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Full text of "Confucius und seiner schüler leben und lehren"

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VOLUME 3 



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Class Book 

University of Chicago Library 

GIVEN BY 



Besides tke main topic this bock also treats of 
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und 



seiner Schüler Leben und Lehren. 



III. 

Die Schüler des Oonfucius. 



Nach chinesischen Quellen. 



von 



Dr. Joh. Heinrich Plath. 



Aus den Abhandlungen der k. bayer. Akademie der W. I. Gl. XIII. Bd. I. Abth. 



inünclten 1893. 

Verlag der k. Akademie, 

in Comraifision bei Q. Franz. 
Akademische Buchdruckerei von F. Straub. 



ii.70093 



III. Die Schüler des Confucius. 

Von 

Dr. Joh. Heinrich Plath. 



Wir haben schon mehrere Schüler des Confucius gelegentlich 
genannt; viele kommen im Lün-iü u. s. w. vor. Sie werden noch in 
seinem Ahnentempel in Kio-feu mitverehrt. Eine Notiz über die Einzelnen 
ist daher um so mehr nothwendig, als wir so gut als Nichts der Art 
haben. P. Amiot beabsichtigte so etwas, gibt aber nur über vier Yen- 
hoei, Tseng-tseu, Tseu-sse und Tseu-lu in den Mem. c. la Chine T. XIII. 
p. 1 — 38 einige dürftige Notizen, Legge Prol. T. I. die chinesischen 
Namen derselben, aber nicht einmal alle Notizen über die Einzelnen im 
Lün-iü. Wir legen dabei die allgemeinen Notizen des Kia-iü Cap. 38 
Thsi-schi Ti-tseu, das ist die 70 Schüler, verglichen mit Cap. 12 
Ti-tseu-hing, der Wandel der Schüler, dann Sse-ki B. 67 .Tschung-ni 
Ti-tseu Lie-tschuen, d. i. Bericht von den Schülern des Confucius und 
I-sse B. 95 Kung-men tschsu-tseu yen-hing, die Worte und Thaten 
der Schüler des Confucius, zum Grunde, werden aber dazu noch alle 
einzelnen Nachrichten, die im Lün-iü und sonst vorkommen, sorgfältig 
zusammenstellen. Doch geben wir hier nur die persönlichen 
Nachrichten über diese; ihre Fragen und Aussprüche über einzelne 
Gegenstände, die Regierung u. s. w. , die der I-sse auch enthält, werden 
wir mit denen des Confucius im folgenden Abschnitte bringen, da sie 
kein eigenes System haben und ihre Aussprüche zu einzeln sind; doch 
bei jedem am Schlüsse kurz andeuten, über welche Gegenstände sich 
Aeusserungen von ihm finden. Wir wollten Tseu-sse und Meng-tseu 
dazu nehmen, der beschränkte Umfang der Abhandlungen uöthigt uns 
aber, sie später zu behandeln. 

1* 



(152) 



üeber die Schüler des Confucius im Allgemeinen. 



Was zunächst den Ausdruck Schüler betrijfft, so nennt im Gegensatze 
des Meisters F u - 1 s e u, oder abgekürzt Tseu, dieser die Schüler nament- 
lich Siao-tseu, kleine Kinder, z. B, Li-ki Cap. 3 Tan-kung f. 20 v. 
und E u 1, san tseu (meine) 2 — 3 Kinder ib. f . 2 1 . Der Ausdruck T i- 1 s eu, 
junge Kinder, — Ti heisst eigentlich der jüngere Bruder — 
kommt im Sse-ki, Kia-iü u. s. w. auch vor. Ein anderer Ausdruck 
ist M e n - j i n ^), eigentlich Pforten-Leute ; auch der Ausdruck T h u, Fuss- 
gänger, Soldat kommt für Schüler vor. 

Wir wissen schon, dass Confucius kein Schulmeister oder Professor 
der Philosophie oder Moral war, sondern ein Staatsmann, der die Sitten, 
Einrichtungen und Gebräuche Chinas eifrig studirte und beim Verfalle 
der Dynastie der Tscheu namentlich die Einrichtungen dieser wieder zu 
beleben und herzustellen trachtete. Man darf sich also unter den 
Schülern desselben keine eigentlichen Schüler, Studenten oder Akademiker 
denken, sondern es waren erwachsene Männer grösstentheils in Aemtern, 
die ihn über Sitten, Einrichtungen und Gebräuche, Grundsätze der 
Eegierung, Gegenstände der Religion, die Pietät, das Studium, über 
den Weisen u. dgl. , um Rath fragten und die er darüber zum Theil 
nach den alten classischen Schriften der Chinesen belehrte. Er hielt 
daher keine eigentlichen, regelmässigen Lektionen, sondern ohne 
feste Zeitbestimmung und ohne specielle Gegenstände zu behandeln, 
ertheilte er ihnen wohl meist nur kurze abgerissene Antworten 
über diesen oder jenen Gegenstand. Sie kamen und gingen und 
hielten sich länger oder kürzer in seiner Umgebung auf; diess hin- 
derte natürlich nicht, dass er bei der grossen Anzahl seiner Schüler, 
einen grossen Theil seiner Zeit, auf diese Belehrung verwendete. Jeder 
lebte in seiner Familie und es war eine ganz irrige Vorstellung wenn 
man früher gemeint hat, sie hätten ein gemeinsames Leben geführt. 

1) Men-jin ist weniger als Ti-tseu, S. Sse-ki 67, f. 4 v. ; dieser wird ein vertrauterer 
Schüler sein. Bei Meng- tseu VI, 2, 3, 6 sagt Kiao: ich wünsche hier zu bleiben und 
Belehrung an deiner (Meng-tseu's) Thür zu empfangen; der sagt: aber das Princip (Tao) 
ist eine grosse Strasse (ta lu) und nicht schwer es zu erkennen; die Menschen sind nur 
krank und suchen es nicht auf. — Kehre heim und suche es nur, du hast da Lehrer (sse) 



(153) 5 

Ainiot Mem.c. la Chine T. XII. p. 47, 92, 255, 269 hat schon den richtigen 
Begriff davon gegeben. 

Man unterscheidet Schüler, die ihm näher und ferner standen; 
jener rechnete man in runder Zahl an 70, die einzeln bekannt sind; 
dieser an 3000. Nach Kia-iü Cap. 11 f. 2 war schon vor seiner Rück- 
kehr aus Tscheu Lu's Princip (Tao) sehr geehrt , aus ferner Gegend 
kamen Schüler (Ti-tseu) zu ihm an 3000. Meng-tseu II. 1, 3, 2. (I. 3. 3) 
sagt schon: wer Männer durch seine Tugend unterwirft, bei dem ist 
die Unterwerfung redlich und sie freuen sich im Herzen ihrer Unter- 
werfung, so unterwarfen sich die 70 Schüler dem Confucius ; die genauere 
Zahl ist wohl 72, oder nach einer anderen Angabe 77. Wenn Amiot 
p. 365 unter diesen noch 12, und darunter p. 367 Tseu-lu, als besonders 
intime bezeichnet, so finde ich dieses nicht bestätigt. So führt der 
Sse-ki B. 67 f. 1. einen Ausspruch des Confucius an, die meine Person 
(zunächst) umgaben, deren' hatte ich 77 Männer, wobei der Scholiast 
bemerkt, auch der Kia-iü von Confucius habe 77 Männer, Wen-ung's 
Ahnentafel der Familie Kung (Kung-miao-tu) aber (nur) 72, so auch der 
Sse-ki B. 74 f. 25 und der Kia-iü Cap. 38 u. a. Die Namen von 73 
Schülern, bemerkt der J-sse 95, 4, f. 22, haben der Sse-ki und der Kia-iü; 
4 hat der Sse-ki, der Kia-iü aber nicht, 3 der Kia-iü und der Sse-ki, 
nicht. Von 35 hat man Aussprüche und Handlungen, von 38 keine. 
Der Sse-ki sagt : Confucius belehrte seine Schüler (Ti-tseu) aus dem 
Schu-(king3, Li-ki undYo-ki an 3000; die 6 freien Künste (Lo-i) lernten 
72 Männer, vgl. auch Kia-iü Cap. 12 f. 3,' Da fragt Wen-tseu, der 
Befehlshaber aus Wei, Tseu-kung: ich habe gehört, dass Confucius bei 
seinem Unterrichte (seine Schüler) erst anleitet nach dem Schi-king und 
Schu-(king), sie dann führt zur Pietät und Bruderliebe, ihnen erklärt 
die Humanität und Gerechtigkeit, dann auf die Gebräuche und Musik 
sieht und zuletzt durch den Tugendschmuck (Wen-te) sie vollendet. 
Wer unter den 70 Männern und darüber, die in das Haus eintreten 
und in die Halle hinaufsteigen, ist der weiseste (Weise)? Der 3000 
und der 70 erwähnt auch Liü-schi in seinem Tschhün-thsieu und Hoai- 
nan-tseu im 1-sse 95, ], 1. Der Sin-siü f. 1. v. sagt: 72 kamen aus 
fernen Ländern, unterwarfen sich ihm und folgten seiner Tugend. 

Was den Charakter mehrerer Schüler betrifft, sagt der Sse-ki: 



6 (154) 

alle waren Sse von verschiedenem Vermögen (Fähigkeit) und Confucius 
Lün-iü 11, 2: von denen, die mir nach Tschhin und Tsai folgten, klopft 
keiner jetzt mehr an meine Pforte. Durch ihre Tugendübung (Te-hing) 
zeichneten sich aus Yen-yuen, Min-tseu-kien, Yen-pe-nieu und Tschung- 
kung; durch ihre Beredheit (Yen-iü) Tsai-ngo und Tseu-kung; in Führung 
der Regierung (Tsching-sse) Yen-yeu und Ki-lu; durch ihre literarische 
Bildung (Wen-hio) Tseu-yeu und Tseu-hia. Dieselbe Stelle hat mit 
geringen Abweichungen der Sse-ki 67 f. 1 . Der Sse-ki setzt da hinzu : 
Sse (Tseu-tschang) war (alle wohl ursprünglich) gemein (Pi) San 
dumm, stumpf (lu), Tschai unwissend (yü), Yeu (Tseu-lu) unpolirt 
(yeu). Ho ei unruhig (liü) und leer (kung), Sse (Tseu-kung) nahm keinen 
Befehl an und raffte die Güter an sich. — Durch den heiligen Mann 
lernten sie den guten Weg (schentao). Tsai-ngo und Tseu-kung, 
heisst es bei Meng-tseu II. 1, 2, 18 (I. 3. p. 41) sprachen beredt Yen- 
nieu, Min-tseu und Yeu-yuen sprachen und handelten tugendhaft, 
Confucius vereinigte alle diese guten Eigenschaften in sich und p. 42, 
ib. § 20 sagt Kung-sün-tscheu: ich habe gehört, dass Tseu-hia, Tseu-yeu 
und Tseu-tschang zusammen ein Glied des Weisen (Confucius) waren, 
Yen-nieu, Min-tseu und Yen-yuen aber den ganzen im Kleinen darstellten. 
Lün-iü 11, 12 rühmt Confucius an Min-tseu den milden Blick, Tseu-lu 
erscheine fest und kühn, Yen-yeu und Tseu-kung zeigten eine sanfte 
Biegsamkeit. Confucius gefiel diese; er sagte aber, Yeu, d. i. Tseu lu, 
wird keinen natürlichen Tod sterben. Sse-ki 47 f. 21 werdem dem 
Könige von Tshu T s c h u - kung, Yen-hoei, Tseu-lu und Tsai-iü nach ihren 
verschiedenen Eigenschaften gepriesen. Wir haben die Stelle schon oben im 
Leben des .Conf. II. 2. S. 29 angeführt, vgl. Amiot p. 352. Im Schang-schu 
Ta-tschuen im J-sse 95, 1 f. 6 sagt Confucius: ich habe 4 Freunde; seit 
ich (Yen-) hoei erlangt habe, mehren meine Schüler ihre Liebe (tshin); 
ist das nicht helfen (siü) sich einander zu nähern; seit ich Sse (Tseu-kung) 
erlangt habe, kommen aus fernen Gegenden die Literaten (Sse); ist das 
nicht die davon gehenden sammeln (pen-tseu) ? seit ich Sse (Tseu-tschang), 
erlangt habe, haben die früheren Glanz, die späteren Ruhm; gehen da nicht 
die Späteren den Früheren vor; seit ich Yeu (Tseu-lu) erlangt habe, 
kommen schlechte Reden nicht in mein Thor, ist das nicht widerstehen 
dem Verächtlichen (iü wu)? Ngan-tseu ib. f. 6 sagt: Wenn Confucius 



(155) 7 

ermüdet (to kiuen) und der Winkel (lieu-yü) nicht recht war, standen 
Ki-tse und Yuan-hien ihm zur Seite oder warteten ihm auf; wenn sein 
Geist bekümmert und krank und seine Intentionen nicht zum Ziele 
gelangten, standen Tschung-yeu (Tseu-lu) und Po-schang (Tseu-hia) 
ihm zur Seite ; wenn seine Tugend nicht vollkommen und voll war, dann 
halfen ihm Yen-hoei und Khien-yung. Schi-tseu ib. f. 6 sagt: Wenn 
Confacius Intention nicht fest stand, stand Tseu-Iu ihm zur Seite, wenn 
sein (Cereüaonie)kleid (1-fu) nicht in Ordnung war, half ihm Kung-si- 
hoa ; wenn die Bräuche nicht ordentlich gingen, half ihm Tseu-yeu; wenn 
die Worte nicht gehörig geschieden waren, half ihm Tsai-ngo; vergass 
er Altes oder Neues, so half ihm Yen-hoei; bei der Anordnung kleiner 
Sachen half ihm Yen-pe-nieu und er sagte : mit diesen 6 Meistern (Tseu) 
übe ich mich selbst. 

Liü-schi im Tschhün - thsieu im I-sse 86,4 f. 25 hat noch die 
Anekdote, wie Confucius, wenn ein Schüler aus einer fernen Gegend kam, 
sich immer nach dem Befinden des Fürsten — seines Vaters und seiner 
Mutter — seiner Brüder — von Frau und Kind — ob sie keinen 
Kummer hätten — erkundigte und bei jeder dieser verschiedenen Fragen^ 
eine verschiedene Bewegung mit seinem Stocke machte, nach der Würde 
der Personen. Der Sin-schu ib. erzählt diess bei Tseu-tschang's Ankunft. 

Der Schang-schu Ta-tschuen im Jsse 95, 2 f. 17 sagt: in der 
östlichen Vorstadt ^) fragte Tseu-sse Tseu-kung und sagte: an Meisters 
Thür, wie ist da eine solche Mischung? Tseu-kung sagte: die Seiten 
des Dachstuhles (Yn-thien) haben viele krumme Bäume; an der Thüre 
eines guten Arztes trifft man viele kranke Leute, zur Seite eines Schleif- 
steins (Tschi-li) trifft man viel Stumpfes (wan-thün). Als der Meister 
das hörte, sagte er : man macht den Weg in Ordnung, um zu erwarten, 
dass das Reich komme und hält keinen zurück. Er Hess jeden zu nach 
Lün-iü 7, 28, daher die Mannigfalt. Lün-iü 7, 7 sagt Confucius: kommt 
einer und bringt mir das übliche Geschenk (etwas getrocknetes Fleisch), so 
unterrichte ich ihn immer. 

Nach Lün-iü 7, 28 war es schwer zu dem Volke von Hu-hiang 
zu sprechen (es zu unterweisen). Ein Knabe kam von da und seine 
Schüler zweifelten, ob er zuzulassen sei, Confucius aber sagte: wenn 

1) Siün-tseu hat nach dem Scholiasten der südlichen Vorstadt. 



8 (156) 

einer sich reinigt, um einzutreten (in die Schule), so vergesse ich seine 
Vergangenheit, rühme, dass er so weit gekommen ist (es so weit gebracht 
hat), garantire aber nicht seine künftige Aufführung, warum seid ihr 
so strenge? Wer seinen Geist nicht anstrengt, sagt Confucius Lün-iü 
7, 8, dem erkläre ich die Materie nicht; wer seinen Mund nicht übt, dem 
helfe ich nicht sich auszusprechen; helfe ich einem um eine Ecke herum, 
und er kommt dann nicht um die andern drei, so stehe ich ihm (dazu) 
nicht weiter bei. In seinem Alter hatte Confucius manche Schüler ver- 
loren. Lün-iü 11, 2 sagt er, von den Schülern, die mir nach Tschhin und 
Tsai folgten, tritt keiner mehr in meine Thür. Was das Schicksal 
verschiedener Schüler des Confucius betrifft, so bemerkt Hoai- 
nan-tseu im I-sse 95, 2 f. 4 v. Yen-hoei, Ki-lu (d. i. Tseu-lu), Tseu-hia 
und Yen-Pe-nieu waren Confucius eifrige Schüler (Tung-hio). Yen-yuen 
starb früh (yao), Ki-lu kam in Wei um, Tseu-hia verlor die Einsicht 
(Ming) , Yen-Pe-nieu wurde krank (li). Diese alle durchkreuzten die 
Leidenschaften, eri-eichten aber nicht die Harmonie (Ho). 

Zur Charakteristik mehrerer Schüler des Confucius dient 
noch Kia-iü Cap. 15 f. 15 v., auch bei Lie-tseu im 1-sse B. 95, 3 f. 25 
und ohne Tseu-tschang nach den Schol. auch bei Hoai-nan-tseu. Tseu-hia 
fragt da Confucius: was für ein Mann Yen-hoei sei und wie er zum 
Meister sich verhalte? Confucius sagt: Hoei ist redlicher, treuer und 
weiser als ich, jener fragt dann ebenso nach Tseu-kung. Confucius 
sagt: Sse's Talent (Min) — Lie-tseu hat dafür Unterscheidungsgabe (Pien) 
— und Weisheit ist grösser als meine. Jener fragt dann ebenso nach 
Tseu-lu und Confucius sagt: er (Yen) übertrifft mich an Muth und 
Weisheit. Jener fragt dann nach Tseu-tschang. Confucius sagt: 
sein Ernst, seine Strenge und seine Weisheit übertreffen meine. Tseu-hia 
verliess dann die Matte und fragte: wenn dem so ist, wie dienen sie 
dann dem Meister und Lehrer? Confucius sagte, warte, ich will es 
Dir sagen. Hoei kann man trauen (sin), aber man kann nicht auf 
seine Treue zurückgehen (fan); Sse (Tseu-kung) kann Talente zeigen 
(min), aber er kann nicht stammeln (khio) ^) — Lie-tseu hat langsam reden 
(no) — Yen kann wohl muthig, aber er kann nicht auch beunruhigt 



1) Der Schol. sagt: er hat wohl ünterseheidungsgabe, aber zu Zeiten muas man sich auch 
beugen. 



(157) 9 

sein. Sse (Tseu- tschang) kann wohl Ernst zeigen, aber kann nicht 
übereinstimmen (harmonieren). Diese vier Schüler haben zusammen 
(etwas), mich umzuwandeln (zu verändern). — Lie-tseu hat noch: ich stimme 
nicht zu ; — worin sie mir dienen, das ist auch nicht das zweite (etwas 
Untergeordnetes). Die folgenden Aeusserungen über Yen-hoei und 
andere im Kia-iü 12 f. 4 sq. Amiot p. 294 — 300 werden wir besser bei 
den einzelnen Schülern anführen. 

Hier mag nur noch die Stelle im Kia-iü 1 5 f. 16 angeführt werden. 
Da sagt Confucius: (Yen)- Ho ei hat von der Art (dem Wege) eines 
Weisen viererlei, er ist kräftig, stark in der Ausübung der Gerechtigkeit ; 
beflügelt (yü) Erinnerungen (Mahnungen, Kien) anzunehmen ; respektvoll 
(oder ruhig) Einkünfte zu erwarten; sorgsam seine Person zu regeln. 
Sse-(Schi)-tsie u hat vom Wege (der Art) eines Weisen dreierlei. 
Wenn er auch kein öffentliches Amt hat, geniesst er doch Ehrfucht 
(Khing); wenn er auch kein Opfer darbringt, ehrt er doch die Manen; 
selbst gerade, beugt er sich vor dem Menschen. Tseng-tseu, der Con- 
fucius zur Seite stand, sagte: einst hörte ich (San) immer drei Worte 
vom Meister, vermochte sie aber noch nicht zu üben. Wenn Meister 
an einem Menschen ein Gutes sieht, so vergisst er 100 Fehler desselben; 
so nimmt Meister die Sachen leicht. Sieht er , dass ein Mensch etwas 
Gutes an sich hat, so ist es, als ob er es selbst habe; so streitet 
Meister nicht. Hört Meister etwas Gutes, so übt er es gleich selbst 
und leitet dann die Menschen dazu an ; so ist Meisters Vermögen sich 
anzustrengen (lao). Da ich Meisters drei Worte hörte (vernahm), sie 
aber noch nicht auszuüben vermag, sehe ich daraus, dass ich bis an's 
Ende die beiden (obigen) (Mit-) Schüler nicht erreichen werde. Con- 
fucius sagte : nach meinem Tode wird man sagen , dass S s h an g 
(T 8 e u - hi a) dazu that (i), Sse(Tseu-kung) aber davon nahm (minderte). 
Tseng-tseu sagte: was besagt das? Confucius sagte: Schang liebt bei 
Weisen (Hien) zu weilen (wohnen); Sse liebt zu reden mit solchen, die 
nicht wie er sind. Er sieht nicht auf (kennt da nicht) seinen Sohn 
und sieht nur auf seinen Vater; er kennt nicht den Menschen und sieht 
nur auf seinen Freund; er kennt nicht seinen Fürsten und sieht nur 
auf den, der ihn sendet; er kennt nicht sein Land und sieht nur auf 

Ausd.Abh.ä.I.Cl.d.k.Ak.d.Wi8s. XIII.Bd.I.Abth. (21) 2 



10 (158) 

die Pflanzen und Bäume, daher heisst es: ^) bei guten Menschen weilen, 
ist wie eintreten in ein Haus voll von (Blumen) Lan und Hoei; lange 
merkt (empfindet) man ihren Duft nicht und doch ergeben sie (bewirken 
sie) eine Veränderung (Umwandlung) ; mit schlechten Menschen zusammen 
wohnen, ist dagegen wie eintreten in ein Magazin von faulen Fischen; 
lange merkt man den Gestank nicht und doch bewirken sie eine Ver- 
änderung der Luft. Wer eine rothe Farbe berührt wird roth; wer 
Lack berührt (sich damit bedeckt) wird schwarz; daher ist der Weise 
aufmerksam (sorgsam) darauf, mit wem er zusammen weilt. 

Den Gegensatz zwischen seinen drei Schülern Tseu-lu, Tseu-kung 
und Yen-yuan zeigt Kia-iü Gap. 8 f. 16, auch mit einigen Abweichungen 
bei Han-schi Wai-tschuen im I-sse 95, 1 f. 9, vgl. Amiot Mem. T. XII. 
p. 130 und abweichend T. XIII. p. 4 — 7 da heisst es: Confucius reiste 
nach Norden an den Nung-schan — Han-schi hat Jung-schan — . Die 
drei genannten Schüler standen ihm zur Seite und Confucius sagte : 
seine zwei, drei Kinder möchten ihm ihre Gedanken (Wünsche) sagen, 
die sie nicht erreichten. Tseu-lu trat zunächst vor und sagte ich 
(Yeu) wünschte zu haben (erhalten) weisse Federn (Fahnen), wie der 
Mond , rothe Federn wie die Sonne ; den Ton von Glocken und Trommeln, 
die aufwärts sich bewegten (tönten) bis zum Himmel^), Fahnen (Khi) 
die entwickelt (Phin-fen) herabhingen und sich krummbögen (puan) bis 
zur Erde. Begegnete ich einer Truppe von 100 Mann (Thui), der ich 
entgegentreten müsste, so würde ich sie zu Boden werfen bis auf 
100 Li, ich ergriffe die Fahne Khi und schnitte (den Feinden) den Kopf 
ab, das vermöchte ich (Yeu) und Hesse nur 2 — 3 Schüler mir folgen. 
Confucius (der Meister) sagte: Du bist ein Tapferer (Yung). 

Darauf näherte sich Tseu-kung und sagte: ich (Sse) wünschte 
nach Thsi und Tshu gesandt zu werden, wenn diese zusammen kämpfen 
wollten auf den Feldern von Tsing und Yang. Beide Festen (Lui) blicken 
sich gegenseitig an, der Antilopen- Staub (Tschhin-jai) berührt sich 
gegenseitig, Stöcke und Schwerter kreuzen sich bereits im Heere. Da 
legte ich Sse ein weisses Gewand (Kao) an, setzte einen weissen Hut 



1) Die Stelle hat auch der Ming-sin-pao-kien 19 § 2; man sieht hier nicht den Zusammen- 
hang mit dem Vorigen, 

2) abweichend Han-schi, vgl, Tseu-lu's Aeusserung im Lün-iü I, 5, 25 unten. 



(159) 



11 



auf und setzte auseinander (Tschin-tschue) , zwischen beide (Partheien) 
tretend, die Vortheile und den Schaden, wenn sie für beide Reiche das 
üeble (Hoan) erwählten. Ich (Sse) würde das vermögen, wenn ich 
hingesandt würde und mir nur zwei Schüler folgten. Confucius sagte: 
Du weisst beredt zu unterscheiden (schlichten, pien). 

Yen-hoei trat zurück und antwortete nicht. Confucius sagte: 
Hoei komm, hast denn du allein keinen Wunsch? Yen-hoei erwiederte 
und sprach: Den Redeschmuck, (die Redefertigkeit, Wen) und die 
Kriegssachen haben die beiden Schüler bereits besprochen. Was kann 
ich Hoei noch sagen? (Confucius sagte): Da jeder von Euch seine 
Absicht ausgesprochen hat, sag' auch Du deine, mein Kind : Er erwiederte 
und sagte: ich Hoei hörte: die Pjäanzen Hiün und Yeü ^) wachsen nicht 
zusammen in einem Topfe. Ein Yao und Kie könnten nicht zusammen 
ihr Reich regieren, weil ihre Art verschieden ist. Ich (Hoei) wünschte 
nun einen erleuchteten (einsichtsvollen) König (Wang), einen heiligen 
Herrn (Tschü) zu erlangen (haben) und ihn dabei zu unterstützen, die 
5 Lehren zu verbreiten; ihn anzuleiten zu den Bräuchen (Li) und der 
Musik, um zu machen (bewirken), dass das Volk keine Mauern auszu- 
bessern und keine Gräben zu überspringen braucht. Aus den Schwertern 
und Lanzen würde ich Ackergeräthe machen; die Ochsen und Pferde 
an Quellen und auf die Weide treiben ; die Häuser und Familien hätten 
keine Gedanken an Entfremdung (Trennung) und Augenaufsperren 
(kuang). Tausend Jahre über gäbe es nicht das Ungemach von Kampf 
und Streit, dann brauchte Yeu (Tseu-lu) seine Tapferkeit nicht zu zeigen 
und Sse (Tseu-kung) den Streit nicht zu schlichten. Confucius sagte 
ernst (ling): schön ist die Tugend! Tseu-lu erhob die Hände und 
erwiederte und sprach: was erwählt der Meister? Confucius erwiederte: 
nicht schaden (verderben) das Vermögen (den Reichthum); nicht 
schädigen das Volk, nicht viele Worte machen (Fan-tse), das thut der 
Sohn der Familie Yen. 

Da Confucius in seinem Alter selbst nicht mehr hoffte, den Sieg 
seiner Principien zu erleben, war er nur mehr besorgt, sie zu überliefern. 
Als der Meister in Tschhin war, heisst es Lün-iü, 5, 21 — sagte er: 



1) Der Schol. bemerkt, die erstere ist eine duftende, die zweite eine stinkende Pflanze. 

2* 



12 (160) 

Lasst mich zurückkehren! Lasst mich zurückkehren ! Die kleinen Kinder 
meiner Schule (Tang, sonst Dorf) sind zu eifrig (extravagant, Khuang) 
und hastig (Kien) als ob sie feinere Charaktere (fei), vollendet (tsching) 
und voll Zierrath (tschang) wären, wissen sie nicht sich zu regeln (tsai). 
Bei Meng-tseu VII. 2, 37, 1 führt Wan- tschang (diese Worte an) und 
fragt: Als Confucius in Tschhin war sagte er: lasst mich zurückkehren, 
die Schüler (sse) meiner Schule (Tang), sind zu extravagant und hastig 
(Khuang-Kien, Legge ambitious, but hastj), — Sie schreiten vor und erfassen 
(den Gegenstand), vergessen aber nicht ihren Anfang (Beginnen)." Wie 
dachte Confucius, als er in Tschhin war an Lu's extravagante Schüler? 

Meng-tseu sagte: Da Confucius nicht erlangte, die den rechten 
Mittelweg (tschung tao) gingen (übten), entschied er sich für eifrige 
(Khuang) und vorsichtige (Kiuen , L. cautiously decided) ; die Eifrigen 
schritten vor (tsin) (den Gegenstand zu erfassen), die Vorsichtigen 
hatten was sie nicht thaten. Wie sollte Confucius nicht wünschen den 
mittleren Weg, aber da er der Art nicht erlangte, dachte er an die 
nächste Classe. 

(Wan-tschang sagte): Ich erlaube mir zu fragen, wer waren die, 
welche man ehrgeizig (Khuang) nennen konnte? Meng-tsen sagte: 
solche, wie Khin-tsehang ^), Tsang-si ^) und Mu-phi waren die Confucius 
ehrgeitzig nannte. Aber warum nannte er die ehrgeitzig? (M. ts.) sagte: 
ihre Tendenz (Absicht, tschi) war grosssprecherisch (hiao-hiao) j sie sagten 
(immer nur) die Männer des Alterthums! Die Männer des Alterthumsl 
untersuchte man aber ihr Thun, so entsprach es dem, (deckte es, jeu) 
nicht. Konnte er nun solche ehrgeitzige auch nicht erlangen, so wünschte 
er, Schüler (sse) zu erhalten, die nicht blickten (Sie) auf das was nicht 
rein (Kie) war. Diess waren die vorsichtigen (Kiuen), die nächste 
(Classe). 

Confucius sagte: die bei meiner Thür vorbeigehen und nicht 
eintreten in mein Haus über die zürne ich (han) nicht, es sind 
des Dorfes gute Eingeborne (hiang yuan); des Dorfes gute Eingeborne 
sind Tugend - Diebe ^). Spricht (W. tsch.) , welche können denn so 



1) Der Lao Lün-iü 9, 6, ein Schüler des Confucius. 

2) Der Vater von Tsang-sin Meng-tseu IV, I. 19. Mu-Phi ist unbekannt. 

3) Diese Äeusserüng- von Confucius liat Lün-iü 17, 13, 



(161) 13 

(hiang yuan) genannt werden? (M. ts.) sagt: warum sind sie so gross- 
sprecherisch (hiao-hiao)? ihre Worte entsprechen nicht ihrem Thun ; 
ihr Thun entspricht nicht ihren Worten. So sagen sie (immer nur) : 
die Männer des Alterthums! Die Männer des Alterthums! Wie ist ihr 
Wandel sp einsam (besonders, ungesellig, Khiü-Khiü) und kalt (hang 
liang). Geboren in diesem Zeitalter, müssen wir auch mit diesem 
Zeitalter thun, und das Gute (desselben) können wir auch (thun), aber 
nach Eunuchen- Art (schönthun) schmeicheln (mei) dem Zeitalter, so sind 
des Dorfes gute Eingeborne. Wan-tschang sagte : in einem Dorfe preisen 
aber alle sie als solche, in allem (nichts nicht) was sie thun, (unter 
allen Umständen) sind sie nicht die guten Eingebornen? Wie nennt 
Confucius sie denn Tugend-Diebe? 

(Meng-tseu) sagte: willst du sie tadeln (fei), so weisst Du (gegen 
sie) nichts vorzubringen (zu erheben); willst du sie kritisiren (rügen, tshe), 
80 hast du nichts zu rügen. Sie stimmen überein mit der gewöhnlichen 
(laufenden) gang u. gäben Sitte (lieu so); sie stimmen überein mit dem 
unreinen Zeitalter (wu schi) ; ihr Verweilen (Verhalten, Kiü) ähnelt der 
Rechtschaffenheit und Treue (sin), ihr Wandel ähnelt der Uninteres- 
sirtheit (Lien) und Reinheit (Kie). Alle Welt freut sich ihrer, sie selbst 
halten sich für recht gut (schi), so dass man mit ihnen nicht zu "Yao's 
und Schün's Principien (tao) fortschreiten (hing) kann ; desshalb sagt man 
„sie seien Tugend-Diebe." 

Confucius sagte: ich hasse was ähnlich, aber nichts (fei, wirklich) 
ist; ich hasse den Lolch (yeu), ich besorge, dass er die Saat verwirrt 
(erstickt, loen). Ich hasse das gleissende (ning), ich besorge, es verwirrt 
(§tört) das Rechte (i). Ich hasse einen scharfen Mund (Zunge), ich 
besorge er zerstört die Redlichkeit (sin). Ich hasse die Töne (Musik) 
von Tsching, ich besorge sie verwirren die Musik. Ich hasse das Roth- 
blau (tse), ich besorge, es wird verwechselt (verwirrt) mit Roth 
(Vermillion, tschu). So hasse ich die guten Dorfleute; ich besorge 
sie verwirren (werden verwechselt mit) (den wahrhaft) Tugendhaften. 
Der Weise (Kiün-tseu) geht zurück auf (sucht zurückzubringen), das 
Gewebe (King, den Weberzettel, the unchanging standart), ist dieses richtig 
(recht geordnet, tsching), dann erhebt sich die Menge, dann gibt es nichts 
Verkehrtes (siay) und kein heimliches (verborgenes) Laster (ni) mehr. 



14 (162) 

Confucius Schüler bildeten wieder andere Schüler, von welchen 
einige bekannt sind: Liü-schi's Tschhün-thsieu im I-sse B. 146 schang 
f/8 sagt: Tseu-kung, Tseu-hia^ und Tseng-tseu lernten unter Confucius. 
Thientseu Fang lernte unter Tseu-kung; Tuan Kan-mo lernte 
unter Tseu-hia; U-khi lernte unter Tseng-tseu; siehe auch bei den 
Einzelnen. 

Die einzelnen Schüler: 
1. Yen-hoei mit dem Mannes-Namen (Tseu) Tseu-yuan, 

Yen-hoei^), sagt der Sse-ki 67. f . . 2 war ein Mann aus Lu und 
30 Jahre jünger (als Confucius). In seinem 29. Jahr schon ergraut, 
starb er frühzeitig, in seinem 31. Jahre, sagt der Kia-iü, in Confucius 
61. Jahre. Doch hat der Scholiast des Sse-ki f. 2 v. schon Bedenken 
dagegen. Nämlich nach Lün-iü 11, 7 starb er erst nach Confucius Sohn 
Li und da der 30 Jahre alt wurde und in Confucius 70 Jahre starb, 
muss er über 40 Jahre alt geworden sein. Confucius sagte: seit ich 
den Hoei zum Schüler habe, habe ich eine Vermehrung erhalten 
(zugenommen). Hoei erlangte durch seine Tugendübungen einen berühmten 
Namen. Dies ist Alles was der Kia-iü über ihn sagt. Er bekleidete 
kein Amt und lebte verhältnissmässig in ärmlichen Verhältnissen, aber 
zufrieden. „Wie tugendhaft, — sagt Confucius im Lün-iü 6, 9 und 
daraus Sse-ki f. 2 — ist Hoei, er hatte nur eine Bambuschüssel mit 
Reis zur (Speise), eine Schale \V asser zum Trank und wohnte in einer 
engen, schlechten Strasse; ein anderer (Mann) hätte solche Noth nicht 
ertragen, aber das störte Hoei's Freude nicht. Wie tugendhaft war 
Hoei!" Ziemlich dieselbe Aeusserung hat Meng-tseu IV. 2, 29, 2 (II 8, 29). 
Yen-tseu lebte in Zeiten der Verwirrung, wohnte in einer engen Gasse 
und hatte bloss eine Bambuschale mit Reis und eine Kürbisschale 
mit Wasser; ein anderer hätte solche Entbehrung nicht ertragen, aber 



1) Die Mutter des Confucius war aus der Familie Yen und aus derselben Familie war auch 
wohl Yen-hoei. Amiot Mem. T. XIII. p. 2 sagt: Yen-hoei war aus einer armen, aber 
edlen Familie, Nachkommen eines alten Königs von Tshu Lu-siü und zwar von Y-fu-yen, 
der sich in Lu niederliess und dort die Familie Yen gründete. Sein Vater Yen u Wu-yeu 
heirathete die Kiang-schi. Ich weiss nicht, woher er diese Notiz hat, ich finde davon im 
I-Bse nichts und auch keinen solchen Fürsten von Tshu. 



(163) 15 

diess störte (verringerte) die Freude von Yen-tseu nicht, Oonfucius 
nannte ihn einen Weisen (hien). Tschuang-tseu im J-sse 95, 1 f. 8 
(vgl. f. 15), Amiot p. 3 hat diess weiter ausgesponnen oder näheres 
Detail darüber. Confucius sagte zu Yen-hoei: Dein Haus (Familie) ist 
arm, deine Wohnung niedrig, warum nimmst du kein Amt an? Yen- 
hoei erwiederte und sprach: Ich (Hoei) wünsche kein Amt; ich habe 
ausserhalb der Vorstadt (Ko) ein Feld von 50 Meu (Morgen, 10 acres), 
genügend mich mit einer Schüssel Reissuppe zu versehen , innerhalb der 
Vorstadt 10 Meu, genügend darauf Seide und Hanf zu ziehen. Ein 
Tamburin und eine Guitarre (Kin) sind genügend, mich zu erfreuen 
(erheitern); des Meisters Lehre, ist genügend mich zu erfreuen; ich 
wünsche kein Amt; — anders Amiot p. 4. Confucius wechselte seine 
Haltung und sagte: gut ist Hoei's Absicht. Als ich (Khieu) das hörte, 
wusstei ich, dass es genug sei, sich nicht an den Vortheil zu binden. Er 
prüft sich (chin), erlangt er's, so lässt er's, und fürchtet nicht den 
Wandel, sich inwendig zu schmücken. Ist er ohne Stelle (Amt, wu wei), 
so schämt er sich nicht (ist er nicht verlegen, tso). Ich (Khieu) durch- 
dringe ihn schon lange. Jetzt bei Hoei und nachdem sah ich es 
und erreichte dies. Anderes sollte man nach Lün-iü 7. 10 auch 
Sse-ki f. 20 erwarten. Da sagt Confucius zu Yen-yuen: nur du und 
ich sind so, wir nehmen ein Amt an, wenn (die Regierung) uns braucht 
(anstellt) und ziehen uns in's Dunkel zurück, wenn man (sie) uns 
entlässt. Den verschiedenen Charakter Yen-hoei's von Tseu-lu's nach 
Lün-iü 5, 25, Kia-iü 8, 16, und Han-schi Wai-tschuon im I-sse 95, 1 
f. 9 werden wir bei Tseu-lu anführen. Lün-iü 11. 18 sagt Confucius: 
Hoei nähert sich einer vollkommenen Tugend, obwohl ihn oft grosse 
Armuth drückt. Eben da die Anekdote über Yen-hoei's Betragen als 
Confucius zwischen Tschhiu und Tsai in Noth war in Liü-schi's Tschhün- 
thsieu im I-sse 86, 1 f. 25 v., vgl. Kia-iü Cap. 20 f- 30 v. und sein 
Ausspruch über Confucius Kia-iü ib. f. 30. Seine Aeusserung als 
Confucius in Kuang in Gefahr und Yen-yuan zurückgeblieben war, und 
Confucius, als er ihn erreicht hatte, nach Lün-iü 11, 22, Sse-ki B. 47 
f. 12 und Liü-schi's Tschhün-thsieu im I-sse 95, 1 f. 19 sagte: ich dachte 
schon du wärst todt, worauf jener erwiederte, wie dürfte ich sterben 
(mich dem Tode aussetzten), da mein Lehrer am Leben ist, ist schon in 



16 (164) 

Confucius Leben erwähnt. Auf seiner Reise nach Wei machte Yen-yuan 
nach Lün-iü 13, 9 seinen Kutscher. Sein Gespräch da mit Confu- 
cius s. bei Regierung in Abth. VI.; ebenso Confucius Antwort auf 
seine Frage, wie eine Provinz regiert werden müsse Lün-iü 15. 10. 
Confucius rühmte ihn immer sehr. Lün-iü 2, 9, auch im Sse-ki wieder- 
holt, sagt er: ich unterhalte mich den ganzen Tag mit Hoei; er zieht 
meine Lehre nie in Frage; er scheint einfältig, aber wenn er weg- 
gegangen ist, untersucht er sie für sich (privatim, sse), so dass er meine 
Lehre zu erläutern vermag. Hoei ist nicht einfältig! Hoei, sagt 
Confucius Lün-iü 11. 3, hilft mir nicht (indem er mir Einwendungen 
macht, die ich dann lösen muss); nichts was ich sage, erfreut ihn 
nicht und 9, 19 fg., Hoei ist nie. indolent bei meinem Unterrichte, 
ich sah ihn vorwärts gehen, aber nie stille stehen. Hoei, sagt Con- 
fucius im Tschung-yung Cap. 8, wählte die rechte Mitte; hatte er eine 
Tugend einmal erfasst, so packte er sie, hielt sie fest und liess nicht 
davon ab. Nach Lün-iü 5 , 8 und Sse-ki f. 7. fragte Confucius den 
Tseu-kung: wer ausgezeichneter sei, er oder Hoei?: Tseu-kung 
erwiederte, wie kann ich mich mit Hoei vergleichen? wenn Hoei eine 
Sache hört, weiss er zehn ; wenn ich eine Sache höre, weiss ich nur zwei. 
Confucius erwiederte: du kommst ihm allerdings nicl:t gleich, gewiss 
nicht! Ngai-kung, der Fürst von Lu, fragte nach Lün-iü 6, 2 auch im 
Sse-ki f. 2 v. — nach Lün-iü 11, 6 aber Ki Kang-tseu — wer von seinen 
Schülern durch Lernbegierde (Liebe zum Studium, hao hio) sich aus- 
zeichne? Confucius erwiederte: ich hatte einen, den Yen -hoei, der das 
Studium liebte; er entfernte sich nicht von der Sache, er beging 
nicht zweimal denselben Fehler, aber unglücklicher Weise war sein 
Leben nur kurz (tuan-ming); ich habe ihn verloren und w^eiss jetzt von 
keinem (andern, der so zu lernen liebte). Auch im Sse-ki im I-sse 
95, f. 27 rühmt Confucius seine Liebe zum Studium (hao-hio) Confu- 
cius sagt im J-king Hi-tseu 15, 11, f. 16, T. II. p. 544 mein Schüler 
Yen-tseu war nicht ferne von einem einsichtsvollen Mann; war etwas 
nicht gut, so wusste er es bald und that es nicht wissentlich wieder. 
In drei Monaten, sagt Confucius Lün-iü 6, 5 wich Hoei nicht von der 
vollkommensten Tugend ab, die andern höchstens einen Tag oder einen 
Monat nicht. Nach 12, 1 bemühte er sich wenigstens eine vollkommene 



(165) 17 

Tugend zu erreichen; s. die Stelle Abth. IV. bei Tugend. Seine 
Bewunderung des Confucius spricht sich Lün-iü 9, 10 aus; wir werden 
die Stelle besser bei den Urtheilen der Schüler über ihren 
Meister in Abth. IV. mittheilen. 

Einige angebliche Gespräche Yen-hoei's mit Confucius findet man 
noch aus Lie-tseu im I-sse 95, 1 f. 11 fg. und bei Tschuang-tseu 
ib. f. 12 — 16 V. und 86, 1 f. 27; u. a. ; sie enthalten aber wenig oder 
nichts historisches ; sie sind auch wohl gemacht und nicht verbürgt genug, 
um sie hier mitzutheilen. 95 f. 15 v. spricht von Yen-hoei's Reise nach 
Thsi im Osten wie der Lün-heng ib. f. 1 6 v. , wie er mit Confucius 
den Thai-schan Berg (in Schan-tung) bestieg. Wir heben nur seine 
angebliche puerile Nachahmung des Confucius 95, 1 f. 13, vgl. Amiot 
p. 3 27 noch hervor: Wenn der Meister einen Schritt that, that er auch 
einen; wenn der Meister sprach, so sprach er auch; wenn er lief, so 
lief er auch u. s. w. Kia-iü 12 f. 3 v. charakterisirt Tseu-kung den 
Yen-hoei als frühaufstehend, Nachts schlafend, wiederholt im gemessenen 
Tone sprechend (Fung-tung), die Bräuche ehrend; in seinem Betragen 
mache er nicht zweimal denselben Fehler, in seiner Rede sei er nicht 
hastig. Cap. 15 f. 16 sagt Confucius: Hoei hat vier Eigenschaften 
eines Weisen (Kiün-tseu), vgl. ebenda die Stelle über den Weisen Kia-iü 
18, 25, I-sse 95, 1 f. 7. Wir führen die Stelle in Abth IV. bei dem Weisen 
wohl besser an, so auch noch einige andere Stellen über ihn Cap. 20 
f. 30, Cap. 13. f. 8, die mehr in das Materielle einschlagen; ebenso 
die Stelle aus dem Schue-yuen im I-sse 95, 1 f. 6 v., auch im Kia-iü Cap. 
18 f. 24 V. über den Sching-jin in Abth. IV. bei Moralphilosophie, die 
Stelle aus dem Han-schi Wai-tschuen im I-sse 95, 1 f, 7 v. in Abth. IV. 
bei den Moral-Maximen und 95, 1 f. 10 v. Tseu-kung's, Tseu-lu's und 
Yen-hoei's verschiedene Antworten, was sie thun würden, wenn sie 
gegen einen gut, und der nicht wieder gut gegen sie sei; seinen 
Ausspruch über die Gebräuche (Li) bei Amiot p. 228 s. in Abth. IV. 
bei diesen. 

Der I-sse hat noch 17 angebliche Aussprüche und Unterhaltungen 
Yen-hoei's mit Confucius ohne einen speciellen Gegenstand, 3 aus Han- 
schi uai tschuen im I-sse 95, 1 f. 7 v. sq., 2 aus Lie-tseu ib. f. 11 sq., 5 

Ausd.Abh. d.i. cid. k.Ak.d.Wis8. XIII. Bd. I. Abth. (22) 3 



18 (166) 

aus Tschuang-tseu ib. f. 12 v. sq., 2 aus Lün-heng ib. f. 16 v. fg. und 3 aus 
Fa-yen ib. f. 17 und Sin-lün f. 17 S. Abth. IV. Anhang. 

Der Kia-iü Cap. 18Yen-hoeiin. f. 23 v. hat noch einige Anekdoten, 
die diesen Schüler des Confucius betreffen. Ting-kung von Lu fragte 
Yen-hoei und sagte: hast du gehört, dass Thung-ye-pi ein guter Fuhr- 
mann (Wagenlenker, Yü) ist? Er erwiederte und sprach, wenn er es 
gut macht, ist es gut ^); wenn aber auch, so wird sein Pferd ihn doch im 
Stich lassen. Ting-kung zeigte sich wenig erfreut und sagte zu 
seiner Linken und Rechten : der Weise ist ein Mann, der täuscht. Yen- 
hoei trat zurück (ging fort). Nach drei Tagen kam der Hirte und 
meldete (Su): Thung-je-pi's Pferd liess beide Aussenpferde (Thsan) im Stich, 
zog beide Decken (Fo) mit sich und ging in den Stall. Als der Fürst 
dieses hörte, stand er auf von seiner Binsenmatte (Huo-si) und nahe 
dem Wagenführer rief er Yen-hoei. Hoei kam und der Fürst sagte: 
den vorigen Tag fragte meiner Wenigkeit dich mein Herr nach Thung- 
ye-pi' s Leitung (Führung) und du sagtest: wenn er e^ gut macht, ist es 
gut und doch wird sein Pferd auslassen. Ich weiss nicht, ob (woher) 
mein Herr es wusste. Yen-hoei sagte: ich kannte ihn von seiner 
Leitung (Regierung, Tsching) her. Einst war der Kaiser Schün geschickt, 
das Volk zu leiten (sse). Thsao-fu (der Wagenlenker von Kaiser Mu-wang 
950 v.Chr.), war geschickt die Pferde zu leiten. Schün erschöpfte nicht 
seines Volkes Kraft; Tsao-fu erschöpfte nicht seiner Pferde Kräfte; 
daher verlor Schün das Volk nicht, Tsao-fu verlor seine Pferde nicht. 
Wenn jetzt Thung-ye-pi fährt, besteigt er das Ross, ergreift die Zügel, 
das Gebiss und die Glieder hält er gerade, der Schritt des Pferdes ist 
gallopirend, (Tseu-tsche) ; das Gallopiren am Hofe früh ist wenig Brauch. 
Er setzt (Li) über schwierige Stellen, kommt so weit, aber er erschöpft 
des Pferdes Kraft und wenn man das Pferd wieder sucht (braucht), 
hat man es nicht; daher wusste es dein Diener. Der Fürst sagte: gut 
und wahr ist deine Rede, meines Herrn Rede (Wort) ist recht und gross 
und ich wünschte, dass er noch ein wenig vorginge (hinzusetzte, tsin). 
Yen-hoei sagte: dein Diener hörte: wenn der Vogel erschöpft ist. 



1) Der Ausdruck: Sehen, tse sehen, ist sehr dunkel. Liü-schi's Tschhün-tshieu im I-sseB. 40 f. 1 
erzählt dasselbe von Thung-ye-pi und Lu's Tschuang-kung fragt desshalb den Yen-ho. 



(167) 19 

dann pakt er (tscho); wenn das Wild erschöpft ist, dann greift es mit 
seinen Krallen an (khao) ; wenn der Mensch erschöpft ist, dann täuscht er 
(wird er verschlagen, tscha); wenn das Pferd erschöpft ist, dann lässt 
es aus. Von Alters her bis jetzt gab es noch keinen, der seine Unter- 
gebenen erschöpft hätte und das ohne Gefahr thun konnte. Dem Fürsten 
gefiel das und er erzählte es alsbald Confucius. Confucius erwiederte 
und sagte: dass ich aus Yen-hoei etwas mache (auf ihn etwas halte) 
ist diese seine Art; er genügt für viele. 

Kia-iü Cap. 18. f. 24 v. hat noch eine Anekdote von Yen-hoei 
wie er, als er mit "Confucius in Wei war, aus dem Tone eines Weinenden 
errieth, warum er weine; s. oben in Confucius Leben. 

Seine Frage dann über Tschang- wen-tschung und Wu- 
tschung, wer von diesen der Weisere sei im Kia-iü: ib. f. 24 v. s. oben; 
seine weitere Frage wegen der Freunde Kia-iü 18 f. 26 ib.; seine 
Aeusserung über Confucius ib. f. 26 und seine Frage, worin persönliche 
Tugend bestehe (Ho-i-wei-schin) Kia-iü Cap. 1 3 f. 8, auch im Schue-yuan 
im I-sse 93, 1 f. 7, s» in Abth. IV. 

Als Yen-yuen gestorben war, klagte Confucius nach Lün-iü 11, 8 — 10 
u. 7 u. Sse-ki 67 f. 17 v..und abweichend im Lün-heng im I-sse 95, 1 f. 17 v. 
bitterlich und rief aus: der Himmel richtet mich zu Grunde! ^) er 
weinte bitterlich. Seine (andern) Schüler meinten, er müsse doch nicht 
gar so sehr ihn beweinen, er aber erwiederte: wenn ich einen solchen 
Mann nicht beweinen sollte, wen sollte ich dann beweinen. Seine Mit- 
schüler wollten ihm ein glänzende Leichenfeier bereiten, (heu-tsang); 
Confucius sagte: das kann nicht sein, (weil die Familie arm war.) sie 
bestatteten ihn aber doch glänzend. Confucius sagte: Hoei betrachtete 
mich als seinen Vater, dass ich ihn nicht als meinen Sohn behandeln 
konnte (d. h. bloss gemäss meinen Mitteln ihn bestatten), ist nicht 
meine Schuld, sondern der meiner Schüler (2 — 3 Kinder). Als Yen- 



1) Der Lün-beng hat statt des Folgenden: als Tseu-lu gestorben war, sagte er, der Himmel 
schneidet mich ab (tscho). Confucius sprach da, wie ein Verwundeter, es war nicht ganz 
der rechte Weg. Confucius Bestimmung war nicht ein König (wang) zu sein , der beiden 
Schüler Leben nicht lang zu sein; nicht König (zu sein), nicht lange (zu leben bekommen), 
(sie) ist weil nicht gleiches Maass und Zahl zusammen (ging), sich ausbreiten (oder) sich 
entgegenstehen, entspricht sich. 

3* 



20 (168) 

yuen gestorben war, bat iüdess sein Vater Yen-lu Confucius um des 
Meisters Wagen daraus einen äusseren Sarg zumachen; Confucius aber 
erwiederte! Talente oder nicht. Jedermann nennt (seinen Sohn) den 
Sohn. Als (mein Sohn) Li starb, hatte er auch nur einen innern (Kuan) 
und keinen äussern Sarg (Ko). Ich kann nicht zu Fuss gehen, damit 
er einen äussern Sarg habe; da ich die Würde eines Ta-fu bekleide, 
kann ich nicht zu Fuss gehen. Der Li-ki Cap. Tan-kung 3 f. 20 v., 
auch im Kia-iü 44 f. 28 v., erzählt; als bei der Trauer um Yen-yuan 
das Opferfleisch Tsiang dargebracht war, ging Confucius hinaus, nahm 
es, ging darauf hinein, spielte die Guitarre und dann äss er das Fleisch. 
So weit der Li-ki. Der Kia-iü fügt noch mehr hinzu. 

Nach Kia-iü Cap. 44 f. 28 condolirt Lu Ting-kung Confucius beim 
Tode Yen-hoei's; der Fürst sandte einen Mann Confucius um Rath 
zu fragen (fang). Confucius erwiederte und sagte: Alle die innerhalb 
des Grabhügels liegen sind deines Dieners Kinder (Schüler), es ist 
Brauch, dass wenn der Fürst seinem Diener condolirt, er von Osten die 
Treppe hinaufsteigt und Angesichts der Leiche weint, seine Gunst 
beschenkt ihn; über die Ausdehnung derselben gibt es keine Berechnung, 
aber der I-sse 95, 1 f. 16, der die Stelle anführt, bemerkt, dass zu der 
Zeit nicht Ting-kung, sondern Ngai-kung in Lu regierte. Amiöt setzt 
seinen Tod 484 v. Chr. in Confucius 68. Jahre. Amiot Mem. T. XIIL 
p. 8 sagt: er wurde südlich vom Berge Fang-schang beerdigt. Er 
hatte von seiner Frau aus der Familie Thai aus dem Reiche Sung einen 
Sohn Yen-sin. 

Wohl aus derselben Familie waren die Schüler des Confucius Yen- 
hing (39), Yen-kao (41), Yen-siang (53), Yen-tschi-po (59) Yen-kuai 
(67) und Yen-ho (73). Wir haben schon nach Amiot Mem, T. XIL 
p. 489 erwähnt, dass der Ming-Kaiser 1451 noch neben dem Haupte 
der Familie Kung die Häupter der Nächkommen Yen-tseu's und Meng- 
tseu's an den Hof berief, um bei den Ceremonien im Wen-miao zu 
assistiren und ihren Nachkommmen Beamten-Stellen verlieh. 

Yen-hoei erhielt nach Legge 1530 (Kia-tsing Ao. 9) den Titel 
„Fortsetzer des Weisen". Sein Platz ist der erste unter den 4 
Assessoren an der Ostseite des Weisen. Nach A Williamson Journeys in 
North China. London. 1870 8. L 232 fg. ist der Tempel Yen-hoei's in 



(16,9) 21 

der Stadt Kio-feu-hien, der Begräbn issplatz seiner Nachkommen vor 

dem Nordthore. Er besuchte den Tempel und beschreibt ihn T. II. 

p. 263. Der Scho-i-ki im I-sse 95, 1 f. 17 v. sagt Kio-feu's alte 

Stadt(mauer) hat Yen-hoei's Grabhügel (mu); der Grabhügel hat oben 

einen Stein und Baum; (der Name des Baumes ist unleserlich) — — 

die Leute des Landes sagen: Yen-hoei's Hand pflanzte (tschi) den 

Baum. 

Yen-yeu oder Ki-lu. 

Yen-hoei's Vater schliessen wir hier gleich an. Yen-wu-yao, 
nennt ihn der Sse-ki, mein Kia-iü f. 30 Yen-yeu, mit dem Beinamen 
Ki-lu. Nach dem Sse-ki dienten Vater und Sohn dem Confucius zu 
verschiedener Zeit, nach dem Kia-iü erhielt jener Unterricht von Con- 
fucius, als der zu lehren begann. Er war 6 Jahre jünger als dieser. 
Sein Begehren von Confucius beim Tode seines Sohnes Yen-hoei im Lün-iü 
11, 7 und Sse-ki ist eben erwähnt. 

2. Min-sün oder Tseu-khien 

war nach dem Kia-iü aus Lu und 50 Jahr (nach dem Sse-ki 15) jünger 
als Confucius. Durch seine Tugendübung erhielt er nach Lün-iü 11, 
2 undnMeng-tseu II. 1, 2, 18 (I. 3 p. 42) — die Stellen schon oben — seinen 
berühmten Namen. Confucius rühmte seine Pietät Lün-iü 11, 4. Nach 
Lün-iü 6, 7 sandte Ki-schi, der in Lu bekanntlich die Regierung führte, 
einen Boten an Min Tseu-khien und wollte ihn zum Statthalter von Pe 
machen, der bat aber den Boten, ihn zu entschuldigen; sollte er ihn 
aber nochmals berufen, so werde er am Ufer des Wen Flusses sein 
(sich entfernt haben). Der Sse-ki f , 3 sagt darnach , er nahm nicht 
die Stelle eines Ta-fu an und verzehrte nicht die Einkünfte eines 
schmutzigen (schlechten) Fürsten und sagte: kommt er wieder zu mir, 
so bin ich oberhalb des Wen Flusses. Im Kia-iü Cap. 25, 2 v. erscheint 
er indess als Gouverneur von Pi und befragt Confucius wegen der 
Regierung; wir werden die Stelle Abth. IV. bei der Regierung 
anführen ^). Er folgte Confucius nach Tschin und Tsai nach Lün-iü 



1) Amiot Mem. T. XII. p. 290 lässt Min-tseu-khien Gouverneur von Schan-fu werden und Con- 
fucius seinen Schüler Wu-ma-khi hinsenden, sich nach seiner Verwaltung zu erkundigen; 



22 (170) 

11, 2. Lün-iü 11 13 heisst es: Der Kornmagazin-Aufseher in Lu wollte 
ein neues Kornmagazin anlegen; Min Tseu-khien sagte: das ist kein 
Mann von (vielen) Worten, aber spricht er, so trifft er immer den rechten 
Punkt. Die Anekdote bei Amiot p. 93 — 96, wo Min Tseu-khien Tseng-tseu 
fragt, warum Confucius so leise die Guitarre (Kin) spiele, ist aus Kung- 
tschung-tseu im I-sse 95, 2 f. 2. s. b. Musik Abth. IV. Legge Prol. T. I. p. 115 
hat eine Anekdote von ihm, die aus Han-schi-uai-tschuen im I-sse 95, 
2 f. 1 V. ist: Als er zuerst zu Confucius kam, sah er bekümmert (wie 
verhungert) aus (tsai se , wie einer der nur von Pflanzen lebt) , bekam 
aber später ein fettes Aussehen (tsu huan, wie ein gemästetes Schwein). 
Tseu-kung fragte ihn, wie die Aenderung vor sich gegangen sei. Er 
erwiederte: Ich kam aus meinem Rohr und meinen Binsen (Kien) an des 
Meisters Thor (Schule). Er unterwies mich zur Pietät und hielt mir 
die Regeln der (alten) Könige vor. Ich fand Freude an seinen Unter- 
weisungen. Als ich dann aber hinaus kam und sah die Beamten mit 
ihren Sonnenschirmen (iü kai) und Drachen-Bannern (lung khi-tschen) 
und dem Pompe ihres Gefolges, machte mir das auch Vergnügen. Beides 
bekämpfte sich in meiner Brust, ich wusste nicht, war vorzuziehen sei, 
daher mein bekümmertes Aussehen. Jetzt aber haben die Lehren unsers 
Meisters sich tief meinem Geiste eingeprägt und meine 2 bis 3 Mitschüler 
haben meine Fortschritte befördert (tsie-tso). Ich bin mir jetzt klar, 
wem ich folgen und was ich meiden muss; die Schirme, Fahnen und 
der Pomp der Gewalthaber betrachte ich nur wie den Erdenstaub 
(am Altar), daher sehe ich voll und befriedigt aus. Im I-sse wird dann 
noch eine Stelle des Schi-king citirt. Dann gibt der I-sse dieselbe 
Anekdote aus Schi-tseu kürzer. Mint-seu Khien war corpulent (fei). Tseu- 
kung sagte: wie bist du so fett. Tseu-Khieu sagte: als ich ausging, 
sah ich schöne Wagen und Pferde und wünschte sie mir. Drinnen 
hörte ich des Lehrers Worte und wünschte sie auch. Beide Gesinnungen 
bekämpften sich gegenseitig; jetzt hat des Lehrers Wort gesiegt, daher 
die Corpulenz. Sein Platz im Tempel ist der erste im Osten „unter den 
Weisen" gleich hinter den 4 Assesoren. Ihm wurde zuerst geopfert 



aber nach Kia-iü 37 f. 32 v. und Liü-schi's Tschhün-thsieu im I-sse 95, 4 f, 10 v. geschah 
dies bei Mi-tseu-tsien, Gouverneur von Tan-fu. 



(171) 28 

unter dem 6. Kaiser der D. Thang Khai-yuen Ao. 8 (720 n. Chr.). Sein 
Titel ist: „der alte Vortreffliche, der Philosoph Min." 

Der Schue-yuen im I-sse 95, 2 f. 1 hat noch eine Anekdote von ihm, 
die auf seine Pietät bezüglich ist und f. 1 v. noch eine andere, die Trauer 
betreffend, die auch im Kia-iü Cap. 15 f. 13 v. ; der lA-ki Cap. 3 Tan-kung 
f. 26, der eine ähnliche Geschichte hat, erwähnt ihn aber nicht dabei. 

3. Yen-keng oder Pe-nieu. 

Nach dem Kia-iü aus Lu, nur 7 Jahre jünger als Confucius, hatte 
nach Confucius Lün-iü 11,2 auch Sse-ki f. 3 von seiner Tugend seinen 
berühmten Namen. Er hatte eine böse Krankheit. Confucius sagte: 
es ist Bestimmung; soweit der Kia-iü, Lün-iü 6, 8. und Sse-ki f. 3 
heisst es: als Pe-nieu krank war, kam Confucius ihn zu besuchen, 
reichte ihm durch das Fenster die Hand und rief aus: ich werde ihn 
verlieren ; dass dieser Mann eine solche Krankheit hat, ist Bestimmung ! 
Der Kranke wurde der Sitte nach an's Nördfenster gelegt, wenn der 
Fürst ihn aber besuchte, an das Südfenster; die Familie wollte dasselbe 
bei Confucius Besuch thun, dieser nahm aber die Ehrö nicht an und 
betrat das Haus nicht. Nach andern wollte Pe-nieu wegen seiner 
schlechten Krankheit keinen bei sich sehen. Welche Krankheit er hatte, 
wird nicht gesagt und er sonst nicht weiter erwähnt. Legge Prol. I. p. 
115 hat noch ohne Angabe seiner Quelle: als Confucius Justizminister 
wurde, gab er Pe-nieu seine frühere Stelle eines Gouverneurs von Tschun-tu. 
Sein Platz ist jetzt der 4. unter den Weisen im Westen. 

4. Yen-yung oder Tschung-kung 

nach den Schol. des Sse-ki aus Lu, 29 Jahr jünger als Confucius, nach 
dem Kia-iü, aber nur im I-sse 95, 2 f. 4 v. aus demselben Clane mit 
dem vorigen (Thsung-so) wurde von einem talentlosen Vater erzeugt 
und erhielt durch seine Tugendübung seinen berühmten Namen. Letz- 
teres sagt Confucius im Lün-iü 11, 2 an der schon oben angeführten 
Stelle. Was seinen Vater betrifft, so bezieht sich darauf Confucius 
Ausspruch im Lün-iü 6, 4, auch im Sse-ki f. 3 v. : t)as gelbe gehörnte 
Kalb einer Kuh von gemischter Farbe, obwohl die Menschen (bei einem 



24 (172) 

grossen Opfer) es nicht brauchen, werden die Geister der Berge und 
und Flüsse es darum verwerfen? (d. h. wenn sein Vater auch ein 
schlechter Mann war, konnte der Sohn darum nicht gut sein?) Nach 
Lün-iü 13. 2 war er erster Beamter unter Ki-schi. Seine Frage über 
die Regierung nach Kia-iü 31, 16 und Kung-tschung-tseu im I-sse 
95,2, 6 und 6 v. über Regierung und Strafe ebenda. Lün-iü 6 , 1 
sagt Confucius, Yung kann das Gesicht nach Süden wenden (Regent sein) 
— Tschung-kung meint den Respekt aufrecht erhalten und dabei in 
der Verwaltung mild sein, ob das nicht das Rechte sei? aber sorglos 
wegen seiner eigenen Aufführung sein und nachsichtig in der Verwal- 
tung, ob das nicht übertriebene Milde sei? Confucius sagt: Yung du 
hast recht. Lün-iü 5, 4 rühmt einer Yung als einen guten (humanen) 
Mann, der aber nicht zungengewandt (ning) sei. Confucius meint, wozu 
das nöthig, einem entgegentreten (yü) mit Redegewandtheit (Kheu-kie), 
errege nur Abneigung (tseng) der Menschen. Confucius Antwort auf 
seine Frage, was vollkommene Tugend sei Lün-iü 12, 2 siehe Abth. IV. 
bei Tugend, Confucius Antwort auf Tschung-kung's Frage was die 
Ste.Ue des Schu-king V. 27., 2 o. „'Erbarmen und Mitleid schneidet die 
Streitigkeiten ab" besage, s. Abth. IV. bei Strafen. Im Kia-iü 
Cap. 12 f. 3 V. charakterisirt Tseu-kung ihn so: Beständig reden von 
der Pietät und denken an die Pietät und das denken (daran) nur 
die Regel (tse) sein lassen. Wenn man auf das Zeitalter eines Fürsten 
trifft, der Tugend hat, das glänzende Mandat (ein Amt) annehmen, ohne 
dabei seinen Ruf einzubüsseu. Wenn man mit dem Kaiser fährt (ihm 
zur Seite steht), dann der Gehilfe (siang) eines (idealen Wang sein), wenn 
man arm ist, doch wie ein Gast auftreten (khe), seinen Diener (tschin, 
Beamten) senden wie einen Assistenten (Tsiai), nicht übergehen (auf- 
steigen, tsien) zum Zorne, nicht tiefen Hass nähren, nicht einregistriren 
alte Verbrechen, so war der Wandel Yen-yung's. Confucius seine 
Talente erwähnend sagte bei Schue-yuen im I-sse 95, 2 f, 4. 
er ist ein Weiser der Erde, ein Bote der Menge; bedient er sich der 
Strafen, dann kann er gewiss mit Recht zürnen und wandte auf ihn 
eine Stelle des Liederbuches an ... . Sein Platz ist jetzt der 2. unter 
den Weisen an der Westseite. 



(173) / 25 

5. Yen-khieu oder Tseu-yeu. 

aus Lu, aus demselben Clane wie die vorigen, nach dem Kia-iü 29. Jahr 
jünger als Confucius. Er besass Talente (Tsai) und erhielt einen Namen 
durch seine Verwaltung, mit der Confucius aber nicht einverstanden 
war. Er war nach dem Sse-ki Beamter (Tsai) unter Ki-schi. Lün-iü 
5, 7 fragt Meng-wu-pe — (im Sse-ki Khi-kang-tseu) — Confucius nach 
ihm. Confucius sagt: Khieu ist fähig erster Beamter zu sein in einer 
Stadt von 1000 Häusern (d. i. Khing und Ta-fu) oder über 100 Kriegs- 
wägen zu befehlen, aber was seine Humanität (Jin) betrifft, da weiss ich 
nicht. 6, 6 fragt Ki-kang Confucius, ob er geeignet sei, zu einer Beamten- 
stelle? Confucius sagte warum nicht, sein Talent macht ihn wohl 
geeignet dazu; 14, 13 rühmt er seine Geschicklichkeit in den Künsten. 
Lün-iü 11, 12 sagt Confucius, wie schon bemerkt, Yen-yeu und Tseu- 
kung zeigen eine weiche Nachgiebigkeit, Lün-iü 6, 10 sagt Yen-khieu: 
nicht dass des Meisters Lehre mich nicht erfreute, aber meine Kraft 
reicht dazu nicht hin. Confucius erwiedert ihm aber, die deren Kraft 
nicht ausreiche, giengen (wenigstens) halbweg's und Hessen dann nach, 
aber er stelle sich nur so ; er gab offenbar dem Ki-schi zu viel nach. 

4 seiner Schüler sollten Confucius einst offen ihre Herzensmeinung 
sagen, da meinte Yen-yeu oder Khieu nach Lün-iü 11, 25, wie schon 
oben angeführt, wenn er ein Land von 60 — 70 oder 50 — 60 
Li zu verwalten habe, so wolle er binnen 3 Jahre scbon bewirken, 
dass das Volk' hinreichende Hilfsmittel besitze; aber ihm die Bräuche 
und die Musik beizubringen, das müsse er einem höheren Manne 
überlassen. 

Nach Lün-iü 3, 6 tadelte Confucius Yen-yeu schon, dass er Ki-schi 
nicht abgehalten habe, dem Thai-schan (Berge) zu opfern, (was nur den 
Fürsten zukam) und als er erwiederte: ich vermochte es nicht, sagte 
Confucius : Oh das zeigst , dass du weit unter Lin-fang bist , der nach 
§ 4 die Wichtigkeit der Ceremonien erkannte. Noch viel stärker äusserte 
Confucius sich im Lün-iü 11, 16 über ihn: Ki-schi war reicher als 
Tscheu-kung einst, Khieu war sein Steuereinnehmer und vermehrte 
noch seine Einnahmen, Confucius sagte: dieser ist nicht mein Schüler, 
Aus d. Abb. d. J. Cl. d. k. Ak. (]. Wiss. XIII. Bd. r. Abth. (23) 4 



26 (174) 

Kinder, ihr könnt ihn austrommeln. Dasselbe erzählt Meng-tseu IV, 1, 14; 
— statt Ki-schi auf den Weg der Tugend zu leiten, hatte er' seine Abgaben 
verdoppelt, — und noch ausführlicher Tso-schi Ngai-kung Ao. 12, f. 21, 
S. B. B. 27 S. 151; s. die Stelle Abth. IV. bei Abgaben. 

Nach diesem wird man sich nicht wundern, wenn Cpnfuciu's 11, 23 
auf die Frage von Ki-tseu-jen, ob Tschung-yeu und Yen-khieu grosse 
Beamte (Ta tschin) seien, erwiedert : ich dachte , du hättest etwas 
besonderes (J) gefragt, du fragst aber nur nach Yen und Khieu! 
Ein grosser Beamter dient seinem Fürsten nur nach dem rechten Princip 
(i-tao); kann er das nicht, so tritt er zurück (las st er ab, tschi). Yeu 
und Khieu können nur gewöhnliche Beamte (Kiün-tschin) heissen. — 
So werden sie ihm (in Allem) folgen? nein, erwiederte Confucius, einen 
Vater oder l-ursten zu tödten, darin werden sie nicht mit ihm gehen. 

Nach Lün-iü 1 6, 1 wollte Ki-schi die Stadt Tschuen-yü einnehmen. 
Yen-yeu und Ki-lu besuchten Confucius und sprachen: Ki-schi hat etwas 
mit Tschuen-yü vor. Confucius sagte : Khieu ist- das nicht dein Fehler? 
r>ie früheren Kaiser machten Tschuen-yü zum Herrn von Ost (Tung) mung, 
indessen liegt es mitten innerhalb des Gebietes unseres Lehnreiches; da ihr 
Diener der Landesgötter (Sche-tsi) seid, wie mögt ihr es angreifen.^ 
Yen-yeu sagte : unser Herr (Meister, Fu-tseu) wünscht es ; wie sollen wir 
seine beiden Diener es dann nicht wünschen. Confucius sprach: Tscheu- 
jin hat ein Sprichwort, kannst du deine Kraft (Talent) anwenden, so 
übernimm ein Amt, kannst du es nicht, so lass ab davon; ist ein 
Mann in Gefahr zu fallen und man kommt ihm nicht zu Hilfe, oder 
fällt einer und man hilft ihm nicht auf, wozu nützen ihm dann 
die Beistände ? Eure Eeden sind verkehrt (irrig); wenn der Tiger 
und Rhinoceros aus ihrem Käfig herauskommen und die Schildkröten- 
Schaale und den Jaspis mitten im Behälter vernichten , wessen Schuld 
ist das?' Yen-yeu sagte: Tschuen-yü ist stark befestigt und nahe bei 
Pi, nehmen wir es jetzt nicht, so wird es in den folgenden Zeiten 
Söhnen und Enkeln viel Kummer (Sorge) bereiten. Confucius sagte: 
Khieu ! der Weise hasst solche Heuchelei, das Verbergen seiner wahren 
Wünsche unter falschen Vorwänden. Ich Khieu habe gehört, dass die 
Reiche und Familien besitzen nicht bekümmert sind ob ihres wenigen 
(Volkes), aber bekümmert sind, dass nicht gleichmässig jeder das Seine 



(175) • 27 

erhält, dass, sie nicht bekümmert sind ob der Armuth, aber wohl 
bekümmert sind, dass nicht Ruh und Friede herrschen, denn wenn 
jeder seinen gleichen Theil erhält, herrscht keine Armuth; wo Harmonie 
ist, da ist nicht weniges Volk; wo Ruhe und Friede ist, da ist kein 
Umsturz ; wenn dem nun so ist und ferne Leute sich euch nicht unter- 
werfen, so übt (bildet) aus euren Tugend- Schmuck (Wen), dass sie 
herbei kommen; kommen sie herbei, so schafft ihnen Ruhe und Friede 
(Ngan). Jetzt steht ihr Yen und Khieu eurem Meister als Gehilfen znr 
Seite; die fernen Menschen unterwerfen sich nicht und vermögen nicht 
zu kommen, euer Reich ist zerrissen, im Einsturz und Verfall begriffen 
und ihr vermögt es nicht zu erhalten und ihr rathet (denkt darauf), 
Schilder und Lanzen innerhalb des Reiches in Bewegung zu setzen ; 
ich fürchte, dass Ki-sün's Kummer nicht Tschüen-yü ist, sondern dass 
er innerhalb der Mauern seiner eigenen Stadt liegt. Der Kia-iü 41 f. 8 
hat noch eine Geschichte von ihm. Der Minister von Thsi Kue-schu 
griff Lu an, Khi-kang-tseu von Lu sandte Yen-khieu, die Linke des 
Heeres zu führen und gab ihm Fan-tschi als Führer der Rechten, aber 
er vermochte nichts (nicht Alles), es fehlte dem Volke an Vertrauen 
(Sin). Er bat in drei kurzen Abschnitten überzusetzen über den Graben 
und die Menge folgte ihm, das Heer drang auf Thsi's Heer ein;.Th8i's 
Heer floh,, Yen-yeu bediente sich der Lanze, daher konnte er eindringen. 
Als Confucius das hörte, sagte er: so ist es recht. Nachdem der Kampf 
zu Ende sagte Ki-sün zu Yen-yeu; hast du den Krieg gelernt oder 
verstehst du ihn von Natur? Er erwiederte: ich habe ihn gelernt. 
Ki-sün sagte: ob er Confucius dienend von ihm gelernt habe? Yen-yeu 
sagte: der, von dem er gelernt habe sei Confucius, Confucius ein grosser 
Heiliger, der nichts nicht (Alles) umfasse, Literatur und Krieg (Wen- 
wu, vielleicht auch Wen-wang und Wu-wang); beider bediene er 
sich/ Alles durchdringe er. Er habe von ihm die Gesetze des Kampfes 
vernommen, aber noch nicht ganz sie durchforscht. Ki-sün war darüber 
erfreut. Fan-schi meldete es Confucius und Confucius sagte: kann 
Ki-sün sich darüber freuen , dass Jemand eine Fähigkeit hat ; das ist 
Bestimmung. 

Yen-khieu veranlasste übrigens, wie schon erwähnt, bei Ki-sün 
Confucius Zurückberufung nach Lu unter Ngai-kung, nach Kia-iü 

4 * 



28 . (176) 

Cap. 5 f., 8 V., vgl.l-s8e86, 1 f. 28 v.u. Sse-kiB, 47 f. 22 v,; s. oben im Leben 
des Confucius. . Tseu-yeu's angebliche Unterhaltung mit Ngai-kung: wie 
jeder Mensch den nöthigen Stoff dazu habe und wenn er nur studire 
ein Weiser werden könne bei Han-schi Üai-tschuen im I-sse 95, 3, 3, 
s. Abth. IV. bei Studium. 

In diese Zeit fällt wohl die Anekdote Lün-iü 13. 14: Yen-yeu 
kehrte vom Hofe (mit Ki-schi) zurück. Confucius sagte : wie kommst du 
so spät? Er erwiederte und sprach: es gab Regierungsgeschäfte (Tsching). 
Confucius erwiederte: es habe wohl seine Privatangelegenheiten betroffen; 
wären es Regierungsgeschäfte gewesen , so hätte ich, obwohl ich jetzt 
nicht gebraucht werde, doch davon gehört. Eine Charakteristik Yen- 
khieu's gibt Tseu-kung im Kia-iü Cap. 12 f. 4, darnach Legge S. 116. 
Nicht fürchtend (nan), nicht erschreckt (sung), ausbreitend und zeigend 
seinen Muth, stark im Kriege, übertraf die Ausschmückung (Wen) nicht 
seinen Grundstoff. Ehrerbietig gegen die Greise, gütig gegen die 
Jugend, vergass er nicht die Schaar der Gäste, liebte tief (gründlich), 
zu studiren , geschickt untersuchte er die Dinge mit Sorgfalt , so war 
der Wandel Yen-khieu's. Confucius auf dieses Urtheil sich stützend 
sagte: liebt einer zu studiren, so hat er Einsicht (Tschi), hat einer 
Mitleid mit den Waisen, so ist er barmherzig (hoei), hat er Ehrfurcht, 
so nähert er sich der • Artigkeit (Li); zeigt er Sorgfalt, so setzt er Yao 
und Schün fort, zeigt er viel Ehrerbietung, so kann er das ganze Reich 
regieren. 

Wie Confucius nach dem verschiedenen Charakter seiner Schüler 
ihnen verschiedene Antworten gab, zeigt Lün-iü 11, 21, auch im Sse-ki. 
Als Tseu4u ihn fragte: wenn etwas zu thun sei, ob er das gleich 
ausführen müsse? erwiederte Confucius ihm: da dein Vater und älterer 
Bruder noch am Leben sind, wie möchte er da, wenn er von etwas 
höre , es (sofort) ausführen ? Als Yen-yeu ihm dieselbe Frage that, 
sagte Confucius: sofort. Kung-si-hoa stellte ihn wegen dieser verschiedenen 
Antworten zur Rede. Confucius erwiederte aber: Khieu geht langsam 
vorwärts, drum trieb ich ihn an; Yen (Tseu-lu) ist rasch; drum 
hielt ich ihn zurück. Der Kia-iü Cap. 38 f. 1 v. bezieht sich auch 
darauf. Der Kia-iü Cap. 30 f. 14 hat noch eine angebliche Unterhaltung. 
Yen-yeu's mit Confucius über die San (3)hoang und U-ti (5 Kaiser), 



(177) 29 

wie unter diesen die 5 Strafen noch nicht vorgekommen seien. Wir 
werden darauf in Abth. IV. bei den Strafen zurückkommen. Die 
angebliche Unterhaltung Yen-yeu's mit Ngai-kung von Lu bei Han-schi 
Wai-tschuen im I-sse 95, 3, 3, dass durchaus das Studium nöthig sei 
und nicht bloss die Substanz, wie auch ein guter Edelstein polirt werden 
müsse, b,ezweifelt schon der Scholiast, da sie auf die Zeit von Thsin-schi 
Hoang-ti hinweise. Seine Aeusserung über Fasten bei den Opfern 
im Kia-iü Gap. 44 f. 29 s. in Abth. IV. bei Opfer. Confucius 
angebliche Unterhaltung mit Yen-Khieu bei Tschuang-tseu im I-sse 
95, 3 f. 3 V., ob es einen Weltanfang gab s. b. Religion Abth. IV. 
Nach Biot Mem. des scavants etrang. Ser. I. p. 29 soll Tseu-yeu der 
Verfasser des Cap. Li-jün 9 im Li-ki sein . Er nimmt jetzt nach Legge 

I. Prol. p. 116 den 3. Platz im Westen unter den Weisen ein. 

6. Tschung-yeu oder Tseu-lu, auch Ki-lu im Lün-iü 5, 25 
und 16, 1; sonst ist diess ein anderer, unten Nr. 22. 

Nach dem Sse-ki und Kia-iü aus dem Distrikte Phien in Lu vom 
Lande — so auch Han-schi Wai-tschuen im I-sse 95, 3 f. 3, — - und 
9 Jahr jünger als Confucius, erlangte seinen berühmten Namen durch 
seine Tapferkeit (Yung), seine Stärke (Li) und sein Geschick in der 
Verwaltung. Der Kia-iü 38 f» 1 v. sagt, er hatte Tapferkeit, (Muth) 
Kraft, Talent und Geschicklichkeit zum regieren (verwalten der Ange- 
legenheiten), sein Ruhm breitete sich aus, er zeigte Energie, Stärke^ 
Geradheit, war aber von Natur beschränkt und drang nicht durch beim 
Unterscheiden. Aehnlich der Sse-ki B. 67 f, 4: von Natur beschränkt 
liebte er . Tapferkeit und Stärke. Seine Absicht ging gerade vorwärts 
(Khang-tschi). Auf seiner Mütze trug er eine Hahnenfeder, an seinem 
Gürtel hing ein Ferkel (Thün, beide Zeichen des Muthes). Nach Lün-iü 

II, 12 erschien er fest und kühn in seinem Auftreten. Auf die Frage 
von Meng-wu-pe, ob Tseu-lu human sei, äusserte Confucius Lün-iü 5, 7 
und Sse-ki f. 5. dagegen: das weiss ich nicht. Wiederum gefragt,, 
sagte Confucius: Er ist im Stande die Militärmacht eines Reiches von 
1000 Streitwagen zu befehligen, seine Humanität (Tugend) kenne ich 
aber nicht. Wir sahen .schon, wie er im Gegensatze des vorigen Yen- 



30 (178) 

yeu sehr rasch in seinen Unternehmungen war. Diess zeigte sich bei 
dem Vorfalle Lün-iü 5, 6. Confucius, am Erfolge verzweifelnd, äusserte 
sich: das Prinzip geht nicht, ich will ein Schiff besteigen und in See 
gehen, der den Muth hat mit mir zu gehen ist Yeu. Als Tseu-lu das 
hörte, war er erfreut. Confucius aber sagte: Yeu du bist muthiger als 
ich, aber es fehlt dir an ürtheilskraft. Confucius äusserte sich daher 
Lün-iü 7, 10 auf Tseu-Iu's Frage, wenn er mit einer grossen Armee 
ausziehe, wen er dann mitnehmen würde ? einen Mann, der ohne Ursache 
einen Tiger plötzlich angreife oder durch einen Fluss wate und ohne 
Bedenken sein Leben in Gefahr setze, mit einem solchen werde er nicht 
gehen; er verlange einen, der vorsichtig seine Sachen führe, einen 
guten Plan entwerfe und diesen dann ausführe. 

Sonst zeigte er oft mehr Gewissenhaftigkeit und richtiges Urtheil 
als Confucius. So missfiel es Tseu-lu, wie wir im Leben des Confucius 
sahen, nach Lün-iü 6, 26, als Confucius in Wei die Nan-tseu besuchte 
ebenso nach Lün-iü 17, 5 als Kung-schan-fo jao in Pe abfiel (einen 
Aufstand erregt hatte) iind der ihn nun berief . und. Confucius geneigt 
war hinzugehen, war Tseu-lu wenig erfreuet und sagte : du kannst nicht 
gehen, wie kannst du zu Kung-schan gehen? Confucius sagte: er beruft 
mich. Confucius meinte: wenn er ihn brauche, mache ich nicht ein 
Ost-Tscheu daraus? Ebenso sagte er nach § 7 als Pe-hi in Tschung-meu 
aufgestanden war und zu Confucius sandte: Ich habe von dir früher 
gehört, dass wenn einer sich schlecht beträgt (nicht gut ist) der Weise 
sich mit ihm nicht einlässt (ji), wie er denn zu diesem gehen möge? 
Confucius meinte, das sagte ich wohl, aber das Harte kann durch Reiben 
nicht vermindert, das Weisse nicht besudelt werden, wenn man es in 
den Koth thut, meinst du denn: ich wäre wie eine Wassermelone, 
(Phao-khua), die man aufhängt ohne sie zu essen ? Wie Tseu-lu Confucius 
zu Rede stellt, als er Minister in Lu geworden, dass er darüber so 
sehr erfreut sich zeige, — Amiot p. 168 — 171, Kia-iü 2 f. 3 u. Sse-ki 
B. 47 f, 10 V. — ist oben im Leben des Confucius schon erzählt. 

Auf die Frage Ki-kang's ob Tschung-yeu für ein Amt geeignet sei, 
sagte Confucius nach Lün-iü 6, 6: gewiss eignet er sich zu einem 
Beamten, was sollte das für Schwierigkeiten haben? Tschung-yeu wurde 
dann auch Beamter (Tsai) unter Ki-schi. Aui diese Zeit geht Kia-iü 



(179) 31 

44 f. 28 V. u. Li-ki 10 f. 23 fg., vgl. Amiot XIII. p. 31. Confucius sagte 
über sein Verhalten bei einem Opfer, wer wird sagen, dass Yen die 
Bräuche nicht kenne? Tso-tschuen Ting-kung Ao. 12, I-sse 86, 1 f. 12 
V. f. 22 — fehlt bei Pfizmaier B, 27 — erzählt, wie Confucius Tseu-lu 
auftrug die Mauern der 3 Grossen in Lu zu zerstören; s, Confucius 
Leben. Sse-ki f. 5 fragte Ki-sün: kann Tschung-yeu ein grosser 
Beamter sein? Confucius sagte: er kann es; später wurde er Gouver- 
neur (Ta-fu) in Pu im Reiche Wei und seine gute Verwaltung dort 
wird gerühmt. Kia-iü c. 14 f. 12 v. 59, Han-schi im I-sse 95, 3 
f. 10, Amiot f. 318 — 23. Confucius ürtheil über diese, siehe schon in 
Confucius Leben. 

Als Confucius nach Lün-iü 5,25 mehrere seiner Schüler aufforderte, 
ihm ihre Herzenswünsche zu offenbaren , sagte Tseu-lu : ich wünsche 
Wagen und Rosse und schöne Pelzkleider zu haben, um sie mit meinen 
Freunden gemeinsam zu gebrauchen; sollte man sie mir aber wegnehmen, 
so würde ich dadurch nicht verletzt werden — doch vgl. damit oben 
Tseu-luls Aeusserung. Nach dem Kia-iü Cap. 10, 25, auch im I-sse 
95, 3, 4 v. besuchte Tseu-lu Confucius im vollen Waffenkleide und zog 
sein Schwert, Confucius tadelte das aber und er legte es ab; es scheint 
nicht nöthig das ganze Geschichtchen weitläufig zu berichten. Ander- 
seits rühmt Confucius im Lün-iü 9, 25 ihn: Yen ist ein Mann, der in 
gemeiner Tracht und in zerrissenen Kleidern neben Männern in Pelz 
obenan sitzen kann, ohne sich zu schämen, weder anstössig noch hab- 
gierig , wie kann der lasterhaft sich . betragen ? Tseu-lu wiederholte 
(erfreut) immer diese Worte (indess ohne in der Tugend Fortschritte zu 
machen); da bemerkte Confucius ihm aber, ob das genügend sei für, 
tugendhaft zu gelten. Lün-iü 11, 14, äusserte Confucius einmal, wie 
passt Yeu's Harfe (mit ihren rauhen Tönen) zu meinem Thore (meiner 
Schule) ; als nun die andern Schüler ihn desshalb gering achten wollten, 
sagte Confucius: Tseu-lu ist bis zur grossen Vorhalle (Tang) hinauf- 
gestiegen, aber noch nicht in das Haus (die innere Kammer der Wissen- 
schaft) eingedrungen. Der Sse-ki wiederholt beide Aeusserungen. 

Nach Lün-iü 11, 24 und Sse-ki f. 18 v. machte Tseu-lu Tseu-kao 
(noch ehe er studirt hatte) zum Statthalter (Tsai) von Pe. Confucius 



32 (180) 

sagte: Du hast eines Mannes Sohn Schaden gethan (ihn hindernd sich erst 
auszubilden). Tseu-luerwiederte: er hat das Volk zu regieren und die Altäre 
der Geister von Land und Korn (Sche'-tsi) zu beaufsichtigen, muss er erst 
Bücher lesen, bevor er das gelernt hat? Confucius erwiederte: ich hasse das 
Geschwätz (Ning). Wir haben schon bei Yen-khieu erwähnt, wie Confucius 
Yung-yeu und Yen-khieu allerdings für keine grossen Staatsmänner hielt. 
Der Gegensatz Tseu-lu's gegen den Meister aber auch gegen seine Mit- 
schüler Tseng-si, Yen-yeu und Küng-si-hoa spricht sich Lün-iü 11, 25, 
vgl. Amiot p. 135 aus. Als sie einst zur Seite des Confucius sassen, 
forderte Confucius sie auf , obwohl er etwas älter sei unbefangen ihre 
Ansichten auszusprechen. Tseu-lu erwiederte leichthin und rasch, sende 
mich hin in ein Land von 1000 Streitwagen, das zwischen zwei 
mächtigen Reichen liegt, um es zu regieren und von grossen Heeren 
bedrängt auch unter einer Hungersnoth leidet, und in drei Jahren, 
mache ich es (dessen Volk) , zu einem ' tapfern und flösse ihm den 
Sinn der Gerechtigkeit ein. Confucius lächelte. Als die drei Schüler 
hinausgangen waren, fragte Thseng-si: warum er gelächelt habe? 
Confucius. erwiederte: ein Land muss durch die- Bräuche (Li) regiert 
werden , seine Sprache war nicht bescheiden und nachgiebig, darum 
lächelte ich. Lün-iü 17. 22 und daraus Sse-ki 67 f. 4 v. fragt Tseu-lu 
Confucius, ob der Weise die Tapferkeit hoch schätze. Confucius 
erwiederte ihm: die Gerechtigkeit sei diesem das Wichtigste; Tapferkeit 
(Muth) ohne Gerechtigkeit führe einen Mann in höherer Stelle nur 
dazu Unruhen zu erregen, einen, in unterer Stellung mache es zu einem 
Räuber. Auf Tseu-lu's Frage, was er dem Fürsten von Wei zuerst lehren 
.müsse, wenn er ihm eine Anstellung gäbe, erwiederte Confucius: seinen 
Charakter auszubilden und als Tseu-lu nach Lün-iü 13,, 3 seine Ver- 
wunderung über diese Antwort ausspricht, sagt Confucius ihm: Yen, 
du bist ein Bauer, der Höhergebildete spricht nicht rasch und kopflos 
ab, (wie er eben gethan habe) in Sachen, die er nicht versteht. Con- 
fucius weitere Auseinandersetzung dann werden wir in Abth. IV. im 
Abschnitte von der Regierung bringen, sowie auch dessen Aeusserung 
1 3, 1 und im Sse-ki f. 4. Sonst rühmt Confucius Lün-iü 12. 12 ihn: wer 
mit einem halben Worte Streitigkeiten schlichten kann, ist Yeu, denn 



(181) 33 

er verfuhr entschieden und prompt. Meng-tseu II, 1, 8, 1 (I. 3, 8) 
rühmt Tseu-lu, wenn einer ihm seine Fehler sagte, war er erfreut. 

Andere Aeusserungen des Confucius, die Tseu-Iu durch seine 
Fragen nur veranlasste, wie Lün-iü 5, 15 und Kia-iü 37 f. 29 v. über 
das Betragen von Armen und Reichen, 13, 28 wer unterrichtet 
zu nennen sei, 14, 13 und 42 wer ein vollendeter Mann, 14, 22, wie 
ein Fürst zu bedienen sei, werden wir besser in der folgenden Abth. 
IV. mittheilen. Ebenso seine Aeusserung über Pietät bei Han-schi-wai 
tschuen im I-sse 95 3 f. 8 und im Kia-iü 22 f. 34 v.; dann die Antwort 
auf seine Frage, ob der Weise auch Kummer habe; ebenso Kia-iü 
20 f. 30, Siün-tseu und Schue-yuen im I-sse B. 95, 3 f. 6 Tseu-lu'a 
Tseu-kung's und Yen-hoeis verschiedene Antworten, was sie thun würden, 
wenn sie gut gegen einen,.und der nicht wieder gut gegen sie 
sei; Han-schi wai-tschuen im I-sse 95, 1 10 v., ob der Weise sich 
ducke, Kia-iü CajD. 37 f. 29 v.; Confucius Antwort auf seine Frage 
was Kua'n -tschung für ein Mann war Kia-iü 8 f. 18 v. und Schue- 
yuen 95, 3, 7, s. schon oben. 

Die Anekdote von Tseu-lu Lün-iü 18, 7, der dem alten Manne 
begegnet, als er einst hinter Confucius zurückgeblieben war und 
zwei Weisen, die sich zurückgezogen hatten und den Feldbau trieben 
im Lün-iü 18, 6 haben wir schon im Leben des Confucius angeführt. 
Wie, als Confucius und seinem Gefolge in Tschin die Lebensmittel 
abgeschnitten waren, so dass dieses erkrankte und nicht mehr aufstehen . 
konnte, Tseu-lu nach Lün-iü 15, 1, vgl. Kia-iü 20 f. 29 v. Amiot 
p. 243 unwillig ausrief: darf ein Weiser so Noth leiden, Confucius ihm 
aber erwiedert: Der Weise beherrsche sich auch im Missgeschicke, der 
gemeine Mann lasse sich zu einer üblen Aufführung verleiten , ist auch 
schon im Leben des Confucius erwähnt, Tseu-lu' s Charakteristik eines 
vollkommenen Sse (Cl. 33) bei Han-schi wai-tschuen im I-sse 95. 3 f. 
7, V. fg , s. in Abth. IV. 

Wie er wegen Confucius befragt, nicht antwortet Lün-iü 7, 18 und 
Confucius Aeusserung über sich bei der Angelegenheit, werden wir 
eben da bei den Urtheilen über Confucius besser anführen. 

Aus d. Abh. d. I. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. XIII. Bd. I. Abth. (24) 5 



34 (182) 

Wie er Confucius Lün-iü 7, 34 bat zu beten, zeigt seine gewöhnliche 
Religiosität. Confucius Antwort wird unterdessen bei seinen die Religion 
betreffenden Aeusserungen besser angeführt werden. Wie Tseu-lu die 
Opfergebräuche gut kannte nach Confucius im Kia-iü 44 f. 28 v. 
und Li-ki 10 f. 23 v. s. auch Abth. IV bei Religion. In seiner schweren 
Krankheit schickte nach Lün-iü 9, 11 Tseu-lu ihm einen Schüler als 
Amtsdiener; als Confucius etwas besser war, sagte er: wie lange wirst 
du Yeu fortfahren zu irren; ich bin nicht im Amte und soll einen 
Amtsdiener haben, heisst das nicht den Himmel beleidigen ; lieber unter 
den Händen meiner Schüler, als unter denen dieses sterben. 

Der Kia-iü hat noch manche Anekdoten, welche Tseu-lu betreffen. 
Die chronologische Folge ist nicht leicht herzustellen; wir wollen daher 
die Folge im Kia-iü beibehalten. 

Nach Kia-iü Cap. 8 f. 19 v. fg. und auch im Schue-yuen nach 
den Schol. des I-sse 95, 3 f. 8 v., vgl. Amiot Mem. T. XIII. p. 32 fg. 
besuchte Tseu-lu Confucius und sagte: als ich jung war, ging ich weit; 
wählte mir nicht das Land aus, um ruhig zu Hause zu sein. Da meine 
Eltern arm und alt waren, suchte ich nicht Einkünfte und ein Amt. 
Einst diente ich (Yeu) beiden Eltern; lange Zeit über ass ich 
beständig nur grobe Bohnen (Kost, Li-ho); für meine Eltern trug ich 
Reis 100 Li (chinesische Meilen) weit her. Als meine Eltern gestorben 
waren, reisete ich nach Süden bis Tshu; es folgten mir 100 Wagen 
und ich sammelte 10,000 Mass (Tschung) Reis in der Hülse (So). Ich 
legte doppelte Matten auf den Wagen (Lui-yü), um darauf zu sitzen 
und ordnete die Dreifüsse für die Speise. Ich wünschte wohl wie 
vorher die grobe Kost (Bohnen) zu essen und meinen Eltern den Reis 
zu bringen, konnte es aber nicht wieder erlangen. — Die folgende Stelle 
ist mir nicht klar. — Beider Eltern Alter vergessen ,■ ist wie bei 
einem Riss (Khia) vorbeigehen. Confucius sagte: Yeu, seinen Eltern 
dienen, heisst so lange sie leben, seine Kraft erschöpfen, wenn sie 
gestorben sind , beständig ihrer gedenken (das Denken an sie 
erschöpfen). 

Eine zweite Anekdote ist im Kia-iü Cap. 8 f. 20. Als Confucius 



(183) 35 

nach Tban^) (ein kleines Reich), ging begegnete er Tsching-tseu auf 
dem Wege und hielt den Wagen an. Den ganzen Tag mochte er ihn 
ansehen und sagte zu Tseu-lu: Nimm das Bündel Seidenzeug und bringe 
es dem Lehrer dar. Tseu-lu erwiederte bewegt (respektvoll, sio): ich 
(Yen) hörte, dass ein Sse ,bei einer Heirath nicht ohne Heirathsver- 
mittleria die Frau sieht und ein Weiser unterwegs keine Ceremonien 
macht. Confucius sah ihn an und sprach zu Tseu-lu; Tseu-lu aber 
antwortete wie zu Anfange. Confucius sagte: Yen, sagt das Lied 
Schi-king I, 7 20. nicht, es ist ein guter (schöner) Mann da, rein 
(schön) sind seine Augenbrauen (tshing yang) und er ist nachgiebig 
(yuen hi); unerwartet begegneten wir uns (hiai heu siang iü) und er 
begegnete (entsprach) meinem Wunsche (Verlangen) (ti ngo , yuen hi). 
Jetzt ist Tsching-tseu ein weiser Sse im Reiche, wenn ich ihm kein 
Geschenk mache, kann ich mein Lebenlang ihn nicht sehen ; gehe mein 
Sohn hin. 

Wie Tseu-lu Confucius zur Rede stellt, nach Kia-iü 8 f. 17 v., 
als er von einem ein gemeines (irdenes) Gefäss mit geringer Speise 
annimmt, erwähnten wir schon in Confucius Leben. 

Kia-iü 9. f. 24 erzählt: Tseu-lu besuchte Confucius in voller Tracht 
(Tsching-fu). Confucius sagte: Yeu, das ist Hochmuth (Kiü). Hochmuth 
was ist das?. Der Kiang Fluss beginnt herauszutreten aus den Min- 
Bergen, seine Quelle kann übertreten (überfliessen) und überströmen 
bis er an die Fürth des Khiang kommt und wenn kein Floss da ist 
und das Schiff den Wind nicht meidet, kann man nicht übersetzen 
(durchwaten), weil "das Wasser abwärts sehr unregelmässig fliesst. 
Jetzt ist dein Anzug (I-fu) voll, deine Haltung (Yen se) hoch (gefüllt, 
tschung yng), wer im ganzen Reiche ist nicht gewillet, dich zu ermahnen. 
Der Text ist hier lückenhaft. Tseu-lu eilte hinaus, wechselte die Kleider 
und trat dann (wieder) ein. Confucius sagte: Yeu, du verstehst es, iöh 
ermahnte dich. Du bist heftig (rasch, fan) in Worten; das ist (blosse) 
Blüthe, (ohne Frucht); du bist heftig (rasch) im Handeln, das heisst 
(selbst) angreifen. Ein Aeusseres voll Einsicht und dabei das Vermögen 

haben (Yeu neng tsche) ist' (die Sache) eines kleinen Menschen (Unweisen). 

. __^ 

1) Im 17. Jahre Tscbao-kung's von Lu 525 sah Confucius den Fürsten von Than am Hofe zu 
Lu; 8. Tso-tschuen S. B. 25. S. 79. 

5* 



36 (184) 

Wenn daher der Weise etwas weiss, heisst er einsichtsvoll; spricht er, 
so stimmt man ihm bei (yao); kann er etwas nicht, so sagt er: ich 
kann es (das Aeusserste) nicht ausführen ; erklärt er sich zustimmend, 
dann weiss er, dass er das Aeusserste ausführen kann ; übt er es dann, 
so ist er human (jin, gut). Wo Humanität und zugleich Einsicht ist, 
wie sollte das nicht genügen! 

Nach Kia-iü Cap. 9 f. 24 v. fg. fragte Tseu-lu Confucius und sagte : 
Wenn einer im Schlafgewande (Pe) wäre und Strümpfe aus Hanf (Haar- 
tuch) hätte und bergte darin einen Jaspis, wie wäre das? Confucius 
sagte: wenn im Reiche die rechten Principien (Tao) nicht walten und 
er verbirgt ihn, so geht das; herrscht aber im Reiche die rechte Ord- 
nung (Tao), so trägt er seine gehörige Robe und Mütze und (steckt) 
daran den Jaspis. 

Die Anekdote aus Kia-iü Cap. 10 f. 25 hat auch Amiot T. XIII. 
p. 29 fg. Tseu-lu besuchte Confucius im Kriegskleide (Jung-fu), zog 
sein Schwert, machte den Kriegstanz (Wu) vor ihm und sagte, ver- 
theidigten (Wei), denn die Weisen des Alterthums sich auch so mit 
dem Schwerte? Confucius erwiederte: die Weisen des Alterthums 
machten aus der Redlichkeit (Tschung) ihre Substanz (Tschi), aus der 
Humanität ihre Schutzwaffe (Wei). Sie traten nicht aus einem Hause 
mit Ringmauern (Huan) und Planken und kannten doch was ausserhalb 
tausend Li (chinesichen Meilen) war. War einer nicht gut, so wandelten 
sie ihn um (besserten sie ihn) durch Rechtschaffenheit (Tschung) ; 
Räuber und Grausame festigten sie durch Humanität. Wozu das Schwert 
ergreifen? Tseu-lu sagte: nachdem ich (Yeu) jetzt« diese Worte gehört 
habe, bitte ich die Ordnung halten zu dürfen (Schi-tsi) und die Belohnung 
zu empfangen. 

Confucius Aeusserung gegen Tseu-lu über den Weisen (Kiun-tseu) 
im Kia-iü 10 f. 26 v. s. in Abth. IV, ebenso über die Festigkeit (Kiang) 
Kia-iü 10 f. 27 und über den Muth (Yung) Kia-iü 10 f. 26 v. 
Kia-iü 20 f. 30, auch bei Siün-tseu im I-sse 95, 3 f. 6 fragt Tseu-lu 
den Confucius, ob der Weise auch Kummer habe? A, nein. Con- 
fucius Antwort auf Tseu-lu's Frage, wie der Weise sich verhalte bei 
Reichthum und Armuth im Kia-iü 37 f. 29 v. und derselbe über eine 
Aeusserung Tseu-lu's über zu lange Trauer, siehe ebenda, letztere 



(185) 37 

bei Trauer aus Kia-iü 42 f. 20 v. und Li-ki Tan-kung 3 f. 8 v,; 
ebenso Kia-iü 42 f. 21 v. und Li-ki ib. f. 24; Kia-iü 42 f. 20 v. und 
Li-ki; 4 f, 72 und Kia-iü 37 f. 32 v. und Li-ki 4 f. 90. 

Kia-iü 1 2 f. 3 v. cbarakterisirt Tseu-kung den Tschung-yeu (Tseu-lu) 
so: Einem Genossen (Pi-fu) zürnt er nicht, ausser wenn seine Person 
verloren ginge (gefährdet wäre). Er fürchtet nicht den Starken, der 
ihm entgegen tritt ; er verachtet (insultirt, wu) nicht den Bemittleidungs- 
werthen (King) und Verlassenen (Armen), seine Worte folgen (harmoniren 
mit , siün) der Natur , seine • Eesidenz ist reich an Talenten , im Amte 
weiss er ein Heer zu führen (leiten); so ist Tschung-yeu's Wandel. 
Confucius stimmte damit überein und führt eine Stelle des Schi-king an. 

Kia-iü Cap. 14 f. 8 v. fragt Tseu-lu den Confucius, wenn ein 
weiser Fürst das Reich regiere, was da das erste zu thun sei? Confucius 
erwiederte: die Weisen zu ehren und gering zu schätzen die ünweisen. 
Tseu-lu erwiedert, die Familie Tschung-heng in Tsin (Ao» 498) habe das 
gethan und sei doch zu Grunde gegangen; s. das weitere in Abth. IV. 

Dann fragt er im Kia-iü Cap. 1 3 f. 8 v., auch im Schue-yuen im I-sse 95,3 
f. 6. V., vgl. Amiot Mem. T. XIII. p. 26 — 28 den Confucius nach Pe-hoa. 

Kia-iü .Cap. 19 f. 26, auch im I-sse 95, 3 f., bei Legge Prol. I, 
p. 116 mit vielen Auslassungen, besucht Tseu-lu Confucius. Confucius 
sagte: woran hast du Freude? (ju ho hao lo). Er erwiederte: ich 
liebe sehr ein langes Schwert (Kien). Confucius sagte: darnach 
fragte ich dich nicht; sage nur was du vermagst, (wessen du fähig 
bist) und füge hinzu (mehre es) durch Studium und frage was dadurch 
erreicht werden kann. Tseu-lu sagte: das Studium, wie bringt das eine 
Mehrung (J) hervor? Confucius sagte: der Fürst, der seinen Diener 
nicht tadelt, verliert die rechte Richtung; der Sse, der seinen Freund 
nicht belehrt, verliert das Gehör (auf den hört man nicht). Der Kutscher 
(Yü), der ein störriges (khuang) Pferd hat, wählt der nicht die Peitsche 
(Tse)?. wer den Bogen hält (Tshao), bedient sich der nicht des Instruments, 
ihn gerade zu machen (khing)? Wenn (an) das Holz die Richtlinie (Sching) 
empfängt (gelegt wird), dann wird es gerade; wenn ein Mensch einen 
Tadel (Mahnung) erhält, dann wird er ein Heiliger (Sching). Wer das 
Studium empfängt, (aufnimmt) und tief (tschung) nachforscht, wie wird 
der nicht folgsam werden? Zerstören die Humanität, hassen die Sse, 



38 (186) 

diess führt (nähert der) zur Straf- (Justiz); der Weise (Kiün-tseu) kann 
nicht anders als muss lernen. Tseu-lu sagte: der Berg Nan-schan hat 
Bambu, die mit der Hand nicht gestreckt (gebogen) worden (jeu) und 
von selbst grade sind; man haut sie bloss ab und braucht sie (ohne 
weiteres). Sie durchdringen das Fell des Rhinoceros, was ist dazu das 
Studium nöthig? Confucius sagte: ja! aber wenn du ihn befiederst 
(kuo) und mit einer Pfeilspitze aus Metall ihn schärfst, dringt er da 
nicht tiefer ein? Tseu-lu verneigte sich ehrerbietig und nahm die 
Belehrung hin. 

Der Kia-iü Cap. 19 f. 26 v. , auch im Schue-juen 95, 3 f. 11, 
fährt fort: als Tseu-lu fortgehen wollte/ verabschiedete er sich bei 
Confucius und der sagte: soll ich dich mit einem Wagen beschenken 
oder mit einem Spruche (Yen); Tseu-lu bat um einen Spruch und 
Confucius gibt ihm dann 5 Sprüche mit auf den Weg; s, diese bei den 
Maximen in Abth. IV. 

Kia-iü Cap. 42 f. 18 v. heisst es: das Reich Tshu griff (das 
Reich) U an, der Kung-yn (ein Beamter) Schang-yang mit einer Reihe 
(Schar, Tschin) ging davon und kehrte krank nach U zurück; als das 
Heer ihn aber erreichte, gab er die Krankheit auf und sagte: es ist 
des Königs Sache (Geschäft); nun nimm den Bogen, du kannst es. 
Schang-yang nahm den Bogen in die Hand , that die Krankheit ab und 
sagte: du schiesse. Er schoss und tödtete einen Mann. Nachdem er 
dann den Bogen in's Gehäuse (Tschang) gethan, sagte er wieder: thu 
die Krankheit ab und er tödtete auch den zweiten Mann. Jedesmal 
tödtete er einen Mann. Plötzlich bedeckte er seine Augen und sagte 
zu seinem Kutscher: ich habe den Morgen nicht gesessen und keine 
Ruhe gehabt? drei Männer tödten ist auch genug dem Befehle nachzu- 
kommen (Fan-ming). Als Confucius das hörte, sagte er: auch in die 
Mitte der. Menschen Tod bringen (tödten) hat seinen Brauch. Tseu-lu 
missfiel das (ärgerlich, Fei-yan); er trat vor und sagte: dass der Beamte 
Ordnung halte, (tschin tschi tsie) ist des Fürsten grosse Angelegenheit; 
mit Gewalt einen erreichen, ihn tödten und dann ablassen, was findet 
Meister Gutes daran? Confucius sagte: es ist so, wie du sagst; ich 
nahm nur an, dass er nicht ertragen konnte das Gefühl (Herz) einen 
Menschen zu tödten, das ist Alles. Tseu-lu über Tschang wu-tschung's 



(187) 39 

Verhalten nach einer Niederlage und Confucius Erwiederung im Kiä-iü 
42 f. 18 V., auch im I-sse 68 f. 2 v., s. Abth. IV, bei Krieg. 

Der Sse-ki ß. 67 f. 4 v. hat noch den Ausspruch: hatte Tseu-lu 
etwas gehört nnd vermochte es nicht auszuüben (hing), so scheute er 
sich, es gehört zu haben. Confucius sagte von ihm, der mit einem 
halben Worte (pien-yan) Processe schlichten kann, ist Yeu. Undeutlich 
ist mir die folgende Stelle über ihn Kia-iü 35 f. 25 v. fg. Confucius 
Aeusserung gegen Yen-yeu über Tseu-lu's Spiel s. Abth. IV. bei Musik. 

Wir schliessen hieran noch einige Anekdoten im I-sse. Bei Kung- 
tschung tseu im I-sse 95, 3 f. 9 heisst es: Yen-tscheu-yeu diente gut 
seinen Eltern (Thsin). Tseu-iu erklärte ihn für recht (gut, i). Später 
kam Tscheu wegen eines nichtigen Vergehens (Fei-tsui) von der Gerechtig- 
keit ergriffen (tschi iü i) in Ungemach (nge). Tseu- lu bat mit Gold 
(Metall) ihn loszukaufen (scho). Die Leute billigten es und zwei, drei 
Schüler gaben das Gold (Metall) dazu her. Mit Tseu-lu ging er dann 
nach Wei. Einige sprachen zu Confucius und sagten: Der Leute ihr 
Geld nehmen, um loszukaufen einen Privatfreund, ist das recht (i)? 
Confucius sagte : Es ist recht ihn loszukaufen ; nimmt der Arme es aber 
von einem Freunde, so ist es nicht recht; wie sollte man das Geld 
lieben und einen Unschuldigen in schwere Strafe (yi) fallen lassen! Alle 
Menschen würden das nicht ertragen, um wie viel weniger die zwei drei 
Mitschüler bei Yen's Lieben (tsin). Das Lied (der Schi-king 1, 11,) 
sagt: er kann losgekauft werden; wenn auch hundert Leute das Geld 
ausgeben, können sie einem Menschen das Leben erhalten und wäre es 
hundertmal so viel (pu), so schien es den Leuten des Alterthumes nicht 
(zu) viel (to). Darum war es der Wunsch der zwei und drei Schüler 
und Yeu hatte vollkommen Recht (tsching khi i), das verstehst du nicht 1 
Aus Liü-schi'sTschhün-thsieu hat der I-sse dann die Geschichte, 
Tseu-lu rettete eine Ertrinkende (ni). Deren Mann bot ihm einen 
Ochsen an und Tseu-lu nahm ihn an. Confucius sagte: Der Mann aus 
Lu hat jedenfalls eine Ertrinkende gerettet! Der Schue-yuen im 
I-sse 95, 3 f. 11 erzählt: Tsching-hoei studirte 3 Jahre unter Tseu-lu, 
Hoei's Achtung (Kung) und Ehrerbietung (King) hörten nicht auf. 
Tseu-lu fragte : Was ist die Ursache davon ? Hoei erwiederte und sagte : 
Dein Diener (Tschin) hörte: Wer sie übt, ist zu vergleichen einem 



40 (188) 

Vogel; nach Oben fürchtet er den Habicht (yng) und Falken (tschen), 
nach unten fürchtet er Netze und Fallstricke (so). Der Menschen, die 
gut, sind wenige, der Schmeichler aber viele. Da seine Person (Leib) 
nicht stirbt, wie kennt er das Unglück (die Vernichtung, ho). Ein 
Verbrechen begeht er nicht und doch ist er in seinem 70. Jahre noch 
beständig in Furcht, dass sein ordentlicher Wandel unterbrochen werde 
(Khuei). Hoei erwartet desshalb voll Ehrerbietung und Achtung die 
grosse Bestimmung (Ta-ming, sein Loos) Tseu-lu verneigte sein Haupt 
und sagte: Du bist ein Weiser (Kiün-tseu)! 

Aas demselben Schue-yuen im I-sse eben da ist dann die folgende 
Anekdote: Siang-tseu von Tschao sagte zu Confucius: Der Lehrer (sien- 
seng) sammelt (trägt, wei) den Stoff (Tschi), den Gebietern der Menschen, 
70 Fürsten (Kiün) ihn zu zeigen und dringt doch nirgends durch. 
Nicht erkennen sein Zeitalter, zeigt doch keinen einsichtsvollen Weisen 
(kiün)! Des Lehrers Princip (tao) dringt doch sicher nicht durch! 
Confucius antwortete nicht. An einem andern Tage sah Siang-tseu 
Tseu-lu und sagte: ich fragte den Lehrer nach dem Princip, der Lehrer 
antwortete aber nicht: Es kennen und nicht antworten, ist es verbergen; 
verbirgt man etwas, wie kann man da human (jin) sein? kennt er es 
aber nicht, wie kann er da ein vollkommener Weiser (sching) sein? 
Tseu-lu sagte: stellt man des ganzen Reiches (thien-hia) helltönendste 
Glocke auf und schlägt daran nur mit einem Stocke, wie kann sie da 
ihren Ton von sich geben? Des Fürsten Anfrage an den Lehrer war 
die aber nicht wie das Anschlagen der Glocke mit einem Stocke? 

Kindisch sind die zwei folgenden Anekdoten aus einem mir 
sonst nicht bekannten Werke Tschung-po-tschuen im I-sse eben 
da f. 11 v. fg. Tseu-lu und Yen-yuen badeten ' im Tschu-schui — (einem 
Flusse, der in Schan-tung entspringt und sich in den Sse ergiesst) — 
und sahen einen Vogel mit fünf Farben. Yen-yuen fragte desshalb 
Tseu-lu und der sagte: diess ist der blinkende, glänzende Vogel (Y'ung- 
yung tschi niao). An einem späteren Tage badete Yen-hoei mit Tseu-lu 
wieder im Sse-schui und sah den vorigen Vogel wieder. Wiederum 
fragte er: l^eu kennst du diesen Vogel nicht? Tseu-lu sagte, es ist 
ganz derselbe Vogel. Yen-hoei sagte: wie hat denn ein Vogel zwei 
Namen? Tseu-lu sagte: Es ist wie beim Seidengewebe (sse-kiuen); 



(189) 41 

kocht man es, so heisst es Phe, färbt man- es, so heisst es Phi oder 
Hiang. Dass ein Vogel zwei Namen hat , ist das nicht passend (i) ? 
Die zweite Anekdote ist diese: Confucias wollte in's Gebirge reisen und 
sandte Tseu-lu Wasser zu holen. ' Er traf auf einen Tiger am Wasser, 
kämpfte mit ihm , ergriff seinen Schwanz , fasste ihn dann mitten an 
der JBrust (hoai) and nahm darauf das .Wasser. Zurückgekehrt fragte 
er Confucius: Wenn ein Sse erster Classe (Schang-sse) einen Tiger 
tödtet, wie macht er das ? Confucius sagte : Er ergreift ihn beim Kopfe ^) 
— und ein mittlerer Sse? Confucius sagte: er ergreift ihn beim Ohre 
(Tso eul) — und ein unterer Sse? Confucius sagte: er ergreift ihn 
beim Schwänze. Tseu-iu that den Schwanz heraus und warf ihn weg. 
Aergerlich (hoei) auf Confucius sagte er: Meister wusste, dass am Flusse 
ein Tiger war und sandte mich doch, da Wasser zu holen. Er wünschte, 
dass ich umkomme. Er barg im Busen eine steinerne Schüssel und 
wünsche sie nach Confucius zu werfen. Wiederum fragte er: Wenn 
ein oberer Sse, einen Menschen tödtet, wie macht er es da? Confucius 
sagte : Er bedient sich der Spitze eines Schreibgriffels (pi tuan) — und 
ein mittlerer Sse? Confucius sagte: Er bedient sich der Zungenspitze, 
(sehe tuan, einer spitzen Zunge) — und ein unterer Sse? Coüfucius 
sagte: Er verbirgt eine steinerne Schüssel. Tseu-lu ging hinaus, warf 
diese weg und unterwarf sein Herz. Es sind diess offenbar erst später 
gemachte Geschichten. So auch noch andere in I-sse. 

Wir haben noch das traurige EndeTseu-lu's zu erzählen. In 
Wei waren nach Ling-kung's Tode Erbfolgestreitigheiten ausgebrochen, 
sein Erbprinz (Tai-tseu) Khuai-kuei verging sich gegen die Favoritin 
Nan-tseu. Die Strafe fürchtend, hatte er flüchten müssen. Ling-kung's 
Frau wollte nach des Fürsten Tode dessen Sohn Yng nun auf den Thron 
erheben, der weigerte sich aber, indem er sagte: Des Erbprinzen 
Sohn Tschi sei noch da und dieser folgte dann 12 Jahre 492 — 480 
unter dem Namen Tschü-kung. Sein Vater Khuai-kuei weilte auswärts 
und konnte nicht in's Land hinein. Mit Khung-li in Verbindung 
erregte er Unruhen und griff mit ihm Tschü-kung an und dieser floh 



1) Wir ziehen das Folgende etwas zusammen. 
Aus d. Abb. d, I. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. XUI. Bd. I. Abth. (25) 6 



42 (190) 

nach Lu, worauf sein Vater eindrang und unter dem Titel Tscliuang- 
kung 480 — 477 den Thron . einnahm. Als Tschung-li die Unruhen 
erregte, war Tseu-lu Ta-fu in Wei und Gouverneur von Khung-li. AU 
er von den Unruhen hörte, eilte er herbei und begegnete Tseu-kao, (einem 
andern Schüler des Confucius und Grossen von Wei), der zum Thore 
herauskam und entfloh. Er sagte zu Tseu-lu: Tschü-kung ist wegge- 
gangen und das Thor bereits verschlossen, du kannst dich auch ent- 
fernen, und brauchst den Fuss nicht in das Unglück zu setzen. Tseu-lu 
aber erwiederte: ich habe sein Brod gegessen; ich werde ihn in seinem 
Unglücke nicht verlassen. Tseu-kao ging dann weg. Ein Bote (Gesandter) 
ging in die Stadt, das Stadtthor öffnete sich und Tseu-lu zog mit hinein. 
Tseu-lu sagte: der Fürst (Erbprinz) bedient sich Khung-li's; ich bitte 
tödte ihn (abweichend Tso-schuen). Khuai-kuei hörte aber nicht auf ihn. 
Darauf wollte Tseu-lu den Thurm verbrennen, Khuai-kuei erschrack, stieg 
herab (hia), schleuderte einen Stein hinab und griff Tseu-lu an; 
er traf und zertrümmerte Tseu-lu's Hutband. Tseu-lu sagte: der 
Weise stirbt, aber seinen Hut lässt er nicht fallen; während er das 
Hutband zusammenknüpifte, fiel er (starb er). Nach Tso-schi trafen zwei 
Hausdiener des Nachfolgers Kuei-i, die sich Tseu-lu entgegenstellten, 
ihn mit ihren Hellebarden , die Schnüre seiner Mütze wurden durch- 
schnitten und während er sie wieder zusammenknüpfte, wurde er durch 
die Hellebarden der Gegner getödtet. Als Confucius von den Unruhen 
in Wei hörte, sagte er : ach ! Yeu stirbt und er starb wirklich. Als er 
seinen Tod hörte, sagte er: seit ich Yeu kannte, habe ich kein böses 
Wort von ihm gehört. Indem Confucius nach Lün-iü 11,12, auch Sse-ki 
f. 5 Tseu-lu's Festigkeit und Kühnheit hervorhob, sagte er schon 
vorher: Yeu wird keines natürlichen Todes sterben (Tseu-lu pu te khi sse). 
Kia-iü 43 f. 26, v* heisst es: als Tseu-lu und Tseu-kao in Wei Beamte 
waren, gab es die Unruhen (Nan, eigentlich Schwierigkeiten) von Khuai- 
kuei in Wei. Als Confucius, der in Lu war, das hörte, sagte er: Tschai 
(Tseu-kao) wird ankommen (lai), Yeu (Tseu-lu) ist todt. Es kam denn 
auch ein Bote aus Wei und sagte: Tseu-lu ist todt (das folgende ist 
auch im Li-ki 3 f. 4 v.), Confucius beweinte ihn mitten im Thing (der Halle). 
Als Leute kamen, ihr Beileid zu bezeigen, verneigte sich- der Meister. 
Als das Weinen vorbei war, trat der Bote hinzu- und fragte nach der 



(191) 43 

Ursache. Der • Bote sagte ihm von der Salzlacke (hai), er befahl 
denen zur Rechten und Linken die Salzlacke zu bedecken und sagte: 
wie werde ich leiden, das zu essen (letztere Worte fehlen im Li-ki). 
Der Schluss ist mir undeutlich. Lün-iü 7, 1 4 fragt Yen-yeu, ob Confucius 
auf der Seite des Fürsten von Wei sei. Tseu-kung fragt ihn nur indirekt: 
ob Pe-i und Scho-tsi tugendhafte . Männer gewesen und nach seiner 
Antwort, lirtheilt er dann: Confucius billige das Betragen des Fürsten 
nicht, s. Sse-ki 67 f. 5 v. fg. u. 37 f. 11 fg. Tso-schi Ngai-kung Ao. 15 
f. 29, Amiot Mem. T. XIIL p. 34 fg. u. Pfizmaier, 41 S. 472 (S. 40) fg. 

Eine Charakteristik Tseu-lu's (Tschung-yeu's) gibt Tseu-kung im 
Kia-iü Cap. 12 f. 3 v. 

Tseu-lu's Tafel ist nach Legge jetzt die 4. im Osten nach denen 
der 4 Besitzern. 

7. Tsai-iü oder Tseu-ngo. 

Nach dem Kia-iü aus Lu , , — sein Alter ist unbekannt . — ■ hatte 
nach Lün-iü 11, 2 und Meng-tseu II. 1, 2, 18, (I, 3, 2) Rednertalente 
und erhielt durch seine Beredtheit seinen berühmten Namen. Er war 
nach dem Sse-ki f. 7 Beamter (Ta-fu) in der Stadt Lin-tsai oder nach 
dem Kia-iü Lin-i in Thsi. Mit Tien-tschhang erregte er dort Unruhen 
und rottete 3 Clane (Tscho) aus. So weit der Sse-ki und Kia-iü. 
Confucius schämte sich seiner, . Der Kia-iü setzt hinzu: Tien-tschhang 
war seinem Vater Tien-ke 485 in seiner Ministerstelle gefolgt. 

Der Sse-ki B. 32 f. 25, S. B. 40 S. 692 fg. erzählt, dass, als Tseu- 
ngo 481 (unter Kien-kung Ao. 4) sich in Geschäften an den Hof 
begeben wollte, Tien-iü, ein Glied des Hauses Tien, einen Menschen 
tödtete. Er Hess den Mörder festnehmen und trat beim Fürsten ein. 
Die Mitglieder der Familie Tien, die unter sich einig waren, machten 
den Wächter aber trunken, dass der Gefangene entkam. Tseu-ngo, der 
den Hass des Geschlechtes Tien fürchtete, beschwor mit ihnen einen 
Freundschafts-vertrag im Ahnentempel des Hauses Tschin (Tien). Tien- 
piao, ein Seitenverwandter des Hauses, trat in Tseu-ngo's Dienste und 
erlangte dessen Gunst. Tseu-ngo schlug ihm vor das ganze Geschlecht 
Tien zu vertreiben und ihn als das Haupt desselben einzusetzen; der 
verrieth aber seinen Anschlag dem Tien-nie und Tien-tschhang; sie 

6* 



44 (192) 

drangen in den Pallast ein. Tseu-ngo, der hinausgetreten war, kehrte in 
Begleitung einer Schaar Bewaffneter zurück und stürmte gegen das 
mittlere und grosse Thor des Pallastes , da er aber nichts ausrichtete, 
verliess er die Hauptstadt, von dem Geschlechte Tien verfolgt. Die 
Bewohner von Fung-kieu nahmen ihn aber fest, meldeten es ihrem Gebieter 
und er wurde im Engwege Po getödtet. Es wird nicht gesagt, dass 
diess der Schüler des Confucius ist. Unser Tseu-ngo ist wohl nicht 
der Tseu-ngo, der hier im Sse-ki in Thsi im Kampfe mit Tien-tschang 
vorkömmt, dem er unterlag. Dieser hiess Ehien-tschi, war aus Lu, der 
Fürst Kien von Thsi dort mit ihm bekannt geworden, hatte, als er 
zur Regierung gelangt war, ihn an die Spitze der Geschäfte in Thsi gestellt, 
wie der Schol. des Sse-ki B. 67 f. 7 bemerkt. Der Schue-yuen im 
I-sse 95, 2 f. 11 spricht indess von dem beständigen Kampfe Tien- 
tsching-tseu's, d. i. Tien-tsching's, mit Tsai-ngo und Legge Prol. 1 p. 
117 nimmt ihn für unsern, Confucius im Lün-iü 11, 2 nennt Tsai-ngo 
unter den Schülern, die ihm nach Tsai und Tsching folgten. Nach Amiot 
Mem. T. XII. p. 338—346, 350 und 423 veranlasste er die Berufung 
des Confucius nach Tshu, indem er ihn Tschao-kung (515 — 488) anpries. 
Der Kia-iü Cap. 20 gedenkt dieser Berufung, aber ohne Tsai-iü's dabei 
zu erwähnen. Nach Kung-tschung-tseu im I-sse 86, 1 f. 20 v. schickt 
Confucius den Tsai-iü als Abgeordneten an Tshu Tschao-wang, s. seine 
Unterhaltung mit diesem, als der König Confucius einen mit Elfenbein ver- 
zierten bequemen Wagen anbietet, aus Kung-tschung-tseu, auch im I-sse 
86, 1 f. 20 V., s. schon in Confucius Leben 2. Kung-tschung-tseu im 
I-sse 95, 2 f, 10 fg. spricht von Tsai-iü's Gesandschaft nach Thsi und 
dem Besuche des Confucius bei seiner Rückkehr. 

Lün-iü 5, 9, auch im Sse-ki f. 7, heisst es: Tsai-iü schlief bei 
Tage, Confucius sagte: faules Holz kann man nicht schnitzen, eine Mauer 
aus Mist (Dreck) kann man nicht weissen, was soll ich den Jü tadeln? 
Früher wenn ich im Verkehr mit Menschen sie reden hörte, glaubte 
ich, sie würden auch darnach handeln, aber jetzt, wenn -ich der Leute 
Worte höre, muss ich erst ihre Thaten sehen; Jü hat diese Aenderung 
bewirkt. Lün-iü 17, 20, auch im Sse-ki f. 6 v. und im I-sse 95, 2 
f. 10 V. disputirt er mit Confucius über die dreijährige Trauer, er 
meint ein Jahr sei auch genug, wogegen Confucius eifert; s. Abth. 



(193) 45. 

IV. bei Trauer. Als er hinausgegangen war, sagte Confucius: Jü ist 
nicht tugendhaft. Lün-iü 3, 21 fragt Ngai-kung von Lu Tsai-ngo über 
die Sche-tsi, Götter des Feldes und Kornes •, Confucius ist mit seiner 
Antwort nicht zufrieden s. Abth. IV. bei Religion. Der Sse-ki f. 7 führt 
noch an , dass er Confucius über die Kraft (Te) der 5 (alten) Kaiser 
(ü-ti) befragt habe. Diess geschieht im Kia-iü Cap. 23 U-ti te, 
auch im Ta-tai Li-ki im I-sse 95, 2, 7 — 9; im Sse-ki antwortet Con- 
fucius über die Kuei-schin (Manen und Geister) im Li-ki Cap. 24 
Tsi-i f. 48 (19 p. 120) und Kia-iü Cap. 17, Amiot p. 276, s. bei 
Religion und in meiner Abh. über die Religion der alten Chinesischen I. 
S. 58 fg. Bei Kung-tschung-tseu im I-sse 95, 2, f. 10 fragt er, was das Opfer 
Yu bedeute, das, den 6 Verehrungswürdigen (Lo-tsung) dargebracht wird? 
s. bei Religion. Ebenda f. 9 v. fragt Tsai-ngo nach den Weisen (Kiün- 
tseu), s. bei Weisen und Lün-iü 6, 24 legt er Confucius die spinöse 
Frage vor: wenn ein Mann in einen Brunnen gefallen sei, ob der 
Weise ihn retten müsse? Confucius erwiedert, wie sollte er! eifi Weiser 
wird allerdings sein möglichstes thun, aber nicht mit Wegwerfung 
(Gefährdung) seines Lebens; was den Anschein von Vernünftigkeit habe, 
könne ihn täuschen, aber nicht was völlig unvernünftig sei. Confucius 
ürtheil über Tsai-ngo in^ Gegensatz von Tseu-iü im Kia-iü 19 f. 28 v. 
s. unten bei diesem. Tseu-ngo's Tafel ist nach Legge jetzt die 2. im 
Westen unter den Weisen. 

8. Tuan-mo-sse oder Tseu-kung 

aus Wei, 31 Jahr jünger als Confucius, hatte nach Lün-iü 11, 2 und 
Meng-tseu II. 1, 2, 18 (I. 3, 2 p. 41) seinen berühmten Namen durch 
seine Beredtheit. Eine Probe davon gibt seine Gesandtschaftsreise. 

Der Kia-iü Cap. 37 f. 29 v.— 31 v. und der Sse-ki B. 67 f. 8—12, vgl. Amiot Mem. T. XII. 
p. 143 fg. haben eine sehr weitläufige Erzählung .von einer Gesandt schaft Tseu-kung's 
an verschiedene Höfe. Der Kia-iü erzählt: Als Confucius in Wei war, hörte er, dass im 
Keiche Thsi Tien-tschhang Unruhen erregen wolle und er fürchte für die Familien (der Ta-fu von 
Thsi) Kao, Kue, Pao und Ngan ; — so der Sse-ki : im Kia-iü fehlen die beiden ersten — er wünsche 
daher seine Waffen zum Angriffe gegen Lu zu wenden. Confucius versammelte seine Schüler 
und sagte zu ihnen: Lu ist Vater's und Mutter's Reich; wir müssen ihm zu Hilfe kommen; ich 
ertrage es nicht zu sehen, dass es angegriffen werde. Ich wünsche zu beugen (anzuhalten, Khiü- 
tsie) Tien-tschhang und Lu zu Hilfe zu kommen. Meine 2 — 3 Kinder, wen von euch sende ich 
dahin? Tseu-lu bat hingehen zu dürfen; aber Confucius willigte nicht ein. Tseu-tschang bat 



46 (194) 

dann hingehen zu dürfen: er willigte auch iiioht ein ; Tseu-schi bat ihn dann hingeben zu dürfen, aber 
er willigte wieder nicht ein. Nachdem die drei Schüler zurückgetreten waren, sagte Tseu-kung : 
Meister wünscht Tien-tschhang zu beugen, um Vater's und Mutter's Reiche zu Hilfe zu kommen. 
Die drei Männer (meine Mitschüler) baten hingesandt zu werden , erlangten es aber nicht 
hinzugehen. Ich werde die Zeitverhältnisse benützen und bitte hingehen zu können. Confucius 
willigte ein, dass er hingesandt werde und sofort ging Tseu-kung nach Thsi. Er spi'ach 
mit Tien-tschhang und sagte: jetzt wünschest du Verdienste (Sieg) zu erlangen über Lu. 
Das ist in der That schwer und nicht wie die Waffen gegen U wenden; das ist leicht. So der 
Kia-iü; der Sse-ki hat dafür: Wenn der P'ürst Lu angreifen will, so ist das ein Fehler 
(Kuo); Lu ist schwer anzugreifen. Des Reiches (der Hauptstadt) Mauern sind dünne 
(gering) und unbedeutend; sein Land eng (hia) und beschränkt; sein Fürst dumm (yu) und 
inhuman; seine grossen Beamten falsch (täuschend, wei) und nicht zu brauchen; seine Sse 
(Beamten) und das Volk hassen die Waffenhandhabung, das kann (muss) man nicht angreifen. 
Das ist nicht, wie wenn der Fürst ü angreift. U's Mauern sind hoch und dick; das Land weit 
und tief, die Panzer fest (stark) und neu, die Sse ausgewählt (siüen) und wohl genährt; die 
Geräthe gewichtig, ausgesucht (schön, thsing), seine Waffen-Fülle ist in $einer Mitte und es 
entsendet erleuchtete Ta-fu, es (das Land) zu bewachen. Diess ist leicht anzugreifen. Tien-tschhang 
wüthend (fen) verzog das Gesicht und sagte : was du schwer nennst, nennen die Leute leicht, und 
was du leicht nennst, nennen die Leute schwer; so belehre doch Tien-tschhang, wie das ist. — (Für diess 
Alles hat der Kia-iü bloss Tien-tschhang war wenig befriedigt.) — Tseu-kung sagte: (das Folgende im 
Wesentlichen bei Beiden). Dein Diener hörte: wer wegen des Innern besorgt ist, greift den 
Starken an; wer wegen des Aeussern besorgt ist, greift den Schwachen an. Jetzt ist des Fürsten 
Sorge wegen des Innern, ich höre, dass des Fürsten drei Lehen (Fung) alle drei nicht richtig 
sind (tsching) und die grossen Beamten nicht hören (auf seine Befehle); wenn jetzt der Fürst 
Lu zermalmt (pho), um Thsi zu erweitern, dann werden die Angreifenden und Siegenden (die 
Geschlechter Pao undNgan als Feldherrn), hochmüthige Herrn; durch des Reiches Zertrümmerung 
kommen die Diener (Beamten) zu Ehren und des Fürsten Verdienst (Sieg, Gewinn) ergibt sich 
nicht. Dann wird der Verkehr täglich geringer mit dem Herrn. So zeigt der Fürst oben Hoch- 
muth und den Sinn (das Herz) eines Herrn, nach unten zeigt sich die Schaar der Beamten 
dissolut (tse); grosse Dinge auszuführen, ist dann schwer. Wenn (nach) oben Hochmuth, so ist 
der Diener dissolut; ist der Diener (Beamte) hochmüthig, so streitet er, so hat der P^ürst nach 
Oben mit den Herrn Feindschaft (Streit, Khi), nach Unten sind die grossen Beamten mit einander 
im Streit. — Diese Stelle des Sse-ki fehlt im Kia-iü; das Folgende haben Beide. — So wird die 
Stellung (Kia-iü Würde) in Thsi gefährdet; daher sage ich: es ist nicht, wie ein Angriff auf ü. 
Greift der Fürst U an und er siegt nicht, so sterben die Leute des Volkes draussen ; die grossen 
Beamten drinnen gehen leer aus; so hat der Fürst nach Oben keine mächtigen Beamten als 
Gegner; nach Unten gibt es keine Excesse (Kuo) des Volkes; wer allein Herr ist, sie zu ordnen 
(regeln), das ist der Fürst, — Diese Ausführung des Sse-ki fehlt wieder im Kia-iü. — Tien- 
tschhang sagte: gut. Indess wenn ich erst meine Waffen durch die Macht vermehrt haben werde 
•und dann Lu verlasse und gegen ü ziehe, werden da die grossen Beamten daran zweifeln, (gegen 
mich unzuverlässig sein.) — Kia-iü weicht etwas ab. — 

Tseu-kung sagte : lasse der Fürst die Waffen ruhen (ngan) und greife (Lu) nicht an (diess 
fehlt im Kia-iü.) Ich bitte, dass er seinen Diener (mich) gehen lässt und zum Könige von U 
sende, ihm zu befehlen, Lu zu Hilfe zu kommen und Thsi anzugreifen; dann kann der Fürst 
darauf sich stützend, mit den Waffen ihm entgegen gehen. Tien-tschhang willigte ein und sandte 
Tseii-kung nach Süden, den König von ü zu besuchen. Dieser sprach (zum König von ü): Dein 
Diener hörte, ein König (Wang) vertilgt (schneidet) ein Geschlecht nicht (ab); — der Kia-iü hat 
dafür vernichtet ein Reich nicht. — ein Gewaltherrscher (Pa) hat keinen starken Gegner. Einem 
Gewichte von 1000 Tiao fügt er ein kleines Gewicht (Tacbu, nur von 100 Körnern) hinzu und 



(195) 



47 



einen Liang versetzt er. Jetzt hat Thsi 10,000 Streitwagen, Lu für sich nur 1000 Streitwagen 
Wenn jetzt U das Starke bekriegt (mit dem Starken streitet), so kann das dem Könige Gefahr 
(Kia-iü : Kummer) bringen ; eilt er aber Lu zu Hilfe, so erlangt er einen glänzenden Namen. Thsi 
angreifen, ist von grossem Vortheile (Nutzen) ; er beruhigt so die Vasallenfürsten oberhalb des 
Sse Flusses, straft das grausame Thsi und unterwirft das Starke Tsin; kein Yortheil ist grösser. 
(Sein) Ruhm ist "es, das vergehende Lu besteht und das starke Thsi kommt in Wahrheit in die 
Enge. Der Einsichtsvolle kann daran nicht zweifeln. 

U's König sagte, gut: Indeas versuche ich (erst) mit Yue zu kämpfen; ich brachte (es schon) 
zur Ruhe (Tse) zu Hoei-ki — abweichend ist der Kia-iü — (im iü). — Yue's König ist 
seitdem erbittert, unterhält (nährt) seine Sse (Krieger) und vergilt (pao) meine (Kia-iü U's) Gesinnung 
(Herz). Warte du, bis ich Yue geschlagen habe, dann will ich dich hören. Tseu-kung sagte. 
Yue's Stärke (King) übertrifft nicht die Lu's> U's Macht übertrifft nicht die Thsi's. Setze der 
König Thsi zurecht und greife dann Yue an, so wird Thsi auch Lu in Ruhe lassen. Dann wird 
des Königs Gegend (Land) Ruhm erlangen bei den Bestehenden und Vergehenden, den Fort- 
dauernden und- Unterbrochenen. Aber das kleine Yue angreifen und das mächtige Thsi fürchten 
(der Kia-iü hat: bei Seite lassen), ist keine Tapferkeit. Der Tapfere meidet nicht die Schwierigkeit; 
der Humane Istest nicht in der Noth den Bedrängten (Yo, Gebundenen), der Einsichtsvolle verpasst 
nicht die (rechte) . Zeit. Ein wahrer König (Wang) schneidet nicht ab (verkürzt) die Gßneration, 
um sein Recht zu etabliren. — Statt dessen hat der Kia-iü : der Gerechte (i tsche) schneidet nicht 
ab die Generation. — Wenn jetzt Yue bestehen bleibt, so werden die Vasallenfürsten (Kia-iü, das ganze 
Reich) darin deine Humanität erkennen; wenn duLu zu Hilfe kommst und Thsi angreifst, so wird die 
Ehrfurcht (Majestät) zunehmen; das Reich Tsin und die, Vasallenfürsten werden gegenseitig herbei 
kommen, um U den Hof zu machen; die Macht des Gewaltherrschers (Pa) ist vollendet. Wenn aber 
der König Yue hasst (nach den Schol. fürchtet), so bittet dein Diener nach Osten gehen und den 
König von Yue besuchen zu dürfen und ihm zu befehlen, sein Heer ausrücken zu lassen, um U 
zu verfolgen. Diess wird in der That Yue's Namen zu nichte machen und die Vasallenfürsten 
werden (U) zum Angriffe gegen Thsi folgen. 

U's König war sehr erfreut und sandte Tseu-kung nach Yue zu gehen. Yue's König ging 
ihm eiitgegen bis in die Vorstadt von Tschu-tao (dieser Zusatz fehlt im Kia-iü); geleitete ihn in 
Person in seine Wohnung und fragte ihn: wie scheuet ein Ta-fu von solcher Würde (Ansehen) 
sich nicht, im Reiche der Barbaren (Man und I) einzusprechen (Lin eigentlich: es besehen). 
Tseu-kung sagte: jetzt rieth ich dem Könige von U, Lu zu Hilfe zu kommen xind Thsi anzugreifen^ 
seine Absicht ist dies, aber er (Kia-iü: sein Herz) fürchtet Yue und sagt: warte, bis ich Yue 
geschlagen habe, dann kann es geschehen; so wird er Yue zermalmen. Nun nicht des Menschen 
Absicht entsprechen (pao) und die Menschen daran zweifeln lassen , ist Dummheit (ungeschickt, 
Tschue); der Menschen Absicht entsprechen und die Menschen sie wissen lassen, ist gefährlich 
(thai); wenn die Sache noch nicht zum Ausbruche gekommen ist, vorher davon hören, ist ver- 
derblich (wei); Alles drei, wenn man die Sache ausführt, macht grossen Kummer. Keu-tsien (der 
Fürst von Yue) , neigte sein Haupt, verbeugte sich und sagte : ich Verwaister habe es versucht 
(weiss es); dass ich meine Kraft nicht mit der U's messen und mit ihm kämpfen kann. Ich wurde 
bedrängt (eingeengt) in Hoei-ki (494, s. Pfizmaiers Geschichte von U S. 23). Die Krankheit (das 
Geschwür, Thung) drang ein bis auf meine Knochen und Mark (Ko-sui). Tag und IS'acht sind 
wie verbrannt (ausgedörrt, thsiao) meine Lippen (Schün), trocken ist meine Zunge; ich wünsche 
allein mit U's König zu verkehren (thsie); ihm zu folgen (tschung) und dann zu sterben; das ist 
der Wunsch des Verwaisten. Jetzt belehrt (ermahnt) der Ta-fu glücklicher Weise mich über meinen 
Vortheil und Nachtheil (Schaden) — diess fehlt im Sse-ki. — Tseu-kung sagte: U's König ist 
ein grausamer und wilder Mensch, der Schaar seiner Beamten unerträglich (pu kan), das Reich 
und die Familien sind erschöpft und verarmt durch die zahllosen Kriege ; wenn die Sse umkommen, 
hat er kein Mitleid; die 100 Familien zürnen den Obern; die grossen Beamten sind im Innern 



48 (.196). 

umgewandelt, seit Tse-siü — U-tse-siü 484 s. Pfiz. Gesch. von ü. S. 29. — wegen" seiner Vorstellung 
den Tod erlitt; der Tai-tsai Pe-poei führt die Geschäfte (er gibt nach des Königs Vergehen, um 
ruhig zu erreichen seine Privatabsichten), das heisst des Reiches Regierung schädigen (vernichten, 
tsien) — dieser Zusatz fehlt im Kia-iii. — Jetzt lasse der König in Wahrheit (wirklich) seine 
Sse los (ausziehen), das Heer von U zu unterstützen. Um seine Absicht zu erreichen zu suchen 
(Khiao), sende er ihm schwere Kostbarkeiten, um sein Herz zu erfreuen, rededemüthig, seine 
Gebräuche zu ehren (der Kia-iü setzt hinzu, diess ist was die heiligen Männer nennen : sich schmiegen 
(Kiü-tsie), um durchzudringen zu suchen). — Der Sse-ki hat dafür, er wird sicher Tbsi angreifen, wenn 
er es aber bekämpft, wird er nicht siegen; das ist des Königs Glück; siegt er aber im Kampfe, dann wird 
er sicher mit den Waffen auf Tsin losgehen (Lin, es ansehen). Dein Diener wünscht nun im Norden 
Tsin's Fürsten zu besuchen und ihn heissen gemeinsam ihn anzugreifen. Das schwache U wird seine 
scharfen Waffen erschöpfen an'Thsi; seine schweren. Panzer kommen in's Gedränge in Tsin, so 
kann der König von Yue seine verfallene Macht (Pe) wieder ordnen und ü vernichten, 

Yue'slvönig war sehr erfreut und stimmte zu: er bot Tseu-kung 100 Y (a 20 oder 30 Tael), 
ein Schwert und zwei gute Speere (Mao) an; Tseu-kung nahm diese aber nicht an. Er ging 
alsbald und kehrte zurück zum Könige von U und sagte: dein Diener ermahnte ehrerbietig nach 
des grossen Königs Worte den König von Yue. Der König von Yue gerieth in «grosse Furcht 
und sagte; ich Verwaiseter bin unglücklich; vor Kurzem verlor ich den früheren Mann (meinen 
Muth), inwendig schätze ich mich selbst nicht. Ich verging mich an TJ; mein Heer wurde 
geschlagen und ich hatte Schande. Beim Zusammentreffen zu Hoei-ki wurde mein Reich gedemüthigt 
(hiü, leer), ich stütze mich (lai) jetzt nur auf des grosseh König's Gaben. Er sendet Gaben 
zur Darbringung in den Opfergefässen und die Opfer- zu zieren; er denkt immer nur an 
(wagt nicht zu vergessen) seinen Tod; wie sollte er an ein Wagniss denken. — diess steht 
im Kia-iü. — 

Den fünften Tag sandte Yue den Ta-fu Wen Tschung — so der Kia-iü, der Sse-ki hat 
bloss Tschung — die Sendung dieses Ministers, aber früher nach der Niederlage bei Hoei-ki 494 
erwähnt der Sse-ki, s. Pfizmaier's Geschichte von U S. 24. — Der verneigte sein Haupt und 
sprach zu U's König (das Folgende hat wieder nur der Sse-ki). Dein Fröhntner, der dienende 
Beamte vom Ost-meer, der verwaisete Keu-tsieu sendet seinen Diener Tschung und erlaubt 
sich die Unterbeamten zu cultiviren, das Volk und die Beamten der Rechten und Linken zu fragen. 
■Jetzt vernimmt er heimlich, dass der grosse König alsbald einen grossen Act der Gerechtigkeit 
ausüben will, strafen* den Mächtigen und zu Hilfe kommen den Schwachen, einengen das grausame 
Thsi und beistehen dem Hause der Tscheu; er bittet — (das Folgende hat auch der Kia-iü) — 
innerhalb seiner Grenzen ein Heer von 3000 Mann ausheben zu dürfen (um IJ zu dienen) — die 
Worte setzt der Kia-iü hinzu, wo die folgenden dagegen wieder fehlen. — Der Verwaisete bittet 
selbst (in Person) zu erreichen den Starken, zu fassen die scharfe Spitze (das Schwert) und an 
den Pfeil vorne heften (nehmen) zu dürfen den Stein (die Steinspitze). Drum bringt Yue's geringer 
Diener Tschung der früheren Männer (Fürsten) verborgene Geräthe, an 20 Panzer für den Nacken, 
Aexte und Spiesse (von Kiü-lo) und Schwerter von 6 Fuss (einem Pu) und glänzend dar, zu gratuUren 
(beschenken) die Heeresbeamten. U's König (sehr erfreut darüber) meldete es Tseu-kung und 
sagte: Yue's König wünscht in Person meiner Wenigkeit zu folgen beim Angriffe auf Thsi geht 
das? Tseu-kung sagte: es geht nicht, dass sein Reich so verlassen (leer) werde, er erschöpft 
die Menge Menschen, und dass dann auch noch sein Fürst folge, das ist nicht recht; der Fürst 
nehme seine Geschenke an, genehmige sein Herr, aber entlasse dann den Fürsten. U's König 
billigte das und Hess Yue's König zurückbleiben. U'a König Hess dann sofort ausziehen das 
Heer von 9 Distrikten (Kiün) — Der Kia-iü hat dafür: Keu-tsien zog selbst aus aus des Reiches 
Innern mit dem Heere — griff Thsi an und schlug es. 

Tseu-kung verliess ihn dann und ging nach Tsin (das Folgende fehlt alles wieder im Kia-iü). 
Er sprach zu Tsin's König und sagte: Dein Diener hat gehört, sinnest du auf etwas und hast 



(197) , 49 

nicht zuvor die Sache festgestellt, so kann das Ende dem nicht entsprechen. Wenn die Waffen 
nicht vorher untersucht sind, kann man den Gegner nicht besiegen. Jetzt wird Thsi mit ü alsbald 
kämpfen, kämpft es und siegt nicht, dann wird Yue Unruhen erregen; kämpft, aber Thsi und 
siegt, dann wird es mit seinen Waffen Tsin angreifen (ansehen). Tsin's Fürst gerieth in grosse 
Furcht und sagte: was ist da zu thun? Tseu-kung sagte: rüste (sieu) die Waffen, lass das Heer 
ausruhen, um es abzuwarten. Tsin's Fürst billigte es. — Der Kia-iü hat dafür nur das : Tsin's 
Fürst befahl sein ermüdetes (Heer) aufzurichten (tsching). — 

Tseu-kung ging nun weg und kam nach Lu. Der König von U kämpfte wirklich mit Thsi 
zu ISTgai-ling; der Schol. bemerkt nach Tso-schi unter Lu Ngai-kung Ao. 11, (483), vgl. Pfiz- 
maierpi 29. Er brachte Thsi's Heer eine grosse Niederlage hei : gefangen wurden 7 Anführer undkehrten 
nicht zurück. — Dieses alles fehlt wieder im Kia-iü es heisst da bloss : U und Tsin begegneten 
sich in Hoang-tschi. — Es warf nun seinen Blick auf Tsin mit dem Heere, und mit Tsin's Leuten 
begegnete man sich oberhalb Hoang-tschi 482j s.Pfizmaier29 (149}.'U's und Tsin's Leute stritten 
stark. Tsin's Leute schlugen es und ü's Heer erlitt eine grosse . Niederlage. 

Als Yue's König das hörte, setzte er über den Kiang und griff U an ; verliess die Stadt- 
mauern 7 Li weit mit dem Heere. Als der König von ü das hörte, verliess er Tsin, kam zurück 
um mit Yue zu kämpfen' bei U-hu. Dreimal bekämpfte er es und siegte nicht. Das Thor der 
Stadtmauer war aber nicht bewacht (beschützt). Yue schloss schnell des Königs Pallast ein, 
tödtete den König Fu-tschai und richtete seinen Minister hin (nach Tso-schi unter Ngai-kung 
Ao. 22). Er zermalmte U in drei Jahren und nach Osten gewandt trat er auf als Gewaltherrscher 
(Pa). Der Kia-iü hat bloss; U's König kehrte zurück mit Yue zu kämpfen, wurde aber 
vernichtet. 

Der Sse-ki schliesst: indem so Tseu-kung einmal auszog, erhielt er Lu, brachte Thsi^in 
Verwirrung, zermalmte U, verstärkte Tsin und Yue wurde Pa. Tseu-kung war nur einmal 
Gesandter, aber des Gesandten Macht vernichtete sie gegenseitig; innerhalb 10 Jahre erlitten 
5 Reiche jedes eine Veränderung. Dafür hat der Kia-iü: Confucius sagte: darauf es anzulegen, dass 
er Thsi verwirre und so Lu erhalte, war gleich Anfangs mein erster Wunsch; dass er Tsin stärken, 
konnte und U schwächen; dass er machte, dass TJ zu Grunde ging und Yue dafür Pa wurde, 
das wirkten seine (Sse's) Reden. Es waren schöne Worte, aber sie verletzten die Treue und das 
redliche Wort. Der Schol. bemerkt dazu aber schon, dass Confucius im 16. Jahre von Ngai-kung 
479 starb, U aber erst im 22. Jahre desselben 473 vernichtet wurde. Wenn nicht das Ganze, 
ist diese Aeusserung des Confucius also jedenfalls erdichtet; der Sse-ki erwähnt ihrer 
auch nicht. 

Der Sse-ki in der Geschichte Thsi's B. 32, S. B. B. 40 S, 691 spricht von dem Angriffe 
Tschao-yang's von Tsin auf Thsi, der bis zur Stadt Lai vordrang, sich dann aber zurückzog, 
erwähnt aber Tseu-kung's Thätigkeit dabei gar nichtl Der Sse-ki in der Geschichte von Lu 
B. 33, S. B. 41 S. 134 (47 f.) erwähnt des Angriffes Thsi's auf Lu 487 und 485 den U's und Lu's 
auf Süd-Thsi und wieder Thsi's auf Lu 484, auch wie Tien-tschhang 481 den König von Thsi 
tödtet, sagt aber ebenfalls nichts von Tseu-kung's Thätigkeit dabei, ebenso wenig der Sse-ki in der 
Geschichte vonU B. 31 £, Wiener Denkschriften B. 8 S. 148 fg. (28), obwohl, wie schon erwähnt, 
die oben angezogenen Begebenheiten da vorkommen. Der Sse-ki in der Geschichte von Tschao 
B. 43, Denkschriften B. 9 S. 14 erwähnt nur, dass Tschao-yang Tsin's Fürsten Ting-kung bei der 
Zusammenkunft U's, Lu's und Tsin's zu Hoang-tschi 482 begleitete. Der Tso-schi Ngai-kung Ao. 12 
f. 21, S. B. 27 S. 152 erwähnt nur Ao. 483 der Zusammenkunft des Fürsten von Lu mit Fu-tschai von 
U, der den grossen Hausminister Poei uro die Erneuerung des Vertrages von Tsing, derauf 7 Jahr 
geschlossen war, bitten liess. Der Fürst von Lu wünschte es aber nicht, und hiess Tseu-kung antworten 
Ausd.Abh.d.I.Cl.d.k.Ak.d.Wi83.XIII.Bd.LAbth. (26) 7 



50 , (198) 

Durch den Vertrag befestigt man die Treue; desshalb entwirft man ihn von Herzen, bietet ihn 
dar mit Edelsteinen und Seidenstoffen, knüpft ihn durch die ßede, gelobt ihn zuhalten bei 
den lichten Göttern. Unser Landesherr hält dafür, besteht der Vertrag, so darf er nicht mehr 
geändert werden; kann er immer noch geändert werden, was hat dann der Vertrag der früheren 
Tage für einen Nutzen? Jetzt sagst du, mein Sohn, ihr müsst den Vertrag erneuern, kann et 
aber erneuert, so kann er auch vergessen werden. In Folge dessen erneuerte man den 
Vertrag nicht. 

Tseu-kung's Lebenslauf ist wenig bekannt. Spätere Nachrichten sind 
im Lün-heng im I-sse 95, 2 f. 17. Als Tseu-kung Confucius im ersten 
Jahre diente, sagte er, er übertreffe Confucius, im zweiten Jahre sagte 
er, er komme Confucius gleich, im dritten Jahre wusste er, dass er 
Confucius nicht erreichte; in der Zeit des 1. und 2. Jahres wusste er 
noch nicht, dass Confucius ein Heiliger (Sching) sei, nach dem dritten 
Jahre wusste er es (aber). Wir haben schon aus Lün-iü 5, 8 und 
Sse-ki f. 7 erwähnt, wie er, wohl später, sich Yen-hoei weit nachsetzte 
und Confucius ihm in Allem recht gab. Auf die Frage Tseu-kung's im 
Lün-iü 5, 3 und Sse-ki f. 7 v. was für ein Charakter er (Sse) sei, erwiederte 
Confucius etwas dunkel: du bist ein Gefäss (Ki) und (als er weiter 
fragte) was für ein Gefäss? erwiederte Confucius ein Hu-lien, (ein sehr 
verziertes Gefäss im Ahnentempel)» Lün-iü 1, 15 fragt Tseu-kung: 
Was von dem Armen zu halten sei, der nicht schmeichle (tschen) und 
dem Reichen, der nicht übermüthig sei (kao)? Confucius sagt: Es geht 
(kho je), aber er ist nicht gleich dem Armen, der vergnügt ist (lo) und 
dem I^eichen, der die Bräuche (li) liebt. Tseu-kung citirt nun den Schi-king 
I, 5, 1, 2. „wie du zuschneidest und dann feilest, wie du schnitzest 
und dann polirest." Der Meister sagte: mit Sse kann man von den 
Liedern reden : sage ich ihm das Vergangene (wang) , so weiss er das 
Kommende (lai). 

Den Gegensatz zwischen Tseu-kung, Tseu-lu und Yen- 
yuan nach Kia-iü 8 f. 16, etwas abweichend bei Han-schi' Wai-tschuen 
im I-sse 95, 1 f. 9 und bei Amiot T. 13 p. 4 — 7 s. oben. Lün-iü 
5, 11 sagt Tseu-kung: ,,was ich nicht wünsche, dass die Menschen mirthun, 
das thue ich ihnen auch nicht." Confucius erwiedert darauf : Sse! das hast 
du noch nicht erreicht. Der Spruch, sagt Confucius ihm sonst 15, 23, 
befasse alles. Nach 11, 18 sagte Confucius: Sse unterwarf sich nicht 
der Bestimmung, ging auf Gewinn aus und erlangte ihn öfter; nach 



(199) 51 

14, 29, Sse-ki f. 12 v. und Kia-iii 38 f. 1 v. war Tseu-kung geneigt, 
anderer Verdienste und Vergehen, abzuschätzen ; Confucius sagte tadelnd: 
wie tugendhaft ist Sse, ich hätte dazu keine Muse. Auf die Frage 
Ki-kang's (in Lu), ob Sse für eine Beamtenstelle geeignet sei, erwiedert 
Confucius nach Lün-iü 6, 6: sicher, er hat die nöthige Einsicht dazu.. 
Wie er Confucius rühmt Lün-iü 9, 6 ; 5, 12 u. 19, 23, 24 u. 25 u. bei Meng- 
tseull, 1, 2, 19(1. 3 2 p. 43) werden wir bei den Urtheilen der Schüler 
des Confucius über diesen Abth.IV anführen; er stellte sich ihm weit nach^ 
Seine Anhänglichkeit an Confucius, wie er noch drei Jahr länger als die 
Mitschüler, also 6 Jahre an seinem Grabe verweilte — Man zeigt nach 
Williamson Journeys I p. 229 noch die angebliche Stelle, westlich von 
Confucius Grabe, wo Tseu-kung 6 Jahre nach Confucius Tode an 
seinem Grabe verweilte — nach Meng-tseu III. 1, 4, 13 (I. 5, ,4 S. 82) und 
Sse-ki haben wir im Leben des Confucius schon erwähnt; ebenso, wie 
er während Confucius Krankheit das Loos befragte nach Tschuang-tseu 
im I-sse 86, 4.f. 49 v. und mit seinen Mitschülern verhandelte, wie 
man Confucius zu betrauern habe, nämlich wie einen Vater nach Li-ki Cap. 
Tan-kung 3 f. 22, auch wie er die Leichenrede Ngai-kung's auf Con- 
fucius missbilligte nach Tso-schi Ngai-kung Ao. 16 f. 30 v., S. B. B. 27 S. 
153 fg. Der Kia-iü Cap. 22 f. 33 v. fgg. , auch bei Siün-tseu 
im I-sse 95, 2 f. 12 v.^ abweichend bei Han-schi wai-tschuen und 
eine kürzere Erzählung bei Lie-tseu im I-sse ibidem — hat 
folgendes Gespräch Tseu-kung' s mit Confucius. Han-schi 
Wai-tschuen im I-sse 95, 2 f. 13, der mehrfach abweicht, hat noch folgende 
Einleitung dazu. Als Confucius Muse hattC;, folgte Tseu-kung ihm 
nach Thsi und vorausgehend sagte er: dein Schüler diente Meister nun 
schon Jahre. Mein Talent erschöpfe ich, um zu erkennen (wissen), 
und höre auf (pei) mich zu bewegen (tschin) beim Lernen; ich frage: 
könnte ich nicht einmal zurückgehen vom Vorwärtsschreiten, (tsin), ich 
möchte einmal ausruhen (hieu). Der Kia-iü hat dafür bloss Tseu-kung 
fragte Confucius und sagte: ich (Sse) strenge mich an beim Lernen 
bekümmert um die rechten Principien (Tao), ich wünschte einmal auf- 
zuathmen (si), um dem Fürsten zu dienen, kann ich das wohl? 
Confucius sagte, das Lied sagt : Milde und ehrerbietig am Hofe , Abends 
die Sache ergreifen (anfassen) und Aufmerksamkeit (Ko, nach Schol. 



52 (200) 

Ehrfurcht) zeigen, so dem Fürsten dienen, ist schwer, kann man dabei 
ausruhen (aufathinen, si) ^). 

(Tseu-kung) sagte: dann wünschte ich auszuruhen im Dienste der 
Eltern (Thsin^). Confucius spricht, das Liederbuch (im Ta-ya, III) sagt: 
der fromme Sohn verfehlt nicht beständig mitzutheilen (si) von einer 
unerschöpflichen Art (dem Guten) ; den Eltern zu dienen ist schwer, kann 
er darin aufhören? (Tseu-kung) sagte: dann wünschte ich Hinsichts 
Frau und Kind aufzuhören^). Confucius sagte, das Lied (IV. 1, 6, 2,) 
citirt von Meng-tseu I, 1, 7, 12, sagt: ich gehe aus von meiner geringen 
Frau, erreiche dann die altern und Jüngern Brüder, um zu lenken 
Familien und Lehen. Frau und Kind sind schwierig, kann man so 
aufhören. (Tseu-kung) sagte: ich wünschte wegen der Freunde und 
Genossen aufzuathmen (aufzuhören). Confucius erwiedert: das Lied sagt 
(III, Ta-ya) Freunde und Genossen behandle mit Achtung (Wei) und Rück- 
sicht (J) (der Schlusssatz wiederholt sich hier immer wie oben). Tseu- 
kung fragt dann ebenso nach dem Pflügen (heng); Confucius sagt: das 
Feldlied sagt (Pin-fung I, 15, 1, 7) — citirt von Meng-tseu III, 1,32 — 
bei Tage (tscheu) mache grobes Gras (Mao), Nachts binde Stricke (Se-thao), 
besteige den Gipfel des Hauses und dann beginne die 100 Feldfrüchte 
zu säen; diess sind die Schwierigkeiten des Feldbaues; darnach (wenn 
die geschehen), kannst du dabei ausruhen. (Tseu-kung) sagte: so habe ich 
nicht mehr, womit ich aufhöre: Confucius sagte: es gibt doch noch 
etwas? Blicke auf (Schaue aus) nach dieser Weite (Grabeshöhle), so ist 
sie gross (khi); blicke auf dessen Höhe, so ist sie voll (ausgefüllt, tien) 
untersuche ihr Gefolge (tsung), so ist sie verschlossen; diess ist wonach 
man aufathmet, Tseu-kung sagte: das ist gross; erst im Sterben athmet 
der Weise aus (hört auf), der Unweise ruht (hieu) früher aus, jener ist 
gross noch im Sterben. ' , 

Abweichend ist der Schluss bei Han-schi Wai-tschuen; da fragt 
Tseu-kung: hat der Weise denn auch eine Ruhe (Hieu)? Confucius 
sagt: unter dem Sargdeckel (Ho-kuan) hört er auf zu sehen (po), er 



1) Han-schi hat dafür eine andere Dichterstelle. 

2) Han-schi hat: des Vaters, 

3) Han-schi hat dafür jungem und altern Bruder und eine andere Dichterstelle. 



(201) 53 

weiss nicht seinen Zeitwechsel, da er aufsteigt (tsien), das nennt man 
des Weisen Ruhe, daher lerne und höre erst auf unter dem Sargdeckel, 
das Lied sagt: am Tage geh' ihm entgegen, den Monat über lerne. 

Wir wollen die Hauptmomente, bei welchen Tseu-kung noch vorkommt, 
hier zusammenstellen. Kia-iü 14, 12, vgl. Amiot p. 261 und kürzer bei 
Legge Prol. I. p. 117 heisst er Gouverneur (Tsai) von Sin-yangj 
er fragt da Confucius wegen der Verwaltung um Rath, — wir werden bei 
der Regierung besser auf dessen Antwort zurückkommen — ; eine Zeit- 
angabe findet sich nicht, 495 soll er Ta-fu in Lu gewesen sein; seine 
sonderbare Prophezeiung da, hat der Kia-iü Cap. 16 f. 19 v. und Tso- 
schi Ting-kung Ao. 15f. 25, S. B. 27 S. 137. Wir erwähnten sie schon 
im Leben des Confucius 1 S. 72; hier das nähere. Yu, der Fürst von 
Tschü, machte seine Aufwartung am Hofe von Lu. Tseu-kung beobachtete 
ihn. Der Fürst hielt die Tafel aus Yü (die der Gast dem Wirthe reicht) 
zu hoch; sein Gesicht war nach aufwärts gekehrt. Der Fürst (vonLu) 
empfing die Tafel (zu) niedrig. Tseu-kung sagte: betrachtet man es 
nach den Gebräuchen, so steht beiden Fürsten Tod und Untergang 
bevor. Beginnen von der rechten oder linken Seite, im Kreise umher- 
gehen, aufsteigen und zurücktreten, aufwärts oder zu. Boden blicken, 
man entnimmt es aus ihm. Das Erscheinen am Hofe, das Opfer, die 
Trauer, die Waffenangelegenheiten, man beobachtet es nach ihnen (den 
Gebräuchen). Jetzt fiödet im ersten Monate die Zusammenkunft am 
Hofe statt; beide richten sich nicht nach der Ordnung; ihre Herzen 
sind bereits zu Grunde gegangen. Die kräftige Angelegenheit ist nicht 
verkörpert, wie wären sie fähig einer langen Dauer. Zu hoch und nach 
aufwärts gekehrt, bedeutet Hochmuth; zu niedrig und dem Boden zu- 
gekehrt, bedeutet Niedergeschlagenheit. Hochmuth nähert sich der 
Unordnung, Niedergeschlagenheit nähert sich der Krankheit. Unser 
Landesherr ist der Wirth, er wird zuerst zu Grunde gehen (weil der 
Wirth dem Gaste vorausgeht) und der Fürst (Ting-kung) verschied auch 
wirklich (im fünften Monate desselben Jahres). Tschung-ni sprach: 
Sse ist nicht glücklich, aber seine Worte treffen zu; diess ist was Sse 
zu einem Manne der vielen Worte macht. 

Ais Confucius in Lu Criminalrichter war, Hess er einen Grossen 
Schao-tsching-mao nach Kia-iü Cap. 2 f. 3, wie wir in Confucius Leben 



5.4 (202) 

1 S. 60 schon erzählt haben, hinrichten; wie Tseu-kung ihn desshalb 
zur Kede stellt, ist ebenda wie schon bei Amiot p. 156 — 167 erwähnt; 
der Sse-ki setzt diess in seinem 56. Jahr Ting-kung Ao. 14. (495). 

Wir haben da auch schon nach Kia~iü Cap. 16 f. 20 erzählt, wie 
Confucius als er in Tschin war und vom Brande eines Ahnentempels in 
Lu hörte , richtig errieth , wessen Ahnentempel diess sein werde. 
Tseu-kung war damals bei ihm ; denn der Fürst von Tschin (Ling-kung). 
äusserte nach dem Kia-iü gegen ihn: jetzt weiss ich, wie ein heiliger 
Mann zu ehren, ist u. s. w. Auch als Confucius zwischen Tschin und 
Tsai — Ao. 489 in Gefahr war, begleiteten Tseu-kung^ Yen-hoei und. 
Tseu-lu ihn nach Kia-iü Cap. 20 f. 29, I-sse 86, 1 f. 25 v. Amiot p. 342. 
Wir haben seine betreffende Aeusserung schon im Leben des Confucius 
II, S. 22. angeführt. Tschuang-tseu im I-sse 95, 2 f. 19 v. fg. er- 
wähnt noch, wie Tseu-kung südlich nach Tshu ging und danii zurück- 
kehrte nach . Tsin und über den Han-Fluss setzte 

Im Jahre 488 kam der König von ü Fu-tschai nach Lu und ver-, 
langte von Ngai-kung 100 Opferspenden (Lao, ein Rind, ein Schaf und 
ein Schwein). Diess war unerhört. Ki-khang-tseu , der erste Reichs-, 
minister und Machthaber in Lu, sandte Tseu-kung an den König Fu-tschai 
und dessen grossen Haushofmeister Pe-poei, ihm die Gebräuche der 
Tscheu zu erklären und ihm das Ungebührliche der Forderung vorzu- 
stellen; der Kaiser erhalte bei einer Zusammenkunft mit einem Reichs- 
fürsten "nur 12, ein Heu und Pe 7, ein Tseu und Nan nur 5. Der 
König stand dann auch von seiner Forderung ab. Sse-ki B. 31 f. 16 
V. u. Pfizmaier's Geschichte von US. 26. Der Kia-iü 16 f. 20 erwähnt 
noch, wie Fu-tschai und Ngai-kung von Lu (im 12. Jahre) eine Zusam- 
menkunft (zu Hoang-t'schi) mit dem Fürsten von Tsin hatten, wobei 
auch Tseu-kung erwähnt wird. Die Anekdote, wie Khi-koang-tseu 
Confucius 1000 Mass Reis schenkt, der ihn sofort unter das Volk ver- 
theilt und Tseu-kung ihn desshalb zur Rede stellt aus Kung-tschung-tseu 
im I-sse 96, 1 f. 8 v. und Amiot p. 115 — 117 ist schon im Leben 
des Confucius angeführt. Der I-sse 95, 2 f. 18 fg. hat noch einige, 
Anekdoten Tseu-kung betreffend aus dem Han-schi-uai-tschuen, Lün-heng 
f. 19, Tschuang-tseu f. 19 v. und Lie-tseu f. 20 v. 

Die übrigen Notizen betreffen meist, einzelne Fragen, die Con-, 



(203) .55 

fucius beantwortet und die wir daher besser bei der betreffenden 
Materie aufführen. Tseu-kung's Frage, ob die Todten von den 
Lebenden wüssten im Kia-iü Cap. 8 f. 21, auch im Schue-yuen 
im-I-8se 95, 2 f. 13, Amiot p. 264 s. schon in meiner Abh. über die Religion der 
alten Chinesen I. S. 63. Nach Lün-iü 3, 17 wollte Tseu-kung das 
Opferlamm, das den ersten des 12. Monats dargebracht wurde, ab- 
schaffen. Confucius erwiederte: Sse liebt das Schaf, ich den Brauch 
Li-ki Cap. Tsi-i 24 f. 41 befragt er Confucius über • die Opfer; im 
Li-ki Cap. Tsa-ki 21 f. 83 v. (Cap, 17 p. 113J Amiot p. 384 belehrt 
Confucius ihn über das Fest Tscha am Ende des Jahres. Tseu-kung's 
Aeusserung über Confucius Betragen bei dem Opfer s. Kia-iü 44 f. 28 
V.; seine Aeusserung als er Lu's Ahnentempel sah ib. f. 14 und bei Siün- 
tseu im I-sse 95, 2 f. 13 v.; seine Deutung des Topfes ohne Füsse auf 
Unglück, während Confucius darin ein Glück sieht, bei Lün-heng im 
I-sse 95, 2 f. 19; alle diese Aeusserungen werden wir besser im 
Zusammenhange bei der Religion erwähnen. Li-ki Cap. Tschung-ni 
Yen-kiü Cap. 28 f. 8 v. (Cap. 23 p. 144 fg.) belehrt Confucius ihn. 
und andere Schüler über die Gebräuche. Im Li-ki Cap. Ping-i 48 f. 70 
(35 p. 196) und Kia-iü Cap. 36 f. 28 warum der Weise den Yü 
(Jaspis) so hoch halte ; warum der Weise ^Confucius) das Wasser so an- 
staune im Kia-iü 9, 23, Siün-tseu iml-sse95, 2 f. 12 Amiot p. 70 s. bei Weise 
Im Li-ki Gap. Yo-ki 19 f. 41 v. (16 p. 111 fg.), I-sse 95, 2 f. 
18 V. fragt Tseu-kung den Musikmeister und der setzt ihm ausein- 
ander, wie verschiedene Gesänge des Liederbuches für verschiedene 
Classen von Menschen geeignet seien, s. bei Schi-king. Wie Tseu-kung 
Tseu-yeu mit Unrecht wegen seiner Kleidung beim Condoliren tadelt 
nach Li-ki Tan-kung Cap. 3. f. 25 v. s. bei Trauer. Ueber Trauer 
kommen nach mehr Fragen und Antworten vor: Li-ki Cap. Tan-kung. 
3 f. 17, 19 V., 20, 21, dann Cap. 4 f. 88 v. und Cap. Tsa-ki 21 f. 
68 fg., Kia-iü 42 f. 20 21 und 43 f. 24. 

Unter Regierung werden wir anführen, wie nach Kia-iü Cap. 14 
und Schue-yuen im 1-sse 95, 2 f. 15 v. er Confucius zur Rede stellt, 
über die verschiedenen Antworten, die er Verschiedenen darüber gab. 
Die Antwort, welche Confucius ihm gab, s. Lün-iü 12 , 7. Dahin 
gehört auch Kia-iü Cap. 27 f. 10. Confucius Antwort auf seine Frage, 



56 , (204) 

wann ein Fürst des Volkes Vater und Mutter heissen könne und seine 
Aeusserung über die Regierung des Volk es (Schi-min) im Schue-yuen 
im I-sse 95, 2 f. 14, auch im Kia-iü Cap. 8 f. 21. Seine Aeusserung 
über das Verhalten von Reichen und Armen im Lün-iü 1, 15. 

Ueber Tseu-kung's Verfahren beim Loskauf der Frau in Lu, 
welches Confucius nicht recht war, nach Kia-iü 8 f. 21 fg., auch im 
Schue-yuen B. 95, 2 f. 14. s. bei Ehe. Confucius Aeusserung über die Be- 
handlung von Freunden Lün-iü 12, 22, über den Weisen 2, 12 und 14, 
28, 12, 8 und 9, 10, 21, über den Tugendhaften 6, 27 und 15, 9 
über beliebt und verhasst sein 13, 24, was (wen) der Weise hasse 
17, 23, wie man sich gegen den Feind des Vaters zu betragen habe, 
Kia-iü 43 f. 22 auch Li-ki 3 f. 23 s. am betreffenden Orte. Im Kia-iü Cap. 
22, auch bei Siün-tseu im I-sse 95, 2 f. 12 v. fragt Tseu-kung den Con- 
fucius, wie man seinem Fürsten, seinen Eltern, Frau und Kind und Freunden 
diene. Das Gespräch schon oben. Confucius antwortet immer mit einer 
Stelle des Schi-king. Lün-iü 2, 15 sagt Confucius: Sse fange an Dichter- 
stellendeuten zu können und im I-sse 95, 4 f. 19 fragt Tseu-kung den 
Tseu-schi, ob er das Liederbuch nicht lerne? 

Einzeln betreffen seine Fragen an Confucius geschichtliche 
Personen oder Zeitgenossen, so den Kuang-tschung und den Ngan-tseu 
Kia-iü Cap. 42 f. 18, den Tseu-tsan und den Ngan-tseu Kia-iü Cap. 14 
f. II u. Schue-yuen im I-sse 95, 2, 16 fg. Sein Lob der Regierung 
Tseu-tsan's in Tsching, im Gegensatze der von Tsang-sün im I-sse 95, 2 
f. 15 V. s. unten bei Tseu-san Nr. 37.; seine Aeusserung über 
Confucius auf die Frage von King-kung von Thsi hb'i Han-schi 
Wai-tschuen im I-sse 95, 2 f. 17 und im Schue-yuen ib. f. 17 v. und 
gegen Tschao Kien-tseu ib. s. bei den Aeusserungen der Schüler des 
Confucius über diesen, üeber den Gegensatz, welchen Tseu-kung in. 
seinem reichen, eleganten Aeussern gegen das ärmliche Auftreten von 
Tseu-sse's nach Han-schi Wai-tschuen im I-sse 95, 5 f. 1 3 bildete, s. unten 
bei Tseu-sse Nr. 17. Im Kia-iü Cap. 12 f. 3 fg. fragt der General 
Wen-tseu von Wei Tseu-kung nach dem Unterricht des Confucius und 
seinen Schülern, wer der weiseste sei. Er antwortete erst, er wisse 
6S nicht, charakterisirt dann aber die einzelnen Yen-hoei, (1), Yen-yung 



(205) 57 

(Tscliung-kung 4), Tschung-yeu (Tseu-lu 6), Yen-khieu (Tseu-yeu 9), 
Kung-si-tschi (Tseu-lioa 27), Tseiig-san 12, Tuan-sün-sse (Tseu-tschang 11), 
Pu-schang (Tseu-hia 10), Than-tai-mie-ming (Tseu-iü 14), Yen-yeu (Tseu- 
yeu 9), Nan-kung-thao (Tseu-yung 19) und Kao-tschai (Tseu-kao 15) s. 
die Gharakteristick bei den einzelnen. Dann folgen f. 6 noch solche 
von andern alten oder späteren Weisen. 

Der Sse-ki schliesst seine Notiz über Tseu-kung: er liebte aufzu- 
häufen (Fei-kiü), — der Kia-iü hat dafür Geld zu machen, Fang — zur rechten 
Zeit, Reichthümer und Schätze zu erwerben. Freudig verbreitete 
er der Menschen Gutes (Schönes), konnte nicht verbergen der Menschen 
Vergehen; beständig half er (san) Lu und Wei; sein Haus gewann (lui) 
1000 Kin, er starb am Ende in Thsi; ähnlich der Kia-iü. Von 
Tseu-kung soll angeblich der Schi-tschuen, ganz kurze historische 
Andeutungen zu den einzelnen Liedern des Schi-king, nur 16 Bl.^ sein. 
Er findet sich in der Sammlung Han Wei-thsung-schu I, 7, s. m. 
Abh. über diese Sammlung, a. S. B. d. Ak. 1868 I, 2. 

9. Yen-yen oder Tseu-yeu 

jetzt der 4. in der Westreihe der Weisen, war nach dem Kia-iü aus Lu, 
nach dem Sse-ki f. 12 v, aus Uj nach jenem 35, nach diesem 45 Jahr 
jünger als Confucius. Er war — vgl. Lün-iü 6, 12 — Gouverneur 
(Tsai) von Wu-tschhing; er versuchte nach dem Kia-iü Confucius zu 
folgen, als er nach Wei ging mit dem Sohn des Generals Siang und 
hiess ihn gut Belehrung von Confucius empfangen, berühmt nach dem 
Kia-iü durch seine üebung in den Bräuchen (Li) und dem Studium der 
Literatur (Wen-hio). 

Als Confacius nach Wu-tschhing kam, hörte er nach Lün-iü 17, 4, auch 
im Sse-ki, den Ton von Instrumental- und Vocal-Musik; er lächelte 
und sagte: wenn du ein Huhn schlachtest, nimmst du ein Messer, 
womit man einen Ochsen abschlachtet? Tseu-yeu sagte: ich habe 
früher gehört, dass Meister sagte: wenn der Regent die rechten Prin- 
cipien studirt, liebt er das Volk, und dass das Volk, wenn es die 
rechten Prinzipien lernt, leicht zu regieren sei. Confucius sagte: meine 
2 — 3 Schüler: Yeu's Ausspruch ist ganz richtig; ich scherzte nur (er 
erzog das Volk mit Recht durch Ritus und Musik). Wie er Confucius 
Aus d.Abli. d. I. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. XIII. Bd. I. Abth. (2 7) 8 



58 (206) 

zu Rede stellt bei der Hinrichtung des Schao Tsching-mao Amiot 
p. 161 fg. und bei seinem Verfahren gegen den Vater, der seinen 
unfrommen Sohn verklagt Kia-iü Cap. 2 f. 3 v., Amiot 194 fg. s. in 
Confucius Leben, Confucius Aeusserung gegen Yen-yen über die 
Gebräuche der verschiedenen D. im Kia-iü Cap. 6 f. 11 v. und im 
Li-ki Cap. Li-yün 9, f. 26 v. (8 p. 40) s. in Abth. IV. 

Wir sahen, wie er nach Meng-tseu III. 1, 4 13 (I. 5, 4 p. 82) beim 
Tode des Confucius ihn betrauerte. Meng-tseu's Aeusserung über ihn 
II, 1, 2, 20 (I. 3, 2 p. 42) ist schon oben angeführt. Tseu-kung 
charakterisirt ihn Kia-iü Cap. 1 2 f. 5 so : seine Üeberlegung vorher vollenden, 
um zur Ausführung zu gelangen und aie dabei anzuwenden, so dass weün 
er auch bewegt war, er doch nicht in Unordnung gerieth, so war Yen-yen's 
Wandel. Confucius sagte: wenn er wünschte etwas zu können, so studirte 
er es (hio); wünschte er etwas zu wissen, so fragte er; wünschte er 
etwas Gutes auszuführen, so erforschte er es (tsiang); wünschte er 
etwas zu geben (ki), so versah- er sich damit; so war Yen's Wandel. 
Confucius Aeusserung über Pietät auf seine Frage Lün-iü 2, 
7 siehe da. Bei der Trauer schien ihm der Kummer genügend nach 
Lün-iü 19, 14; andere Aeusserungen von ihm über Trauer Li-ki Tan-kung 
Cap. 3. f. 1 V., 25v., 26 v., 27, 33 v., 35 v., 38 v., 39, 53, 65 v. Kia-iü 
42 f. 17 im I-sse 95, 5 f. 16 v. sind zusammengestellt im I-sse 95^ 3, 
f. 18 V. — 20 V. Seine Unterhaltung mit Khi-kang-tseu über die Trauer 
des Volkes bei Confucius Tode, im Gegensatze zu der beim Tode 
Tseu-tschang's im Schue-yuen im I-sse 95, 3 f. 18 und Kung-tschung- 
tsea ib. B. 106, f. und bei Legge T. I Prol. p. 118 s. in Confucius Leben. 

10. Pu-schang oder Tseu-hia, 

der fünfte unter den Weisen an der Ostseite, war nach dem Sse-ki 
und Kia-iü 44 Jahr jünger als Confucius und nach diesem aus Wei. 
Bewandert im Schi-king, durchdrang er dessen Bedeutung und hatte 
einen berühmten Namen durch seine literarische Studien. Nach dem 
Sse-ki f. 13 v. sagt Confucius zu ihm: Du bist ein weiser Literat (Jü), 
kein Unweiser. Im Lün-iü 3 , 8 , auch im Sse-ki, fragt Tseu-hia nach 
der Bedeutung einer Stelle des Schi-king (I, 5, 3). Confucius erklärt 
sie ihm und Tseu-hia wendet sie richtig an, da ruft Confucius aus : Schang, 



(207) 59 

du verstehst mich, jetzt kann man mit dir über Dichterstellen reden. 
Der Han-schi-wai tschuen im I-sse 95, 3, f. 24 v. hat denselben Aus- 
spruch des Confucius über Tseu-hia, sonst abweichend ; der Kung-tschung- 
tseu ib. f. 23 v. hat eine ähnliche Aeusserung des Confucius, als Tseu- 
bia den Schu-king las. 

Auf die Frage Tseu-kung's, ob Sse (Tseu-tschang) oder Schang weiser 
(hien) sei, erwiederte Confucius imLün-iüll, 15, auch im Sse-ki f. 13 v. 
— Li-ki Tschung-ni Yen-kiü Cap. 28 f. 9, hat die letzte Aeusserung ohne 
die Frage Tseu-kung's. — Sse geht zu weit, Schang nicht weit genug. 
Confucius sagt: überschreiten ist wie nicht erreichen. Tseu-hia war 
nach Siün-tseu im I-sse 95, 3 f. 26 ärmlich gekleidet wie ein Bauer. 
Ein Mann aus Schün sagte: warum nimmst du kein Amt an? Er 
erwiederte: da die Fürsten gegen mich hochmüthig sind, so werde ich 
nicht ihr Diener (Tschin); da die Grossen (Ta-fu) gegen mich hoch- 
müthig sind, mache ich ihnen nicht wiederholt die Aufwartung. Lieu- 
hia-hoei trug mit dem hintersten (geringsten) Schüler dasselbe Kleid 
und doch wurde es nicht bezweifelt, dass er eines Tages Ruf (Ruhm) 
erlangen werde ; um Vortheil ringen (streiten) ist wie einen Fliegenpanzer 
(sehen) und seine Handfläche beklagen. Nach Lün-iü 13, 1 7 war Tseu-hia 
indess Gouverneur von Keu-fu und fragt da Confucius wegen der 
Regierung S. Regierung. Nach Amiot p. 372 empfängt der Fürst 
von Lu und ehrt ihn. Unklar ist die Aeusserung von Han-fei-tseu im 
I-sse 95, 3 f. 25: Tseu-hia besuchte, heisst es da, Tseng-tseu. Tseng- 
tseu sagte: wie bist du so fett (fei)? er erwiederte: ich kämpfte und 
siegte. Tseng-tseu sagte: was will das sagen? Tseu-hia sagte: als ich 
hineintrat und der früheren Kaiser Gerechtigkeit sah, da glänzte sie 
(Yung);,als ich hineintrat und die Lust von Freude an Reichthum 
und Ehren gewahrte, da war auch Glanz. Beide stritten (rangen) nun 
mitten in meiner Brust und ich wusste (verstand) nicht zu siegen, 
oder es zu ertragen; drum wurde ich mager. Jetzt hat der früheren 
Kaiser Gerechtigkeit gesiegt, drum bin ich fett. Daher besteht die 
Schwierigkeit der Absicht nicht darin, die Menschen zu überwinden, 
sondern darin, sich selbst zu überwinden; daher heisst es: sich selbst 
zu überwinden: (sich selbst zu besiegen), das ist Stärke (Klang). 

Wie Tseu-hia Confucius nach seinem Tode betrauert , ist nach 

8* 



60 (208) 

Meng-tseu III, 1, 4 13 (I, 5, 4 p. 82), vgl. Li-ki Cap. Tan-kung 3 f. 
26 und 41 schon oben bei Confucius Tode erwähnt. Als Confucius 
gestorben war, schliessen der Sse-ki und Kia-iü, wohnte Tseu-hia am 
Si-ho, lehrte da und wurde der Lehrer (Sse) von Wei Wen-heu, vgl. Li-ki 
Yo-ki Cap. 19 f. 27 (16, p. 99 — 103), diente ihm und der fragte ihn 
wegen der Regierung des Reiches. Die Stelle aus Li-ki Yo-ki Cap. 19 
27, wo Wen-kung von Wei ihn fragt, warum er bei der alten Musik 
immer einschlafe s. Abthl. IV* bei Musik. Der Kia-iü Cap. 38 f. 2, 
auch im I-sse 95, 3 f. 20 v., hat noch eine Anekdote von Tseu-hia. Er 
versuchte nach Wei zurückzukehren und sah einen der in der 
Geschichte las und sagte: Tsin's Heer greift Thsin an, die drei (?) Schweine 
(wohl Häuser, Familien, die in Tsin sich der Herrschaft bemächtigt hatten) 
gehen über den Hoang-ho, Tseu-hia aber sagte nicht so, erst am 
Tage Sse - hai wird das geschehen : der die Geschichte las , fragte alle 
Geschichtschreiber Tsin's und sie sagten wirklich, diess (geschieht 
am Tage) Sse-hai, Die Leute von Wei hielten daher den Tseu-hia 
für einen Heiligen. Sein Sohn starb , er beweinte ihn und verlor 
das Augenlicht (Ming). Hierauf geht Li-ki Cap. 3 Tan-kung f. 18 fg.) 
Tseu-hia betrauerte seinen Sohn und verlor das Augenlicht (Ming). 
Tseng-tseu condolirte ihn und sprach: ich habe gehört, dass 
wenn Freunde das Augenlicht verlieren, sie mit einander weinen. 
Tseng-tseu weinte, Tseu-hia weinte auch und sprach: Himmel! 
ich bin doch ohne Schuld! Tseng-tseu zürnte und sagte: Schang, wie. 
ohne Schuld. Ich diente mit dir dem Meister zwischen den (Flüssen) 
Tschü und Sse; du gingst weg und altertest oberhalb des Si-ho Flusses. 
Das Volk vom Si-ho sandte Boten an dich, du aber zweifeltest an dem 
Meister und das ist dein erstes Vergehen. Du betrauertest deine Lieben 
(Tsin) und sandtest (zu mir), da das Volk es noch nicht gehört hatte;' 
dies ist dein zweites Vergehen. Du betrauertest (so stark dass) deinen 
Sohn und verlorst dein Gesicht, das ist dein drittes Vergehen, und 
dennoch sagst du: ich bin doch ohne Schuld! Tseu-hia hob seinen Stock 
auf, verneigte sich und sprach: ich habe gefehlt! ich habe gefehlt! Ich 
verliess die Schaar (Heerde) und wohnte allein und das lange. 

Nach Lün-iü 19, 12 sagte Tseu-yeu: die Schüler Tseu-hia' s 
sind blosse Kinder; sie können die Flur (den Boden) besprengen 



(209) 61 

"und kehren , Fragen beantworten , eintreten und sich zurück- 
ziehen, doch das sind blos die Zweige ohne die Wurzel, was sind sie 
werth? Als Tseu-hia das hörte, seufzte er und sagte: du irrest Yeu! 
welche unter den Lehren des Weisen müssen zuerst und welche zuletzt 
und welche gar nicht gelehrt werden? Gibt es doch auch unter Pflanzen 
und Bäumen verschiedene Classen, wie sollten wir die Lehren des Weisen 
nicht beachten; nur der Weise vereinigt zugleich Anfang und Ende. 

Kia-iü Cap. 8 f. 20 v., auch im I-sse 95, 3 f. 26 heisst es: Confucius 
wollte ausgehen, es regnete und er hatte keine Bedeckung (keinen 
Schirm), seine Schüler sagten: Schang (Tseu-hia) hat einen. Confucius 
sagte: Schang ist sehr sparsam (liü) mit seinen Schätzen, ich höre aber, 
dass wer dem Menschen mittheilt von seiner Länge, (seinem Ueberflusse) 
und widersteht ihrer Kürze (Tien, Mangel), dass der lange bestehen kann. 

Han-schi- wai-tschuen im J-sse 95, 3, f. 24 v. fragt Tseu-hia 
Confucius, warum die Ode Kuan-tscheu den Anfang der Kue-fung (I, 1) 
bilde. Dessen angebliche Antwort ist sehr sonderbar. Wenn man im 
Schi-king eines lerne, wisse man zweierlei. Diese und die Stelle im 
Lün-iü 3 , 8. oben setzen Tseu-hia's Beschäftigung mit dem Schi- 
king voraus. Nach demselben ib. f. 28 schläft Ling-kung von Wei 
bis in den Tag hinein ; als er erwacht, ist sein Geist sehr geschwunden. 
Er sendet nach einem muthigen Sse, der kommt zu Tseu-hia etc. 

Aussprüche von Tseu-hia oder von Confucius, die er veranlasst, 
werden wir mehrere Abth. IV an den betreffenden Stellen mittheilen; wir 
deuten hier die wesentlichsten nur an; so Kia-iü Cap. 5 f. 40. und Ta-tai 
Li-ki im 1-sse 95, 3 f. 27 v. entwickelt er eine Art Zahlenphilosophie; 
die Aeusserung über Pietät im Lün-iü 2,8; über den Weisen 6, 11, 
19, 10, auch im Sse-ki f. 13 v. und bei Schi-tseu im I-sse 95, 2 f. 25; 
über Freundschaft Lün-iü 19, 3, 4 und 9; über das Studium oder 
Lernen 19, 5 und 6. Auf die Begier ung beziehen sich seine Fragen, 
wann der Fürst des Volkes Vater und Mutter sei? Li-ki Kung-tseu 
Hien-kiü Cap. 29 f. 16—21 (24 p. 147—153), auch Kia-iü 27 f. 10 
I-sse 95, 3 f. 20 v. und wodurch ein Fürst Fürst sei, bei Schi-tseu 
im I-sse 95, 2 f. 25, auch im Lün-iü 19, 13. lieber Zusammentreffen 
mit den Feinden der Eltern Li-ki Tan-kung Cap. 3 f. 23; über 



62 (210) 

Trauer ib. f. 26, 40 v. , auch im Kia-iü 43 f, 23, Cap. 4 f. 63 Tseng 
Tseu-wen Cap. 7 f. 26, und 26 v., auch im Kia-iü Cap. 43. 

Im Kia-iü Cap. 12 f. 4 v. charakterisirt Tseu-kung den Tseu-hia 
so : er ging entgegen (den Gästen) mit Achtung (King), sie zu empfangen, 
nach oben verbunden, nach unten verschlingend (tsa), wie abgeschnitten 
(tsie), so war Po-schang's Wandel. Confuoius erklärte diess mit einer 
Stelle des Schi-king und schliesst: Wer wie Schang ist, wie 
konnte der nicht ungefährdet heissen. Liü-schi's Tschhün - thsieu 
im I-sse 146 schang f. 8 v. nennt einen Schüler Tseu-kung's 
Tien-tseu-fang. Er selbst wurde sehr alt; denn 406 v. Chr. finden 
wir ihn am Hofe Wen-kung's von Wei, dem er Copien einiger klassischen 
Bücher gegeben haben soll. Kung-yang-Kao und Ko-leang-tschi sollen 
mit ihm den Tschhün-thsieu studirt haben und Mao's Schi-king seine 
Ansichten enthalten. Mit Mao's Text erschien eine Vorrede zum Schi-king, 
die Tseu-hia zugeschrieben wurde. Legge's Schi-king Appendix I. Pro- 
legomena T. IV, 1. p. 34 — 81 gibt sie im chinesischen Texte mit üebersetz- 
ung. Nach Siü-tsching, einem Beamten in U zur Zeit der drei Reiche 
(229 — 264n. Chr.), bei Legge p. 31 erhielt Tseu-hia den Schi-king von Con- 
fucius und überlieferte ihn dem Kao Heng-tseu, dieser dem Sie-Tshang-tseu, 
der dem Mien-Miao-tseu und der dem altern Mao ; abweichend aber nach 
Lo-te-ming Tseu-hia dem Tseng-schin (dem Sohne von Tseng-sin), der 
dem Li-ke, der dem Meng-Tschung-tseu aus Lu, der dem Kin-Meu-tseu, 
dieser dem Siün-Khing-tseu dem Philosophen und dieser dem älteren 
Mao. Letztere Ueberlieferung hat der P. Regis zum Y-king I. p. 129. 
Ma-tuan-lin B. 175 f. 16 hat einen I-king Tseu-hia's in 10 Heften, 
sagt aber dieser sei nicht von Tseu-hia (fei Tseu-hia tschiwen); Tseu- 
hia's Buch sei verloren* Was die Gebräuche betreffe, so sei in I-li 
(Cap. Sang-full) ein Pien von ihm: und Khang-hi'& Wörterbuch unter 
Kiün (30, 4) citirt eine Stelle aus I-li Tseu-hia tschuen. Die Note zum 
I-li sagt aber, man weiss nicht, wer es gemacht habe; Alle sagten 
Confucius Schüler Po-schang, mit dem Beinamen (Tseu) Tseu-hia, nach 
Andern aber Kung-yang-kao, ein Schüler Tseu-hia's. Auch die Vorrede 
zum Schi-king bei Legge T. IV. Prolegomena I p, 34 — 95 wird, wie 
gesagt, von einigen Tseu-hia ohne Grund zugeschrieben; so noch von 
Pauthier bei der französischen üebersetzung derselben vor seiner franz. 



(211) 63 

Uebersetzung aus dem Schi-king in der Bibliotheque Orientale. Paris 
1872 8, T. 11. p. 249—258. 

11» Tuan-sün-Sse oder Tseu-tschang, 

dessen Tablette der des Vorigen gegenüber im Westen, ist verscbieden 
von einem andern Tseu-tschang Nr. 18. Tuan-sün, war nach dem 
Scholiasten zum Lün-iü sein Familienname (Sing), Sse sein Ming. 
Er war nach dem Kia-iü und Sse-ki aus Tschin und 48 Jahr jünger als 
Confucius. Nach Kia-iü 38, f: 2 hatte er Haltung (Yang-mao), Güter (Tse), 
war correct (tschi), liberal (Kuan), redlich, weit (po), hatte Verkehr (Tsie), 
folgte der Gewohnheit selbst und sein Wandel bestand in Humanität 
und Recht. Confucius Schüler waren ihm befreundet, aber ehrten ihn 
nicht. Wir sahen schon, wie nach Meng-tseu II 1, 2, 20 (I. 3, 2 p. 42) 
er mit Tseu-kung und Tseu-yeu nur ein Glied des Weisen ausmachte. 
Nach Lün-iü 2, 18, auch im Sse-ki f. 14, fragt er Confucius wegen des 
Einkommens und der gibt ihm Regeln über sein Selbstverhalten; er 
studirte blos ein Amt zu erhalten. Confucius Rath s. in Abth. IV bei Amt. 
Lün-iü 11, 17, auch im Sse-ki f. 14, heisst es, Sse hat ein feines 
Aeussere, ist aber ohne Redlichkeit und 19, 16 sagt Tseng-tseu: Tschang's 
Aeusseres ■ ist glänzend , aber er ist kein Beistand der Tugend und 
§ 15 Tseu-hia mein Freund Tschang erstrebt Schwieriges, erreicht aber 
die Tugend nicht. Lün-iü 15,' 5, auch im Sse-ki f. 14, fragt er 
Confucius, da er ihm folgte und sie zwischen Tschin und Tsai waren 
nach einer Regel für eine erfolgreiche Aufführung. Dieser erwiedert: 
sei in deinen Worten treu und redlich, in deinen Handlungen 
(deinem Thun) rein und respecktvoll, dann wirst du auch in den 
Reichen der Nord- und Südbarbaren Erfolg haben. Wenn deine Worte 
aber nicht treu und redlich sind ; wenn dein Thun nicht völlig respeckt- 
voll ist und du bist auch in einem chinesischen Distrikte oder Dorfe (Tscheu 
und Li), wie kann das gehen? Wenn du stehst, habe diess immer vor 
Augen ; wenn du fährst, habe es (die 3 Punkte)' immer auf dem Quer- 
holze des Wagens geschrieben, dann wirst du Erfolg haben. Tseu-tschang 
schrieb dann diesen Spruch auf seinen Gürtel; vgl. Kia-iü 21 f. 33 v. 
Lün-iü 15, 41 heisst es: als Confucius den blinden Musiker Mien führte 
und an die Treppe kam, sagte er: diess ist die Treppe; als er zu den 



64 (212) 

Sitzen kam': da sind die Sitze; nachdem sie sich niedergesetzt hatten, 
sagte er: hier sitzt dieser und da sitzt jener. Ais der Musikus 
hinausgegangen war, fragte Tseu-tschang, muss man so verfahren, wie 
du gegen den Musiker verfuhrst? Confucius erwiederte: so steht man 
andern bei. Confucius Ausspruch, wie Sse durch Uebermass fehle und 
Tschang indem er zu wenig thue, ist schon bei diesem oben erwähnt. 
Der Li-ki Cap. Tan-kung 3 f. 14 v. I-sse 95, 4 f. 8 v. erzählt, da 
Tseu-tschang krank war, rief er seinen Sohn Schin-tsiang und sagte: 
vom Weisen heisst es : er vollende (tschung) , vom ünweisen er sterbe 
(sse); ich bin diesen Tag wohl der Vollendung (einem Weisen nach den 
Scholienj nahe. Wir haben in unserer Abh. über die Religion der 
alten Chinesen I. S. 209 schon angeführt, wie diese Stelle missdeutet 
worden ist. Eine anscheinend einfältige Frage thut er im Kia-iü 41 
f. 14 und Li-ki Tan-kung Cap. 4 f. 68 v. an Confucius über die Stelle 
im Schu-king, dass (der alte Kaiser) Kao-tsung 3 Jahre nach dem Tode 
seines Vaters nicht gesprochen haben soll. Confucius Antwort auf seine 
Frage, ob man 10 Generationen voraus die Begebnisse wissen könne 
Lün-iü 2, 22 ist schon oben angeführt worden. Es charakterisirt ihn 
Tseu-kung Kia-iü Cap. 12 f. 4 v. so: Bei einem schönen Verdienste 
nicht px'ahlen, bei geehrten Stellung nicht Freude zeigen, nicht insolent 
noch indolent, nicht hochmüthig sein gegen Abhängige; so war der 
Wandel von Tuan-sün-sse. Confucius sagte, wer nicht prahlt (fo), der 
kann etwas vermögen; wer nicht gering hält (beleidigt, pe) die 100 
Familien , der ist human ; das Lied sagt : der Weise, der erfreut, 
und brüderliche Liebe übt, ist des Volkes Vater und Mutter. Der Meister 
hielt seine Humanität für das Tiefste der grossen Lehre (Ta-hio). Li-ki 
Cap. Tan-kung 3 f. 23 hat noch eine Anekdote, wie bei der Trauer um 
Tseu-tschang Kung-ming-i die Leichenanstalten traf; ich weiss aber nicht, 
ob es dieser Tseu-tschang ist oder der andere; s. die Anekdote bei 
Trauer. 

Einzelne A u s s p r ü c h e über den Ruhm (Ruf) Lün-iü 12, 19 u. Sse-ki 
f. 14 fg., die er veranlasst, über den Einsichtsvollen (Ming) Lün-iü 
12, 10, die Tugend 17, 6 und 5, 18, die Regierung 19 und 20, 2 — ver- 
schieden im Li-ki Cap. 28 f. 15 fg; — über Freundschaft 19, 3, über 
Trauer und ßegräbniss Li-ki Cap. 3 Tan-kung f. 23, 26 und 4, 64 



(213) , 65 

Lün-iü 19, 1, f. 25 Kia-iü 42 f. 20; über Unterricht Kia-iü 36 f. 29; 
über die Gebräuche (Li) Kia-iü 27 f. 8, auch Li-ki Cap. 28 f. 8 v. ; 
über Strafen in früherer Zeit bei Kung-tschung-tseu im I-sse 95, 4 f. 5 v.; 
über die Bestimmung (Ming) ib. f. 6; über den Eintritt in 's Amt 
(Ji-kuan) Kia-iü 21 f. 31—33, auch im Ta-tai Li-ki K. 8 Ti 65 und daraus 
betreffenden Orts im I-sse 95, 4 f. 3 v. — 5 v., s. in Abth. IV. Kia-iü 1. 10 f. 
25 fragt Tseu-tschang Confucius, wie er bei der Kua sehe betrübt sei. Der 
I-sse 95, 4, f. 1 — 8 gibt die Tseu-tschang betreffenden Stellen aus dem 
Sse-ki, dem Li-ki c. 28 Tschung-ni yen kiü und C. Tan-kung, dem Ta-tai 
Li-ki, Kung-tschung-tseu, dem Schue-yuen, dem Tschung-lün, Han-schi 
wai tschuen, dem Sin-siü und Tschuang-tseu- 

12. Tseng-san oder Tseu-iü. 

Amiot Mem. T. XIII. p. 8 sagt: aus Kia-hiang-hien in Yen-tscheu-fu 
in Schan-tung, der Kia-iü und# der Sse-ki 67, f. 14 v. sagen aber aus 
Süd Wu-tsching. Er war 46 Jahr jünger als Confucius und zeichnete 
sich aus durch seine Pietät, die er lehrte. Er starb in Lu. Der Sse-ki 
hat nichts weiter über ihn. Aus späterer Zeit haben wir mancherlei 
Anekdoten über ihn, wovon mehrere sich auf seine Pietät beziehen. 
Der Yen-schi Kia-hiün in der Sammlung, auch im I-sse B. 95, 1 f. 17 
V» sagt: tseng-tseu studirte noch in seinem 70. Jahre und erlangte 
Ruf im ganzen Reiche und Hoai-nan-tseu im I-sse 95, 1 f. 19: er ernährte 
seine Eltern, wie man dient einem strengen Herrn (Yent schü) , einem 
hitzigen Fürsten (lie Kiün) Ib. ; Tseng-tseu's Pietät war der Art, dass er 
nicht vorbei ging das Dorfthor (Liü) seiner Mutter. Der I-sse ib. f. 
19 fg. hat noch einige Anekdoten von Tseng-tseu und seiner Mutter, 
als er Holz auf dem Felde sammelte und ein Gast oder Schüler von 
ihm kam aus dem Lün-heng, dem Hiao-tseu tschuen u. s. w. ; sie sind 
aber nicht erheblich genug um sie im Einzelnen mitzutheilen. Haur 
fei4seu im I-sse 95, 1 f. 20 erzählt: Tseng-tseu's Frau ging zu Markte; 
ihr Sohn folgte ihr und weinte. Seine Mutter sagte: kehre um und 
gehe heim. Die Frau ging wegen eines zu tödtenden (zu schlachtenden) 
Schweines zu Markte, als sie (zurück). kam, wollte Tseng-tseu das Ferkel 
ergreifen und es tödten (schlachten). Seine Frau hielt ihn aber zurück 
Ausd.Abh.a.I.Cl.d.k.Ak.d.Wiss.XIII.Bd.I.Abth. (28) 9 



66 (214)' 

und sagte: das Thier spielt mit dem Kinde. Tseng tseu sagte: das 
Kind spiele nicht damit, das Kind weiss es noch nicht; das Kind 
warte auf Vater und Mutter, um zu lernen, es höre auf Vater und 
Mutters Lehren. Jetzt täuschest du es; diess heisst dem Kinde die 
Täuschung (den Betrug) lehren. Wenn der Vater das Kind täuscht 
(hintergeht) und nicht redlich ist, wenn seine Mutter es nicht nach 
dem Rechten unterweiset, so folgt es dem gebratenen Ferkel. Der 
Schue-yuen ib. f, 20 v. sagt: in Confucius Hause kannte das Kind 
kein Schelten ; in Tseng-tseu's Hause kannte das Kind kein Zürnen 
(Zorn) und wurde von seiner Geburt an gut unterrichtet. Tseng-tseu 
folgte Confucius nach Thsi ; sein Gespräch mit Ngan-tseu, siehe im Kia-iü 
Cap. 15 f. 16 V. 

Der Schue-yuen im I-sse 95, 1 f. 18, auch der Kia-iü 1 5 f . 15, 
erzählt: Tseng-tseu krautete Sellerj (Yün) und Kürbisse und schnitt 
ungeschickt seine Wurzel ab (sein Vater Tseng-si) zürnte desshalb und 
ergriff einen grossen Stock und schlug ihn. Tseng - tseu warf sich 
auf die Erde nieder voll Respeckt; als er wieder aufstand, näherte 
er sich Tseng-si und sagte: den vorigen Tag beging San (ich) ein 
Vergehen gegen den grossen Mann , der grosse Mann brauchte 
Gewalt (seine Kraft), San zu belehren. Er nahm es nicht übel, ging 
hinter den Wandschirm, schlug das Tamburin und die Harfe (Kin) 
und sang dazu lustig. Als Tseng-si die Töne seines Gesanges hörte, 
sagte er: ich weiss, dass er gleichmüthig (ping) ist. Als Confucius das hörte, 
sagte er erzürnt zu seinen Schülern: wenn San kommt, soll er nicht 
herein. Tseng-tseu, der sich nicht schuldig wusste, sandte einen Mann 
(Jemanden), sich bei Confucius zu entschuldigen. Confucius sagte: hast 
du nicht gehört, dass einst Ku-seu einen Sohn hatte mit Namen Schün. 
Schün diente seinem Vater Ku-seu, der band ihn und suchte ihn zu 
tödten. Da er ihn nicht erreichen konnte mit einem kleinen Stocke 
(Tschui), wartete er bis einer vorüberging mit einem grossen Stocke, 
aber Schün lief davon, dass Ku-seu ihn nicht angreifen (fan) konnte. 
So beging der Vater kein Verbrechen und Schün unterliess nicht seine 
grosse Pietät.. Jetzt hat aber San seinen Leib ihm überlassen um zu 
erwarten seinen wüthenden Zorn ; hätte er ihn getödtet, so hätte er 
sich dem nicht entzogen, wenn seine Person umgekommen wäre und 



(215) 



67 



sein Vater wäre in diese Ungerechtigkeit verfallen, welche Impietät 
könnte grösser sein ! (Der demnächst folgende Satz ist mir nicht 
ganz verständlich). Als Tseng-san diess hörte, sagte er: San's Schuld 
ist gross, er eilte zu Confucius und entschuldigte sein Vergehen. 
Der Schluss im Schue-yuen ist abweichend. Der Kienming-schu 
im I-sse 95, 1 f. 18 v. hat dazu noch eine Stelle: Meug-tseu 
sagt: Tseng-tseu diente seinem Vater so: Hiess der ihm etwas mit einem 
kleinen Stocke, so nahm er (die Schläge) hin; hiess er ihm etwas aber 
mit einem grossen Stocke, so lief er davon. Er fürchtete, dass er ihm 
seine Glieder zerbreche (khuei), das war nicht die Art (Tao, der Weg) 
eines frommen Sohnes (diese Anekdote finde ich in unserm Meng-tseu 
nicht). 

Der Sin-iü im I-sse 95, 1 f. 18 v. sagt: Tseng-tseu war fromm 
gegen seinen Vater und seine Mutter. Im Dunkeln zog er sich an und 
Morgens fragte er, ob ihnen kalt oder warm sei ? lief schnell, ermunterte 
sie (zum Essen) des Reisschleimes und stellte sich inzwischen oben an 
der Matte. Seine Tugend wurde ein Muster für die kommenden 
Geschlechter. 

Hoai-nan-tseu ib. im I-sse 95, 1 f. 19 sagt: Tseng-tseu unterhielt 
seine Eltern (Tsin) , wie er mit Ernst diente seinem Herrn und eifrig 
seinem Fürsten. Etwas barock ist, was ib. f. 1 9 v. aus dem Hiao-tseu- 
tschuen von ihm erzählt wird: Tseng-tseu ass einen lebendigen (frischen) 
Fisch, der sehr schön (gut) war, da brach (spuckte) er ihn wieder aus. 
Man fragte nach der Ursache. San sagte: (am Tage) da meine Mutter 
noch lebte, kannte sie nicht den Geschmack eines frischen Fisches; jetzt 
:ass ich einen schönen, drum spuckte ich ihn wieder aus und sein Lebe- 
lang ass er keinen wieder. Meng-tseu 7, 2, 36 sagt: Tseng-si war 
eingenommen für Schafdatteln, (chin. Yang-tsaoJ; sein Sohn Tseng-tseu 
konnte aber nicht leiden, Schafdatteln zu essen. Kung-sün-tschheu (ein 
Schüler Meng-tseu' s) fragte diesen: kleingeschnittenes und geröstetes 
Fleisch oder Schafdatteln, was ist besser? Meng-tseu sagte: jenes. 
,Kung-sün-t scheu sagte, wie ass denn Tseng-tseu jenes und ass keine 
. Schaf dattel^,? Meng-tseu sagte: Jenes ist allgemeine (thung) Nahrung; 
Schafdatteln sind aber etwas besonderes (to). Man meidet so , den per- 

9* 



68 (216) 

sönlichen Namen (Ming), aber nicht den Familiennamen (Sing); dieser 
ist gemeinsam (thung), der Ming ein besonderer. 

Hoai-nan-tseu im I-sse 95, 1. f: 19 sagt: Tseng-tseu unverdorben 
(Lien) wollte nicht aus der Diebesquelle (Thao-tsiuen) trinken ; das heisst 
seine Neigung nähren (Yang tschi). Andere sagen das von Confucius. Im 
Kia-iü Cap, 10 f. 26 sagt Tseng-tseu, wenn man zu vertraut ist (einem sich 
zu sehr nähert, hia), dann behandelt man sich gegenseitig leicht; wenn 
man zu strenge (tschuang), ist so ist keine Liebe da, daher muss 
beim "Weisen die Annäherung genügend sein, dass die Verbindung 
angenehm bleibe (huan), die Strenge hinreichend, dass die Civilität 
(Li) vollkommen sei. Als Confucius diese Worte hörte, sagte er : meine 
Schüler, wer will wohl noch sagen, dass San die Art des Verhaltens 
(Li) nicht kenne? 

Nach Eia-iü Cap. 38 f. 2 v. machte er in Thsi seine Aufwartung 
(Phing) und man wünschte ihn zum Minister (Khing) zu machen, er 
ging aber nicht darauf ein und sagte : mein Vater und meine Mutter sind 
alt, der Menschen Einkünfte verzehren und' sich um der Menschen Ange- 
legenheiten kümmern (sorgen), ich kann es nicht ertragen, ferne von 
den Eltern zu sein und andern Menschen zu frohnden. Seine Lebensver- 
hältnisse müssen zu Zeiten sehr dürftig gewesen sein, vgl. Amiot Mem. T. 
XIII. p. 9. Tschuang-tseu im I-sse 95, 1 f. 17 v. sagt: als Tseng-tseu 
in Wei war, trug er ein hänfenes Oberkleid (Yün-phao). ohne äusseres 
Gewand (Piao). Seine Haltung zeigte Schwären (Tschung) und Mager- 
keit. Hände und Füsse hatten Schwielen (harte Haut, Pien-tschi, von 
der Arbeit); drei Tage lang machte er kein Feuer an; zehn Jahre über 
brachte (schnitt) er sein Kleid nicht in Ordnung und setzte nicht seinen 
Hut zurecht; die Frangen an der Mütze waren abgerissen und den 

Gürtel (Tsu-kin) hielt er unter dem Arm fest dabei sang er den 

Schang-sung (Schi-king IV. 3). Die Töne erfüllten Himmel und Erde, 
wie wenn sie aus Erz und Stein hervorgingen: der Kaiser erlangt 
keinen Unterthan (Beamten, Tschin), die Vasallenfürsten erlangen keinen 
Freund, drum indem er seine Absicht (Tschi) kultivirte, vergass er die 
Form (Hing), indem er die Form kultivirte, vergass er des Vortheils; 
indem er die rechten Prinzipien zu erreichen strebte, vergass er sein 
Herz. Han-schi Wai-tschuen im I-sse 95, 3 f. 8 erzählt ähnlich: 



(217) 69 

Tseng-tseu hatte ein Kleid aus grobem Zeuge (Ho) mit Hanf und 
Seidenfäden (Wen-seu), das noch nicht einmal vollständig war. Seine 
Speise war ungereinigter Reis, nicht genug zur Sättigung. Stimmte es 
aber nicht mit dem Rechte (J), so schlug er die erste Ministerstelle 
(Schang-khing) aus und verschmähte nicht ArmutH und Dürftigkeit. 
Uebernahm er ein Amt, so wünschte er seine Person aufrecht zu 
erhalten und die rechten Principien zu üben (Hing-tao) und sah dabei 
nicht auf Schwere und Leichtigkeit. Konnte er sie demnach ausüben, so 
wünschte er das Recht zu walten (king-i), auszubreiten seinen Ruf 
(Namen) und sah dabei nicht auf Vortheil und Nachtheil; so übte er 
es. Es wird dann noch eine Stelle aus dem Schi-king angeführt. 
Der Schue-yuen im 1-sse 95, 1 f. 18, auch im Kia-iü 20 f. 30 v., 
sagt ähnlich nur kürzer: Tseng-tseu's Kleid war schlecht (zerrissen), 
ein Kleid wie beim (zum) Pflügen. Als Lu's Fürst das hörte, sandte er 
einen Mann an ihn, der kam, ihm eine Stadt anzubieten und sagte : 
er bitte, damit seine Kleider in Ordnung zu halten. Tseng-tseu nahm 
sie aber nicht an; (jener) kehrte nochmals wieder, er nahm sie aber 
wieder nicht an (fehlt im Kia-iü). Der Bote sagte: der Meister begehrt 
ja nichts von den Menschen; die Menschen bieten es ihm so an; 
warum nimmt er es denn nicht? Tseng-tseu sagte: dein Diener hat 
gehört: wer von dem Menschen etwas annimmt, fürchtet (Wei) die 
Menschen; wer den Menschen gibt, wird hochmüthig; lass ab mich zu 
beschenken, so wirst du nicht hochmüthig gegen mich ; ich kann mich nicht 
fürchten, darum nehme ich durchaus (beständig) nichts an. Als Confucius 
das hörte, sagte er: San's Wort genügt, seine Ordnung zu vollenden (tsuen 
khi thsi). Der Kin-pao sagt im I-sse 95, 1 f. 18 v. : Tseng-tseu pflügte am Fusse 
des Thai-schan; des Himmels Regen und Schnee, Kälte und Frost Hessen ihn 
die ganze Dekade nicht zurückkehren ; er besang den Leang-schan. Nach 
Tschuang-tseu im I-sse 95, 1 f. 20 bekleidete Tseng-tseu indess zweimal ein 
Amt (Jin) und zweimal änderte er seinen Sinn. Er sagte: ich liebte das 
Amt von drei Fu (ein Mass) und mein Herz freute sich ; später hat aber 
ein Amt von 300 Tschung (ein grösseres Mass) mein Herz nicht gerührt. 
Die Schüler fragten Tschung-ni und sprachen, kann man sagen, dass er 
kein Versehen beging. Er erwiederte, er (betrachtete) sah die 3 Fu und 
3000 Tschung an, wie man einen Sperling bei sich vorbeigehen sieht. 



70 (218) 

Han-schi wai tschuen im I-sse 95, 1 f. 19 v. erzählt: Da Tseng-tseu in 
Kiü war, erhielt er Reis in der Hülse (so) drei Ping (eigentlich Handvoll, 
zu 160 Ten oder Pick.) Zu der "Zeit waren Tseng-tseu's Einkünfte 
bedeutend (tschung, schwer), aber leicht (schmächtig) sein Körper. Nach- 
dem seine [Eltern gestorben waren, kam er nach Thsi als Ministergehülfe 
(Siang), nach Thsu als Ling-yn und nach Tsin als oberster Minister 
(Schang-khing.) Der Zeit war Tseng-tseu's Körper schwer (dick), aber seine 
Einkünfte waren leicht (geringe). Er hegte seine Schätze und täuschte 
(mi) sein Reich. Er konnte mit ihnen nicht reden von - Humanität. 
Er hielt seinen Körper grade und sparsam (yo , gebunden) seine Ver- 
wandten. Man konnte mit ihm nicht reden von Pietät. Wer Gewicht 
legt auf den Tao, (wählt) ferne kein Land und seufzet nach Hause; 
wenn arm und die Eltern alt sind, wählt er kein Amt, es zu führen; 
daher der Weise (Kiün-tseu) gerade aus, arm (ho, in groben Zeuge), zur 
Zeit, wo er sich bemüht, schnell läuft. 

Eben da f. 19 v. sagt Tseng-tseu: Gehen und nicht zurükkehren 
können (huan), das machen die Eltern (thsin); die Spitze, zu der man 
nichts hinzufügen kann, das sind die Jahre. Daher ein frommer Sohn, 
der seine Eltern zu ernähren wünscht, nicht erst wartet. Der Baum, 
der grade zu werden wünscht, wartet nicht erst die Zeit ab. Daher 
ist einen Ochsen erschlagen (tschui), (ihnen) denselben auf dem Grabe 
zn opfern, nicht wie ein Huhn oder Ferkel den Eltern bei ihren Leb- 
zeiten darbringen. Als ich daher ein Amt erhielt und in Thsi Beamter 
wurde, überschritten meine Einkünfte nicht einen Tschung (700 Pfd.) 
und Fu (6y2 Pick), Dennoch war ich heiter und vergnügt, nicht weil 
ich das für viel hielt; ich freute mich, dass meine Eltern es bekamen 
(tai). Nachdem sie gestorben waren, reisete ich südlich nach Thsu und 
erhielt ein ehrenvolles Amt. Meine Halle (Tang) war 9 Faden (jin ä 8 Fuss) 
hoch, die Querbalken (sui) en fronte (ti) drei Wei (ä 5 Zoll). . Der 
Transportwagen (Tschuen-ko) hatte ich 100; doch nach Norden gewendet 
weinte ich bittere Thränen, nicht dass das zu Wenig war; es machte 
mir Kummer, dass es meinen Eltern nicht zukam. Drum wenn die 
Familie (das Haus) auch arm ist und die Eltern alt sind, wähle man 
kein Anit, es zu bekleiden. Wenn eines . Absicht redlich (sin) ist, seine 



(219) 71 

Eltern beschränken (binden, yo) ist keine Pietät. Er citirt dann noch 
einen Liedervers. 

Schi-tseu im 1-sse 95, 1 f. 18 v. erzählt: Nach dem Tode seiner 
Eltern las (tho) Tseng-tseu die, Trauergebräuche nicht ohne dass die 
Thränen wie Regenschauer auf den Zipfel (kin) seines Kleides herabfielen. 
Beständig stand er an einem Abende fünfmal auf, zu sehen des Kleides 
Dicke oder Dünne, des Kopfkissens (tschin) Höhe oder Niedere. Der 
Kin-pao im I-sse 95, 1 f. 18 v. sagt: wenn Tseng-tseu vom ackern 
zurück kam, was that er? Tseng-tseu diente Confucius mehr als zehn 
Jahre ; früh wenn er aufwachte , sah er (nach ihn) und dachte an seine 
beiden Lieben (Eltern); bis (wenn) das Jahr schwand, ernährte er sie 
unermüdlich, dazu ergriff er die Harfe (Kin) und schlug das Tamburin 
und sagte : das vergangene und nicht wiederkehrende Jahr kann man 
nicht (wieder) erhalten, um wiederholt den Lieben zu dienen. Stöhnend 
(Heu-ki) kehrte er zum Pflügen zurück, den folgenden Tag ruhig, dass 
er am Li-schan pflügte. 

Der Schue-yuen im I-sse 95, 1 f. 47 v., auch im Sia-hio IV. 2, 13^ 
erzählt noch eine Anekdote von einem seiner Schüler: Kung-ming-siuen 
lernte schon drei Jahr bei Tseng-tseu und las keine Bücher. Tseng-tseu' 
sagte: Siuen weilt jetzt schon drei Jahre an San's Pforte und lernt 
nichts, wie ist das? Kung-mihg-siuen sagte: wie sollte ich mich unter- 
stehen nichts zu lernen? wenn ich sehe, dass Meister im innern Hause 
(Kung-ting) bei den Eltern weilend, mit rauher Stimme (Tone) auch nicht 
einmal die Hunde und Pferde anredet, so wünscht Siuen (dasselbe) zu 
lernen, vermochte es aber noch nicht. Wenn Siuen sieht, wie der Meister 
gegen Gäste ehrerbietig und doch zurückhaltend (Kien) ist und nicht 
lässig (Kiai) und ohne ßespeckt (To), dann wünscht Siuen (dasselbe) zu 
lernen), vermochte es aber noch nicht. Wenn Siuen sieht, wie der Meister 
am Hofe (Tschao-ting) weilend so ernst (Yen) auf die Untern herabsieht 
und doch keinen verletzt und verwundet, so wünscht Siuen dasselbe 
zu lernen, vermochte es aber noch nicht. Siuen wünschte diese drei Sachen 
zu lernen, vermochte es aber noch nicht ; wie würde er sich unterstehen 
nichts zu lernen und doch an Meisters Pforte zu verweilen ? Tseng-san 
nahm seine Matte zusammen und entschuldigte ihn und sagte: San (ich) 
fasste nur Siuen' s Studium nicht. 



72 (220) 

Seine Frau verstiess er. Der Pe-hu-tung im I-sse 95, 1 f. 20 
sagt darüber: Tseng-tseu verstiess seine Frau Li-tsching unzeitig. 
Gefragt, sagte er: die Frau zu „Verstössen, gibt es 7 Gründe — 
(S. Kia-iü 26 f. 7, Amiot Mem. T XII. p. 281 fg. und meine Abb. über die 
häuslichen Verhältnisse der alten Chinesen, a. d. S. B. 1 8 62, II. p. 214). — Ist 
die Tshing nicht auch vorher Anlass gewesen ? Er erwiederte : ich habe 
gehört, wer eine Verbindung abbricht (Kiao), kann doch einen Freund 
haben; wer eine Frau verstösst, kann doch wieder heirathen; dass die 
Li-tsching unzeitig verlassen ist, wozu nach dem Grunde fragen? Der 
Kia-iü 38 f. 2 v. sagt: San's Stiefmutter (Heu-mu) begegnete ihm; sie 
war nicht freundlich (ngan) und man brachte ihr Nahrung, die nicht 
gut war. Da seine Frau Li-tsching nicht gut kochte, (scho , zeitig) 
verstiess er sie. Die Leute sagten : es ist keiner der 7 Gründe zum 
Verstössen da. San sagte: die Li-tsching sieht nur auf kleine Dinge; 
ich wünsche, dass sie es zeitig thue und nicht erst mein Befehl dazu 
gebraucht werde, wie viel mehr bei grossen, wichtigen Sachen; daher 
verstiess er sie , nahm aber sein lebelang keine Frau wieder. Sein 
Sohn bat ihn darum: er erinnerte aber seinen Sohn und sagte: Der 
Kaiser Kao-tsung tödtete (vernichtete) wegen der Stiefmutter seinen Sohn; 
Hi-pu verbannte wegen seiner spätem Frau Pe-i. Ich erreiche aufwärts 
Kao-tsung nicht, der Mitte nach (tschung) Hin ich nicht zu vergleichen mit 
Hi-pu; beständig weiss ich zu erlangen zu entgehen dem üebel (Unrechte). 

Auch Han-schi Wai-tschuen ib. erwähnt, dass er seine Frau verlor 
und nicht wieder heirathete. "Wir haben in unserer Abh. über die 
häuslichen Verhältnisse der alten Chinesen, a. d. S. B. 1862 II. S. 239 schon 
nach dem L(i-ki Cap. 12 Nei-tse f. 51 v. fg. angeführt, wie die Pietät 
in China über Alles geht und wenn des Sohnes Frau gegen die Schwieger- 
mutter sich nicht gehörig beträgt, dieser sie Verstössen kann. 

Nach Tseng-tseu gehörte es zur Pietät seinen Körper völlig 
unverletzt zu erhalten , wie man ihn von seinen Eltern überkommen 
Li-ki Cap. Tsi-i 24 f. 55, Siao-hio IV. 2. 11. Darauf bezieht sich 
Lün-iü 8, 3: Als Tseng-tseu krank und dem Tode nahe war, berief 
er seine Schüler und wandte sich an diese; deckt meine Füsse, deckt 
meine Hände auf; das Gedicht sagt: sei sorgsam und zittere, als ob du 
am Kande eines Abgrundes ständest, als ob du auf Eis tretest. Jetzt 



(221) 73 

und künftig weiss ich, dass ich entkommen werde (unverletzt bin); 
Kinder denkt daran. Ebenda § 4 wird weiter erzählt, als Tseng-tseu 
krank war und Meng-king kam ihn zu besuchen, sagte Tseng-tseu: 
wenn ein Vogel dem Tode nahe ist, sind seine Töne traurig; wenn 
ein Mann im Sterben ist, sind seine Worte gut (tugendhaft). Drei 
Sachen sind, worauf der Weise besonders achtet; er sorgt, dass seine 
Haltung nicht harsch und nachlässig ist, seine äussere Haltung wohl 
geregelt, seine Worte gemässigt, fern von Niedrigkeit und Opposition; 
die Opfergefässe haben ihre Aufseher (Wärter). Der Schue-yuen im 
I-sse 95, 1 f. 49 v. bezieht sich offenbar auf diess Gespräch, weicht 
aber ab. Es sind da dann noch weitere Erzählungen aus seiner letzten 
Krankheit aus dem Ta-tai Li-ki, ib. f. 49, Schue-yuen f, 49 v. und 
Li-ki Cap. Tan-kung. 3 f. 10. 

Meng-tseu IV. 1, 19 3 (II. 7, 19) und daraus der Siao-hio IV. 2, 8 
erzählen noch. Als Tseng-tseu seinen Vater Tseng-si ernährte, gab er 
ihm immer Wein und Fleisch; deckte er ab, so fragte er ihn immer, 
wem er das übrig gebliebene geben solle? Wenn sein Vater ihn fragte, 
ob noch mehr da sei, sagte er immer ja. Als Tseng-si gestorben war und Tseng- 
yuen seinem Vater Tseng-tseu aufwartete, gab er ihm immer Wein und 
Fleisch, wenn er aber abdeckte, fragte er ihn nicht, wem er die üeber- 
reste geben solle? Fragte der: ob noch etwas übrig sei, so antwortete 
er nein. Er wollte ihm nämlich die Ueberbleibsel nochmals aufsetzen, 
das heisst aber, sagt Meng-tseu, blos Mund und Körper ernähren ; wer 
aber wie Tseng-tseu seine Eltern ernährt, zeigt die Absicht sie zu 
ernähren und wer seinen Eltern dient, wie Tseng-tseu that, kann ein 
frommes Kind heissen. Ein anderer Sohn Tseng-tseu's Tseng-schin 
wird im Li-ki Cap. Tan-kung 3 f. 7 und 10 unter Lu Mo-kung (409 bis 
376) und bei Siün-tseu im I-sse 95, 1 f. 50 erwähnt. 

Im Lün-iü 1, 4 sagt Tseng-tseu: ich prüfe mich täglich in drei Punkten, 
ob ich treulos war im Geschäftsverkehr, ob ich unredlich war in 
Freundesverkehr und ob ich die Lehren meines Meisters zu üben versäumte. 

Sein verschiedenes Verfahren von dem von Tseu-sse erzählt Meng-tseu 
IV, 2, 31(11,8,31). Als Tseng-tseu im Wu-tsching wohnte, kamen Räuber 
aus Yue — nicht Yü, wie Collie hat. — Einige sagten zu ihm : warum gehst 
Aus d. Abb. d. I, Cl. d. k. Ak. d. Wiss. XIII. Bd. I. Abth. (29) 10 

I 



74 (222) 

du nicht fort, die Räuber sind gekommen. Er erwiederte, lass keinen 
in mein Haus, die Bäume zu vernichten und zu verletzen. Als die Räuber 
fortwaren sagteer: setze mein Haus .wieder in Stand, ich werde zurück- 
kehren, und als die Räuber wieder fortgegangen waren, kehrte Tseng- 
tseu auch zurük. Seine (Amts) Diener (zur Rechten und Linken) sagten: 
man (die Regierung) hat Meister redlich behandelt und mit Achtung, 
dass als die Räuber kamen, er zuerst fortging , wie wird das Volk das 
ansehen? dass er zurückkehrte als die Räuber fort waren, das durfte 
nicht geschehen. Schin-yeu-hing aber sagte: das verstehst du nicht. 
Einst wurde Schin-yeu von den Grasträgern angegriffen ; unser Meister 
(Confucius) hatte 70 Männer, die ihm folgten und keiner betheiligte sich 
dabei. Als Tseu-sse (dagegen) in Wei wohnte kamen Räuber aus Thsi; 
einer sagte: die Räuber kommen, warum gehst du nicht? Tseu-sse 
aber sagte: wenn ich wegginge, wer würde dann den Fürsten beschützen? 
Meng-tseu schliesst: Tseng-tseu und Tseu-sse hatten beide gleich recht, 
(thung-tao). Tseng-tseu war ein Lehrer, (wie) Vater und älterer 
Bruder; Tseu-sse aber war Beamter (Diener, Tschin); hätten Tseng-tseu 
nnd Tseu-sse den Platz (Ti, das Land) vertauscht, so hätten sie auf 
gleiche Weise gehandelt. Im Kia-iü 8 f. 18 sagt Tseng-tseu: trete ich 
in dieses Reich und ich kann redlich (wahrhaft) mit der Schaar seiner 
Beamten sprechen, dann kann ich bleiben, kann ich redlich verfahren 
mit den Ministern (Khing) und Grossen (Ta-f u), dann kann ich ein Amt 
übernehmen, kann ich Wohlthaten verbreiten über die 100 Familien, 
dann kann ich reich sein. Confucius sagte: von diesem Worte 
von San kann man sagen : er kann gut seine Person ruhig erhalten. 
Tseu-kung charakterisirt den Tseng-san im Kia-iü Cap. 12 f. 4 v. so : voll 
(muan), aber nicht überfüllt (jng), solide (fest schi), aber wie leer, über- 
schritt er die Grenze ; war aber , als wenn er sie nicht erreichte , was 
selbst den alten weisen Kaisern zu schwer war. Tief lernte er nichts 
nicht (Alles). Seine Gestalt war Ehrfurcht gebietend, seine Tugend 
weit (tun), sein Wort Menschen gegenüber nie unzuverlässig, seinem 
Hochmuthe nach ein Grosser (Ta-jin), beständig überfliessend (hao-hao), 
daher wurde er schön alt (mei-scheu), so war Tseng-san's Wandel. Con- 
fucius sagte: die Pietät ist der Tugend Anfang; die Bruderliebe der 
Tugend Reihe (Folge, Siü); die Treue (Sin) der Tugend Dicke (Heu); die 



(223) 75 

Rechtschaffenlieit der rechte Stand (Sching) der Tagend; San war ein 
Mann der Mitte (Tschung-fu), besass die vier Tugenden und dessiialb 
rühmt man ihn. Doch heisst San im Lün-iü 11, 12: stumpf (dumm, lu.) 
Angebliche Gespräche Tseng-tseu's mit Confucius enthält 
der Hiao-king, das classische Buch über die Pietät, in achtzehn Kiuen, 
— chinesisch ganz in I-sse 95, 1, f. 20 v. bis 24, lateinisch übersetzt 
von P. Noel, Prag 1711. 4*^, franz. von P. Amiot Mem. T. IV. und 
englisch von Bridgman im Chinese Repository T. V. p. 345 — 353. 
Dann sind von Tsengrtseu im Ta-tai Li-ki^) und daraus auch im 
I-sse 95, 1. f. 25 — 36 noch Ausführungen. Wir geben die Titel der 
einzelnen Abschnitte mit der chinesischen Üeberschrift : Ti 49 Tseng- 
tseu li sse, etwa: wie Tseng-tseu verfährt, ausgezogen im I-sse 95, 1 
f. 33 — 36 v; Ti 50 Tseng-tseu pen-hiao, derselbe über die 
Wurzel der Pietät, im I-sse f. 25; Ti 51 Li-hiao, Feststellung der 
Pietät im I-sse f. 25v.; Ti 52 Ta-hiao, die grosse Pietät; Ti 53 Sse- 
fu-mu^ wie man Vater und Mutter dient, imi-ssef. 26; dann Ti 54 — 56 
in drei Abschnitten Tschi-yen, Regelung der Worte, iml-ssef.30 v.bis 33; 
Ti 57 Tseng-tseu tsi-ping, Tseng-tseu während seiner Erkrankung 
im I-sse f. 49 und Ti 58 Thien-yuen, derselbe über des Himmels 
Rundung im I-sse f. 46 fg. Tseng-tseu's Gespräch mit Confucius 
im I-sse 95, l f. 27 v. — 30 im Ta taiLi-ki Tschu-yen findet sich auch 
imKia-iü 3, f. 4 — 6 v. Wir kommen auf den Inhalt der einzelnen Artikel 
in Abth. IV. zurück ; so beim Weisen, der Pietät, dem Himmel u. s.w. 

Der Ta-hio ist nicht von Tseng-tseu, wie wohl angenommen; 
s. Legge's Proleg. T. I. p. 26, sondern enthält nur Aeusserungen von 
ihm. Einzelne Aeusserungen von ihm sind noch im Li-ki C. 7 
Tseng-tseu wen, Fragen von ihm über Trauergebräuche und 
Ahnendienst, über Pietät im Li-kiTsi-i 24 f. 23 (C. 19. p. 121 fg.); 
seinen Rath für Criminalrichter im Lün-iü 19, 19 s. bei Strafen; Lün- 
iü 12, 23 und 26 bei Weise. 

Nach P. Amiot T. 13 p. 9 bildete Tseng-tseu nach Confucius Tode 



1) Dieser findet sich in der Sammlung Han Wei thsung schu, von welcher ich in m. 
Abh. aus den Sitzungsberichten der Ak. 1868, I, 2 bereits Nachrichten mit Angabe des 
Inhalts der einzelnen Theile gegeben habe. 

10* 



76 (224) 

Scliüler, namentlich dessen Enkel T 8 e u - s 8 e ; den Lo-tsching-tsche 
nennt der Hiao-tseu tschuen im I-sse 95, 1 f . 19; — von ihm spricht 
der Li-ki im C. Tan-kung 4 f. 93 v. und Tsi-i Cap, 24 und Han-fei-tseu 
im I-sse 95, 1 f. 50 fg. Seinen Schüler Kung Ming siuen nennt 
der Schue-yuen ib. f. 47 v., den Feldherrn U-khi der Sse-ki 65 
f. 5 und Liü-schi's Tschhün-tshieu im I-sse B. 146 Schang f. 8; nach 
dem Sse-ki achtete Tseng-tseu diesen aber gering und er sagte sich 
von ihm los. 

13. Thseng-tienoderTseu-si, 

den Vater des vorigen, schliessen wir hier gleich an. Als Con- 
fucius nach Lün-iü 11, 25, auch im Sse-ki f. 15 v., mehrere seiner 
Schüler aufforderte, ihm ihre Wünsche (ho Ju) kund zu geben, 
sagte Tien, nachdem er seine Arie beendet und seine Harfe weggelegt 
hatte: ich bin verschiedener Meinung von den dreien (Tseu-lu, Yen-yeu 
und Kung-si-hoa) ; ich möchte jetzt beim Frühlingsschlusse mein Früh- 
lingskleid anlegen, eine vollständige Mütze (Tsching-kuan) aufsetzen 
und mit 5 — 6 Männern und 6 — 7 jungen Leuten gehen und mich im 
J Flusse baden, frische Luft unter den Regen-Altären (wu iü) schöpfen 
und singend heimkehren (nichts weiter begehrend). Confucius sagte 
seufzend: ich stimme Tien bei. Der Kia-iü 38 f. 3 sagt: da zur Zeit 
der Krankheit der Unterricht in den Gebräuchen (Li) nicht ging, wünschte 
er sich auszubilden, Confucius hielt es für gut; das heisse in Lün-iü 
er badete sich im J Flusse und lüftete sich unterhalb Wu-iü. Collie 
übersetzt Wu-iü im Lün-iü irrig : among the local temples. Lu brachte das 
Sommeropfer um Regen am J Flusse in Schan-tung dar; s. Lün-heng 
im I-sse 95, 4 18 v. 

Nach Meng-tseu II, 1,1,3, (I, 3, 1 p. 34) fragte Jemanden Tseng-si, ob 
er oder Tseu-lu weiser sei. Tseng-si unbehaglich (unwillig) sagte : mein 
Grossvater verehrte ihn. Dann fragte der andere, ob Meister oder 
Kuan-tschung weiser (hien) sei ? Tseng-si erwiederte unwillig: wie magst 
du mich mit Kuan-tschung vergleichen? Kuan-tschung gewann das 
Herz seines Fürsten (von Thsi) und genoss sein volles Vertrauen; er 
regierte das Land eine lange Zeit, aber seine Verdienste waren geringe ; 



(225) 77 

wie magst du mich mit diesem vergleichen. Dieser Tseng-si kann 
natürlich nicht der obige Vater von Tseng-tseu sein, sondern,, wie auch 
der Scholiast zu Meng-tseu, Tschao-khi und Tschu-hi f. 1 v. bemerken, 
ist dieser Tseng-si der Enkel von Tseng-tseu, nach andern sein Sohn 
Legge T. II p. 56. Sein Platz in den Tempeln ist nach Legge Prol. T. I. 
p. 12 in der Halle für Gonfucius Ahnen, wo seine Tafel die erste im 
Westen ist. 

14. Than-thai-mie-ming oder Tseu-iü. 

aus Wu-tsching; nach dem Sse-ki 39, nach dem Kia-iü 49 Jahr jünger 
als Gonfucius. Wir wissen über ihn im Besondern , dass er ertrank, 
da er über den Hoang-ho setzen wollte. Der Po-vö-tschi im I-sse 95, 
4 f. 16 V. sagt: als es sich um seine Beerdigung handelte, hiess es: 
es ist Bestimmung; die Maden und Ameisen, was haben die für eine 
Liebe zu einem und Fische und Schildkröten dagegen was für einen Hass 
(keinen)? Er wurde nämlich nicht beerdigt. Nach dem Sse-ki B. 67, 
f. 15 war er sehr hässlich von Gestalt und wünschte Gonfucius zu 
dienen und dieser schätzte sein Talent; nach dem Kia-iü hatte er aber 
das Ansehen eines Weisen. Es scheint nach Lün-iü 6, 12 unter 
Tseu-yeu, dem Gouverneur von Wu-tsching, gedient zu haben. Dieser 
rühmt ihn da dem Gonfucius, er betrete nie sein (Yeu's) Haus ausser 
in Geschäften. Tseu-kung characterisirt ihn Kia-iü Gap. 12 f. 5: 
Ehrte man ihn, so war er nicht besonders erfreut; achtete man ihn 
gering, so zürnte er nicht. Er sah nur auf den Vortheil für das Volk 
und war sparsam (lien), wo es sein eigenes Thun betraf. Wenn er 
dem Oberen diente, so suchte er seinen Untergebenen dadurch zu 
helfen. So war Than-thai-mie-ming' s Wandel. Gonfucius sagte: allein 
geehrt u. reich sein wollen, darüber erröthet der Weise, er hält die Mitte. 
Der Kia-iü 38 f. 2 v. sagt: er hatte das Vermögen eines Weisen. 
Gonfucius prüfte ihn nach seinem Aussehen (yung-mao) und erkannte 
sein Talent (Tsai), aber sein Talent genügte nicht (tschung). Gonfucius 
sah, dass er ein Mann war, der das Allgemeine ohne Privatinteresse 
in's Auge fasste, sowohl beim Annehmen eines Amtes als beim Abtreten. 
Er erlangte Ruf durch seine Antworten und war ein Ta-fu in Lu, Er 



78 (226) 

nahm ein Amt an und wenn er davon zurücktrat, so bildete er seinen 
Wandel aus und folgte nicht einer Seitenstrasse (King), Wenn nicht 
in öffentlicher Angelegenheiten besuchte er keinen Minister, (Khing) und 
Ta-fu. Er reiste nach Süden und kam bis an den Kiang nach ü; 300 
Männer folgten ihm als Schüler. Sein Ruf verbreitete sich unter den 
Vasallenfürsten. Als Confucius das hörte, sagte er: Ich nahm (beurtheilte) 
erst die Menschen nach ihren Worten. Ich Hess davon ab bei Tsai-iü. 
Ich nahm (beurtheilte) die Menschen erst nach ihrem Aeussern; ich 
Hess davon ab bei Tseu-iü. Aber der Kia-iü 19 f. 28 v. sagt: Than-thai 
Tseu-iü hatte das Aeussere eines Weisen (Kiün-tseu), aber sein Wandel 
übertraf nicht seine Gestalt. Tsai-ngo besass einen gezierten (Wang) und 
eleganten Ausdruck, aber seine Einsicht genügte nicht für seine Unter- 
scheidung. Confucius sagte: ein Dorf Sprichwort sagt: beobachte (siang) die 
Pferde am Wagen, beobachte die Sse im Hause , so kannst du nicht 
fehl gehen (fei). Wer aber nach blossen Ansehen die Menschen nimmt 
(beurtheilt), den lässt es in Stich (der irrt sich), wie bei Tseu-iü; wer bloss 
nach den Worten die Menschen nimmt, der irrt sich wie bei Tsai-yü (Tseu- 
ngo). 

Er wie fast alle nachfolgenden Schüler des Confucius erhielten 
einen Platz bei den Opfern, die Confucius dargebracht werden seit 739 
n. Chr. Seine Tafel ist die 2. im Osten im äussern Vorhofe jenseits 
der der Assessoren und Weisen. 



15. Kao-tschhai oder Tseu-kao. 

nach dem Kia-iü v. aus Thsi, aber aus einem andern Clane, als die 
dort mächtige Familie Kao; nach den Scholiasten des Sse-ki f. 18 v. 
aber aus Wei. Er war nach dem Sse-ki 30, nach dem Kia-iü 40 Jahre 
jünger als Confucius und nur 6 oder nach dem Sse-Ki 5 kleine chinesische 
Fuss gross. Nach dem Kia-iü war er von Gestalt hässlich, aber sehr 
fromm, hielt recht auf das Gesetz, wohnte in seiner Jugend in Lu und 
erhielt unter Confucius Schülern den Namen eines Einsichtsvollen 
(Tschi). Er bekleidete das Amt eines Gouverneurs (Tsai) von Wu- 
tsching. Der Lün-iü 11, 17 sagt: Tschai ist dumm. Tseu-lu sandte 



(227) 79 

Tseu-kao als Gouverneur (Tsai) nach Pe. Confucius tadelte ihn Lün-iü 
11, 24 desshalb, er habe dem Sohne eines Mannes Unrecht gethan (da 
er ihn anstellte, ehe er noch gehörig gelernt hatte). S. oben bei Tseu- 
lu; wir haben ihn dort, S. 190, wo das Ende von Tseu-lu erzählt wurde, 
bereits erwähnt, hier noch Weiteres: Der Kia-iü, Cap. 8, f. 17 fg., auch 
im Schue-juen und bei Han-fei-tseu im I-sse 95, 4, f. 12 v. fg., vgl. 
Amiot p. 269, erzählen: Als Khi (Tseu)-kao Criminalrichter (Sse-sse) in 
Wei war, liess er (wegen eines Verbrechens) einem Menschen (zur Strafe) 
die Füsse abschneiden. Da brachen plötzlich in Wei die Unruhen des 
Khuai-kuei aus; (Ling-kung floh nach Tsin), Khi-kao entfloh auch aus 
dem Thore der Vorstadt. Der Verstümmelte (der, dem das Bein abge- 
schnitten war) bewachte das Thor und sagte zu Khi-kao: Hier ist eine 
Lücke (in der Mauer, durch die du hinaus kannst) ; Khi-kao sagte aber : 
Der Weise springt nicht (über die Mauer, yü). Wieder sagte jener: 
Hier ist eine Höhle (Teu, zum Verbergen); Khi-kao aber sagte: Der 
Weise geht keine Nebenwege (Sui). Wiederum sagte jener : Hier ist ein 
Haus. Khi-kao trat dann hinein und die ihn verfolgten, hielten an. 
Als Khi-kao dann wieder fort wollte, sagtie er zu dem Verstümmelten: 
Ich konnte nicht aufathmen (Khuei). Nach des Kaisers Gesetz kam ich 
zu nahe des Verstümmelten Füssen; jetzt, da ich in Bedrängniss bin 
und zur Zeit, da dieser Gestrafte Hass nähren könnte, liess er mich 
dreimal fliehen, wie kommt das? Der Verstümmelte sagte: Dass mir 
derFuss abgeschnitten wurde, war meine Schuld, wie könnte ich darüber 
zürnen ? Wenn ^der Fürst den Unterthan nach dem Gesetze regiert, gehen 
zusammen^) der Vordermann und nachher folgt der Unterthan; wünscht 
der Unterthan (dem Strafgesetze) zu entgehen, so weiss er, worauf (auf 
welches Verbrechen) Gefängniss und Abschneiden (khiüe) steht. Wenn 
er (der Beamte) sicher die Sache übersieht und die Strafe erkennt und 
dabei Erbarmen und nicht Freude zeigt und der Unterthan sieht diese 
Haltung (Yen-sse) des Fürsten, so weiss er, dass der Fürst nicht für 
sich (Sse, aus Privatabneigung) die Strafe vollzieht. Der Himmel er- 
zeugte den Weg (die Anordnung, Tao) der Weisen^); daher ist der Unter- 
than froh über den Fürsten und sein Verfahren. 



1) Der Kia-iü hat ho; aber der Schue-yuen wohl besser den ähnlichen Charakter Ling, befiehlt. 

2) Der Schue-yuan hat: des humanen Mannes Herz (Jin jin tschi sin). 



80 (228) 

Als Confucius Das hörte, sagte er: Gut! Wenn der Beamte das 
Gesetz strenge anwendet und dabei human und milde denkt, so pflanzt 
er die Tugend; fügt er aber Härte -und Grausamkeit hinzu, so. pflanzt 
(säet) er Hass. Vom gemeinsamen Interesse geleitet verfuhr Tseu-kao. 

Im Kia-iü, Cap. 12, f. 5 v. fg., charakterisirt Tseu-kung den Tseu- 
kao so: Ein aus der Höhle (Tschi) auskriechendes Insekt nicht tödten; 
wachsende Bäume nicht umhauen (tsche) ; Trauer für die Lieben (Eltern, 
Tsin) anlegen, ohne ihr Alter (Tschi, eigentlich Zähne) zu untersuchen, 
so war Tseu-kao's Wandel. Confucius sagte: Tschai's Trauer um seine 
Lieben ist schwer zu erreichen. Wenn man auskriechende Insekten nicht 
tödtet, so folgt man der Menschen Weg (Tao, Princip); wachsende Bäume 
nicht umhauen, zeigt Gutmüthigkeit und Humanität; vollendete, warme 
Ehrerbietung (Kung) und Gutmüthigkeit zeigen, das heisst sich erheben 
(tse). Der Li-ki im Cap, Tan-kung, 3, f. 19, auch im Siao-hio, IV. 2, 
15, erzählt: Als Kao-tseu-kao^) seine Eltern (Tsin) betrauerte, weinte er 
drei Jahre Blut und Hess die Zähne nicht sehen (d. h. er lachte nicht); 
diess ist für einen Weisen (Kiün-tseu) sehr schwer. 

Sein Platz ist neben der Tafel von Kung-si ngai. 

16. Mi(Fo2)-pu-thsi oder Tseu-tsien 

aus Lu, nach dem Kia-iü 40, nach dem Sse-ki, B. 67, f. 15 v* aber 
49 und nach den Scholiasten des Sse-ki 30 Jahr jünger als Confucius. 
Er wurde Gouverneur von Tan-fu, hatte Talent, Einsicht und Huma- 
nität (Jin), liebte die 100 Familien (das Volk) und ertrug keine Pflicht- 
verletzung. Confucius rühmte ihn Lün-iü 5, 2 und auch im Sse-ki 
ruft Confucius aus: „Tseu-tsien ist ein Weiser; hätte Lu keine Weisen, wie 
könnte er eine solche Tugend haben?" Er war, wie gesagt, Gouverneur 
von Tan-fu und berichtete (Fan-ming) an Confucius. Der Sse-ki setzt 
hinzu, das Reich (Lu) hat Weise (wie) Pu-thsi 5 Männer; sie lehren, wie zu 
regieren sei. Der Kia-iü, 14, f. 11 v. hat dieselbe Aeusserung, aber er- 
weitert. Die Aeusserungen über ihn beziehen sich fast alle auf seine 
Verwaltung von Tan-fu. Der Schue-yuen im I-sse 95, 4, f. 10 v. sagt: 



1) Diess soll derselbe sein; 2) verscliieden geschrieben. 



(229) 81 

Als Mi-tseu- tsien Tan-fu verwaltete, spielte er die Harfe (Kin),, sang 
dazu und kam nicht herab aus seiner Halle (Tang) und Tan-fu war 
(wohl) regiert. Wu-ma-khi (No. 27) regierte auch Tan-fu ; mit den Sternen 
ging dieser hinaus, mit den Sternen ging er hinein. Tags und Abends 
weilte er nicht bei seiner Person, sie zu lieben und Tan-fu war auch (gut) 
regiert. Wu-ma-khi od. schi fragte Mi-tseu-tsien nach der Ursache. Mi-tseu- 
tsien sagte: Ich erhalte die Menschen, du erhältst die Kräfte; wer die 
Kräfte erhält, strengt sie an ; wer die Menschen erhält, lässt sie gehen 
(J). Jener sagte: Mi-tseu-tsien ist ein Weiser; er lässt die 4 Glieder (in 
Ruhe), füllt (tsiuen) Ohren und Augen, beruhigt Herz und Lebensgeister 
(Khi) und die 100 Beamten verwalten (regieren), er erhält nur ihre 
Zahl und das ist alles. Wu-ma-khi macht es (nicht so) ; er ermüdet die 
Natur und macht, dass sie sich abarbeiten und sich anstrengen und viel 
Kopfweh bekommen; er unterweiset und ermahnt sie (beständig); aber 
obwohl er so regiert, ist es doch, als ob er es noch nicht erreicht hätte. 
(Mi-tseu-tsien Hess die Dinge gehen, Wu-ma-khi dagegen zeigte sich viel- 
geschäftig.) Der Schue-yuen ebenda f. 8 v. sagt: Als Mi-tseu-tsien 
Gouverneur (Tsai) von Tan-fu wurde, wandte er sich an den Meister 
(Confucius). Der Meister sagte: Tritt Keinem entgegen (yng), um hin- 
zukommen (und du wirst hinkommen); erwarte nicht, dass man dir 
beistimmt; stimmt man dir bei, so verlierst du die Stelle; kommst du 
hin, so verschliesst man dir (den Zugang); es ist wie bei einem hohen 
Berge oder einem tiefen Abgrunde; geht man jenem nach, so kann 
man die Spitze (Höhe) nicht erreichen, will man diesen (don Abgrund) 
ermessen, so kann man die Tiefe nicht ergründen. Tseu-tsien sagte: 
Gut, ich unterstehe mich nicht, die Befehle nicht zu beachten. 

Einen Widerspruch, mit der ersten Stelle bildet Han-fei-tseu im 
I-sse 95, 4, f. 11 V.: Als . Mi-tseu-tsien Tan-fu regierte, besuchte Yeu-jo 
(Nr. 25) ihn und sagte: Wie bist du denn so mager geworden (Kiü)? 
Mi-tseu sagte: Der Fürst erkannte nicht meine Geringheit und meinen 
Mangel an Einsicht, und sandte mich, Tan-fu zu verwalten. Die Amts- 
geschäfte bekümmern mein Herz, daher die Magerkeit. Yeu-jo sagte: 
Einst rührte (Kaiser) Schün die 5 Saiten und sang dazu das Lied Nan- 
fung und das Reich war (gut) regiert, und jetzt macht das kleine Tan- 
fu zu regieren dir so viele Sorge? Das Reich zu regieren, was wäre 
Aus d. Abb. d. I. Cl. d. k. Ak. d. Wiss. XIII. Bd. I. Abth. (30) 11 



82 (230) 

das erst! D'rum hat man einen ordentliclien Plan (Schu) gemacht für 
die Leitung, so kann die Person oben in der Halle (Tang) des Miao 
sitzen. Hat man einen festen Wohnplatz, dann kann die Gestalt von 
Frau und Kind bei der Verwaltung nicht schaden ; hat man aber keinen 
(ordentlichen) Plan gemacht und will doch regieren, wenn dann die 
Person auch krankhaft sich anstrengt und abmagert, so hilft es doch 
nichts. Es sind noch mehrere ihn betreffende Stellen im Kia-iü. 14, f. 11 v. 
die erste ist auch im Schue-yuen im I-sse 95, 4, f. 11 fg. Confucius sagt 
da zu Mi-tseu-tsien : Du verwaltest Tan-fu, die Menge ist erfreut; was 
thust du (breitest du aus), um das zu erlangen ? Sage es mir (Khiöu), was 
du machst. Er erwiderte und sprach, Pu-thsi's Verwaltung ist so : Wenn der 
Vater mitleidig (sio) ist gegen seinen Sohn, hat sein Sohn Mitleid mit 
den Verwaisten und betrauert die Gestorbenen ein Jahr über. Confu- 
cius sagte: Gut, diess ist die kleine Ordnung, und das kleine (geringe) 
Volk ist anhänglich (unterwürfig, fu), aber das ist noch nicht genügend. 
Spricht Pu-thsi: Für des Vaters Dienst sind 3 Männer, für des älteren 
Bruders Dienst 5 Männer , für der Freunde Dienste 1 1 Männer. Con- 
fucius sagte: Für des Vaters Dienst 3 Männer, die können die Pietät 
lehren; für des älteren Bruder Angelegenheiten können die 5 Männer 
die Bruderliebe lehren ; für die Freundes-Dienste können die 1 1 Männer 
zum Guten erheben ; diess ist die mittlere Ordnung und die mittleren 
Leute werden anhänglich sein, aber das ist noch nicht genug! Jener 
sprach: Dieses Landes Volk hat Weise (Hien) unter Pu-thsi, und die 
5 Männer dienen Pu-thsi, um sie zu regeln; alle lehren die Principien 
von Pu-thsi. Confucius sagte seufzend : Das ist gross (bedeutend), dass 
die unter diesen sich finden. Einst hörten Yao und Schün (im) Reiche 
sich um und bemühten sich Weise zu finden, und unterstützten selbst 
diese Weisen und lOOterlei Glück erlangten ihre Ahnen, und sie 
wurden die Herren der erleuchteten Geister. Die Liebe (das Mitleid, Si), 
womit Pu-thsi regiert, ist dagegen noch gering. Der Sse-ki B. 67, f. 15 v. 
hat die Aeusserung des Confucius: Dieses Reich hat Weise, u. Pu-thsi 
5 Männer; sie belehren Pu-thsi, wie zu regieren ist. Confucius sagte: 
Es ist zum Erbarmen (sie) ; die Pu-thsi regiert, sind klein ; die er regiert 
und die gross sind, deren sind wenige. 



(231) 83 

Eine zweite Stelle ist Kia-iü, 37, f. 31 v. — 32 v., und dann bei 
Liü-schi Tschhün-thsieu im I-sse B. 95, 4, f. 10 fg.: Confucius Schüler 
war Mi-tseu-tsien; als er (nämlich Confucius) ein Amt in Lu hatte, machte 
er ihn zum Gouverneur (Tsai) von Tan-fu. Da er aber besorgte, Lu's 
Fürst möchte auf schmeichlerische (verläumderische) Worte hören^ Hess 
er ihn selbst die Regierung nicht führen, um so zu entschuldigen sein 
Thun und bat den Fürsten, dass er zwei Männer als Sse^) mit ihm ab- 
senden wolle, mit ihm zugleich das Amt zu führen (anzutreten). Mi- 
tseu-tsien aber verbot seinen Stadtbeamten (Li) und hiess die beiden 
Sse ihr Buch niederzulegen (fang). Das Buch nahm er dann plötzlich 
an sich aus ihrer Hand (Tscheu, eigentlich Handgelenk) und wenn die 
Schrift (das Buch) nicht gut war, dann folgte er (ging er ihnen nach) 
und zürnte ihnen. Die beiden Sse, bekümmert über seine Auslassungen 
(Reden), baten zurückkehren zu dürfen nach Lu. Mi-tseu sagte: Eure 
Bücher sind gar nicht gut; ihr strebtet nur zurückzukehren. Diebeiden 
Sse kehrten zurück und verantworteten sich beim Fürsten und sagten : 
Mi-tseu sandte nach deiner Diener Bücher und hielt des Dieners Hand (Ge- 
lenk) fest. Die Bücher wurden so schlecht und er zürnte noch dem 
Diener; die Stadtbeamten lachten (spotteten) alle darüber; deine Diener 
sagten dir so, warum sie kamen. 

Lu's Fürst fragte Confucius desshalb. Confucius sagte : Mi-pu-tseu 
ist ein Weiser; seine Talente könnten im Amte einen Pa und Wang 
unterstützen; er schmiegte sich (khiü-tsie), um Tan-fu zu regieren, in- 
dem er sich selbst prüft (versucht, schi), wird absichtlich daraus ein 
Tadel gemacht. Der Fürst fuhr auf wie aus dem Schlafe, athmete tief auf 
und sagte seufzend: Meine Wenigkeit war darin nicht einsichtsvoll 
genug; meine Wenigkeit störte Mi-taeu's Verwaltung, und ihr tadelt 
(tse) (sein) Gutes, öfter zu erforschen (thsi). Unbedeutend (wei, wie er 
ist) kennt meine Wenigkeit (der beiden Sse) Vergehen nicht. Meister, 
wenn meine Wenigkeit nicht von selbst auffährt, lasse schnell einen hin- 
gehen, der ihn liebt. Er sandte nun einen, der Mi-tseu ermahnte und 
sagte: Seit du jetzt nach Tan-fu gegangen bist, hatte ich keinen, der 
dir folgte (nachging), du hast geregelt angemessen (pien) im Volke, du 



1) Sonst Gesohichtschreiber, auch Aktuare. 

11* 



84, (232) 

entschiedest, was zu thun sei, und in 5 Jahren sagtest du nicht ein 
Wort der Zustimmung (Yao). Mi-tseu empfing ehrerbietig (fung) die 
Ermahnungen (Tschao) und befolgte sie bei der Regierung und so wurde 
Tan-fu verwaltet. Selbst generös (liberal, tun), weit, erleuchtet, liebe- 
voll gegen die Eltern, trieb er an zur Ehrfurcht, verbreitete die höchste 
Humanität, fügte hinzu den Ernst (Ken) und Wahrhaftigkeit und erreichte 
(erzielte) so Rechtschaffenheit und Treue. Thsi's Leute griffen Lu an 
und der Weg ging von Tan-fu aus. Tan-fu's Greise baten und sagten: 
Der Waizen (Me) ist reif; jetzt kommen die Räuber aus Thsi, sie er- 
reichen die Leute nicht. Die Leute wollen selber ihren Waizen einsam- 
meln. Wir bitten das Volk loszulassen (fang), dass es hinausziehe, alle 
den Waizen zu schneiden und ihn in die Vorstadt (Ko) zu schaffen. 
Wir können auch noch hinzufügen den Vorrath (Liang), dass er 
nicht gestohlen werde von den Räubern. Dreimal baten sie ihn, aber 
Mi-tseu hörte nicht darauf. Plötzlich (ngo) erreichten die Räuber aus 
Thsi den Waizen. Als Khi-sün (der Minister von Lu) das hörte, zürnte 
er und sandte Leute, Mi-tseu Vorwürfe zu machen (yang) und sagte: 
Das Volk friert beim Ackern, das reife Korn hat es gekrautet und er- 
langt jetzt nicht, es zu esseii (speisen); ist das^ nicht traurig? Ich weiss 
nicht wie das geschehen konnte. Dreimal erinnerte man dich und du 
hörtest nicht auf das Volk. Mi-tseu-tsien war verwirrt (beschwert), 
sagte aber: Jetzt haben sie allerdings keinen Waizen, aber im nächsten 
Jahre können sie pflanzen; hätte ich sie nicht pflügen lassen und das 
Korn schneiden, dann hätte ich das Volk wohl sich freuen lassen; dass 
der Räuber da war, und den Waizen Tan-fu's von einem Jahre erlangte, der 
fügte Lu keine Stärke (Kraft) hinzu und der Verlust desselben macht 
es nicht schwach. Wenn man das Volk aber einmal selbst sein Herz 
nehmen (seinen Willen ausführen) lässt, und das einmal anfängt (tschoang), 
dann hört es damit nicht auf. Als Khi-sün das hörte, erröthete er und 
sagte beschämt: Wie kann ich das Land betreten und Mi-tseu ertragen 
zu sehen. — Es ist diess eine eigene Regierungs- Weisheit! 

Verständiger ist das folgende Geschichtchen im Kia-iü, Cap. 37, 
f. 32 V., auch in Liü-schi's Tschhün-thsieu im I-sse B. 95, 4, f. 10 v. 
Amiot p, 290 hat sie, nennt ihn aber irrig Ming-tseu-kien und Gou- 
verneur von Schan-fu. 



(233) 85 

Im dritten Jahre (der Verwaltung Mi-tseu-tsien's) sandte Confucius 
den Wu-ma-khi, zu gehen und zu sehen, wie er regiere. Wu-ma-khi 
legte im Dunkeln seinen Anzug ab, zog ein schlechtes Pelzkleid an und 
betrat so die Grenze (das Gebiet) von Tan-fu. Er sah Nachts einen 
Fischer, der Fische fing und sie sofort wieder in's Wasser Hess. Wu- 
ma-khi fragte ihn und sagte: Alle Fischer suchen Fische zu bekommen; 
warum lässt du die Fische, die du erlangt hast, wieder los (frei)? Der 
Fischer sagte : Die grossen Fische nennt man Tscheu (die lange leben) ; 
unser Ta-fu liebt sie ; die kleinen heissen Yng (unentwickelte) ; unser 
Ta-fu wünscht, dass sie erst auswachsen (tschang). Wenn ich daher 
die zweiten erhalte (fange), so lasse ich sie los.^) Wu-ma-khi kehrte 
alsbald zurück und berichtete es. Confucius sagte: Mi-tseu's Tugend 
ist die hö'chste. Er macht, dass das Volk im Dunkeln (Ngan) handelt, 
als ob es an jeder Seite vor der Strafe (dem Gesetz) Respekt hätte. 
Ich erlaube mir die Frage, wie Mi-tseu es erlangte, so zu handeln. 
Confucius sagte : Ich versuchte mit ihm zu reden und sage, wenn es in 
Wahrheit so ist das Gesetz, so verfährt Mi-tseu nach diesem PrincijDe 
in Tan-fu. 

Die Geschichte im Kia-iü, Cap. 19, f. 27 fg., findet sich auch im 
Schue-juen im I-sse 95, 4, f. 11 und zwar vollständiger so: Confu- 
cius älterer Bruder- Sohn — der Schue-yuen hat dafür Schüler — 
war Kung~mie. Mit Mi-tseu-tsien bekleideten beide ein Amt, 
Confucius ging bei Kung-mie vorbei und fragte ihn und sagte: Seit du 
ein Amt hast, was erreichtest du und was verlorst du (vermisstest du) ? 
Er erwiderte und sprach: Erreicht habe ich noch nichts, aber verloren 
habe ich dreierlei. In des Königs Dienst habe ich ein Amt und studiere 
die'Uebung zu erlangen, aber bei diesem Studium habe ich noch keine 
klare Einsicht (Ming) gewonnen, (diess ist das erste, was ich vermisse) 
— diess setzt der Schue-yuen immer hinzu. — Der (von der Regierung 
bezahlte) Gehalt (Fung-lo) ist ein wenig Hafergrütze (Tscho). Diese 
reicht nicht hin für die Verwandten (Tsin-tsi). Sie sind mir wie Knochen 
und Fleisch und. ich kann nur wenig ihnen hinzufügen (geben). (Diess 



1) Liü-schi hat deutlicher: Mi-tseu wünscht nicht, dass die Leute die kleinen Fische nehmen; 
die ich losliess, waren nur kleine Fische. 



86 (234) 

ist das zweite, was mir fehlt ) Des Fürsten (Kung) Geschäfte sind viele 
und sie sind eilig und ich kann kein Beileid bezeugen bei Todesfällen, 
noch nachfragen bei Kranken; diess entfremdet mir die Freunde, (das 
ist das dritte, was mir abgeht). 

Confucius, wenig erfreut, kam bei Tseu-tsien vorbei und fragte ihn 
ebenso wie Kung-mie (der Schue-yuen wiederholt die obigen Fragen); 
der erwiederte und sagte: Seit ich in' s Amt kam, habe ich noch nichts 
vermisst (verloren), aber dreierlei erlangt. Ich fing an die Geschäfte 
zu durchdringen, und jetzt habe ich es erreicht, sie zu führen, und dieses 
Studium mehrte (täglich) meine klare Einsicht, (dies ist das erste, was 
ich erlangt habe). Der von der Regierung bezahlte Gehalt bestand zwar 
nur in wenig Hafergrütze, aber ich erlangte doch Hafergrütze für meine 
Verwandten ; meine Verwandten wurden mir daher immer mehr und mehr 
befreundet, (das ist das zweite, was ich erreichte). Obwohl des Fürsten 
Geschäfte eilig waren, konnte ich doch Nachts bei Todesfällen fleissig 
condoliren und Kranke besuchen, und dadurch mehrte sich die Liebe 
der Freunde, (dies ist das dritte, was ich erreichte). Confucius seufzte 
und sagte zu Tseu-tsien: Du bist ein Weiser (Kiün-tseu); hat Lu sonst 
keinen weisen Mann, so nimmt Tseu-tsien diesen Platz ein! 

Mi-pa-tsi war auch Schriftsteller. Der Han-schu, B. 30, f. 12, hat 
Mi-tseu 1 6 Pien ; nach der Note ist dies Mi-pu-tsi, s. Legge T. I, p. 120. 
Prol.) Seine Tafel entspricht im Westen der Tan-thai-Mie-ming's. 

17. Yuen-hien oder Tseu-sse, 

36 Jahre jünger als Confucius, nach dem Kia-iü aus Sung, nach dem 
Scholiasten des Sse-ki f. 16 aus Tschin, nach Tsching-hiuen aus Lu; 
nicht zu verwechseln mit Tseu-sse, dem Enkel des Confucius, mit dem 
Namen Kung-ki. Yuen-hien war nach dem Kia-iü rein und frei von 
Schmutz; er bewahrte (beobachtete) die Regel (Tsie); arm freute er sich 
der rechten Principien (Tao). Als Confucius in Lu Sse-keu war, wurde 
Yuen-hien unter ihm Gouverneur (Tsai). Als Confucius gestorben war, 
trat er in's Dunkle zurück und wohnte in Wei. Auf ersteres bezieht 
sich Lün-iü 6, 3 : „Als Yuen-sse von Confucius zum Gouverneur gemacht 
worden war, gab Confucius ihm 900 Mass Reis; er schlug sie aus. Con- 



(235) 87 

fucius sagte : (Thu' das) nicht, vertheile sie unter deine Nachbarschaft, Weiler, 
Dörfer und Städte" (Lin, li,hiang,tang). DerSse-ki67, f. 16, hatnoch: Tseu- 
sse fragte nach dem Erröthen. Confucius sagte: Wenn im Reiche die 
rechten Principien (Tao) herrschen, (kann man) Einkünfte (Früchte, Ko) 
beziehen. Wenn das Reich ohne solche und man bezieht die Einkünfte, 
so muss man erröthen Tseu-sse sagte: Wenn man siegen will, an- 
greifen den Hass,-das wünsche ich nicht zu thun; kann das schon für 
human gelten? Confucius sagte: Es kann für schwierig gelten; ob für 
human, das weiss ich nicht. Nach Han-schi Wai-tschuen im I-sse 95, 
4, f. 13 V., vgl. Sse-ki 67, f. 16 und Kia-iü 38, f. 1 v., lebte Yuen- 
hien in Lu — nach dem Sse-ki in Wei — im Hause von Huan-tu, Es 
war dieses mit grobem Grase bedeckt (Tse), aus Süssholz (Hao), Melde 
(Lai) und Pung (der unter dem Flachs wächst). Die Thüre war eine 
runde Oeffnung (wie ein Topf), die Fenster ohne Angeln, die Dachsparren 
aus Maulbeerholz ohne Tropffall, unten feucht, Yuen-hien's Kleid war 
schlecht (pe); er trug eine Mütze (Mien), ass täglich nur grobe Speise, 
aber sein Auge war heiter (khan) und er erreichte seine Absicht. Da 
sass er gebückt, spielte und sang (dazu). Tseu-kung dagegen kam 
geritten auf einem" fetten Pferde, im leichten Pelzkleide, in der Mitte 
roth, das äuösere Kleid (Gewand) weiss, die Wagendecke ungewöhnlich, 
um ihn zu besuchen. Yuen-hien mit dem papiernen Tschu-Hute und 
schwarzem Stocke setzte am Antwcrtsthore (Yng-men) seinen Hut zu- 
recht, löste die Quasten (das Hutband), brachte den Brustzipfel (King, 
die Kälte abzuhalten) in Ordnung ; man sah die Gelenke des Armes ; er 
trat in seine Schuhe (Li) und folgte langsam. Tseu-kung erröthete 
darüber und sagte: Meister, welche Krankheit hast du? Yuen-hien er- 
widerte und sprach: Ich (Hien) habe gehört, dass wer ohne Vermögen 
(Mittel, Tsai) ist, arm heisst; wer aber lernt und (das Gelernte) nicht 
übt, heisst krank; ich (Hien) bin arm, aber nicht krank. Selten ist 
das Geschlecht, welches es übt und sich befreundet zu lernen ein Mensch 
zu sein, die Humanität und das Recht zu lehren die verborgen. Wagen 
und Pferdeschmuck, der Pelzkleider Zierde sind nicht zu ertragen. Tseu- 
kung, unfähig vorzugehen und beschämt, sagte nichts und ging weg. 
— Der Kia-iü und Sse-ki 67, f. 16 v. schliessen: Tseu-kung schämte 
sich, ging weg und sein Lebelang erröthete er, in seiner Aeusserung 



88 (236) 

gefehlt zu haben. — Yuen-hien ging ruhigen Schrittes, zog seinen Stock 
nach sich, sang den Schang-sung (Schi-king, IV, 3) und wiederholte des 
Tones sanfte Wellen , wie er im Himmel und auf Erden aus Metallen 
und Steinen hervorgeht ; wenn, der Kaiser keinen Diener (Tschin) erhält, 
so erhalten (erlangen) die Vasallenfürsten keinen Freund; d'rum, wer 
seine Person blos ernährt, vergisst seine Familie (Haus); wer seine Ab- 
sicht (Tschi) unterhält (sie zu erreichen strebt), der vergisst seine Person; 
wer seine Person nicht liebt, wer braucht sich dessen zu schämen ? Das 
Lied sagt : Mein Herz ist kein Stein , es kann nicht rund umgedreht 
werden (tschhuen); mein Herz ist keine Matte, es kann nicht aufgerollt 
werden. Confucius Lün-iü 14, 10, nach Tseu-sse gefragt, erwiederte 
etwas undeutlich : Oh, der Mann ! Oh, der Mann ! 
Seine Tafel steht nächst der von Mie-mins:. 



18. Kung-tschi, (Ye)-tschang oder Tseu-tschang, 

(verschieden von N. 1 2) nach dem Sse-ki aus Thsi, nach dem Kia-iü aus 
Lu. Er konnte Schande erdulden. Confucius gab ihm seine Tochter 
zur Frau. Diess ist das einzige, w^as über ihn im Lün-iü 5, 1, berichtet 
wird, und im Sse-ki, f. 16 v. sagt Confucius: Kung-tschi-tschang kann 
heirathen; obwohl in Fesseln, ist es nicht seine Schuld, und er gab ihm 
seine Tochter zur Frau. Sein Grab ist nach den Schol. in Tsching-yang. 
Seine Tafel ist neben der von Pe-tshe. 



19. Nan-kung-kuo^) oder Tseu-yung 

hat seinen Platz im Osten zunächst von Yuen-hien. Nach dem Kia-iü 
war er aus Lu. Confucius gab ihm seines altern Bruders Tochter zur 
Frau* Durch seine Klugheit erhielt er, wenn die Zeit (Generation) rein 
war, sich, ohne zu fallen, wenn die Zeit schmutzig war, ohne sich zu 
besudeln. Confucius im Lün-iü 5, 1, sagt: Wenn das Reich (Lehen) 



1) Dieses Wort wird sehr verschieden geschrieben im Sse-ki, Kia-iü 38, f. 3, und Li-ki Cap. 
Tan-kung 3, f. 11 v. Der Nan-kung-king-scho , der im I-sse 95, 4, f. 16 v. unter diesem 
Artikel aufgeführt wird, ist wohl ein ganz verschiedener Mann; andere halten ihn aber 
für denselben. 



(237) 89 

vernünftig (Tao) regiert wird, wird (Nan-yung) nicht entlassen werden; 
wenn das Eeich nicht vernünftig regiert wird, so entgeht er doch der Strafe 
und dem Tode ; er gab ihm seines Bruders Tochter zur Frau. Letzteres 
wird wiederholt im Lün-iü 11, 5; da heisst es nur zuvor: Nan-yung 
wiederholte täglich dreimal den Pe-kuei, (den Spruch des Schi-king III, 
3, 2, 5): „Aus einem weissen Steinscepter kann man einen Riss (Fehler) 
wegbringen, aber aus einer Rede nicht". Lün-iü 14, 6, erzählt noch: 
Nan-kung-kuo fragte Confucius : „Starb nicht der berühmte Bogenschütze 
J und Ngao, der ein Schiff über trockenes Land fuhr, eines unnatürlichen 
Todes, während Yü und Tsi,^) die arme Landbauer waren, auf den 
kaiserlichen Thron gelangten"? Confucius erwiderte nichts darauf, als 
aber Nan-kung-kuo hinausgegangen war, rief er aus: Dieser Mann ist 
ein Weiser ! wie der Mann die Tugend erhebt ! (diese über Körper-Fertig- 
keit setzt). Kia-iü Cap. 12, f. 5 charakterisirt (Tseu-kung) ihn so: 
Allein (wohnen) und nur an die Humanität denken. Wenn er öffentlich 
sprach, nur von der Gerechtigkeit reden. Von. Gedichten dreimal an 
einem Tage wiederholen das Gedicht der Flecken an einem weissen 
Kuei (Scepter), so war Kung-thao's^) Wandel. Confucius vertraute seiner 
Fähigkeit und seiner Humanität und machte ihn zu einem besondern 
Sse. Daraus ist zu ersehen, dass Confucius nur zur Thür aus- und ein- 
ging. Während bei einem Feuer im Palaste von Ngai-kung in Lu An- 
dere die Schätze retteten, rettete er die Bibliothek, den Tscheu-li und 
alte Denkmäler. S. Legge, Prol. T. I, p. 120. 

20. Kung-si-ngai oder Ki-thse, Andere tschhin, 

nach dem Kia-iü aus Thsi oder Lu. Der Sse-ki f. 17 hat nur eine 
Aeusserung des Confucius über ihn; das ganze Reich hat keinen Fort- 
gang; zu viele Hausbeamte haben Aemter in der Hauptstadt, nur Ki-thse 
hat noch kein Amt. Der Kia-iü hat eine ähnliche Stelle, aber verdorben : 
Er versuchte nicht sich zu ducken als Beamter ; Confucius seufzte darüber, 
aber ehrte ihn. Seine Tafel folgt auf der Kung-ye-Tschang's. 



1) Heu-tsi, dessen Nachkommen die Gründer der dritten Dynastie wurden. 

2) So der Kia-iü. 

Aus d. Abh. d. I. Gl. d. k. Ak. d. Wiss. XIII. Bd. I. Abth, (31) 12 



90 (238) 

21. Schang ^)-kiü oder Tseu-mo, 

nach dem Sse-ki f. 18 und dem Kia-iü aus Lu , 29 Jahre jünger als 
Confucius. Er liebte nach dem Kiä-iü einzig den I-king, dessen Grund- 
idee (Tendenz, Tschi) Confucius nach dem Kia-iü ihm überlieferte. Der 
Sse-ki f. 18, nennt alle, durch deren Hände er dann später gegangen 
ist. S. P. Regis ^) I-king T. I. p. 93. Erwähnt wird er noch im Kia-iü im 
I-sse 95, 4, f. 19 und im Sse-ki 67, f. 20 v. sqq. mit Liang-tschen, 
N. 30, s. Ehe in Abth. IV. 

Seine Tafel folgt auf der von Nan-kung-kuo. 

22. Tsi-tiao-khai^} oder Tseu-khai oderTseu-jo, auch Tseu-sieu, 

nach dem Kia-iü aus Thsai oder nach den Schol. zum Sse-ki f. 18 v., 
aus Lu, war 11 Jahre jünger als Confucius. Lün-iü 5, 5 und Sse-ki 
f. 18v., heisst es: Confucius wollte Tsi-tiao-khai eine Anstellung geben; 
er erwiderte aber: Ich bin noch nicht fähig, deine Lehre zu begreifen; Con- 
fucius freute (gefiel) das. Der Kia-iü f. 3 v., sagt: Er war besonders 
geübt im Schang-schu (Schu-king) und hatte keine Freude an einem 
Amte. Confucius sagte: Seinem Alter (Tschi, eigentlich Zähnen) nach 
könnte er ein Amt bekleiden, die Zeit wird bald vorbeigehen. Confu- 
cius hiess ihn den Schu-king erklären. Tseu-jo, indem er seinen Schu- 
king las, sagte: Ich habe diesen noch nicht treu aufgefasst. Confucius 
freute das. Im Schue-yuen im I-sse 96, 4, f. 14, auch im Kia-iü 10,. 
f. 25 V. scheint er Tsi-tiao Ma-jin zu heissen. S. die Stelle in Abth. IV 
bei Wahrsagen. 

23. Sse-ma-keng oder Tseu-nieu, 

nach dem Kia-iü und Kung-ngan-kue aus Sung. Er kommt nur einmal 
im Lün-iü 12, 3 — 5, auch im Sse-ki f. 19 v., vor; er fragt da nach 



1) P. Regia nennt ihn Tschang-lu, 

2) Der Character khai wurde beim Eegierungsantritte des Kaisers Hiao-King, 155 n. Gh., in 
einen andern gleichlautenden verwandelt, woil jener im Jahresnamen des Kaisers vorkam. 
S. Legge zu Lün-iü, 5, 5. 



(239) 91 

den Weisen undHumanen; s. Abth.IV. § 5 klagt er, alle Menschen haben 
Brüder, ich allein habe keinen. Tseu-hia erwiderte ihm: Ich habe gehört, dass 
Leben und Tod Bestimmung sind, Reichthümer und Ehren vom Himmel 
abhängen; der Weise ist ernst und voll Achtung und zwar immer. 
Immer voll Respekt und Artigkeit gegen Andere, sind Alle innerhalb 
der vier Meere seine Brüder; wie kann er denn bekümmert sein, als 
ob er keine Brüder habe? Kia-iü f. 3 v. und der Sse-ki f. 19, sagen: 
Nieu redete viel , ging aber langsam vorwärts (tao). Der Kia-iü setzt 
hinzu : Da er sah, dass sein älterer Bruder Huan-thui sich schlecht betrug, 
so war Nieu darüber sehr bekümmert. 
Er folgt auf Tsi-tiao Khai. 

24. Fan-siü oder Tseu-tschhi, der nächste -nach Kao-tschhai, 

aus Thsi oder nach dem Kia-iü f. 3 aus Lu; 36 Jahre, nach dem Kia-iü 
46 Jahre jünger als Confucius. Lün-iü 13, 4, auch im Sse-ki f. 19: 
bittet Fan-siü Confucius, ihn im Landbau zu unterrichten. Confucius sagt : 
Ich bin nicht wie ein alter Landmann. Dann bat er, ihm die Gärtnerei 
zu lehren. Confucius sagte: Ich bin kein Gärtner. Als er hinaus- 
gegangen war, sagte Confucius: Fan-siü ist ein kleinlicher (unweiser) 
Mensch. Wenn die Obern die Bräuche lieben, ist das Volk nicht ohne 
Respekt; w-enn die Obern die Gerechtigkeit lieben, ist das Volk nicht 
ungehorsam ; lieben die Obern Treue und Redlichkeit (Sin), so wagt das 
Volk nicht, treulos zu sein. Unter diesen Umständen kommt das Volk 
aus allen Gegenden , seine kleinen Kinder in Säcken auf dem Rücken 
tragend, dir zu dienen; wozu ist da nöthig, dass du selbst den Land- 
bau treibst? Kia-iü 41, f. 8 v., dient er und Yen-kieu gegen Thsi. S. 
N. 5. Nach dem Kia-iü bekleidete er ein kleines Militäramt unter der 
Familie Ki-schi, Nach Lün-iü 2. 5 fährt er Confucius und spricht über 
Pietät; 6, 20 über Wissen und Humanität, auch 13, 19 und 12, 20 
und 21. S. Abth. IV unter diesen Artikeln. Im Kia-iü 41, f. 15 fragt Fan- 
siü Confucius über Pao-hi und wann man ein Amt bekleiden könne. 

2{j. Yeu-jo oder Tseu-yu jo, 

nach dem Kia-iü aus Lu und 33, nach dem Sse-ki, f. 20: 13 Jahre jünger 
als Confucius. Nach Lün-iü 12, 9 fragte Ngai-kung (von Thsi) Yeu-jo: 

12* 



92 (240) 

In diesem Jahre ist Mangel und ich habe nicht genug Vorräthe, was 
ist da zu thun? Yeu-jo sagt: Warum nimmst du nicht blos ein Zehntel 
an Abgaben? Der Fürst erwiderte: Wenn zwei Zehntel nicht ausreichen, 
wie denn nur ein Zehntel nehmen? Er erwiderte: Wenn das Volk Ueber- 
fluss hat, wie kann dann der Fürst Mangel leiden ? Wenn das Volk aber 
nicht genug hat, wie kann dann der Fürst Ueberfluss haben? Sein Ge- 
spräch mit Mi (Fo) Tseu-tsien bei Han-fei-tseu im I-sse 95, 4, f. 11 v., ist 
bei diesem schon obenNo. 16 S. 229 angeführt. Wie Yeu-jo Confucius erhebt 
bei Meng-tseu, II, 1, 2, 28, s. bei Confucius. Yeu-jo soll im Aeussern 
und in seinen Manieren viele Aehnlichkeit mit Confucius gehabt haben. 
Wie mehrere Schüler desselben nach dessen Tode ihn desshalb zum 
Führer wählen wollten, Tseng-tseu sich dem aber widersetzte, ist 
schon oben im Leben des Confucius II. 2 S. 86 nach Sse-ki f. 20 v. er- 
zählt. Li-ki Tan-kung Cap. 4, f. 53 erzählt: Bei der Trauer um Yeu- 
jo condolirte Lu's B'ürst Tao-kung (467 — 430); Tseu-yeu weigerte sich die 
linke (geehrtere)Seite einzunehmen. Wir ersehen daraus einigermassen die Zeit 
des Todes von Yeu-jo. Lün-iü 1, 12, auch im Sse-ki f. 20, hat seinen 
Ausspruch über die Bräuche (Li) und über das Halten von Ver- 
sprechen (Sin), über Pietät und Bruderliebe, als die Wurzel 
der Humanität Lün-iü 1, 2; über Trauer sind mehrere Aussprüche 
von ihm im Li-ki, Cap. 4, Tan-kung f. 10, 53, 65 v., 79 v. ; 3, f. 12 v. 
und 33, dann Tsa-ki, Cap. 20. S. unten Abtheilung IV. 

Im Kia-iü 42, f. 22, fragt Yeu-jo Confucius über Heirathen in 
derselben Familie, dann im Sse-ki f. 20, wie Confucius Regen 
voraussage, nach dem Lün-heng im I-sse 93, 3, 11 v. auf eine Frage 
Tseu-lu's. Die Anekdote im Sse-ki f. 20, wie Schang-kiü, der im Alter 
noch keinen Sohn hat, Confucius desshalb befragt, auch im Kia-iü im 
I-sse95,4,f. 19. S.b. Ehe inAbth. IV. Seine Tafel istjetzt die sechste im Osten 
iinter den Weisen seit Khien-lung anno 3, gemäss einer Eingabe des Präsi- 
denten eines der Tribunale, angeblich auf Anlass eines Traumes desselben. 

26. Kung-si-tschhi oder Tseu-,-hoa, 

der 4. im Westen im Aussenhofe. Nach dem Kia-iü f. 3 v. aus Lu und 
42 Jahre jünger als Confucius. Lün-iü 6, 3, erzählt: Als Tseu-hoa 



(241) .93 

nach Thsi gesandt wurde, bat Yen-tseu um Reis für seine (Tseu-hoa's 
Mutter). Confucius sagte: Gib ihr einen Fu — 6 Teu und 4 Sching. — 
Yen-tseu begehrte mehr. Confucius sagte: Gib ihr einen Yü (16 Teu). 
Yen-tseu gab ihr 5 Ping Reis. Confucius sagte: Als Tschhi (Tseu-hoa) 
nach Thsi kam, ritt er fette Pferde und trug feine Pelzkleider ; ich habe 
nun wohl gehört, dass der Weise dem Bedürftigen beistehe, aber er 
braucht nicht den üeberfluss des Reichen zu vermehren. Er scheint 
etwas eitel gewesen zu sein. Lün-iü 11, 25 will Confucius die Wünsche 
einiger seiner Schüler vernehmen. Tseu-lu und Khieu (s. bei diesen N. 6 
und N. 5) haben ihre Wünsche ausgesprochen, und jeuer fragt was möchtest 
du, Tschhi? Tschhi erwiderte: Ich bin nicht Meister in solchen Dingen (der 
Kriegskunst und der Verwaltung eines Staates), obwohl ich wünschte, 
es zu lernen , aber im Ahnentempel und in einer Versammlung der 
Fürsten, da möchte ich in der geeigneten Tracht und Mütze als Assistent 
fungiren. Damit stimmt Lün-iü 5, 7 und Kia-iü f. 3 v. : Confucius 
soll seine Meinung da über Tschhi sagen. „Tschhi, sagte er, mit seinem 
Amtsgürtel angethan ist fähig am Hofe aufzuwarten und Gäste zu em- 
pfangen; was seine Humanität (Jin) betrifft, da weis ich nicht". Con- 
fucius will sich im Lün-iü 7, f. 33, nicht für einen Weisen ausgeben; ich 
kann nur sagen: Ich übe ihre Lehren ohne satt zu werden und lehre 
sie unermüdet. Auch das, sagt Kung^si-hoa, konnten wir, deine Schüler, 
noch nicht lernen. Bei Confucius letzter Rückkehr nach Lu sandte Ki- 
khang-tseu Kung-hoa, Kung-ping und Kung-lin ihm nach Sse-ki B. 47, 
f. 23 V., entgegen. Wie er bei Confucius Beerdigung thätig war, sahen 
wir aus Li-ki 3, f. 22 v. Seine Charakteristik durch Tseu-kung im 
Kia-iü Cap. 12, f. 4 ist so: Er hatte viele Ehrfurcht (Kung) das Reich 
zu regieren. Wenn man von ihm sprach, nannte man »ihn des Reiches 
Greis (Lao, Stütze). Wohlgeordnet und stark, konnte er seine Absicht 
erreichen ; billig und den Brauch (Li) liebend wartete er auf und unter- 
stützte beider Fürsten Geschäfte; er bemühte sich viel, dass Ordnung 
stattfand. So war Kung-si-tschhi's Wandel. Confucius sagte: Die 300 Haupt- 
gebräuche des Li-ki kann man durch Anstrengung wohl erreichen (zu 
üben), aber die 3000 feineren (J), das ist schwer. Kung-si-tschhi fragte 
und sagte: Was will das sagen? Confucius sagte: Gestalt haben auch 
die Gastgebräuche, aber die Gebräuche nach der Gäste Reden angeben, 



94 (242) 

das ist schwer. Alle Welt hört sie und urtheilt, ob sie vollkommen 
sind. Confucius sagte zu den Leuten : Die Angelegenheiten von Gästen 
kann man wohl durchdringen; aber -zu seinen Schülern sagte er: Meine 
2 — 3 Kinder! wünscht ihr die Gastgebräuche zu lernen, das könnt ihr 
bei Tschhi. 

27. Wu-ma-schi^) oder Tseu-khi, 

nach dem Kia-iü 38 f. 4ausTschhin, nach den Schol. des Sse-ki aus Lu; nach 
dem Sse-ki f. 21 v. 30 Jahre jünger als Confucius. Der Lün-iü 7, 30, 
hat eine Anekdote von ihm: Der Richter (Sse) von Tschin fragte, ob 
(Lu's Fürst) Tschao-kung (541^-509) die Gebräuche (Li) verstehe. Con- 
fucius erwiderte : Er kennt die Gebräuche. (Wu-ma-schi) sagte : Ich habe 
gehört, dass der Weise (Anderer) Fehler nicht verbirgt; verhehlt denn 
der Weise Fehler? Lu's Fürst nahm eine Frau aus der gemeinsamen 
Familie U; er hioss sie Meng-tseu, (als ob er aus der Familie Meng- 
tseu seine Frau (J) nahm und verdeckte so den Namen ihrer gemein- 
samen Familie. (Man darf in China keine Frau mit demselben Familien- 
namen heirathen.) Wenn Lu's Fürst die Bräuche kennte wer kennt sie 
dann nicht? Schi sagte es Confucius. Confucius erwiderte: Ich (Kieu) 
bin doch glücklich; begehe ich ein Vergehen, so wissen es die Menschen 
gleich. Im Sse-ki ist noch der Zusatz: Der Unterthan darf eines be- 
freundeten Fürsten Fehler nicht sagen (erzählen); der (Fürst) fälschte 
allerdings den Brauch, lieber die Sache vgl. Tso-schi Tschao A. 1, 
f. 11, S. B. B. 20, p. 530. Han-schi Wai-tschuen im I-sse, 95, 4, f. 17 v., 
hat noch eine Anekdote: Tseu-lu war mit Wu-ma-schi gegangen, Gras 
(Sin) unterhalb des Wan- Hügels zu holen, und legte es sich zurecht. 
Da war ein reicher Mann aus Tschin, Yeu-tschü-sse-schi, der zeigte mit 
den Fingern auf einen Wagen von 100 Sching oben auf dem Wan-Hügel. 
Nach Kia-iü 37 schickt Confucius den Wu-ma-khi, über die Verwaltung 
Tan-fu's durch Mi-tseu-tsien zu berichten; s. oben No. 16. Kia-iü 38, f. 4 
hat dafür die Anekdote, wie Confucius Regen voraussagt; s. Abth, IV. 
Seine Tafel im Osten ist zunächst der von Sse-ma-keng. 



1) Der Kia-iü und Hau-schi Wai-tschuen schreiben dafür Wu-ma-khi. 



(243) 95 

28. Kung-sünLung (Andere Tschhung) oder Tseu-schi (Stein); 

nach dem Sse-ki 53 Jahre jünger als Confucius; nach den Schollen aus 
Tshu, nach dem Kia-iü aus Wei, nach Andern aus Tschao; der I-sse 
95, 4, f. 19 V., hat Einiges über ihn aus dem Schue-yuen. Nach diesem 
fragte ihn Tseu-kung, warum- er den Schi-king nicht studiere. Er er- 
widerte ihm, er habe keine Müsse (Hia) dazu; Vater und Mutter ver- 
langen meine Pietät, meine Geschwister verlangen meine Bruderliebe, 
meine Freunde meine Treue, wie sollte ich dazu Zeit haben. Tseu-kung 
sagte: Ich bitte, unsern Lehrer wegzuthun und bei dir zu lernen. (Legge 
Prol. T. L p. 123: come to my Master and learn of himü) 

Die zweite Anekdote ist: Tseu-schi bestieg den Berg U und nach 
den 4 (Weltgegenden) blickend, sagte er seufzend: Ach, welches Elend 
(Kummer) ; das Zeitalter hat Einsicht in die Geschäfte, aber die Leiden- 
schaften harmoniren nicht in des Menschen Herzen. Wo Harmonie ist 
in des Menschen Herzen, da ist keine Helle (Einsicht) in die Geschäfte 
für den Leidenschaftlichen. Ein Schüler fragte (und sagte), was er 
damit sagen wolle? Tseu-schi sagte: Einst hörte der König von ü 
Fu-tschai nicht auf U-tseu-siü, der seine Eedlichkeit auf's Aeusserste 
erschöpfte, ihm abzurathen ; er riss sich die Augen aus als Strafe. 

Der Katalog, 13, f. 1 fg., hat Kung-sün-Luhg tseu aus der D. Tscheu 
3 K. und rechnet dies sein Werk zu den Tsa-kia. Vgl. Wylie, p. 126 u. 
meine Abh. die Quellen d. alten chin. Gesch., Anm. 64 u. 71. 

29. Kung-pe-liao oder Tseu-tscheu, nach den Schollen des Sse-ki f. 19 aus Lu. Im 
Lün-iü 14, 38 heisst es: Er verläumdete Tseu-lu bei .Ki-sün. Tseu-fo-king-pe meldete es Con- 
fucius und sagte: Ki-sün habe in Folge dessen, was Kung-pe-liao gesagt habe, ein Vorurtheil 
gegen Tseu-lu gefasst; hätte er die Macht, so würde er ihn umbringen und seine Leiche auf 
öffentlichem Markte ausstellen. Confucius Antwort war: Wenn die guten Principien herrschen 
sei es Bestimmung des Himmels, und wenn nicht, sei es ebenfalls Bestimmung; was vermöge Kung- 
pe-liao gegen die himmlische Bestimmung? Es ist nach Legge Prol. T. I. p. 121, zweifelhaft, 
ob er einen Platz unter den Schülern hat. 

30. Liang-tschen (Andere Li) oder Scho-iü, der 8. im Westen im äusseren Hofe; 
nach dem Kia-iü f. 4 aus Thsi, nach ihm 39, nach dem Sse-ki 29 Jahre jünger als Confucius. 
Der Kia-iü 86, f. 4 und darnach Legge T. I, Prol., p. 122, hat eine Anekdote von ihm, wie er im 
86. Jahre noch keinen Sohn hatte und seine Frau desshalb Verstössen wollte. S. bei E h e in Abth. IV. 

31. Yen-hing, nach Andern Sin oder Lieu oder Wei oder Tseu-lieu; nach dem Sse-ki 
f. 22: 46 Jahre jünger als Confucius; nach den Schol. aus Lu. Seine Tafel i^t im Osten hinter der 
Wu-ma-schi's. 

32. Yen-ju oderTseu-Lu, nach Andern Tseu-tseng oder Tseu-yü; nach dem Kia-iü 
f. 4, ausLu und nach ihm und Sse-ki f. 22: 50 Jahre jünger als Confucius. Er folgt im W. auf No. 30. 



96 (244) 

33. Thsao-sio oder Tseu-siün, aus Tshai; nach dem Sse-ki f. 22: 50 Jahre jünger als 
Confucius. Er folgt im Osten auf No. 31. 

34. Pe-khien oderTseu-si, nach Andern T s e u-k h i a i ; der letzteName wird im Kia-iü 
f. 4 anders geschrieben als im Sse-ki f. 22, nach welchem er 50 Jahre jünger als Confucius war. 

Von obigen 34 Schülern, bemerkt Sse-ma Thsien, hat man einige Nachrichten , nicht so von 
den 52 folgenden, nur von einzelnen noch. Die Namen sind wohl nur so zusammengerafft. 

35. Yen-ki oder Tseu-tschhan, nach Andern Tseu-ta; nach den Schol. des Sse-ki 
f. 22 V. aus Lu. Er ist also nicht zu verwechseln mit dem Minister Tseu-san in Tsching, der 
ebenso geschrieben wird. Er nimmt den 11. Platz im Westen, zunächst Pe-khien ein. 

36. Kung-tsu, Keu-tseu oder Tseu-tschi. Sse-ki f. 22 v. Der Kia-iü hat für das 
erste Tseu Tschu aus Lu. Seine Tafel ist die 23. im äussern Hofe. 

37. Thsin-tsu oder Tseu-nan; nach den Schol. des Sse-ki, f. 22 v., aus Thsin. Seine 
Tafel ist vor der der beiden letzteren. 

38. Tsi-tiao-tsche oder Tseu-lien; nach den Schol. des Sse-ki, ib. aus Lu. (Ver- 
schieden ist der Tsi-tiao-kai im Lün-iü 5, 5, vielleicht ein Verwandter von ihm.) Seine Tafel 
ist die 13. im Westen. 

39. Thsi-tiao Thu-fu, nach .dem Kia-iü Tseu-wen, nach Andern Tseu-yeu oder 
Tseu-khi, nach Andern Tseu-tshung, aus Lu. Der Sse-ki ib. hat nichts über ihn. Seine 
Tafel ist vor der vorigen. 

40. Yen-kao oder Tseu-kiao; nach dem Kia-iü 50 Jahre jünger als Confucius. Nach 
Andern Tschhan Tseu-tsing. Der Schol. des Sse-ki f. 22 v. , bemerkt, dass er Confucius 
als Kutscher diente, da er inWei war. Der Kia-iü nennt ihn aber Y e n - k h e. Seine Tafel ist die 1 3. im Osten. 

41. Jang-sse-tschhi oder Tseu-thu, nach Andern Tseu-thsung; nach den Schol. 
des Sse-ki aus Thsin. Seine Tafel ist hinter der von Yen-kao. 

42. Schang-tse; nur der Kia-iü f. 4 v. hat seinen Mannesnamen (Tseu) Tseu-khi. 
. Nach Andern Tseu-sieu aus Lu. Seine Tafel ist hinter der von Fan-siü No. 24. 

43. Schi tso scho(AndereTschi)u. Tseu oderTseu-ming. Seine Tafel ist hinter No. 41. 

44. Jin-pu-thsi oder Tseu-siuen; nach den Schol. des Sse-ki f. 23 aus Tshu. Seine 
Tafel ist zunächst der Tseu-hoa's No. 26. 

45. Kung-leang-iu oder Tseu-tsching; nach den Schol. des Sse-ki f. 23, aus Tschhin. 
Nach dem Kia-iü 38, f. 3 v. war er weise und tapfer. Als Confucius nach Tscheu ging (seine 
Rundreise machte), folgte er ihm beständig mit 5 Wagen aus seinem Hause (Privatwagen). Der 
Kia-iü 22, f. 36, wiederholt dasselbe und erzählt, dass er ihm zu Hilfe kam, als er in Phu auf- 
gehalten wurde, wie er auch schon früher in seiner Bedrängniss in Kuan und da der Baum in 
Sung umgehauen wurde, ihm gefolgt y/ar ; er wollte dort für ihn streiten und so Hessen die Leute 
von Phu den Meister gehen; s. Confucius Leben. Er folgt auf den Vorigen. 

46. Heu; der Kia-iü f. 4 hat Schi Tschhu oder Tseu-li, Andere Li-tschi; nach 
den Schol. aus Thsi. Seine Tafel ist die 17. im Osten. 

47. Thsin- Jen oder Khai, aus Tshai. Er fehlt im Kia-iü. Seine Tafel wurde daher 
unter Kia-tsing Ao. 9 aus dem Tempel entfernt, aber wieder aufgestellt unter Yung-tsching Ao. 2 
(1724) und ist jetzt die 33/- im Osten im äussern Hofe. 

48. Kung-hia-scheu oder Tseu-sching; nach den Schol. des Sse-ki f. 23 aus Lu. Das 
scheu wird verschieden Sse-ki und im Kia-iü geschrieben. Seine Tafel ist zunächst vonNo. 43. 

49. Hi-yung-tien oder Tseu-si, im Kia-iü aber Tseu-khiai; nach den Schol. des 
Sse-ki f. 23, aus Wei. Seine Tafel ist die 18. im Osten. 

50. Kung-kien (oder hien)-ting, oder Kung-yeu, oder Tseu-tschung; nach den 
Schol. des Sse-ki f. 23 aus Lu , nach Andern aus Wei oder Tsin. Seine Tafel folgt auf No. 45. 

51. Yen-tsu oder Tseu-siang im Sse-ki f. 23 v. ; im Kia-iü 38, 5 heisst er statt 
dessen Yen-siang. Seine Tafel folgt auf No. 49. 



(245) 



97 



52. Hiao-tan, Andere Wu oder Tseu-kia; aus Lu; hinter 50. 

53. Keu Tsing-kiang, Andere Tseu-kiai und Tseu-meng; nach den Schol. des Sse- 
ki f. 23 V. der su, aus Wei; hinter 51. 

54. Han-fu-he oder Tseu-so nach Andern He. Im Kia-iü heisst er statt Plan: Tsai. 
Hinter 52. Aus Lu. 

55. Tshin-schang oder Tseu-phei; nach den Schol. aus Tshu, nach dem Kia-iü aus 
Lu. Dieser gibt ihm den Mannesnamen Pu-tseu (Ändere Pei-tseu). Nach dem Kia-iü, f. 3 v. 
war er vier Jahre, nach Andern 40 Jahre jünger als Confucius, und sein Vater King-fu und Con- 
fucius Vater Scho-leang-hi waren beide durch ihre Stärke berühmt. Seine Tafel ist die 12. im 
Osten. 

66. Schin-tang oder Tscheu; nach den Schol. des Sse-ki aus Lu. Im Kia-iü f. 5, heisst 
er Tschin. Legge, Prol. T. I. p. 125, meint, es sei der Schin-tschang imLün-iü 5, 5. Vor der D. 
Ming opferte man beiden, seit 1530 nur Tschhang. Seine Tafel ist die 31. im Osten. 

57. Yen-tschi-po oder Tseu-scho; nach den Schol. des Sse-ki aus Lu. Seine Tafel 
ist die 29. im Osten. 

58. Yung-khi oder Tseu-khi aus Lu. (Im Kia-iü Cap. 14 f. 10 v. kommt ein Sse-ma 
Tseu-khi in Tshu vor; diess ist aber wohl nicht derselbe.). Seine Tafel ist die 20. im Westen. 

59. Hien-sching oder Tseu-khi (wie der vorige geschrieben); nach den Schol. des Sse- 
ki aus Lu. Ein Hiuen-tseu kommt im Li-ki Tsa-khi hia 21, f. 73 v., vor. S. bei Trauer Ab- 
th. IV. Im Kia-iü f. 5, wird der erste Charakter verschieden geschrieben, und der Mannesname 
lautet Tseu- ho ang oder hung. Er ist der 22. im Osten. 

60. Tso Jin-yng oder Hing; nach den Schol. des Sse-ki f. 24 aus Lu. Er folgt auf 
No. 58. 

61. Yen-ki oder Tseu-sse, aus Tshin. Seine Tafel ist die 24. im Osten. 

62. Tschhing-kue (das Reich Tsching) oder Tseu-thu aus Lu, nach den Schol. des 
Sse-ki aus dem Lehenreiche Sie. Er soll der Sie-Pang oder Tseu-thsung des Kia-iü sein. Seine 
Tafel folgt auf No. 60. 

63. Tshin -fei oder Tseu-tschi: nach den Schol. des Sse-ki aus Lu. Er ist der 31. 
im Westen. 

64. Schi Tsdhi-tschang oder Tseu-heng, nach Andern tschang, aus Lu. Seine 
Tafel ist die 30. im Osten. 

65. Yen-khuai oder T s e u - s c h i n g ; nach den Schol. des Sse-ki aus Lu. Er folgt auf 63. 

66. Pu-scho-tsching oder Tseu-kiü; nach den Schol. des Sse-ki aus Thsi. Er ist 
der 30. im Westen. 

67. Yuen-khang oder Tseu-tsi; letzteres ist nach dem Kia-iü sein Mannesname; aus 
Lu. Seine Tafel ist die 23. im Westen. 

68. Yo-kai (nach Andern Hin) mit dem Mannesnamen Tseu-sching, wie 64; nach den 
Schol. aus Lu. Er ist der 25. im Osten. 

69. Lien-kie, nach dem Sse-ki mit dem Mannesnamen Yung, nach dem Kia-iü aberTseu- 
thsao. Er folgt nach 67. 

70. Scho-tschung (nach demKia-iü Ho ei (Andere Khuai) oder Tseu-khi), wie No.58 
und 59 ; nach den Schol. des Sse-ki aus Tsin, nach dem Kia-iü f. 4 v. aus Lu und 54 Jahre jünger 
als Confucius. Er und Khung-siuen waren Beide junge Leute, ergriffen abwechselnd die Bücher und 
den Pinsel, und dienten dem Meister (als Amanuensis). Beide Männer standen ihm rechts und 
links zur Seite. Als Meng-wu-pe Confucius besuchte, fragte er ihn und sagte : Wenn diese beiden 
jungen Leute so jung schon studierten, was könnten sie erst wissen, wenn sie herangewachsen 
(kräftig) seien? Confucius sagte: Von Jugend vollkommen ist wie von Natur angewöhnt. (An- 
ders Legge T. I. Prol. p. 127.) Er folgt in den Tempeln auf No. 69. 

71. Yen-ho oder Jen, aus Lu, nach den Schol. des Sse-ki aus Tsin. Im Kia-iü findet er 

Aus .d. Abh. d. L CI. d. k. Ak. d. Wiss. XIII. Bd. L Abth. (32) 13 



98 (246) 

<• 

sich nicht; er wurde daher 1588 aus dem Tempel entfernt, unter der jetzigen Dynastie aber 
wieder restaurirt und ist der 33. im Westen. 

72. Thi-he oder Tseu-tschi aus Wei oder Lu. Er ist der 26. im Osten. 

73. Kuei- (nach Andern Pang) siün oder Tseu-lien (Andere Yin), wie No. 38; nach 
den Schol. des Sse-ki aus Lu. Im Kia-iü wird der zweite Charakter anders geschrieben. Er ist 
der 27. im Westen. 

74. K h u n g - 1 s c h u n g ; der Mannesname ist nach dem Kia-iü T s e u - m i e ; nach den Schol. 
des Sse-ki war er der Sohn von Oonfucius älterem Bruder. Es erwähnt ihn der Kia-iü 19, f. 27, 
auch der Schue-yuen im I-sse, 95, 4, f. 11. Seine Tafel folgt auf No. 72. 

75. Kung-si Yu ju (der vorletzte Charakter im Kia-iü anders geschrieben als im Sse-ki) 
oder Tseu-schang^), aus Lu. Er ist der 26. im Westen. 

76. K u n g - s i - 1 i e n oder T s e u - s c h an g, wie der vorige geschrieben im Sse-ki, verschieden 
, aber im Kia-iü; nach den Schol. des Sse-ki f. 25 aus Lu. Seine Tafel ist die 28. im Osten. 

77. Kin-lao, nach Andern Tseu-khai oder Tsu-tschang, aus Wei; der 29. im 
Westen; nur im Kia-iü 88, f. 4. War Freund von Tsung-lu. Als er dessen Tod hörte, wünschte 
er hinzugehen, um zu condoliren. Confucius billigte es aber nicht und sagte : Es ist. nicht recht. 
S. b. Trauer Abth. IV. Er wird im Li-ki erwähnt. 

78. Tschhin-khang oder Tseu-khang, nach Andern Tseu-khin; nach dem Kia-iü, 
f. 4 v. 40 Jahre jünger als Confucius; aus Tschin. Ein Tseu-kin wii'd Lün-iü 1, 10, erwähnt. 

79. Hien- than, nach Andern Than-fu u.FungoderTseu-siang; aus Lu. Nach einigen 
derselben mit 'No. 52, jetzt aber unterschieden. Seit 1724 ist seine Tafel die 34. im Westen. 

80. Kung-pin oder Tseu-tschung, nur im Kia-iü f. 4 v. 

81. Sie- pang oder Tseu-tsung hat nur der Kia-iü f. 4 v. Dieser fehlt bei Legge, 
dafür hat er noch einige Andere: 

82. Lin-fang oder Tseu-khieu aus Lu, nur im Lün-iü, 3, 4, erwähnt. Unter den Ming 
wurde seine Tafel entfernt; jetzt restaurirt, ist er der erste im, Westen. 

83. Keu-yuen oder Pe-iü, ein Beamter aus Wei; nachLuii-iü und Meng-tseu, sagt Legge 
(wo?), ein intimer Freund von Confucius. Seine Tafel, wie die des ^-Vorigen, wurde entfernt und 
später restaurirt, und ist die erste im Osten. 

84 und 85. Schin-tschhang und Schin-Thang, s. No. 56. ' ' 

86. Mu-Pei, von Meng-tseu, VII, 2,- 37, 4, erwähnt; kam unter der jetzigen Dynastie in 
den Tempel. Er ist der 34. im Osten. 

87. Tso'-khieu-ming, der 32. im Osten, ist der Verfasser der bekannten Chronik; aber 
es ist streitig, ob er ein Schüler des Confucius war. 1530 erhielt er den Titel: Der alte 
Schüler, 1642 aber den: Der alte Würdige. Alle diese nehmen an den Opfei-n, die Con- 
fucius gebracht werden, Theil, 

Legge nennt noch den Tschung-sün Ho-ki und Tschung-sün Schue, beides Söhne 
von Meng-hi, nach einigen derselbe mit No. 17. 

Ju-Pei, erwähnt im Lün-iü 17, 20 und Li-ki 18, 2, 2, 21. 

Kung-wang Tschi Khieu und Tseu-tien im Li-ki 41, 7, erwähnt, 

Pin-men-kia im Li-ki 17, 3, 16, 

Khung-siuen* und Hoei-scho -lan im Kia-iü erwähnt; 

Tschang-ki bei Tschuang-tseu ; 

Kio-Yü bei Ngan-tseu. 

Lien-yü und Lu tsiun, nach dem Wen-kung sohi schi, 

endlich Tseu-fu Ho, der Tseu-fu King-pe im Lün-iü 14, 38. 



1) Ein Tseu-ts'chang wird erwähnt im Li-ki Tan-kung schang 3, f. 3.