 1892 zu den dem preussischen 

Landtage vorgelegten Entwürfen der Steuerreformgesetze. Finanz- 
Archiv 1893. 

6. — Die lex Huene in Preussen und ihre Wirkungen. Finanz-Archiv 1893. 

7. — Preussisches Gesetz wegen Aufliebung direkter Staatssteuern vom 

14. .Juli 1893. Finanz-Archiv 1893. 

8. — Preussisches Ergänzungssteuergesetz vom 14. Juli 1893. Finanz- 

Archiv 1893. 

9. — Preussisches Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893. Finanz- 

Archiv 1893. 

10. L. Henrich, Die Reform der direkten Steuern, insbesondere die Einführung 

der Selbsteinschätzung in Preussen. Berlin 1889. 

11. A. ScHÄFFLE, Die Steuern. Allgemeiner Teil. Leipzig 1895. 

12. M. VON Heckel, Die Einkommensteuer und die Scliuldzinsen. Leipzig 1890. 

13. Jastrow, Die preussische Steuervorlage vom Standpunkt der Socialpolitik. 

Archiv für sociale Gesetzgebung und Statistik, V. Berlin 1892. 

14. — Die preussische Steuerreform. Ihre Stellung in der allgemeinen 

Verwaltungs- und Socialpolitik. Archiv für sociale Gesetzgebung und 
Statistik, VII. Berlin 1894. 


i 


Lebenslauf. 


Ch SraoBEET Kuusa, katholischer Konfession, bin am 
12. August 1874 zu Kleinburg-Breslau geboren und der Sohn 
des verstorbenen Bergwerksbesitzers Cabi, Klausa und der Frau 
Whinu Klausa geb. Nadbyl. - Ich besuchte das Healgj-m- 
nMiuin am Zwinger m Breslau und dann das Pädagogium in 
Wöllstein bis Ostern 1893. Da ich mich dem OfJzieLtande 
widmen wollte, bereitete ich mich weiter zur Fähnrichsprüfung 
voi und bestand dieselbe im Herbst 1893. Infolge eines schweren 
genleidens war ich indessen gezwungen, meinen Beruf aufzu- 
geben und erlernte von Oktober 1894 an praktisch die Land- 
wirtschaft. Nachdem ich bis Oktober 1898 auf mehreren Gütern 
der Provinzen Schlesien und Brandenburg, zuletzt als Inspektor 
thatig gewesen war, bezog ich die üniversität Breslau und wurde 
im November 1898 in der philosophischen Fakultät immatrikuliert 

!ffti L T!“™ ‘801 das landwirt- 

schafUiche Diplomexamen. Hiesiger üniversität gehörte ich seit 
dem Sommer-Semester 1901 an. 

Ich besuchte die Vorlesungen der Herren Professoren- 
Auhagen, Bbebeld, Büischli. Fbech, Holdefleiss, Kindekmann 
Kukenihal, Ladenbueg, Luedecke, Metee, von Nathüsius, Pas 
Eattoen, von Eumkee, Schubeeg, Steauch, Stutzee, Thode,’ 

Ihnen allen sage ich meinen aufrigsten Dank für das Wohl- 
wollen und die Förderung, die sie mir während meines Studiums 
naben angedeihen lassen.