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Full text of "Grammgeld oder das zukünftige welt-münz-system [microform]. Ein vorschalg für die nächste internationale münzkonferenz"

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MASTER NEGATIVE # 


COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES 
PRESERVATION DIVISION 

BIBLIOGRAPHIC MICROFORM TARGET 


ORIGINAL MATERIAL AS FILMED - EXISTING BIBLIOGRAPHIC RECORD 


Z12. 


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Me-i-s 


RESTRICTIONS ON USE: 


Reproductions may not be made without permission from Columbia University Libraries. 


TECHNICAL MICROFORM DATA 


FILM SIZE: 3S^/I9M 


REDUCTION RATIO: 




IMAGE PLACEMENT: lA 




IB IIB 


DATE FILMED: \i'6 AT 


INITIALS: 


. 


TRACKING # : 




FILMED BY PRESERVATION RESOURCES, BETHLEHEM, PA. 




V- 



(das heisst; 3 Gramm Silbermliuzc von '""'icoo Feinheit) 

6 I’euee = 1 2 Cents = 30 Kreuzer 48 Pfennig — 60 Centimes. 


ZÜRICH 

Druck uiul Verlag von Ed. Leemann 

1893 . 












Gpammgeld 

oder 

(las zukünftige Welt-}iii!iz-8ysteiu 


Ein Vorschlag 

für die nächste internationale Münzkonferenz. 


.Motto: 

Hätte (loch die ganze Welt 
Eine Währung und ein Geld! 
Ob gewogen, ob gezählt, 
Immer richtig, nie gefehlt! 


--- 

vj Alle Hechte Vorbehalten. 






II. Aiilta;;‘e. 


Zürich 

Druck und Verlag: von Ed. Leemanx 

1893 . 




Vorwo vt 


I )er \ ertasser dieser Schrift erklärt liierinit, 
dass er am Stande und Cfaiig’e des Silber- und 
Goldpreises keinerlei materielles Interesse hat. 

ie seine zahlreichen bekannten in Amerika 
und Europa wohl wissen, besitzt er keine Silber- 
mine oder dei'gleichen Aktien. Er wurde auch 
von niemandem beauftragt oder bewogen, diese 
Abhandlung zu schreiben, ferner ist er unab- 
hängig und im Punkte der Währungsfrage un- 
parteiisch. Was ihn zur Herausgabe dieses Büch- 
leins veranlasste war seine ^Meinung, dass der im 
Folgenden ausgesprochene Grundgedanke neu, 
der Prüfung wert und der Welt vielleicht von 
Nutzen ist. 






i 


d /ie in jüngster Zeit vorgekommenen bei- 
spiellosen Schwankungen des Silberwertes, die 
daraus entstandenen Wirren in allen Warenpreisen 
und Stockungen in allen Geschäften beweisen, 
dass das Münzwesen auf der ganzen Welt mangel- 


haft und reformbedürftig ist. 

Es haben aber auch schon Zusammenkünfte 
und Beratungen von Vertretern der politischen 
und tinanziellen Machthaber stattgefunden, um 
dieser Kalamität abzuhelfen. Alle National - 
Ökonomen schenken dieser folgenschweren Er- 
scheinung ihre volle Aufmerksamkeit und ver- 
(dfentlichen die Früchte ihrer Studien in Form 
von Broschüren oder Zeitungsartikeln. 

Jetzt dürfte auch der richtige Zeitpunkt zur 
Bekanntmachung eines Gedankens gekommen sein, 
den ich schon lange im Kopfe herumtrage. 

Wer was Besseres weiss, der stelle sein 
Licht nicht unter den Schelfei. ^Matthäus, Ka- 
pitel 5, Vers 15.) 

Die Rücksicht auf eilige Leser bestimmt 
mich , nach dieser wohl zu kurzen Eiideitung 
gleich auf den Kern des Ganzen einzugehen. 


Es fehlt der Welt das rechte Geld! 

Das Grammgeld wäre dies, das Vola})ük im 
Reiche des Mammons. Um meinen diesbezüg- 




aotgacniw'' rMirirmni' 



~ 4 — 

Hellen Plan leichter verstämllicli zu machen, 
muss ich doch noch vorerst drei Tahellen der 
^MUnzlegierungen bringen, die der Pieilage zum 
Cliemiker-Kalender vom Jahre 1S92 (Verlag von 
Julius Springer in Berlin) entnommen wurden: 

I. Goldmünzen. 


II. Silbermünzen 


L a n d 

]\1 ü n z e 11 

Ct e vv i c li t 
in Gramm 

F’’ e i n li e i t 
in Tausendstel ' 

; Deutschland . . 

20 Mark 

7.! »6405 

900 

i 

10 Mark 

:-3.0825 

80(» 


5 Mark 

1.0012 

900 

I Frankreich . . 

100 Francs 

:42.2518 

HOO 


50 Francs 

16.1200 

000 

■ 

20 Francs 

6.4516 

900 


10 Francs 

:4.2258 

00( 1 


5 Francs 

l.(il20 

800 

(Irossbritannien . i 

5 Sovereigns 

:60.040:4 

016.667 ; 


2 Sovereigns 

15 0761 

016.667 ! 


1 Sovereign 

7.0881 

016.667 


Vs Sovereign 

3.0940 

016.(i67 1 

Oesterr.-ln^arn ■ 

8 Gulden = 
4 Gulden = 

20 Francs) . . , . . i 

wie in F rankreich. j 
10 Francs) ! 


Diicaten 

3.4000 

086. 111 1 

' Russland . . . j 

Halb-Imperial 

6.5440 

016.667 

i 

Imperial-Diicaten 

3.t»264 

916.667 j 

Verein. Staaten . 

Doppel-Eagle 

88.4 80H 

000 


Eagle I 

16.7181 

000 


5 Dollar 

8.359 1 

900 


2\'2 Dollar 

4.1705 

900 


[Dollar 

1.6718 

900 


L a n d 

Deutschland . . 


Frankreich . . 


(irossbritannien 


Oesterr.-lnffarn 


Russland . . 


Verein Staaten . 


1 ]\I ü n z e n 

1 ! 

: Gewicht 
i n (t r a m m ; 

F" e i n h e 
in Tausend: 

5 Mark 
2 Mark 
1 Mark 
50 Pfennig 

27.7778 

11.1111 

5.5555 

2.7778 

900 

900 

900 

900 

ju r^icnnig^ 

1 . l 1 1 1 


5 P^rancs 

I 

25 

9(.)0 

1 

2 Francs 

10 

835 

1 Franc 

5 

835 

: 50 Centimes 

2.5 

835 

i 20 Centimes 

1 

835 

1 Crown 

28.2759 

925 

^'2 Crown 

14.1380 

i»25 

Shilling 

5.6552 

925 

6 Pence 

2.8276 

925 

4 Pence 

1.8851 ! 

925 

2 Gulden 

24.6914 

900 

1 Gulden 

12.:3457 

900 

'h Gulden 

5.3410 

520 

20 Kreuzer 

2.6667 

500 

10 Kreuzer 

1.6667 

400 

1 Ruliel 

20.7315 

868.056 

‘/2 Rubel 

10.3658 

868.056 

‘4 Rubel 

5.1820 

868.056 

20 Kopeken 

3.5902 

500 

10 Kopeken 

1.7096 

500 

5 Kopeken 

0.8998 

500 

1 Dollar 

27.2156 

900 

•'2 Dollar 

1 2.5 

90t) 

’h Dollar 

6.25 

900 

' 5 Dollar 

5 

900 

l'ime (10 Cts.) 

2.5 

900 





— () — 


III. Scheidemünzen. 


1 

Land Münzen 

1 ■ 

(ißWiClll i Z u s a m m e n - ; 

inßrail] setzung in Proc. 

Deatschland . . 10 Pfennig 

4 75Cu-|-25Ki ' 

5 Pfennig 

2.5 75 Cu 25 Ni 

2 Pfennig 

3.13 95 Cu 4 Sn 4-1 Zn 

1 Pfennig 

2 95 Cu -f- 4 Sn -f- 1 Zn 

Frankreich . . : 10 Centimes 

10 95 Cu -4- 4 Sn -f- 1 Zn: 

5 Centimes 

5 95Cu4-4Sn-|-lZn; 

2 Centimes 

•2 95 Cu 4- 4 Sn -f-1 Zn 

1 ('entime 

1 95 Cu -|- 4 Sn -(- 1 Zn 

Crossbritannien . Penny 

9.4498 95 Cu + 4 Sn -f 1 Zn 

t'a Pennv 

5.0699 95 Cu 4- 4 Sin- 1 Zif 

i Fartliing 

2.8349 95 Cu -f 4 Sn -f 1 Zif 

üesterr.-lnijarn . 4 Kreuzer 

13 '/s Kupfer 

1 Kreuzer 

3V'a Kupfer 

',a Kreuzer 

D/a Kupfer 

Russland . . . ' 5 Kopeken 

16.352 i 

3 Kopeken 

9.820 

2 Kopeken 

6.532 1 ^ 

^ > Bronze 

1 Kopeke 

3.244 

, Vs Kopeke 

1.600 

',4 Kopeke 

0.800 J I 

Verein. Staaten . 5 Cents 

5 75 Cu -f- 25 Ni 

3 Cents 

1.944 [ 

1 Cent 

3.944 95 C\\ -|- 5 Sn u. Zn 

1 


(Cu bedeutet bekanntlich Ku])fer ; Ni = Nickel; 
Sn = Zinn ; Zn = Zink). 


8o siniiverwiiTeml die vorigen Tabellen sind, 
die dnrcli Hinznfügung der iMünzen anderer 
Länder nocli verlängert werden könnten, so ein- 
fach wäre die 

Gramm-Münzen-Tabelle. 


' \ 
1 


N a m e n 
d e r M ü n z e n 

Ä ö 
CO 

<as — 
Cb 

Feintiett 

in 

Tausendstel 

Zusaininen.setzung 
i n G r a ni ni 

i 

oi 

1 

i /lo 

Graim Silbemliize 

«El 

ca ^ 

90 

0.09 


4- 0.91 Cu 


i 3t 

1 /lO 


i 2 

[ -S ^ 

90 

0.18 

11 

4- L82 „ 


' V'l 0 

r « j 

09 a ^ 

= -5 0 

C/5 

90 

0.45 

11 

4- 4.55 ., 

i -§ 

1 


1 

900 

0.9 

♦* 

+ 0.1 ,, 


2 


2 

900 

1.8 

11 

-(- 0.2 


5 


5 

900 

4.5 

11 

-j- 0.5 ,, 

: :c=i 

10 

r? *? 

10 

900 

9 


+ 1 n 

^3: 
i CO 

20 

:•} ?? 

20 

900 

18 


4-2 


50 


50 

900 

45 

11 

-H 5 „ 

! 1 

1 

tirainin Goldiniiiize 

1 

900 

0.9 

Au 

-|- 0.1 


i 2 


2 

900 

1.8 


4- 0.2 ,, 

! "aS 

: ^ 

! 5 

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5 

900 

4.5 

11 

0.5 „ 

1 ^ 

10 

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10 

900 

9 

11 

1 

1 n 1 

20 

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20 

900 

18 

11 

+ 2 ,, 

i ^ 

1 

50 

11 11 

50 

, 900 

45 


4- 5 


Dass (kl ulie Abkürzung des lateinischen Wortes 
Cuprum) Kupfer bedeutet, wurde schon früher erwähnt. 
Ag (Argentum) = Silber; Au (Aurum) = Gold. 

Die 1 (frannn Goldmünze wäre wahrschein- 
lich entbehrlich. 

Der Wert des zni’ Volninvergrössenmg der 
drei kleinsten iMünzsoiden erforderlichen Knpfers 




4 


n 


— 8 — 

wird niclit in Anschlag gebracht, weil tlasVolk 
dieses bischen Kupfer dein Volke wohl schenken 
kann. 

Gleich an dieser Stelle sei bemerkt, dass 
die Granini-Mnnzen in anderen, als den hier ver- 
zeichneten Gewichtsabstufungen nicht hergestellt 
werden sollten, ln Frankreich und wahrschein- 
lich auch in allen anderen Ländern, die das 
metrische Gewichtssystem eingeführt haben, 
dürfen nach dem Gesetze die Wagen- und Ge- 
wichtefabrikanten die eisernen oder messingenen 
(fewichte ebenfalls nur in diesen Abstufungen 
erzeno’en. und es werden z. B. 25 oder 15 Kilo- 
gramm, 25. 15 oder 12'/2 Gramm schwere (fe- 
wichte von den Aichämtern znriickgewiesen. 

Weil das Gepräge jeder Weltmiinze deren 
Bruttogewicht, in Gramm ausgedrilckt, anzeigen 
und dies auch dem betretfenden Stücke den 
Kamen geben soll, so erscheint die allgemeine 
Benennung »Gramm-Münzen« gewiss berechtigt 
und passend. Bei der Kamengebung der soge- 
nannten Scheidemünzen müsste freilich ein beson- 
derer Umstand massgeliend sein. Diese rötlichen 
Münzen könnten nämlich ihre Kamen nicht ein- 
fach von ihrem Bruttogewichr (Schrot) herneh- 
nien, auch nicht von ihrem (fehalte an chemisch 
reinem Silber, sondern von ihrem Gehalte an 
■’^Uioco feinem Silbermünzmetall. Deren Gepräge 
müsste daher lauten; 


- > 


9 


i 

t 

f 


1 


) 


i 

f 


I 


bei den kleinsten: »1 gr. ‘’”/iooo = Vio gi'- ^°“/iooo« 

» » mittleren: »2 gr. ®“/iooo ^/lo gr. ‘'“®/iooo« 

» » grössten: »5 gr. ®®/iooo — ^/lo gr. ®®®/iooo« 

Diese Vio, ^'lo und ^/lo Gramm-Münzen sollten, 
ähnlich den englichen in Hongkong zirkulieren- 
den Kupferscheidemünzen, in der IMitte durch- 
löchert sein, damit auch ein blinder Bettler sie 
von ihren gleich grossen, aber zehnmal wert- 
volleren, edleren Schwestern unterscheiden könnte. 
Das Gepräge der Vorderseite müsste bei den 
(f ramm - Münzen der ganzen Welt vollkommen 
gleich, dabei möglichst eiidach und deutlich sein. 
Das giiechische Wort »(framm« und dessen Ab- 
kürzung »gr.« oder »g«, sowie die arabischen 
Ziffern könnten von keiner Kation beanstandet, 
deren Bedeutung würde überall l)ald verstanden 
werden. Die Ausstattung der Kehrseite bliebe 
dem (feschniacke jedes Landes üljerlassen. 


Die kleinsten (^'lo (framm) Zukunftsmünzen 
hätten keinen kleineren Durchmessei' , wie die 
jetzigen kupfeiuien 1 Centime- oder die silbernen 
20 (Jentimes-Stücke Frankreichs. An die grössten, 
die 50 Gramm-Münzen, würde man sich l)ald ge- 
wöhnt haben. 


Wie man aus den Tabellen ersieht, kom- 
men die französischen und amerikanischen Silber- 
münzen den silbernen Gramm-Münzen so nahe, 
dass man letztere als einigermassen veränderte 





Silbennüiizeii des französisclieii oder amerika- 
idsclien MUnzsystems aiiselieii kann. Am voll- 
kominensten passt die im Jalire 1875 g'epräg’te, 
jetzt aber selten mehr zn sehende Vs Dollar- odei- 
20 Cents-Münze in den Rahmen des ])rojektiei‘ten 
Gramm - MUnzsystems ; man branchte nur den 
Adler und die Rundschrift »United States of 
Anieidca« auf die Kehrseite dieses Silberstückes zu 
verlegen, ihr anstatt der ietzigen Worte »Twentv 
(Jents« die Gewichts- und Feingehalts-Angabe 
»5 Gramm — aufzndriicken und die erste 

Münze des neuen Systems wäre fei'tin:, Dai-iim 
ein Hoch! dem amerikanischen '/s Dollarstücke. 

Es möge an dasselbe gleich eine Betrachtung 
angeknü])ft werden : 



Gelialt an i 

: Gewiclit 

iSdirol) 

reinem Silti 

(Korn) I 


Kino '/g Dollar Silberniiinzo 
.')00 solcher Münzen (^= 100 Dollars) 
Kino ö ]\Iaik Silhenniinze 
00 solcher IMünzeu (= 450 ]\Iark) 
Kino 5 Francs Silhenniinze 
100 solcher Münzen (— 500 Francs) 


Gi'.amjii (iramiii 
O 1.0 


o 

2500 

27.78 

2500 

25 

2.500 


2250 
25 
2250 
22.5 
225( ) 


Deniungeaclitet zeigt jede Münzen-Umrechnnngs- 
tabelle an, dass KU) Dollai- =-■ 425 MaiF = 5.4(1 
Francs wert sind. Diese Abweichung kommt 
liauptsächlich daher, dass nur die f’ünffrancs- 



stücke einen Feingehalt von ®”°/iooo, alle kleinern 
französischen Silbermünzen hingegen nur ^^^hooo 
aufweisen und weiters, dass die Eindollar Silber- 
münzen der Vereinigten Staaten von Amerika 
nicht je 25 Gramm, sondern etwas über 27 Gramm 
Brutto wiegen. Nimmt man der Einfachheit 
wegen 100 Dollars, 450 Mark und 500 Francs 
als gleichwertig an, so ergiebt sich folgender 

Wert der Gramm-Silbermiinzen im Vergleiche 
mit den Silbermünzen Frankreichs (und der ganzen 
lateinischen Münzunion“), Deutschlands und der 
Vereinigten Staaten von Amerika. 


Weltm (in z verein 


Frank- Deutsch- Vor. Staaten 

reich land , v. Amerika 



'/jo Grannn Silbennünze ' 2C611lilIl65 l®/io */io Cents 

!' i 8' 

,10 *1 O /lO •• /lO •« 

'/.O ., .. 10 9 

1 „ 1 20 „ 18 ’ 4 ,, 

2 ,, „ l! 40 „ 36 ,, 8 „ 

5 „ „ i 1 Fr. 00 „ 20 .. 

iO .. „ i 2 „ lMk.80 40 .. 

iO „ ., ; 4 „ 3 „ 60 80 „ 

)0 .. .. 1 10 .. : 9 — 2 Doll 


Der Wert der Vio Gramm-Münzen wäre den 
Amerikanern voraussichtlich zu klein, den Euro- 
päeiüi hingegen zu gross. 

., Allen iMenschen recht gethan, ist eine Kunst, 
die niemand kann“, sagt ein wahres Sprichwort. 





: j s ^j nenzrss~ 




üQEififtiMäSiF. 


12 — 


Von (len Vorzügen derCTrainin-]\[ilnzen springt 
besonders der in die Augen, dass man den Wert 
einer grossem Menge solcher Miuizen anstatt 
durcli zählen einfach und rasch durch wiegen 
ohne jede Berechnung ermitteln oder kontrollieren 
könnte. Dies bedingt freilich eine schonende, 
vernünftige Behandlung der Münzen. Kinder und 
auch Erwachsene werfen jetzt bei manchem Spiele 
im Freien das Geld auf den Erdboden. Dies und 
andere Misshandlungen des Geldes müssten aut- 
liören. Die als kluge Geschältsleute bekaimteu 
Chinesen wiegen von jeher das Geld, und dass 
auch in Europa vor Zeiten das Wiegen des- 
selben gebräuchlich war, beweist folgende im 
Brockhaus’ sehen Kouversations- Lexikon unter dem 
Schlagwort „Münze“ vorkommende Stelle: „Den 
„Zusammenhang der jMünze mit dem Gewicht 
„deuten die Namen der bekannten ältesten 
„Münzen und vieler neuern an, z. B. die grie- 
„chische alte und jetzige Drachme; Pfund, Livre 
„und Lira, (das Pfund Sterling in England, 
„die frühem Livres in Frankreich, die Lire in 
„Italien); die Mark in Hamburg, Lübeck, iMeck- 
„lenburg, Holstein, Dänemark u. s. w. Die 
„kleinern Silbermünzen wurden im IMittelalter 
„in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich 
„und England bei grossem Zahlungen der Be- 
„(piemlichkeit wegen noch gewogen, und so rech- 
„nete man namentlich Pfunde verschiedener Soi’ten 
„Denare (Pfennigej,“ 


LS 


Manche Volkswirthschafter empfehlen die 
Ersetzung des Gehles durch Kreditkarten (jder 
dergleichen. Sollte einst irgendwo dieses Ex- 
periment versucht werden, so Avird es dort 
gewiss keinem Menschen einfallen , die als 
Zahlungsmittel ausser Gebrauch gesetzten Mün- 
zen ins Meer zu werfen. Silber und Gold 
werden schon ihrer wunderl)aren Eigenschaften 
weiren, die sie für viele ZAvecke unentbehrlich 
machen, immer geschätzt bleiben. Dies wohl 
wissend, würden selbst die Befürworter des Kredit- 
Karten-Systems gegen die Herstellung’ der (Tramin- 
inünzen nichts einwenden, weil dadurch die ..Ware“ 
Silber und die „Ware“ Gold die denkbar hand- 
lichste Form bekämen. Und Avas diese „M aren“ 
zieren AA’ürde, AA’äre die Gewichts- und (|^ualitäts- 
angabe auf jedem Stücke, die ja für so viele 
Erzeugnisse der PriA'atindustrie zum Scdiutze 
unerfahrener Leute gegen Uebervorteilungen ge- 
setzlich anbefohlen ist. 

Der Umstand, dass in der Gramm-Münzen- 
tabelle Silber- und Goldmünzen aufgeführt sind, 
könnte die irrige ^Meinung erwecken, das projek- 
tierte System beanspruche die DoppelAA’ährung, 
den Binietallisnms. Nichts Aveniger als das! 

Einige Leser werden sich noch der zu- 
sammengeAvachsenen siamesischen Zwillinge er- 
innern, die voi’ .lahi’en aus ihrer fernen Heimat 
mudi Euro])ii gekommen Avareu und — zu ihrem 



14 — 


I 


(TlUcke — juiig g'est()rl)en sind. Dass auch den 
siamesischen Zwillingen ini Bereiche des Geld- 
wesens, der Doppelwährung, kein hohes Alter 
heschieden ist, beweist der g( 5 genwärtige uner- 
(juickliche Zustand des Geldmarktes der Länder 
mit Doppelwälnaing. Jedes der beiden MUnzme- 
talle, Gold und Silber, will eben seinen eigenen, 


durch xkngebot und Xachfrage bestimmten Weg 


gehen und das Publikum wird die fortwährende 
\ eränderung des Wertverhältnisses zwischen den 
Silber- und Goldmünzen, den Kurs, das Agio, 
ebenso hinnehmen müssen, wie die imnierw'ähren- 
den Preisschwankungen allei' andern Artikel, 
wie den ununterbrochenen AVechsel der Xatur- 
erscheinungen und die Unbeständigkeit alles 
^Menschlichen. 

Ueberhaupt kann eine gesetzliche T’reisfest- 
stellimg von Welthandelsartikeln (zu denen alle 
IMetalle doch zählen), die Bestimmung eines 
gewissen Werthverhältnisses zwischen irgend- 
welchen gemünzten oder ungemünzten IMetallen, 
das Verbot der unbeschränkten Silbergewinnung 
oder der freien Silberprägung ni(; lange haltbar sein. 

Deshalb ist das Gramm-lMünzsystem auch 
kein Freund der Kupfer- und Xickelmünzen, denen 
das Gesetz jedes Landes einen andei'u Wert an- 
dichtet, der im Vergleiche zum jeweiligen Alarkt- 
preise der beti’etfenden IMetalle gewöhnlich zu 
hoch, mitunter sogar viel zu hoch gegriffen ei’- 




15 


v- V':* -r. ' 


scheint. Ein Blick auf die Ku])fermünzen Oester- 
reich-Ungarns, Frankreichs und der Vei'einigten 
Staaten von Amerika wird dies sofort beweisen: 


1 Kilo«:r. (= :i00 Stück) Kreuzer repräsentieren ÜB'/a s 

1 „ (= 1000 ,, ) Centimes „ 45 | |J 

1 „ (= 253 ,, )('ents 02 I -3 


Die 5 Prozente Zinn- und Zinkgehalt der 
Centimes- und Centsstücke rechtfeitigen deren 
so hohe Bewertung nicht. 

Aber schon aus einem andei'ii Grunde wüi'de 
das Gi’amm-lMünzsystem vom Xickel gai’ keinen, 
vom Knjffer den möglichst geringen Gebi'auch 
machen, daher den Beifall allei* Aerzte ffnden. 
Diese Gelehrten, und zwar die Miki*osko])iker unter 
ihnen, haben nämlich, wde jedermann weiss, vor 
nicht langem, l)is dahin unbekannt gewesene 
winzig kleine Organismen entdeckt, sie ., Bacillen 
genannt und in diesen die Ursache der meisten In- 
fektionskrankheiten erkannt. Zu den Verschlej)])- 
ungsmitteln dieser Krankheitserreger gehört auch 
das von Hand zu fland gehende Geld. 

Weil nun eine kleine Silbermünze nicht mit 
so viel gefährlichem Schmutze behaftet sein kann, 
wie eine gleiclRvertige, aber viel gröissere Xickel- 
oder Ku})fermünze, so darf man gewiss die Be- 
hauptung aufstellei], dass die kleinen Gramm- 
Münzen ein .,gesnnderes Geld‘* sein würden, als 
das jetzt gebräuchliche Kleingeld. 







1 





Dem Nachteile, dass sie ihrer Kleinheit 
weg-eii schwierig von einer Unterlage mit der 
Hand ant'genommen werden könnten, stände der 


Vorteil gegenüber, dass sie die Tasche nicht sehr 


beschwerten. 


Xnn zur Frage, welche Wähi'iing anf dei’ 
ganzen Welt alleinherrschen soll, die Gold- oder 
die Silberwähriing. Die vielen .liese Streitfrage be- 
lenchtenden Abhandlungen, sowie die Protokolle 
der iMUnzkonferenzen beweisen mir die Uneinig- 
keit der Gelehrten. Einen Anhaltsi)imkt zur Be- 
urteil nng dieses wichtigen Gegenstandes böte 
eine Znsammenstellnng der Länder mit gleicher 
Valuta nebst deren Bevölkei-nngszitfern. Weil 


jedoch (wie z. B. Otto Hübners geographisch- 
statistische Tabellen [Verlag von Heinrich Kellei- 
in Frankfurt a. M.] zeigen) in Afrika, in der 
australischen Inselwelt und auch in andern Tei- 
len der Erde hezüglich des Geldes ein heilloses 
Wirrwarr besteht , so wäre eine solche Auf- 
stellung äusserst schwierig und unverlässlicli. 
Daher möge folgende nngetähre xVngabe ge- 
nügen: Euro})a hat (mit Ausnahme von Russ- 
land, das nominell die Silber-, faktisch aber 
Paj)ier-Währung besitzt) teils Gold-, teils Dopjiel- 


währung. 

Das kolossale Asien steht — abgesehen von 
seinen türkischen und persischen Teilen, in wel- 



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dien die Goldwährung herrscht — unter dem 
Szepter des Silbers. 

Das [australische Festland, Tasmanien und 
Neuseeland haben, weil mit England verbunden, 
die Goldwährung. 

Der amerikanische Doppelkontinent ist hin- 
sichtlich des Geldwesens eine wahre iMusterkarte. 
Es haben nämlich: Kanada — die Goldwährung: 
die Wreinigten Staaten und A'enezuela — die 
Doppelwährung; Chile — nominell Doppel-, tak- 
tisch Papierwährung: Argentinien und Brasilien 
— nominell Gold-, faktisch Papierwährung; iMexi- 
ko, die zentralamerikanischen Staaten, Kolumbia. 
Ecuador, Peru und Bolivia hingegen haben die 
beiden Extreme, die ., Scylla Papiervaluta und 
die .,Charybdis‘- GohBvährung glücklich vermieden 
und sich für die richtige Mitte, <lie Sil Vier wäh- 
rnng, entschieden. 

Weil das ganze zu iMünzzwecken verfügbare 
Gold der Welt zur Deckung des Bedarfs an klin- 
gendem Gehle bei Weitem nicht hinreicht, so 
werden überall nebst dem so selten gefundenen 
gelben Metalle auch das zum Glück in weitaus 
hinreichender Alenge vorkommende weisse Edel- 
metall Silber, und grosse Quantitäten von unedlen 
iMetalleii zur Allinzprägung herangezogen. Aus 
dem gleichen Grunde hat man in Russland vor- 
übergehend auch aus dem Edelmetall Platin Geld 
geschlagen. 



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Selbst iii Liinderii, die sclioii seit Langem der 
(Tokhvälining liuldigen, sielit man in den Geld- 
täscliclien dei‘ minderbemittelten Leute mir selten 
ein Goldstück blinken, dafiii aber in buntem 
Diirclieinander Silber-, Nickel-, Knjifei- oder 
Bronzemünzen. Es ist demnach die Goldwähi-nno’ 
eigentlich überall mir eine nominelle oder 
., Schein “Währung. Und dass sie auch kein Scliutz- 
niittel gegen die Armut ist, beweist das in manchen 
Teilen Londons ('des Herzens des Gold Währungs- 
gebietes) herrschende Pllend. Ich halie dasselbe im 
Juni 18()7 mit eigenen Augen gesehen und nicht 
nur darüber gelesen. Tn den Goldwälii'ungsländern 
ist also, noclinials gesagt, die Goldmünze keines- 
wegs allerorts sichtbar, wohl aber spielt sie die 
Tonangeberin, Avälirend die den IMünzen zukom- 
niende Arlieit zumeist von ihrer silbernen Geliiltin 
getlian wird. 

Das Gramm-Münzsy stein würde die Silber- 
münze, diese lieissige „Magd für Alles“, gerechter 
behandeln und zur Geliieterin im Reiche des Gel- 
des erheben. Die Goldmünze müsste ilen Haus- 
frauen-Schlüsselbund ihrer Amtsnachfolgerin über- 
lassen, bliebe aber ihrer seltenen Schönheit mul 
schlankem Taille wegen — Ballkönigin beim Tanz 
um das goldene Kalb. Sie würde, weil nach wde 
vor von zahlreichen Anbetern umworben, ob ihres 
Schicksals nicht schmollen und gewiss neidlos in 
den Ruf eiiistimmen; Es lebe die Silberwährung! 




Die allgemeine Einführung dieser natürlichen 
Währung würde die Welt sicherlich nicht in 
solche Convulsionen versetzen, als der Versuch, 
das Gebiet der Goldwährung etwas auszudehnen. 

Dass die Goldwährung aller Warnungen 
genialer Sachverständiger zum Trotz dennoch in 
einigen Ländern (so zuletzt in Deutschland) die 
Silberwährung verdrängt hat, lässt sich — ab- 
gesehen vom bedeutenden EinÜnsse Englands, der 
gegenwärtig grössten Welthandelsinacht - - am 
einfachsten durch die viel leichtere Aufbewahrung, 
Versendung und Handhabung des Goldes im ^ er- 
o’leiche zum voluminösen Silber erklären, ein 
Ihnstand, der wohl für die Millionen von [Münzen 
verwahrenden Geldinstitute (Banken, Staatskassen 
u. s. w.) von einiger Wichtigkeit, für’s ganze Volk 
jedoch nur von untergeordneter Bedeutung ist. 

Das Gramm-Münzsystem verlangt aber auch 
o’ar nicht die Demonetisirnng des Goldes, sondern 
nur die Beseitigung seiner Diktatur, die Ab- 
schaffung der Goldwährung. Diese mag ja für 
gewisse Staaten oder Staatengruiipen, sowie die 
Doppelwährung für einen kurzen Zeiträmn passen; 
wenn man aber ein Weltmünzsystem eintühren, 
einen W^eltniünzverein von unabsehbarer Dauer 
schaffen wdll, Avie man bereits den so segeiisi'eich 
wirkenden Weltpostverein zustande geliracht hat, 
so muss man doch selbstverständlich dasjenige 
Zahlungsmittel, das die erdrückende [Mehrheit der 









Erdenbewüliner seit Jahrtausenden tägdicli in 
Händen hat, das Silbergeld, zur CTi-iindlage nelinien. 
Damm stützt sich das (Tramm-Münzsystem ant 
die Silberevährnng. 

Als Preis eines Gegenstandes, einer Dienst- 
leistung n. s. w. müsste also stets eine gewisse 
Gewichtsmenge Silbermünzmetall von ooo Fein- 
heit genannt werden. IMan würde z. B. als Preis 
einer jetzijjen Schweiz. 2 Centimes llriefinarke ”io (tramin 

(wahrscheinlich nur) ’)io ,. 

10 Centimes Ph’iet'marke ®')o ,. 

G-v 

«ft ftft Ä*./ y «ft 

(wahrscheinlich mir) P io ,. 
ametikan. 1 Cent Briefmarke 

(wahrscheinlich nur) *,'io 

,, .. ,. 2 Cents Brit'fmarke ®,'io ,. 


(wahrscheinlich nur) P,jo 

„ „ ,. 10 (’ents Briefmarke 2“,'io ,. 

eines Liters Milch 1 

Kilofi'ramms Aepfel l®'io 

Laibes Brot iBo 

,, Buches 24 

einer flisenbahnfahrkarte von X nach Y . 136 ,. 

Wohnunu: für ein .Tahr . . 4 Kilo 750 

eines verkäuflichen Hauses . . . 175 .. — ,. 

Landbesitzes 2500 ,. — 

n. s. w. anssprechen hören; das stets dazu ge- 
hörige Wort .,Sill)ermünze‘‘ würde wohl selten 
gesagt, sondern entweder (zu ,,Münze‘' oder 
„Silber“) abgekürzt oder — als etwas Selbst- 



verständliches - ganz weggelassen werden. An- 
statt „ein halber Gramm“ und „anderthalb (D/a) 
Gramm“ müsste man konsei^uenterweise „tünt- 
zelmtel (iramm“ und „ein und fünfzehntel (Tramm“ 
sagen. 

ln dieser Schläft wurden die Unterabteilungen 
des (framins oft durch gemeine Brüche ansge- 
drückt. Von rechtswegen sollte dies stets durch 
Dezimalbi’üche geschehen, so dass man z. B. nicht 
7^/io, sondern 7.3 schreibt. 

Ferner möchte ich zur internationalen Be- 
zeichnung’ des Silbergeldes von '^**®/iooo i einheit 
die drei Buchstaben »Ags« Vorschlägen; das wäre 
die Abkürzung der lateinischen V orte »Argentum 
signatum«. Die Hinweglassung des »s« würde den 
Protest der Chemiker hervorrufen, die zur Bezeich- 
nung von chemisch reinem Silber die zwei Buch- 
staben »Ag« gewählt haben. »As« würde das 
chemische Zeichen des Arseniks , der einzige 
Buchstabe »A« aber wohl zu undeutlich sein. 

Nebenbei sei bemerkt, dass nur 0.1, 0.2, 0.5, 
1, 2 und 5 Gramm-Briefmarken erhältlich sein 

sollten. 

Und das Pajiiergeld der Zukuntt.'' — Wird 
es denn überhaupt solches geben.'^ (Te\\iss! 
denn man wird leicht zu haudhabende V ertzeiclien 
niemals entbehren wollen. Natürlich würde abei 
der Text der Bank- oder Staatsnoten im Bereiche 
des Gramm-Münzsystems anzeigen, dass sie je 



T. 


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100 — 200 oder 500 (Traiiiiii, 1 — 2 — 5 oder 10 
IvilogTaiiim Sill)er- oder CToldiiiünzen von ‘•'““/looo 
Feingehalt repräsentieren. Die (Toldscheine oder 
C-roldiioten wären iin Kleinliandel el>enso selten 
sichtbar, wie GoldniUnzen und hätten, wde diese^ 
stets wechselnden Kurs. 


Wäre die Anbahnung des CTrainni-MUnzsvsteins 
auch zeitgeinässy Eine Beti-achtnng möge es 
zeigen. Das (Tranini ist bekanntlich die Einheit 
des metrischen Gewichtes, das nebst dem i\leter- 
mass von den Franzosen im dahre 1791 erdacht 
lind ISOO in Frankreich eingeführt wurde. Die 
nnnliertreftlichen Vorzüge des tranzösischen Masses 
lind Gewichtes leuchten jedeiniann ein und be- 
wirken deren siegreiches Vordringen in so vielen 
Ländern der Erde, dass die Alleinherrschaft des 
metrischen Mass- und Gewichts-Systems nur mehr 
eine Frage der Zeit ist. Dank den Franzosen 
hiefür! Von ihrem 1795 eingeführten Münz- 
system lässt sich das gleiche nicht sagen ; dasselbe 
wird von Staaten verschmäht, die das französische 
Mass- lind Gewichtssystem schon längst annahmen. 


Es besitzt eilen Mängel: die l’unkte, die es vom 
(framm-Münzsystem iinterscheh len ; denn erst dieses 
ist das richtige metrische Münzsystem. Wie könnte 
das 100jährige Jubiläum des metrischen Systems 
besser gefeiert werden, als indem man dassellie 
durch Einführung der Gramm-iMünzen vollendet 
lind krönt y — 


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Gleichwie der Meterstab in seiner Heimat 
Frankreich die Anne , in Belgien die Elle , in 
der Schweiz, in Deiitschland und Oesterreich- 
Ungarn das Fussmass, in Italien die Canna , in 
Spanien die Vara, in Portugal den Covado und in 
Schweden die Stange in die Rumpelkammer gejagt 
hat, so würden die wahren metrischen iMünzen 
(die Gramm-Münzen), die Francs, Dollars, Shillings, 
Mark , Rubel und wie die runden , glänzenden 
Dinger alle heissen mögen, nach und nach in 
die Schmelztiegel drängen. Das Gute muss eben 
dem Bessern weichen. Und nun an’s Werk! 
Welcher Staat wird der Leitstern sein? 

* 

* ^ 

Xun zeigt’ Euch die Belehrung. 

Was laime währen kann: 

Das Grammgeld, — Sillierwährnng. 

Amerika! Voran! 

Zürich, den 8. September 1808. 

Karl Pamperl, 

Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika, 





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